CH273958A - Verfahren zum Abbau von natürlichem oder synthetischem Kautschuk. - Google Patents
Verfahren zum Abbau von natürlichem oder synthetischem Kautschuk.Info
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Description
Verfahren zum Abbau von natürlichem oder synthetischem Kautscbuk. Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren zum Abbau von natürlichem oder syn- t.het.ischem Kautschuk durch Wärmebehand- hing und Durcharbeitung des Gutes. Dass Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass inan als den Abbau begünstigende Mittel mehrwertige Kationen enthaltende Salze or ganischer Säuren verwendet. Es können na türlich auch Kautschukmischungen behandelt werden.
Als den Abbau begünstigende Mittel kom nien von den genannten Salzen vor allem solche in Betracht, die aus mehrwertigen Kat ionen, z. B. des Magnesiums, Caleiums, Alu- niiniums, Zinks, Bleis, Eisens, Nickels und Kobalts und aliphatischen oder cyeloalipha- tischen Säuren, wie gesättigten oder unge sättigten Fettsäuren, Harzsäuren, Naphthen- säuren oder Paraffin-oxydationsfettsäuren oder aromatischen Säuren, wie Benzoesäure,
Nitrobenzoesäure, Alkylbenzoesäure, Aralkyl- henzoesäure, Benzoylbenzoesäure, Phthalsäure- nionooleyiester, Kresylnaphthylcarbonsäure usw., bestehen. Als seifenbildende Kationen kommen ausser .den vorstehend genannten ti. a. auch Kupfer und Mangan in Betracht. Die Anwendung von Salzen dieser Kationen ist aber im allgemeinen nicht empfehlenswert, da sie Giftwirkungen auszuüben vermögen.
Salze der vorstehend genannten Art können einzeln oder zu mehreren zur Anwendung ge- hraeht werden.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, ein fache und substituierte, aromatische Thiover- bindungen zum Kautschukabbau zu verwen den. Im Vergleich zu diesen Zusatzstoffen, die gewisse Reizwirkungen ausüben, bieten die erfindungsgemäss anzuwendenden Abbau mittel den Vorteil, dass sie physiologisch völlig neutrale Körper sind.
Der Hauptvorteil be steht jedoch darin, dass die beanspruchten Salze die Eigenschaft haben, neben ausge zeichneten Kautschukabbauwirkungen noch weitere vorzügliche Eigenschaften zu besit zen; sie .dispergieren die Füllstoffe, wirken als Aktivatoren und üben stark plastizierende Wirkungen aus. Während z. B. die bekannten aromatischen Thioverbindungen keine vorteil hafte Einwirkung auf die Zerreissfestigkeit oder Spritzbarkeit einer guten Kautschuk mischung ausüben, werden diese Eigenschaf ten durch Anwendung von Abbaumitteln ge mäss Erfindung erheblich verbessert.
So steigt zum Beispiel die Zerreissfestigkeit einer Mischung von Naturkautschuk mit 40 % Ak- tivruss .durch Anwesenheit der vorliegenden Abbaumittel,
zum Beispiel von etwa 2 % eines Gemisches von Zinkoleat und Eisenoleat von 170 kg/cm? auf etwa 230 kg/cm2.
Die Erschliessung einer grossen Gruppe brauchbarer Abbaumittel bietet den Vorteil, dass man nicht auf die Verwendung einiger weniger Stoffe beschränkt ist., sondern je nach Bedarf die bestgeeigneten oder am leichtesten zugänglichen Stoffe auswählen kann, Hier durch und durch die Anwendung von Ge- mischen, die aus zwei oder mehr der Kau tschuk abbauenden Salze bestehen, ist man in der Lage, Abbauwirkungen in gewünsch ter Abstufung zu erzielen.
Voraussetzung für die Wirksamkeit der Abbausalze ist im allgemeinen deren Löslich keit bzw. feine Dispergierfähigkeit in der Kautschukmischung.
Die beste Abbauwirkung wird im allge meinen durch Eisensalze hervorgerufen. Ko balt-, Blei- und Nickelsalze besitzen etwas ge ringere Abbauwirkungen als Eisensalze. Durch Kombination von Salzen mit verschiedenen Kationen mit gleichartigen oder verschieden artigen Carbonsäuren kann man Abbaumittel von verschiedenen Wirkungsgraden mit Bezug auf den Kautschukabbau herstellen und gleichzeitig auch die übrigen Eigenschaften der Zusatzstoffe in gewünschter Weise beein flussen.
Man kann weiterhin den Abbau mitteln noch andere Zusatzstoffe, wie Weichmaehungsmittel, Ester, Mineralöle, Se lektiveatrakte (olefinreiche Mineralölfraktio- nen, die mittels flüssiger schwefeliger Säure abgetrennt wurden) und dergleichen oder zu mehreren einverleiben und auch hierdurch die Eigenschaften und Wirkungen der Ab- baumittel beeinflussen, z.
B. die Einarbeitung der Abbaumittel in die Kautschukmischungen erleichtern. Bei Verwendung von Abbaumit teln, welche grössere Mengen von Eisenseifen enthalten, hat. sich in manchen Fällen die Zu gabe von Alterungssehutzmitteln als vorteil haft erwiesen.
Die Anwendung der Abbaumittel erfolgt zweckmässig derart, dass sie dem natürlichen oder/und synthetischen Kautschuk bzw. den gebräuchlichen Kautschukmischungen bei der Verarbeitung auf Vorrichtungen, wie Walzen oder Knetern bei Temperaturen über 500, z. B. zwischen 60 und 110 , einverleibt wer den und der Abbau unter Luftzutritt durch- geführt wird.
Die Erfindung sei nachstehend an eini gen Beispielen erläutert.. Hierbei wurden als Masse für die Abbauwirkungen die Defowerte (Defohärte und Defoelastizität) ermittelt. Vergleichsweise sind jeweils die Werte (soge- n_annte Blindwerte) angegeben, welche bei Verarbeitung des gleichen Kautschuks bzw.
der gleichen Kautschukmischungen ohne Zu satz von Abbaumitteln festgestellt wurden. <I>Beispiel</I> .2: Smoked sheets erhielten einen Zusatz von 211/o eines Gemisches, das ausser Zinkoleat etwa 1% Eisenoleat enthielt. Die Verarbei- tungstemperatur auf der Walze betrug 900.
EMI0002.0050
Behandlungszeit <SEP> in <SEP> Min. <SEP> nach <SEP> Zugabe <SEP> 0 <SEP> 2 <SEP> 4 <SEP> 6 <SEP> 10 <SEP> 15
<tb> Blindwert <SEP> 2200/29 <SEP> 2150/29 <SEP> 2150/29 <SEP> 2050/26 <SEP> 2000/27 <SEP> 195026
<tb> 2 <SEP> % <SEP> Zink-Eisen-Oleat <SEP> 1225/21 <SEP> 1175/19 <SEP> 950/15 <SEP> 850/20 <SEP> 500/11 <SEP> 475/10 <I>Beispiel 2:</I> Eine Kautschukmischung wurde auf der Walze ohne Zusatz von abbauenden Mitteln bei 900 behandelt.
Es ergeben sich die fol genden Blindwerte:
EMI0002.0051
Einmischzeit <SEP> in <SEP> Minuten <SEP> (nach <SEP> 4 <SEP> Minuten <SEP> langer <SEP> homogener <SEP> Mischung)
<tb> 0 <SEP> 2 <SEP> 4 <SEP> 8 <SEP> 10 <SEP> 15
<tb> 2300/34 <SEP> 2300/33 <SEP> 2300/34 <SEP> 2300/34 <SEP> 2300/33 <SEP> 2200/32 Der gleichen Kautschukmischung wurden 2 Gewichtsprozent eines Abbaumittels zuge- Es wurden nachstehende Werte erzielt setzt,
das aus 98% Zinksalz von Tr anfett- säuredestilla.t mit 2 % Ferristearat bestand.
EMI0002.0071
2050/38 <SEP> 1550/33 <SEP> 1650/27 <SEP> 1600/25 <SEP> 1350/21 <SEP> 1250/21 Beispiel <I>3:
</I> Zum Nachweis dafür, da.ss auch die Salze gesättigter Fettsäuren den Abbaueffekt zei gen, wurden der bei Beispiel 2 verwendeten Kautschukmischung beim Mischen auf der Walze bei 90 2 Gewichtsprozent eines Abbau- mittels einverleibt,
das aus 98 % chemisch reinem Zinkstearat und 2 % Eisenstearat be- stand. Die nachstehenden Zahlen veranschau lichen den Abbaueffekt. Die angegebenen Werte beziehen sich auf die in Beispiel 2 an gegebenen Blindwerte.
Einmischzeit in Minuten (nach 4 Minuten lang erfolgter homogener Mischung)
EMI0003.0023
0 <SEP> 2 <SEP> 4 <SEP> 8 <SEP> 10 <SEP> 15
<tb> 2050/29 <SEP> 1900/25 <SEP> 1650/27 <SEP> 1600/25 <SEP> 1375/25 <SEP> 1250/23 <I>Beispiel 4:</I> Der Kautschukmischung gemäss Beispiel 2 S wurde auf der Walze 2 % eines Abbaumittels einverleibt,
das aus einer in einer Kugel- mühle hergestellten innigen Mischung von 85 % Bleiphthalat und 15 % Ferribenzoat bestand.
EMI0003.0040
2225/32 <SEP> 2100/31 <SEP> 2050/29 <SEP> 1850/30 <SEP> 1850/28 <SEP> 1700/24 <I>Beispiel 5:</I> Hier wurde das Abbaumittel in Lösung bzw.
Suspension mit einem Selektivextrakt, der durch Behandlung von olefinreichen Mi- neralölfraktionen mittels flüssiger schwefeli ger Säure erhalten wurde, zur Anwendung gebracht.
Vergleichsweise wurde die Kau- tschukmisehun.g einerseits mit 2 % dieses Se- lektivextraktes allein, anderseits mit 2 % einer 5prozeutigen Suspension von Niekeloleat in Selektivextrakt behandelt.
Blindwerte nach Zusatz von 2 % Selektivextrakt:
EMI0003.0069
2550/36 <SEP> 2450/32 <SEP> 2400/32 <SEP> 2350/35 <SEP> 2350/34 <SEP> 2250,/31 5prozentige Suspension von Niekeloleat in Selektivextrakt, Zusatz 2 %
EMI0003.0078
2550/35 <SEP> 2500/34 <SEP> 2450/32 <SEP> 2400/35 <SEP> 2300/34 <SEP> 2050/29 <I>Beispiel 6:
</I> Mit einem Zusatz von 2 % Kobaltoleat wurden folgende Ergebnisse erzielt:
EMI0003.0081
2450/33 <SEP> 2400/33 <SEP> 2350/34 <SEP> 2350/35 <SEP> 2300/33 <SEP> 2950/29 Beispiel <I>7:</I> Mit einem Zusatz von 2 % einer 5prozentigen Lösung von Bleioleat in Selektivextrakt wurden folgende Ergebnisse erzielt:
EMI0003.0095
2400/31 <SEP> 2350/32 <SEP> 2300/32 <SEP> 2250/32 <SEP> 2150/29 <SEP> 1950/25 Beispiel <I>8:</I> Mit einem Zusatz von 2 % eines Lösungs- gemisches von 2 % Ferrioleat und 98 % Se- lektivextrakt wurden folgende Ergebnisse er zielt
EMI0003.0113
2750/38 <SEP> 2500/33 <SEP> 2350/33 <SEP> 2300/30 <SEP> 2300/29 <SEP> 2200/29
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Abbau von natürlichem oder synthetischem Kautschuk durch Wärme behandlung und Durcharbeitung des Gutes, dadurch gekennzeichnet, dass als den Abbau begünstigende Mittel mehrwertige Kationen enthaltende Salze organischer Säuren ange wendet werden. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass als den Abbau be günstigende Mittel mehrwertige Kationen ent haltende Salze aliphatischer Säuren verwen det werden. 2.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass als den Abbau be günstigende Mittel mehrwertige Kationen ent haltende Salze ungesättigter Fettsäuren ver wendet werden. 3. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass als den Abbau be günstigende Mittel mehrwertige Kationen ent haltende Salze cycloaliphatischer Säuren ver wendet werden.Verfahren nach Patentanspruch, dar durch gekennzeichnet, da.ss als den Abbau be günstigende Mittel mehrwertige Kationen ent haltende Salze aromatischer Säuren ver wendet werden.5. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, da.ss als den Abbau be günstigende Mittel Salze organischer ,Säuren, welche als Kationen Metalle der Eisengruppe des periodischen Systems enthalten, angewen det werden. 6. Verfahren nach Patentanspruch, da dureh gekennzeichnet, dass ein Zinksalz einer organischen Säure angewendet wird. 7. Verfahren nach Patentanspruch, ge kennzeichnet durch die Anwendung eines Ge misches von Salzen organischer Säuren, die als Kationen Zink und Eisen enthalten. B.Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 6, gekennzeichnet durch die Anwendung von Zinkoleat. 9. Verfahren nach Patentanspruch, ge kennzeichnet durch die Verwendung eines Gemisches von Zinkoleat und Eisenoleat. 10. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 5, gekennzeichnet durch die Anwendung einer Mischung eines Eisensalzes einer organischen Säure mit mindestens einem andern Kautschuk abbauenden Salz. 11. Verfahren nach Patentanspruch, ge kennzeichnet durch Anwendung eines Abbau mittels, das Weichmacher enthält. 12.Verfahren nach Patentanspruch, ge kennzeichnet durch die Anwendung eines Ab baumittels, das Alterungsschutzmittel enthält. 13. Verfahren nach Patentansprich, da durch gekennzeichnet, dass der Abbau bei einer Temperatur über 50 und bei Luftzu tritt durchgeführt wird. 14. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der Abbau bei Temperaturen zwischen 60 und 110 durch geführt wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH273958T | 1949-01-06 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH273958A true CH273958A (de) | 1951-03-15 |
Family
ID=4479504
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH273958D CH273958A (de) | 1949-01-06 | 1949-01-06 | Verfahren zum Abbau von natürlichem oder synthetischem Kautschuk. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH273958A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1083042B (de) * | 1954-09-03 | 1960-06-09 | Bataafsche Petroleum | Klebrigmacher und Plastikator fuer Kautschuk |
| EP0488982A1 (de) * | 1990-11-28 | 1992-06-03 | Monsanto Europe S.A./N.V. | Gummimischungen mit verbesserter Verarbeitbarkeit und mit besseren Eigenschaften in deren Vulkanisaten |
-
1949
- 1949-01-06 CH CH273958D patent/CH273958A/de unknown
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1083042B (de) * | 1954-09-03 | 1960-06-09 | Bataafsche Petroleum | Klebrigmacher und Plastikator fuer Kautschuk |
| EP0488982A1 (de) * | 1990-11-28 | 1992-06-03 | Monsanto Europe S.A./N.V. | Gummimischungen mit verbesserter Verarbeitbarkeit und mit besseren Eigenschaften in deren Vulkanisaten |
| US5328953A (en) * | 1990-11-28 | 1994-07-12 | Monsanto Europe S.A./N.V. | Rubber compositions with alkoxyalkanoic acid having improved processability vulcanisate properties |
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