Schleifmittel. CTegenwärtig werden Korundschleifmittel von im wesentlichen drei verschiedenen Typen, weiss, hell und dunkel, verwendet, die ver schiedene schleiftechnische Eigenschaften und verschiedene Härte und Sprödigkeit aufwei sen. Weisser Korund ist am härtesten und auch am sprödesten, während dunkler Korund am zähesten ist und gleichzeitig die geringste Härte aufweist. Der dritte Typus, heller Ko- rund, nimmt eine Zwischenstellung sowohl betreffend Härte als auch betreffend Zähig keit ein.
Bei der Herstellung von Schleifschei ben und dergleichen verwendet man den Ko- rundtypus, der sich für das Material des zu schleifenden Arbeitsstückes und für das mit der Sehleifung beabsichtigte Resultat am besten eignet. In gewissen Fällen wird das Hauptgewicht auf die Leistung, das heisst. die Fähigkeit der Schleifscheibe, Material zu ent fernen, und in andern Fällen auf eine ebene Fläche des Arbeitsstückes gelegt. Die Abnut zung der Schleifscheibe im Verhältnis zu der geleisteten Menge Material und die Anzahl erforderlicher Schärfungen zur Erzielung des guten Resultates bei der Schleifung sind auch von grosser Bedeutung.
Es ist in der Schleif technik wohlbekannt, dass man nicht gleichzei tig eine gute Leistung, eine niedrige Abnut zung, wenige Schärfungen und eine ebene Fläche des Arbeitsstückes erreichen kann, sondern die Wahl des Korundtypus muss der Eigenschaft oder den Eigenschaften, die in dem aktuellen Falle von der grössten Bedeu tung sind, angepasst werden.
Somit wird weisser Korund im allgemeinen in solchen Fällen angewendet, in denen man Wärmeentwicklung zu vermeiden wünscht, das heisst die Schleifung kalt erfolgen soll und in denen man hohe Ebenheit der Fläche zu erhalten wünscht, wobei man die niedrige Lei stungsfähigkeit des weissen Korunds weniger berücksichtigen darf.
Wenn dagegen das Hauptgewicht auf die Leistungsfähigkeit ge legt wird, während die Ebenheit der Fläche und die Wärmeentwicklung von geringerer Bedeutung sind, wählt man zweckmässig den dunklen, zähen Korund. Der helle Korund nimmt auch in bezug auf die schleiftechni schen Eigenschaften eine Zwischenstellung im Verhältnis zu dem weissen und dem dunklen Korund ein. Für gewisse Zwecke, zum Bei spiel wenn man sowohl eine ebene Fläche als auch eine hohe Leistung zu erreichen wünscht, eignet sich keiner der genannten drei Typen.
In dem Bestreben, die Schleifmittel auf Korundbasis zu vervollkommnen, hat man in der Schleifmittelindustrie ein neues Korund- schleifmittel geschaffen, das in seinen Eigen schaften dem weissen Edelkorund am näch sten kommt. Dieser neue Typus, der im fol genden der H-Typus genannt wird, kenn zeichnet sich durch hohe Reinheit, reichlich vorkommende Kristallflächen und Abwesen heit von innern Spannungen und wird auf be- kannte Weise hergestellt dadurch, dass man geschmolzenen Korund in einer Schmelze er starren lässt, die Sulfid enthält, wonach die erstarrte Masse mit Wasser oder Wasser dampf behandelt wird.
Schleiftechnische Un tersuchungen dieses Korundtypus haben ge zeigt, dass er in seinen Schleifeigenschaften zunächst an den weissen Korund erinnert, in dessen höhere Härte und Sprödheit besitzt.
Versuche, Korund H für solches Schleifen anzuwenden, wo in gewöhnlichen Fällen der weisse Korund verwendet wird, haben jedoch nicht immer genügend gute Ergebnisse ge geben. Die grosse Sprödheit des Korunds vom Typus H kann bisweilen dazu führen, dass der Schleifmittelverbrauch grösser wird, als wenn dunkler oder heller Korund angewendet wird.
Versuche haben indessen gezeigt, dass man durch Mischen dieses Korunds vom H-Typus mit hellem oder dunklem Korund ein Schleif mittel erhalten kann, das neue überraschende Eigenschaften aufweist.
Somit wird ein sol ches Schleifmittel, zum Beispiel in der Form von Schleifscheiben, Eigenschaften aufweisen, die eine Kombination der Eigenschaften der einzelnen Bestandteile in rein qualitativer Hinsicht, aber nicht in quantitativer darstel len, da solche Eigenschaften, wie Fähigkeit, kalt zu arbeiten, niedrige Abnutzung der Schleifscheibe und Leistungsfähigkeit in einem Grade vorkommen, der höher ist, als mit Rücksicht auf den Gehalt an den in der Mischung enthaltenen Bestandteilen erwartet werden könnte.
Das Schleifmittel nach der Erfindunz be steht daher aus einer Mischung, die nicht weissen, das heisst dunklen und/oder hellen Korund und einen Korund enthält, der erhal ten wurde durch Hydrolyse einer sulfidhal- tigen, erstarrten Korundschme1ze. Die Pro portion der in der Mischung enthaltenen In- gredienzen und die Korngrösse können nicht generell festgestellt werden, sondern müssen aus Versuchen für das beabsichtigte Verwen dungsgebiet berechnet werden.
Allgemein kann jedoch gesagt werden, dass eine Mischung, be stehend aus 40-60 Teilen Korund vom H- Ty pus, auf 60-40 Teile dunklen und/oder hellen Korund gute Resultate gibt und dass bei den Versuchen, die ausgeführt worden sind, ein Mischungsverhältnis von 50/50 sich am geeignetsten gezeigt hat. Mit aus dieser Mischung hergestellten Schleifscheiben hat man Schleifprobleme gelöst, die nicht befrie digend mit einem der einzelnen Schleifmittel, jedes für sieh genommen, haben gelöst werden können.