Ankerhemmung für Uhrwerke. Damit in Uhrwerken der Anker richtig funktioniert und insbesondere die Unruh ausserhalb des kürzeren Zeitintervalles der Kraftübertragung durch die Ankergabel auf die Unruhwelle frei schwingen kann, muss die Ankergabel während der freien Schwingun gen der Unruhwelle vorübergehend in ihren Endlagen angehalten werden. Dieses Anhal ten erfolgt bekanntlich dadurch, dass die Zähne des Ankerrades gegen die Anschlag fläche der Ankerklauen drücken.
In den bis her bekannten Ankerhemmungen bildet die Anschlagfläche der Ankerklauen mit der Senkrechten zur Verbindungslinie zwischen Anschlagpunkt und Ankerdrehachse einen positiven Winkel von etwa 150, der positiver Zugwinkel genannt wird. Durch diesen Zug- Winkel wird die Ankerklaue gegen das Zen trum des Ankerrades gezogen und hält so die Ankergabel in ihrer Ruhestellung an. Diese bekannte Anordnung hat zwei Nachteile: 1. Es wird bei der raschen Auslösbewe- gung der Ankergabel durch die Unruhwelle durch die schiefe Ebene der Ankerklaue das Rad zurückgeworfen.
Diese Rückwärtsbe- schleunigung des Ankerrades verzehrt Ener gie und verspätet den Beginn des Kraft impulses des Ankerradzahnes auf die Hebe fläche der Ankerklaue.
2. Es nimmt der Widerstand gegen die Auslösung des Ankers aus seiner Ruhestel lung gegen das Ende des Auslösungsvorgan- ges noch zu, was wiederum einen ziemlich grossen Verlust in der Energieübertragung des Ankers auf die Unruhwelle verursacht, welcher Verlust durch Abfall der Amplitude des Schwingsystems zum Ausdruck kommt.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, diese Nachteile in Ankerhemmungen für Uhrwerke zu beheben, und zwar dadurch, dass die An kerklauen so am Anker angeordnet sind, dass die Ebenen, in welchen der Eingriffsflächen teil der Ankerklauen beim jeweiligen Eingriff in einem Ankerradzahn liegt, mit der durch den Eingriffspunkt und der Drehachse des Ankers gehenden Verbindungslinie einen Winkel bilden, der mindestens 900 und höch stens 1150 beträgt, und dass das vorüber gehende Anhalten der hin und her schwin genden Ankergabel in ihren Endlagen durch magnetische Mittel erfolgt, die zwei diese Endlagen bestimmende Begrenzungsanschläge aus magnetisierbarem Material aufweisen.
Auf der beiliegenden Zeichnung sind in den Fig.1 und 2 zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes veranschaulicht.
In Fig.1 ist a das Ankerrad einer Anker hemmung, und b ist der Anker mit der Anker gabel b1. Dieser Anker b ist mit zwei Anker klauen, der Eingangsklaue c1 und der Aus gangsklaue c2, versehen.
Die beiden Anker klauen cl und e2 stehen in der Eingriffsstel lung senkrecht zur Verbindungslinie zwischen dem Drehzentrum des Ankers und dem Be rührungspunkt der Ankerklaue mit dem An kerzahn, statt wie üblich zur Senkrechten einen Winkel (sog. positiver Zugwinkel) von + 150 zu bilden, wie strichpunktiert angege- ben. Die Ankerklaue <B>ei</B> könnte jedoch auch einen negativen Winkel von einigen Graden (z. B. bis -250) zur genannten Senkrechten bilden, wie in Fig.1 für die Eingangsklaue ei punktiert angegeben ist.
Das vorübergehende Anhalten der Ankergabel in ihren Endlagen findet hier auf magnetischem Wege statt. Zu diesem Zwecke sind links und rechts der An kergabel b1 zwei Dauermagnete als Anschlag stifte e1 und e2 angeordnet, während die zum Beispiel aus Stahl oder Messing bestehende Ankergabel 0l mit einer leichten Weicheisen armatur, z.
B. in Form eines Stiftes f, ver sehen ist, die von den magnetischen Anschlag stiften e1 und e2 angezogen wird: Dank der hier getroffenen Massnahmen fallen nun die von den Ankerklauen beim Schwingen des Ankers sonst auf das Ankerrad periodisch ausgeübten Impulse im Rückwärtssinne weg und die beim Austritt der Ankerklaue aus dem Ankerrad auf den Anker ausgeübte Zug kraft, vermöge welcher, wie eingangs erwähnt wurde, die Ankerklane gegen das Zentrum des Ankerrades gezogen wird, nimmt ab.
Dadurch wird die Kraftübertragung durch den Anker auf die Unruhwelle wesentlich besser, was sich durch eine Zunahme der Schwingungsampli tude der Unruh bis zu 600 auswirkt.
Das gleiche Ziel wird auch erreicht, wenn die Ankerklaue c3 die Form eines Kreisseg mentes mit Zentrum in der Drehachse des Ankers b 1 aufweist, wie in Fig. 2 gezeigt ist. Die Anschlagfläche der Ankerklaue c3 liegt hier also auf einem Kreisbogen, dessen Zen- triun in der Drehachse des Ankers liegt.
In beiden Fällen wird die Lage der An- kerklane <B>ei</B> bzw. c2 durch eine Orientierungs ebene bestimmt, die beim jeweiligen Eingriff eines Ankerradzahnes mit dieser Ankerklaue durch den Berührungspunkt dieser beiden Teile (Zahn und Klaue) hindurchgeht und senkrecht auf der Verbindungslinie zwischen dem Drehzentrum des Ankers und diesem Berührungspunkt steht. Im ersteren Fall (Fig.1) liegt die ebene Anschlagfläche der Ankerklaue cl bzw. e2 in dieser Orientierungs ebene selbst.
Im zweiten Fall (Fig.2) wird diese Orientierungsebene von der durch den genannten Berührungspunkt gehenden Tan- gentialebene gebildet. Wie oben erwähnt, kann diese Ebene aber auch leicht gegen den jeweils in Eingriff mit der Ankerklaue<B>ei</B> oder c2 bzw.<B>e3</B> gelangenden Zahn des Anker rades ca geneigt. sein, so dass sie einen nega tiven Winkel bildet.