CH277148A - Verfahren zur Gewinnung reiner Folinsäure. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung reiner Folinsäure.

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CH277148A
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  Verfahren zur Gewinnung reiner     Folinsäure.       Bei der Synthese der     Folinsäure    erhält  man gewöhnlich ein Reaktionsgemisch, das       neben        15        bis        etwa        30%        Folinsäure        ein        Ge-          miscll    zahlreicher     alkalilöslieher        Pterinab-          kömmlinge    enthält.

   Infolge der physikalischen  und chemischen Ähnlichkeit wird die Isolie  rung der     Folinsäure    sehr erschwert und     ver-          lustreieh.     



  Die Abtrennung der     Fölinsäure    aus     dein          Reaktionsgemisch    erfolgt     naoli    den bisher       übliehen    Verfahren     [Angier    et     al.,        Scienee     103,<B>668</B> (1916) ] so,

   dass die     '.'#y#nthese-Roh-          produkte    in     verdünnter        Alkalilauge    bei     pii     10 bis 12 gelöst und     -ebebenenfalls    durch  eine     Vorfällung    mit     \Barhunehlorid    von  einem Teil der Nebenprodukte     befreit    wer  den.

   Dann     briia@-t    man die alkalische     Lösun;:          dtireli        Zusatz        von    Säuren auf     pil7,    wobei  die     Hauptmenge    der     Verunreinigungen    aus  fällt.     Bringt    man nun die so     vorgereinigte          Folinsäurelösung    durch weiteres Ansäuern  auf     pii    3, so fällt eine etwa. 75     0/nije    Polin  säure aus.

   Durch wiederholtes     Umfällen    aus       alkaliseher    Lösung und Behandeln mit Kohle  wird sie weiter gereinigt..  



  Bei der Durchführung dieses Trennungs  verfahrens zeigt sich, dass beim Ansäuern der  alkalischen Lösung auf     pH7    die Trennung  nicht     vollständig    ist. Ein Teil der     Folinsä.ure     geht dabei in die ausfallenden -Nebenpro  dukte, und umgekehrt. geht ein Teil der Ne  benprodukte in die bei     pH    3     ausgefällte        Fo-          linsäure    und kann daraus nur durch mehr  faches     Umlösen,    das mit mehr oder weniger    grossen Verlusten verbunden ist, gereinigt  werden.  



  Nach den Angaben der Literatur ist die       Folinsäure    in stärker sauren Lösungen lös  lich [J.     Amer.        Chem.        Soc.    69, 1179 (1916)  und US-Patent Nr. 2     412    867,     Examp.le    1 ].  



  Es wurde nun die     überrasehende    Feststel  lung gemacht, dass die     Folinsäure    entgegen  diesen     Literaturanbaben    in     wässrigen    Lösun  gen starker Säuren praktisch unlöslich     ist.     Auf Grund dieser neuen Erkenntnis ist es       p.elungen,    ein nettes     Reinigungsverfahren    aus  zuarbeiten, nach welchem es möglich ist,

         Syntheserohprodukte        mit        15        bis        30        %        Polin-          säure    in reine     Folinsäure    zu überführen.

   Das       erfindungsgemässe    Verfahren ist dadurch       Cekennzeichnet.,    dass (las Rohprodukt, bei  einer Temperatur von     nieht    mehr als<B>500</B> C  und unter     Einhaltung    eines     pii-Wertes    von       höchstens    1 mit. einer starken     lliiieralsäure     behandelt. wird, wobei die     Verunreinigungen     in     wasserlösliehe    Substanzen übergehen.

       1lan     nimmt die     Behandlung    mit Säure vorteilhaft  bei Zimmertemperatur vor, da mit steigender  Temperatur die Gefahr der     Hvdrolyse    der       Folinsäure    wächst. Bei Siedetemperatur tritt  bekanntlich in     Gegenwart    von Mineralsäuren  bald vollständige     Hvdrolvse    ein.  



  Als     Mineralsäure    lässt sich     vorteilhaft.          Schwefelsäure    oder Salzsäure verwenden. Es  kommen aber auch andere starke Mineral  säuren in Betracht,     selbstverständlich    nur,  soweit sie nicht     oxydierend,    wie z. B. Sal  petersäure, auf die     Folinsäure    einwirken. Um      eine wirksame Reinigung     zui    erzielen, wird  erfindungsgemäss die Konzentration der     lTi-          neralsäure    auf wenigstens 0,1 normal bzw.  der     pH-Wert    auf höchstens 1 eingestellt.

    Vorausgesetzt, dass man genügend schnell ar  beitet, lässt sich die Reinigung auch mit       PH-Werten    unterhalb 0,5 durchführen. Es ist  bekannt, dass die     Folinsäure    praktisch nicht       hy        drolysiert    wird, wenn man     10n-Sa.lzsäuire          '34    Stunden bei Zimmertemperatur auf sie  einwirken lässt. Arbeitet man mit Schwefel  säure, so dürfte die Grenze der Konzentration,  wo noch keine nennenswerte Zersetzung ein  tritt, bei etwa 20 0l0 liegen.    Man führt das erfindungsgemässe Verfah  ren z.

   B. so durch, dass man das aus der  Synthese erhaltene Rohprodukt     zti    einer     vor-          zugsweise        1%igen        Lösung        mit        Natronlaufe     beim     pg    10 bis 12 löst und Mineralsäure in  der Kälte in solchen     Mengen    zugibt, dass die  oben genannte Konzentration erreicht wird.  Löst man das Rohprodukt zu höheren Kon  zentrationen in Natronlauge, so besteht die  Gefahr, dass die Trennung dadurch unvoll  ständig wird, dass     schwerlösliche    Natrium  salze     :der    unwirksamen Nebenprodukte aus  fallen.

   Dies tritt bei Konzentrationen über  5 g Rohprodukt auf 100 g Lösung gegebenen  falls in solchem Masse ein, dass keine reine       Folinsäure    resultiert.  



  Die durch Zusatz von Mineralsäuren aus  gefällte     Folinsäure    kann weiter gereinigt  werden, indem man sie nach dem Abtrennen  in verdünnter Natronlauge bei     pH    10 löst  und die Lösung mit Tierkohle in der der  eingesetzten     Folinsäure    etwa gleichen Ge  wichtsmenge behandelt und nach dem Fil  trieren in einen sehr grossen Überschuss, z. B.  in die 200fache Menge (bezogen auf     Polin-          säure)    heisser, etwa     l0/aiger    Essigsäure ein  giesst.

   Beim     Erkalten        kristallisiert    die     Folin-          säure    in vorzüglicher Reinheit in Form gel  ber Blättchen aus.    In manchen Fällen ist es von Vorteil, die       Lösung    des Rehproduktes in Natronlauge mit  einer der Natronlauge äquivalenten Menge       Bariumehlorid    zu versetzen,     wodltrch.    schon    ein grosser Teil der     Nebenprodukte        ausgefällt     wird.  



  Das     erfindun-sgemässe    Reinigungsverfah  ren     ermöglicht,    nach einmaligem     L        mkristalli-          sierezi        etwa.        90        %        der        im        Rohprodukt        enthal-          tenen        Folinsäure    in vorzüglicher Reinheit zu  gewinnen,

   während nach dem     früher    durch  geführten Verfahren     infolge    der     zurr        Erzie-          lun-    ausreichender Reinheit erforderlichen  mehrfachen     Umkristallisation    mehr oder we  niger hohe Verluste auftreten, so dass     Aus-          beuten        von        50        %        bis        höchstens        75        0!o,

          bezogen     auf die im Rohprodukt vorhandene     Folin-          säure,    erzielt. wurden.  



  <I>Beispiel 1:</I>  100 g     Folinsäurerohprodukt        finit    einem       Folinsäuregeha.lt        von        15        %        werden        in        10        Li-          ter        0,2        %iger        Natronlauge        von        600        C        unter     Rühren eingetragen.

   Wenn die     Substanz    ge  löst ist, werden 60 g festes     Bariuimchlorid     eingetragen und die     Mischung    unter weite  rem Rühren auf 1.0 bis<B>150</B> abgekühlt.. Das  ausgefallene,     folinsäurefreie        Bariunisalz    wird       abfiltriert    und das 'Filtrat mit 1.20     eins          konz.        Salzsäure        (3S        %)        versetzt.        Die        unge-          löst    bleibende,

       amorphe        Folinsäuie    wird ab  getrennt, mit 500 ein.-'     0,3n-Salzsiiure    ausge  waschen     und    bei     Zimnierteinperatur    in     'J    Li  ter     O,ln-Nati#onlau;@e    gelöst, die     alkalisehe     Lösung mit 10 g Kohle     behandelt,        filtriert          und        in        \'0        Liter    1     %ige        @ssi@,sä:

  ure        von        950        C     eingegossen. Beim Erkalten     kristallisiert    die  reine     Folinsäure    in gelben     Blättehen    aus.  Ausbeute: 13 g.  



       Beispiel        .2:     100     g        Folinsäurerohprodukt    mit. einem       Folinsäuregehalt    von 20 0/0  erden bei<B>600</B>     C          in        10        Liter        0,2        %iger        Natronlauge        gelöst,        die          Lösung    auf 10 bis<B>150</B> abgekühlt und mit.

         150        eins        konz.        Salzsäure        (38%)        angesäuert.     Der     Niederschlag    wird     abgetrennt,    in ? Liter       O,ln-Nati#onlauga    gelöst und die     Folinsäure     durch Zusatz von SO     ein-'        konz.    Salzsäure  amorph ausgefällt.

   Sie wird     abfiltriert    und  mit 500     eines        0,5n-Salzsäure        ausgewaschen.     Nach dein Lösen in     0,1n-Natronlaiige,    Behan  deln. mit Kohle und Eingiessen in 20 Liter           heisse    1     o/oige    Essigsäure werden 16 bis 18 g  reine, kristallisierte     Folinsäure    erhalten.  



       Beispiel,   <I>3:</I>  <B>100</B> g     Folinsäurerohprodukt    mit einem       Folinsäuregehalt    von 32<B>%</B> werden in 15 Li  tern 0,2     o/oiger    Natronlauge gelöst und die     al-          kalisehe    Lösung mit 200     em3        konz.    Salzsäure       (38        %)        angesäuert.        Die        abgetrennte        Folin-          säure    wird in 3 Liter     0,1n-Natronlauge    ge  löst,

   mit 25     y    Kohle behandelt, die Lösung  filtriert und in 20 Liter heisse 1     o/oige    Essig  säure eingegossen. Nach dem Erkalten erhält  man 27g reine,     kristallisierte        Folinsäure.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung reiner Folin- säure aus rohen, durch Synthese erhaltenen Folinsäurepräparaten, dadurch gekennzeich net, da.ss das Rohprodukt bei einer Tempe ratur von nicht mehr als <B>500C</B> und unter Einhaltung eines pH-Wertes von höchstens 1 mit einer starken Mineralsäure behandelt wird, wobei die Verunreinigungen in wasser lösliche Substanzen übergehen. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Rohprodukt zuerst in verdünnter Alkalilauge gelöst wird, worauf die Polinsäure mit starker Mineral säure ausgefällt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als starke Mineralsäure Salzsäure ver wendet wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekenn zeichnet, dass die Behandlung mit der Mine ralsäure bei Zimmertemperatur durchgeführt wird.
CH277148D 1949-05-10 1949-05-10 Verfahren zur Gewinnung reiner Folinsäure. CH277148A (de)

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