<B>Schweissverfahren zum Verbinden von Teilen, die</B> Flächenberührung <B>aufweisen.</B> Sind Werkstücke miteinander zu ver schweissen, die nach dem Verschweissen eine bestimmte gegenseitige Lage aufweisen müs sen, so lässt man solche Werkstücke zweck mässig auf einem Teil ihrer Flächen gegen seitig aufliegen. Wenn die Werkstücke z. B. als Rohre ausgebildet sind, so werden deren benachbarten Enden zweckmässig mit Hilfe eines Ringes zentriert, mit dem sie dann Flächenberührung aufweisen.
Das Verbinden solcher Werkstücke, die also vor dem Verschweissen Flächenberührung aufweisen, bringt bei Anwendung der Licht bogenschweissung jedoch die Gefahr mit sich, dass die Schweissnaht nicht genügend stark ausfällt. Das hängt damit zusammen, dass bei Lichtbogenschweissung die Hitze nicht in dem Masse in die Werkstücke eindringt, dass im ganzen Berührungsbereich ihrer aufeinander liegenden Flächen der Werkstoff in den für die Erzielung einer guten Schweissung erfor derlichen Schmelzzustand gebracht wird. Selbst bei Verwendung besonderer Elektroden, die eine vergrösserte Einbrandzone zu erzeu gen gestatten, ist es nicht möglich, eine voll ständige Durchschweissung der sich berühren den Flächen zu erreichen.
Letzteres ist jedoch der Fall, wenn Gasschmelzschweissungen zur Anwendung kommen. GasschmeIzschweissun- gen, die grundsätzlich nicht an Materialauf trag gebunden sind, sind z. B. die Autogen-, Acatom-, Heliarc-, Argonarc-Schweissungen und dergleichen. Bei Anwendung der Gas schmelz-Schweissverfahren ist es aber nicht möglich, ein Schmelzgut in die Schweissnaht im Berührungsbereich der aufeinanderliegen den Flächen zu bringen, das der Beschaffen heit des Werkstoffes der zu verbindenden Teile besonders angepasst ist.
Die Erfindung fusst nun auf der Erkennt nis, dass sich eine besonders gute Schweiss verbindung erhalten lässt, wenn eine Verbin dung ohne Materialauftrag durch Schmelz schweissung mit einer Lichtbogenschweissung kombiniert wird. Gestützt darauf werden ge mäss dem erfindungsgemässen Verfahren die sich berührenden Flächen der zu verbin denden Teile ohne Materialauftrag durch Schmelzschweissung verbunden, und auf diese Verbindung wird durch Lichtbogenauftrag eine Schweissnaht gebildet.
Auf der beiliegenden Zeichnung sind ver schiedene, durch Verschweissen zu verbin dende Formen von Bauteilen veranschaulicht, an Hand welcher das erfindungsgemässe Ver fahren beispielsweise erläutert wird. Dabei zeigen Fig. 1 bis 3 einen Fall, wonach ein ebenes Blech mit einem Stab von rechteckigem Quer schnitt zu verschweissen ist. Im besonderen zeigt Fig.1 die zwei Stücke vor dem Ver schweissen, Fig. 2 dieselben nach dem Nieder schmelzen der sich berührenden Flächen, und Fig.3 zeigt diese Stücke nach vollendeter, vollständiger Schweissung.
Die Fig.4 bis 6 zeigen zwei gleichachsig angeordnete, zu verschweissende Rohrstücke, die mit Hilfe eines Einlageringes, mit dem sie in Flächenberührung stehen, zentriert sind, wobei Fig. 4 diese Teile vor dem Verschwei ssen, Fig. 5 dieselben nach dem Niederschmel zen der sich berührenden Flächen und Fig. 6 nach vollendeter Schweisseng zeigt.
Die Fig. 7 bis 10 zeigen schliesslich einen Fall, wo die Wellen eines rohrförmigen Aus dehnungsstückes in den Wellenbergen und Wellentälern zu verschweissen sind. Dabei zeigt Fig. 7 Teile eines solchen Ausdehnungs stückes vor der Verschweissung, Fig. 8 die be treffenden Teile nach Anbringen eines Licht bogenauftrages auf der Innenseite eines Wel lenberges und auf der Aussenseite von zwei Wellentälern, Fig.9 den Zustand nach dem Zusammenschweissen der sich berührenden Flächen der Teile und Fig.10 das Ausdeh nungsstück nach vollendeter Schweisseng.
In den Fig.1 bis 3 bezeichnet 1 ein ebenes Blech, das im Querschnitt gezeigt ist, und 2 bezeichnet einen Stab von rechteckigem Quer schnitt, der mit dem Blech 1. durch Verschwei ssen zu verbinden ist. Dabei ist die Forderung gestellt, dass der Stab 2 auch nach dem Ver schweissen mit dem Blech 1 einen rechten Winkel bilden muss. Um dem Rechnung zu tragen, werden die Teile 1, 2 vorgängig so gegenseitig angeordnet, dass sie längs einer Strecke 3 mit gegenüberliegenden Flächen teilen aufliegen. Dadurch wird erreicht, dass diese Teile unter einem rechten Winkel zu einander stehen.
Damit nun diese Lage wäh rend des Schweissens gewahrt bleibt und somit auch am fertigen Stück noch vorhanden ist, werden vorerst einmal die sich berührenden Flächen der Teile 1 und 2 ohne Materialauf trag durch eine Gasschmelzschweissung ver bunden, wie das in Fig. 2 gezeigt ist, wo die betreffende Schweissnaht mit dem Bezugs zeichen 4 belegt ist. Auf diese Verbindung wird eine Schweissnaht 5 durch Lichtbogen auftrag gebildet, wie das in Fig. 3 gezeigt ist.
In den Fig. 4, 5 und 6 bezeichnen 6 und 7 zwei Rohre, die genau koaxial zu verschwei ssen sind. Um dies zu erreichen, werden die Rohre 6 und 7 vorgängig einmal mittels eines Ringes 8 zentriert, worauf in der in Fig.4 gezeigten Weise die Teile 6, 8 dann längs der Strecke 9 und die Teile 7, 8 längs der Strecke 10 Flächenberührung aufweisen. Die betref fenden, sich berührenden Flächen werden an schliessend ohne Materialauftrag durch ein Gasschmelz-Schweissverfahren in der in Fig. 5 gezeigten Weise verbunden. In dieser Figur ist die betreffende Schweissnaht mit den Be zugszeichen 11 belegt. Auf diese Verbindung wird noch eine Schweissnaht 13 in der in Fig.6 gezeigten Weise durch Lichtbogen schweissung hergestellt.. In den Figuren 7, 8, 9 und 10 bezeichnet, 14 Teile eines wellenförmigen Ausdehnungs stückes.
Solche Stücke sind bekanntlich z. B. in Leitungen für hocherhitzte Gase, die sich gleichzeitig unter Druck befinden, einzu bauen. Die Teile 14 sind miteinander zu ver schweissen. Zu diesem Behufe wird vorgängig dafür gesorgt, dass sie an den Wellenbergen und Wellentälern in der in Fig.7 gezeigten Weise Flächenberührung 15 bzw. 16 auf weisen. Hierauf wird auf der Rückseite der zu verschweissenden Stellen, d. h. auf der Innen seite jedes Wellenberges bzw. auf der Aussen seite jedes Wellentales in der in Fig. 8 gezeig ten Weise, ein Lichtbogenauftrag 17 bzw. 18 angebracht, um bei den nachfolgenden Schweissvorgängen von der Vorderseite her ein gutes Durchschweissen der sich berühren den Flächen zu ermöglichen.
Der erste dieser nachfolgenden, ohne Gefahr eines vollständi gen Durchbrennens durchführbaren Schweiss vorgänge besteht darin, dass die sich an den Wellenbergen berührenden Flächen 15 und die an den Wellentälern sich berührenden Flächen 16 ohne Materialauftrag durch ein Gasschmelz-Schweissverfahren in der in Fig. 9 gezeigten Weise verschweisst werden. Die be treffenden Schweissverbindungen sind in dieser Fig. 9 mit den Bezugszeichen 19 bzw.20 belegt. Auf diese Verbindungen an jedem Wellenberg und an jedem Wellental wird eine Schweissnaht 21 bzw. 22 (Fig. 10) durch einen Lichtbogenauftrag gebildet.
Unter Umständen kann es zweckmässig sein, vor der Lichtbogenschweissung unter Benutzung eines Stabes aus schmelzbarem Ma terial mit Hilfe des Gasschmelz-Schweissver fahrens einen zusätzlichen Materialauftrag anzubringen.