CH278580A - Schachtofen zum direkten, elektrischen Erhitzen von Schüttmaterial. - Google Patents
Schachtofen zum direkten, elektrischen Erhitzen von Schüttmaterial.Info
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Description
Schachtofen zum direkten, elektrischen Erhitzen von Schüttmaterial. Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schachtofen zum direkten, elektrischen Er hitzen von Schüttmaterial zwischen zwei übereinander angeordneten Elektroden.
Es sind bereits Ofenkonstruktionen be kannt, bei denen dem innerhalb eines Elek tro-Schachtofens befindlichen Schüttgut der elektrische Strom mittels zweier oder meh rerer in der Füllung verteilter, stabförmiger Elektroden zugeführt wird. Solche stabför mige Elektroden nehmen aber an den Stellen des Stromüberganges sehr hohe Tempera turen an, werden durch den Ofeninhalt oder die Ofengase verhältnismässig rasch zerstört und müssen deshalb laufend ersetzt werden.
Der Nachschub von neuem Schüttmaterial und der Elektroden und vor allem die Ab dichtung des Ofens an den Stellen der Elek- trodendurehführungen verursachen weitere Schwierigkeiten, welche besonders störend sind, wenn die Ofenatmosphäre nicht mit der Aussenluft zusammenkommen darf. Ausser dem ergeben sich im Falle, dass mehrere, gleichpolige Elektroden vorhanden sind, zwi schen diesen Elektroden verhältnismässig schmale Stränge erhöhten Stromdurchganges, die wesentlich höhere Temperaturen anneh men als das sie umgebende Material, so dass daneben nicht nur in der Mantelschicht, son dern auch im Innern der Schüttung selbst wesentlich niedriger erhitzte Zonen ent stehen.
Bei einer andern Konstruktion sollen die Nachteile der stabförmigen Elektroden da- durch ausgeschaltet werden, da.ss die Elek troden als an der Ofen-,vand angeordnete Ringe ausgebildet. werden. Dies hat aber den grossen Nachteil, dass der elektrische Strom der Ofenwand entlang fliesst, wodurch diese in kurzer Zeit zerstört wird.
Der Schachtofen gemäss Erfindung ist nun dadurch gekennzeichnet., dass die obere Elektrode ringförmig ausgebildet ist und dass die äussere Umgrenzung ihrer dem Boden zu gewandten, stromabgebenden Oberfläche einen Abstand von mindestens 10 cm von der Innenwandung des Ofens auf der Höhe des grössten lichten Querschnittes desselben auf weist.
Als die dem Boden zugewandte, strom- abgebende Oberfläche der obern Elektrode ist diejenige Oberfläche zu verstehen, welche vom Boden des Schachtofens aus sichtbar ist.
Vorteilhaft kann man auch die untere Elektrode ringförmig ausbilden und dabei die äussere Umgrenzung ihrer stromabgebenden Oberfläche in einem Abstand von mindestens 10 ein von der Innenwandung des Ofens auf der Flöhe des grössten Querschnittes dessel ben halten.
Die Grösse dieses Abstandes sowohl bei der obern wie bei der untern Elektrode rich tet sich im übrigen, wie sich ergeben hat, unter anderem in erster Linie nach der im Innern des Schüttmaterials gewünschten Temperatur einerseits und nach der zulässi gen Temperatur der Ofenwandung anderseits. Letztere Temperatur wird vor allem durch die Korrosions- und Hitzebeständigkeit des Wandmaterials begrenzt. Bei der Wahl des Abstandes sind noch die elektrische Leitfähig keit des Materials und deren Temperatur abhängigkeit sowie die Wärmeleitfähigkeit des Materials und auch die Grösse des Ofens zu berücksichtigen.
Der genannte Minimal abstand von 10 cm isst für viele Fälle, vor allem für kleine Ofendimensionen, genügend gross; man wird aber bei Grossausführungen den Abstand vorteilhaft grösser, zum Beispiel mindestens 25 cm wählen.
Die obere wie die untere Elektrode kön nen kreisrund, oval oder auch vieleckig aus gebildet sein oder je aus elektrisch gleich- poligen, im ganzen betrachtet ringförmig angeordneten Teilen bestehen. Die Elektro den können von Einschnürungen des Schach tes oder von aus der Schachtwand heraus ragenden Konsolen getragen werden; sie kön nen auch an Stäben oder eventuell gekühlten Rohren usw. befestigt sein. Die untere Elek trode kann auch auf der Ofensohle aufliegen und auch in Form einer vollen oder durch löcherten Platte oder eines Rostes ausgebildet sein. Die Elektroden können vorteilhaft als Hohlkörper ausgebildet werden, z. B. in Form eines Zylinders oder eines Konus mit Doppelmantel oder in Form von Rohrschlau gen, durch welche zwecks Kühlung ein wärmeabführendes Medium, wie z.
B. Was ser oder Öl oder Gasse, geleitet werden kann. Auch die Stromzuführungen können als Hohlkörper ausgebildet und gekühlt werden.
Die Elektroden und deren Stromzufüh rung können als verschiedenen Materialien bestehen, wie z. B. aus Graphit oder aus Me tallen, z. B. Eisen, aus letzteren besonders dann, wenn eine Kühlung der Elektroden erfolgt. Sie können auch mit einer strom leitenden Schutzschicht, wie z. B. Söderberg- Elektrodenmasse, überzogen werden.
Der erfindungsgemässe Ofen hat somit die Vorteile, dass die Ofenwände besser geschont werden und dass, sofern die Einfüllöffnung für das Schüttgut zweckmässig angeordnet wird, das Nachfüllen des Schüttgutes zentral von oben innerhalb der ringförmigen Elek trode leicht möglich ist.
In der beiliegenden Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele des erfindungsgemässen Ofens im Längsschnitt sowie eine Variante in Draufsicht dargestellt.
Beispiel 1: Für die indirekte Erhitzung von Chlor auf etwa 800 C wird der Ofen vorteilhaft gemäss Fig. 1 ausgebildet. Er besitzt einen gemauerten Schacht 1 mit Blechmantel und weist einen Gaseintrittsstutzen 2, einen Gas austrittsstutzen 3, einen Beschickungsstutzen 4 und einen Entleerungsstutzen 5 für das Schüttmaterial auf. Auf Konsolen 6 im Mauerwerk ruht die untere Elektrode 7, wel che als durchlöcherte Platte aus Nickel aus gebildet ist und eine Stromzuführung 8 auf weist. Über dieser Platte ist der ganze Schacht mit Graphitstücken mit einer durch schnittlichen grössten Abmessung von 3 cm gefüllt.
Die obere Elektrode 9 besteht aus einem wassergekühlten Doppelmantelkonus aus Nickel; sie ist an wasserdurchflossenen Rohren 10 aufgehängt, welche zugleich als Stromzuführungen dienen. Der innere Durch messer des Schachtofens beträgt etwa 1,00 m, die Höhe zwischen oberer und unterer Elek trode etwa 3,00 in;
der horizontale Abstand 11 der äussern Umgrenzung der deni Boden zugewandten, stromabgebenden Oberfläche der ringförmig ausgebildeten, obern Elek trode von der aus Silicasteinen bestellenden Innenwand 1'? des darunter befindlichen Reaktionssehaclites am Orte des grössten lichten Querschnittes des Ofens beträgt min destens 10 cm, hier etwa 0,25 m. Der Ofen nimmt beispielsweise bei einer Spannung von etwa 100 Volt einen Strom von etwa 700 Amp. auf; seine Leistung beträgt etwa 10 to Chlor von 800 C pro 24 Stunden.
Die Innenwand nimmt dann eine Temperatur von etwa 500 C an.
<I>Beispiel ?:</I> In einem Ofen -einäss Fig. 2 wird dampf- förmiger Schwefel durch elektrisch erhitzte Holzkohle geleitet, welche unter Bildung von Schwefelkohlenstoff miteinander reagieren. Der Ofen besitzt einen gemauerten Schacht 1 mit Blechmantel und ist mit Holzkohle von der Körnung etwa 3 bis 5 cm gefüllt. Der Schwefeldampf tritt kontinuierlich durch den Stutzen 2 ein, der gebildete Schwefelkohlen stoff zieht durch den Stutzen 3 ab. Durch den Beschickungsstutzen 4 wird periodisch Holzkohle nachgefüllt; der Stutzen 5 dient zur gelegentlichen Entleerung.
Die beiden, ringförmigen Elektroden 6 und 7 bestehen aus eisernen Doppelmantelzylindern mit Flanschen und werden durch zirkulierendes Öl gekühlt; ebenso werden die Stromzufüh rungen 8 und 9 gekühlt. Die untere Elek trode ist mit einer Schutzschicht 10 von Söderbergmasse belegt. Beide Elektroden werden von aus der Schachtwand heraus ragenden Konsolen getragen.
Der grösste in nere Durchmesser des Schachtofens beträgt etwa 1,20 m, die Höhe zwischen oberer und unterer Elektrode etwa 3,00 m; der horizon tale Abstand 11 der äussern Umgrenzung der dem Boden des Ofens zugewandten, strom abgebenden Oberfläche der ringförmig aus gebildeten obern Elektrode von der Innen wand 12 des Reaktionsschachtes, am Orte des grössten lichten Querschnittes des Ofens, des sen Innenwand von Schamottesteinen gebil det wird, beträgt mindestens 10 cm, hier etwa 0,35 m. Die äussere Umgrenzung des stromabgebenden Teils der ebenfalls ringför mig ausgebildeten, untern Elektrode hat einen horizontalen Abstand 13 von wenig stens 10 en, hier von etwa 0,25 m von der Innenwand des darüber befindlichen Reak tionsschachtes am Orte des grössten lichten Durchmessers des Ofens.
Im Innern der Sehüttung herrscht eine Temperatur von etwa 1000 C, während die Schachtwand eine Tem peratur von etwa 600 C annimmt. Der Ofen wird beispielsweise mit etwa 140 Volt Span nung und mit 1000 Amp. Stromstärke betrie ben und produziert etwa 5 to Schwefelkoh lenstoff pro 24 Stunden.
Die beschriebenen Öfen können natürlich auch für die Durchführung anderer chemi scher Prozesse benutzt werden. So kann man z. B. Wassergas kontinuierlich dadurch her stellen, dass man in einen solchen, mit Koks beschickten Ofen Wasserdampf einleitet, die Zersetzungswärme elektrisch aufbringt und den durch die Reaktion verbrauchten Koks dauernd ersetzt. Man kann den Ofen z. B. auch verwenden zur Herstellung von Schwe felnatrium aus Natriumsulfat, indem man ihn mit Koks und Sulfat beschickt, wobei der Koks nur für die Reaktion verbraucht und die Reaktionswärme elektrisch erzeugt wird. In diesem Falle wird die Bodenelektrode als auf der Schachtsohle liegende, ungekühite Graphitplatte ausgebildet, über welcher sieh die flüssige Schmelze sammelt.
In Fig. 3 ist gezeigt, wie die obere Elek trode auch aus ringförmig angeordneten, elektrisch gleichpoligen Einzelteilen bestehen kann.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Schachtofen zum direkten, elektrischen Erhitzen von Schüttmaterial zwischen zwei übereinander angeordneten Elektroden, da durch gekennzeichnet, dass die obere Elek trode ringförmig ausgebildet ist, und dass die äussere Umgrenzung ihrer dem Boden zuge wandten, stromabgebenden Oberfläche einen horizontalen Abstand von mindestens 10 ein von der Innenwandung des Ofens auf der Höhe des grössten lichten Querschnittes des selben aufweist. UNTERANSPRÜCHE: 1.Schachtofen nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass auch die untere Elektrode ringförmig ausgebildet ist und dass die äussere Umgrenzung ihrer stromabgeben den Oberfläche einen horizontalen Abstand von mindestens 10 cm von der Innenwandung des Ofens auf der Höhe des grössten lichten Querschnittes desselben aufweist. 2. Schachtofen nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der genannte hori zontale Abstand der obern Elektrode minde stens 25 ein beträgt. 3. Schachtofen nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der genannte hori- zontale Abstand der untern Elektrode minde stens 25 cm beträgt. 4. Schachtofen nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass mindestens die obere Elektrode als geschlossener Ring aus gebildet ist. 5.Schachtofen nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die obere Elek trode aus ringförmig angeordneten, elektrisch gleichpoligen Einzelteilen besteht. 6. Schachtofen nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die untere Elek trode plattenförmig ausgebildet ist. 7. Schachtofen nach Unteranspruch 6, da durch gekennzeichnet, dass die untere, plat- tenförmige Elektrode durchlöchert ist. B. Schachtofen nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die untere Elek trode als Rost ausgebildet ist. 9. Schachtofen nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Elektroden als Hohlkörper ausgebildet ist. 10.Schachtofen nach Patentausprueh, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Elektroden von einer Einschnürung das Schachtes getragen wird. 11. Schachtofen nach Patentanspruch, dadurch gekennzeiehnet, dass mindestens eine der Elektroden von Konsolen im Mauerwerk getragen wird. 12. Schachtofen nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Elektroden von gekühlten Rohren getra gen wird. 1.3. Schachtofen nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Elektrode auf der Ofensohle aufliegt. 14.Schachtofen nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Elektroden und deren Stromzuführung aus kohlenstoffhaltigem Material bestehen. 15. Schachtofen nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Elektroden und deren Stromzuführung aus Metall bestehen. 16.Schachtofen nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Elektroden mit einer elektrisch leitenden, nichtmetallischen Schutzschicht überzogen ist.
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