CH278581A - Verfahren und Schachtofen zur Herstellung von Schwefelkohlenstoff. - Google Patents
Verfahren und Schachtofen zur Herstellung von Schwefelkohlenstoff.Info
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Description
Verfahren und Schachtofen zur Herstellung von Schwefelkohlenstoff. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Schwefel kohlenstoff aus festem, kohlenstoffhaltigem Material und Schwefel, wobei das Kohlen material zwischen einer obern und einer un tern Elektrode aufgeschichtet und direkt elektrisch erhitzt und der Schwefel in flüs siger Form zugeführt wird.
Es sind bereits verschiedene Verfahren dieser Art und Öfen zur Durchführung der selben bekannt. Bei dem einen Ofen ragen mehrere stabförmige Kohlenelektroden in einen topfartigen, mit Holzkohle angefüllten Ofenraum von oben oder von der Seite her ein. Hierbei nimmt der Strom seinen Durch gang durch die Kohle in horizontaler Rich tung. Am Boden des Ofens befindet sich ein Bad von flüssigem Schwefel, der an der Oberfläche des Bades verdampft, durch die glühende Holzkohlenschicht aufsteigt und mit ihr unter Schwefelkohlenstoffbildung reagiert. Über der Mitte des Topfes erhebt sich ein hoher, mit Holzkohle gefüllter Schacht, durch welchen die aus dem Topf kommenden Reaktionsgasse unter Abgabe ihres Wärmeinhaltes abziehen.
Die Elek troden erhitzen sich lokal sehr stark und nehmen an der Reaktion daher selbst teil; hierdurch tritt, ein recht grosser Verschleiss derselben ein. Auch ist die Leistung des Ofens im Verhältnis zu seinen Dimensionen recht gering.
In einem anderes schachtartigen und mit Holzkohle angefüllten Ofen findet ein Graphitblock als Bodenelektrode unter der Holzkohlensäule und ein Graphitstab im obersten Teil derselben, in der Mitte oder seitlich angebracht, als obere Elektrode Ver wendung. Der Schwefel wird flüssig eine Strecke weit oberhalb der Bodenelektrode in die Holzkohlensäule eingeführt und ver dampft während des Herablaufens, bevor er die Bodenelektrode erreicht. Um die zur Ver dampfung notwendige Hitze lokal zu erzeu gen, wird die Holzkohlensäule direkt ober halb der Bodenelektrode durch eine Veren gung des freien Schachtquerschnittes einge schnürt.
Die letztere Massnahme bringt je doch eine ausserordentlich starke Beanspru- ehung des Ofenmaterials mit sich, insbeson dere, wenn die obere Elektrode seitlich an der Ofenwand angeordnet. ist. Natürlich ist. auch der Verschleiss der Elektroden recht gross.
In einem weiteren mit Holzkohle gefüllten Schaehtofen wird eine wassergekühlte, metal lische Bodenelektrode verwendet, über wel cher der flüssige Schwefel verdampft wird. Als obere Elektrode dient, ein in der Vertikal achse des Ofens angeordneter Graphitstab, welcher zum Teil durch einen gemauerten Zy linder geschützt ist. Ein zwischen Schutz- z7 linder und Graphitstab befindlicher Hohl raum ist ausgefüllt mit Kohlestücken; ausser dem lässt man in diesem Hohlraum flüssigen Schwefel nach unten rinnen, um die Elek trode zu kühlen.
Alle Öfen mit stabförnüger, oberer Elek trode weisen den Nachteil auf, dass der strom abgebende Querschnitt der Elektrode im Ver- hältnis zum Sehaelhtquersehnitt sehr klein ist und der Strom daher nur durch einen relativ geringen Teil der Schüttang fliesst, was die Ursache für die geringe Leistung aller dieser Öfen ist. Ausserdem ist die Zufuhr des Mate rials rings um die stabförmige Elektrode sehr erschwert und erfolgt ungleichmässig. Eine weitere Schwierigkeit liegt in der Abdichtung der Elektroden, welche infolge ihres Ab brandes ständig nachgeschoben werden müs sen.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht, die beschriebenen Nachteile weitgehend zu ver mindern. Das erfindungsgemässe Verfahren besteht darin, dass im obern Teil der Kohlen- nnaterial-Schüttung der elektrische Strom dem Schüttmaterial durch eine ringförmige, von unten sichtbare Fläche zugeführt wird, deren äussere Begrenzung in einem horizon talen Abstand von mindestens 10 cm vom Rand des grössten Querschnittes der darunter befindlichen Kohlenmaterialschüttung liegt, wobei der Schwefel aus einem am Fusse der Kohlenmaterialsäule und über der untern Elektrode befindlichen Bad verdampft wird.
Es wurde nämlich gefunden, dass der elek trisch nicht leitende, flüssige Schwefel den Stromdurchgang durch die von ihm um lhüllte, direkt erhitzte Kohlenschicht am Fusse der Kohlensäule nur wenig beeinträchtigt, so dass er über der untern Elektrode innerhalb dieser Schicht verdampft werden kann.
Vorteilhaft wird der elektrische Strom dabei auch unten in einem horizontalen Ab stand von mindestens 10 cm vom Rand des grössten Querschnittes der darüber befind lichen Schüttang zugeführt.
Die Grösse des Abstandes sowohl bei der obern wie bei der untern Stromzuführung richtet sich, wie Versuche ergeben haben, unter anderem in erster Linie nach der im Innern der Schüttang erforderlichen Reak tionstemperatur und nach der zulässigen Temperatur der Mantelzone der Schüttang. Letztere Temperatur wird vor allem durch die Hitze- und Schwefelbeständigkeit des Ma terials der Ofenwandung begrenzt. Bei der Wahl des Abstandes sind noch die elektrische Leitfähigkeit des Kohlenmaterials und deren Temperaturabhängigkeit sowie die Wärme leitfähigkeit des Materials und auch die Grösse des Ofens zu beriicksichtigen. Der ge nannte Minimalabstand von 10 emn ist vor allem für kleine Ofendimensionen genügend gross; man wird aber bei Grossausführungen den Abstand vorteilhaft grösser, zum Beispiel min destens 25 emn, wählen.
Die ringförmige Zuführung des Stromes durch die obere Elektrode, welche zweckmnässig auf einem verhältnismässig grossen Quer schnitt erfolgt, ermöglicht eine bedeutend bessere Verteilung des Stromes innerhalb der Kohlenschüttung und damit eine gleichmässi gere Erhitzung derselben, so dass mehr Schwefelkohlenstoff produziert werden kann. Wie sich ergeben hat, ist der Angriff des Schwefels auf die Ofenwand sehr gering, da er in der Wandzone eine geringere Tempe ratur aufweist als im Innern der Schüttang.
Für die Durchführung des erfindungs gemässen Verfahrens eignet. sich insbesondere ein Schachtofen, welcher gekennzeichnet ist durch eine ringförmige, obere Elektrode, bei welcher die Umgrenzung eines dein Boden des Ofens zu -ewandten, stromabgebenden Teils der Oberfläche einen horizontalen Ab stand von mindestens 10 cm, vorteilhaft 25 ein, von der Innenwandung des darunter befindliellen Reaktionsschachtes auf der Höhe seines grössten liebten Qliersehnittes aufweist,
und durch eine für die Z\berdeekiuig mit flüs sigem Schwefel und Kohlenmaterial vorge sehene, untere Elektrode.
Als der dein Boden des Ofens zugewandte, stromabgebende Oberflächenteil der obern Elektrode ist derjenige Teil der Oberfläche zu verstehen, welcher vom Boden des Schacht ofens aus sichtbar ist.
Vorteilhaft wird man auch die Umgren zung der stromabgebenden Oberfläche der untern Elektrode in einem horizontalen Ab stand von mindestens 10 ein, vorteilhaft min destens 25 ein, von der Innenwandung des darüber befindlichen Reaktionisehachtes auf der Höhe sei lies grössten lichten Querschnittes anordnen. Die obere wie die untere Elektrode können in Gestalt eines kreisrunden oder ovalen Rin ges oder auch in Form eines Vieleches aas gebildet sein oder aus elektrisch gleich- poligen, im ganzen betrachtet ringförmig angeordneten Teilen bestehen, wie sie z. B.
schenmatiseh in Fig. 2 im Horizontalsehnitt dargestellt sind. Die Elektroden können von einer Einsehnürung des Sehachtes oder von aus der Sechachtwand heransragenden Kon solen getragen oder an Stäben oder eventuell gekühlten Rohren usw. befestigt sein. Die un tere, mit Schwefel bedeckte Elektrode kann man vorteilhaft auf der Ofensohle anfliegen lassen. Sie ist zweckmässig plattenförmig aus gebildet. Die Elektroden und deren Strom zuführung können vorteilhaft als Hohlkörper ausgebildet werden, durch welche zwecks Küh lung ein wärineabführen.des Mediunm geleitet werden kann.
Die Elektroden bestehen vorteilhaft aus Metallen, z. B. Eisen oder Eisenlegierungen. Sie können auch mit einer stromleitenden Sechutzsehieht, z. B. Söderberg-Elektroden- masse, überzogen sein.
In beiliegender Zeichnung ist in Fig. 7 ein Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen Ofens dargestellt, an Hand welcher Figur eine Ausführungs form des erfindungsgemässen Verfahrens erläutert wird. Dieser Ofen besitzt einen ge mauerten Sclhaelht 1 mit Blechmantel und weist einen verschliessbaren Beselhiekungs- stutzen 2 für die Kohle, einen Gasaustritts stutzen 3 und einen Reinigungsstutzen 4 auf. Die obere Elektrode 5 besteht aus, einer in Söderberg-Elektrodenmasse eingebettet en,was- sergekühlten Rohrschlange, die von einer Einschnüirung la des Schachtes getragen wird. Die untere Elektrode 6 ist als Eisenplatte aasgebildet, welche auf der Ofensohle auf liegt.
Der ganze Schacht ist gefüllt mit koh- lenstofflhaltigem Material, z. B. fmnit Holz kohle. Die Zuleitung des elektrischen Stromes ztu den Elektroden 5, 6 erfolgt durch die Durchführungen 7 und B. Bei 9 wird flüs siger Schwefel eingeleitet, welcher nmit dem Kohlenmaterial einen Sumpf 10 bildet. Aus diesem Sumpf heraus verdampft der Sehwe del, steigt in Dampfform durch die glühende Kohle auf und reagiert mnit dieser. Der elek trische Strom wird im obern Teil der Koh lenmaterial-Schüttung dem Schüttmaterial durch eine ringförmige, von unten sichtbare Fläche 5a, die einen Teil der Oberfläche der Elektrode 5 darstellt, zugeführt.
Die äussere Umgrenzung der Fläche 5a ist in einem hori zontalen Abstand 11 von mindestens 10 cm vom Rand des grössten Quersehnittes der Kohlenschüttung angeordnet. Unten wird der elektrische Strom durch eine Kreisfläche 6 zugeführt, wobei der horizontale Abstand 11a des Umkreises der Kreisfläche vom Rand des grössten Querschnittes der darüber liegenden Kohleschüttung mindestens 10 cm beträgt. Die Sehachtinnenwand besteht aus Schamottesteinen. Der Durchmesser des Schachtes beträgt etwa 1,50 m, die Höhe zwi schen den Elektroden etwa 3,50 mn, der hori zontale Abstand 11 etwa 0,35 in und der horizontale Abstand 11a etwa 0,40 m.
Die Kohle wird auf etwa 1000 C erhitzt, wobei die Schachtwand unterhalb der obern Elek trode eine Innentemperatur von nur etwa 600 C aufweist. Dabei nimmt. der Ofen bei- spielsweise bei einer Spannung von etwa 150 Volt einen Strom von etwa 1500 Amp. auf und produziert etwa 5 to Schwefel kohlenstoff pro 21 Stunden.
Man kann bei dem Verfahren auch an Stelle von Holzkohle andere. geeignete, vor teilhaft. riehe- und gasarme Kohlenmateria lien, wie z. B. Petrolkoks, Anthrazit oder Koks, verwenden, wobei Spannung und Stromstärke dein Material anzupassen sind.
Die Elektroden 5, 6 können offene oder geschlossene Ringe :sein.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung von Schwefel kohlenstoff aus festem, kohlenstoffhaltigem Material und Schwefel, wobei das Kohlen material zwischen einer obern und einer untern Elektrode aufgeseliiehtet und direkt elektrisch erhitzt und der Schwefel in flüs siger Form zugeführt wird, dadurch gekenn- zeichnet, dass im obern Teil der Kohlen- material-Schüttung der elektrische Strom dem Sehüttmaterial durch eine ringförmige, von unten sichtbare Fläche zugeführt wird,deren äussere Begrenzung in einem horizon talen Abstand von mindestens 710 cm vom Rand des grössten Querschnittes der darunter befindlichen Kolhlenmaterial-Scllüttung liegt, wobei der Schwefel aus einem am Fusse der Kohlenmaterialsäule und über der untern Elektrode befindlichen Bad verdampft wird. UNTERANSPRUCH: 1. Verfahren nach Patentansprueh I, da durch gekennzeiehnet, dass der elektrische Strom unten in einem horizontalen Abstand von mindestens 10 cm vom Rand des grössten Querschnittes der darüber befindlichen Schüttung zugeführt wird.PATENTANSPRUCH II: Schachtofen zur Durchführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, gekenn zeichnet durch eine ringförmige, obere Elek trode, bei welcher die Umgrenzung eines dem Boden des Ofens zugewandten, stromabge benden Teils der Oberfläche einen horizon talen Abstand von mindestens 10 cm von der Innenwandung des darunter befind lichen Reaktionsschachtes auf der Höhe sei nes grössten lichten Quersehnittes aufweist, und durch eine für die Überdeckung mit flüssigem Schwefel und Kohlenmaterial vor gesehene, untere Elektrode. UNTERANSPRÜCHE 2.Schachtofen nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Umgren zung der stromabgebenden Oberfläche der untern Elektrode einen horizontalen Abstand von mindestens 10 cm von der Innenwan dung des darüber befindlichen Reaktions schachtes auf der Höhe seines grössten lich ten Querschnittes aufweist. 3. Schachtofen nach Patentansprueh II, dadurch gekennzeichnet, dass der genannte Abstand der Umgrenzumg der stromabgeben- den Oberfläche sowohl der obern wie der untern Elektrode mindestens 25 cm beträgt. 4. Schachtofen nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass auch die untere Elektrode ringförmig ist. 5.Schachtofen nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Elektroden in Form eines geschlossenen Ringes ausgebildet ist. 6. Schachtofen nach Patentansprueh II, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Elektroden aus rin gförmig angeordneten, elektrisch gleichpoligen Einzelstücken besteht. 7. Sehachtofen nach Patentansprueh II, dadurch gekenunzeichnet, dass die untere Elektrode plattenförmig ausgebildet ist. B.Sehachtofen nach Patentanspruelh II, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Elektroden und deren Stromzuführung als Hohlkörper ausgebildet sind, zum Zwecke, durch sie ein wärmeabführendes Medium zu leiten. 9. Schachtofen nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Elektroden von einer Einschnürung des Schachtes getragen wird. 10. Schachtofen nach Patentanspruch II, dadureh gekennzeichnet, dass mindestens eine der Elektroden von einer Konsole im Mauer werk getragen wird. 11. Schachtofen nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeiehnet, dass mindestens eine der Elektroden von gekühlten Rohren getra gen wird. 12.Schaehtofen nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Elek trode auf der Ofensohle aufliest. 13. Scliaelitofen nach Patentansprueh 1I, dadurch gekennzeiehnet, dass mindestens eine der Elektroden und deren Stromzuführung aus Metall bestehen. 14.Schachtofen nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Elektroden mit einer elektrisch leiten den, niehtmet.allisehen Sehutzschieht über zogen ist.
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