Elektrischer Leiter. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen elektrischen Leiter, der dadurch gekennzeichnet ist, dass er aus einem metal lischen, elektrisch leitenden Kern mit einer Oberfläche aus Aluminium oder einer Alumi niumverbindung und einem direkt auf die ser Oberfläche aufliegenden, polymerisiertes Chlortrifluoräthylen aufweisenden Isolier- mantel besteht.
Der Erfindungsgegenstand wird nun an Hand von Ausführungsbeispielen unter Hin weis auf die beiliegende Zeichnung ein gehender beschrieben. In der beiliegenden Zeichnung stellen die drei Figuren perspek tivische Ansichten von drei verschiedenen Ausführungsformen des erfindungsgemässen elektrischen Leiters dar. In Fig. 1 sieht man einen metallischen Kern 1, beispielsweise aus Kupfer, der von einem dünnen, festhaftenden Aluminiumüberzug 2 umgeben ist, auf wel chem ein polymeres Chlortrifluoräthylen ent haltendes, synthetisches, harzartiges Isolier material 3 direkt aufliegt. Der in Fig. 2 dar gestellte elektrische Kern 4 besteht aus Alu minium und ist von einer Schicht aus poly merem Chlortrifluoräthylen 5. umgeben.
In Fig. 3 ist ein Kupferkern 6 zu sehen, der einen dünnen, festhaftenden Aluminiiunfilm 7 trägt, auf welchem ein dünner Aluminium oxydfilm 8 aufliegt. Die Isolation 9 aus poly merem Chlortrifluoräthylen bedeckt den Alu miniumoxydfilm.
Polymeres Tetrafluoräthylen ist sowohl seiner hervorragenden Wärmewiderstands- fähigkeit und Beständigkeit als auch seiner Widerstandsfähigkeit gegenüber Lösungsmit teln wegen als elektrisches Isoliermaterial für elektrische Leiter verwendet worden. Das polymere Tetrafluoräthylen kann als Überzug auf blanke elektrische Kerne aufgebracht werden, wobei keine Gefahr besteht, dass das polymere Isoliermaterial unter dem Einfluss der erhöhten Temperaturen, denen der über zogene elektrische Leiter unterworfen wird, rissig wird oder abblättert.
Die auf diese Weise isolierten elektrischen Leiter weisen jedoch den beachtlichen Nachteil auf, dass ihre Abriebfestigkeit sehr gering ist. Ver suche, die Abriebfestigkeit beispielsweise durch Einschieben eines dünnen Belages, z. B. aus Aluminium, oder anodisiertem Aluminium, zwischen den elektrisch leitenden Kern und das polymere Tetrafluoräthylen zu erhöhen, haben nicht nur zu keiner Erhöhung, sondern sogar zu einer Verminderung der Abrieb festigkeit geführt.
Schliesslich bringt die Ver wendung von polymerem Tetrafluoräthylen zum Isolieren von elektrischen Leitern den weiteren Nachteil mit sich, dass übermässig hohe Temperaturen und lange Zeiten ange wendet werden müssen, um die Isolierung auf dem Leiter zu erzeugen.
Es ist zweckmässiger, polymeres Chlor- trifluoräthylen für Isolationszwecke zu ver wenden, da die zum Überziehen elektrischer Leiter mittels dieser Substanz erforderlichen Temperaturen innerhalb eines günstigeren Bereiches liegen als die zum "Überziehen elek- trischer Leiter mit polymerem Tetrafluor- äthylen benötigten Temperaturen. Bei Ver wendung von polymerem Chlortrifluoräthylen erleidet die chemische Widerstandsfähigkeit und die Wärmebeständigkeit der Isolation keine Einbusse.
Es wurde aber die unerwartete Feststel lung gemacht, dass bei Aufbringen von polt'- merem Chlortrifluoräthylen in Form eines Isolierbelages auf .blanke elektrische Kupfer leiter die Isolation rissig wird und vom elek trischen Kern abblättert, wenn der isolierte Leiter erhöhten Temperaturen ausgesetzt wird. Es trifft dies im Gegenteil nicht zu,. wenn polymeres Tetrafluoräthylen als Isolier material verwendet wird.
Es wurde nun gefunden, dass man poly meres Chlortrifluoräthylen auf metallische elektrische Leiter als Isoliermaterial aufbrin gen kann, ohne dass dabei bei erhöhten Tem peraturen die Gefahr des Rissigwerdens oder Abblätterns der Isolation besteht, wenn- die Oberfläche des elektrischen Kernes, die mit dem polymeren Chlortrifluoräthylen unmit telbar in Berührung kommt, eine solche aus Aluminium, Aluminiumoxyd oder Alumi- niumfluorid ist.. So hat man elektrische Lei ter,- die einen metallischen Kern, wie z. B.
aus Kupfer und eine polymeres Chlortrifluor- äthylen enthaltende elektrische Isolation auf weisen, durch Aufbringen eines dünnen, fest haftenden Überzuges, beispielsweise aus Alu minium, auf den Kupferkern und durch Auf bringen des polymeren Chlortrifluoräthylens auf diesen Überzug hergestellt.
Bei Verwen dung eines aus Aluminium bestehenden Kernes, statt eines Kupferkernes mit einem Aluminiumbelag zwischen dem Kern und der Isolation, wurden gleichwertige Resultate erzielt. Auf diese Weise erhaltene Leiter be sitzen hervorragende Wärmebeständigkeit und Biegsamkeit und zeigen keine der oben erwähnten Fehler.
Während bei der Isolierung anderer Me- tallkerne, wie z. B. solchen aus Nickel, Silber, usw., und mit Metallen (wie Silber und Nik- kel) plattierten Kupferkernen, mit polyme rem Chlortrifluoräthylen schon befriedigende Resultate erzielt wurden, gelangt man, wie sich gezeigt hat, zu völlig unerwarteten und überraschenden Resultaten, wenn die Ober fläche des elektrischen Kernes entweder Alu minium,
Aluminiumfluorid oder anodisiertes Aluminium aufweist. Überdies scheint die Erhöhung der Abriebfestigkeit für das poly mere Chlortrifluoräthylen spezifisch zu sein,
da bei Verwendung eines äussern Isolierman- tels aus einem von polymerem Chlortrifluor- äthylen verschiedenen Material keine Erhö hung der Abriebfestigkeit erzielt wird und in gewissen Fällen sogar eine Verminderung der Abriebfestigkeit erfolgt.
Es wurde insbesondere festgestellt, dass dann, wenn eine Oberfläche aus Aluminium, anodisiertem Aluminium oder Aluminium- fluorid direkt mit dem polymeren Chlor- trifluoräthylen in Berührung gebracht wird, ein isolierter Leiter erhalten wird, dessen Ab riebfestigkeit viel grösser ist als diejenige, die erzielt wird, wenn die unmittelbar unter dem polymeren Ohlortrifluoräthylen liegende Oberfläche' aus irgendeinem andern der aus probierten Metalle besteht.
Es wurde fest gestellt, dass man entweder elektrische Kerne aus Aluminiiun oder Metallkerne mit einem Überzug aus Aluminium, anodisiertem Alumi nium oder Aluminiumfluorid, der die Isola tion aus polymerem Chlortrifluoräthylen un mittelbar berührt, verwenden kann.
Diese Entdeckung war völlig unerwartet und nicht vorauszusehen, da bei Verwendung von polymerem Tetrafluoräthylen als Isolier material an Stelle von polymerem Chlortri- fluoräthylen schlechtere Resultate erzielt werden, wenn eine Oberfläche aus Alumi nium, Aluminiumoxyd oder Aluminium- fluorid mit dem polymeren Tetrafluoräthylen in -direkte Berührung kommt, und da ferner bei Verwendung anderer Metalle, wie Silber, Nickel und Kadmium,
zur Erzeugung von mit der -Isolation direkt in Berührung kommen den Metallüberzügen auf Kupferkernen eine geringere Abriebfestigkeit erzielt wird. Der Überzug aus Aluminium kann auch über einen vorgängig auf den Kupferkern aufgetragenen dünnen metallischen Belag, beispielsweise einen solchen aus Kadmium, Nickel, Eisen usw.
aufgebracht werden, wobei dieser Belag zwischen den Kupferkern und den Überzug aus Aluminium und in direkte Berührung mit letzterem zu liegen kommt.
Es gilt dies auch bei Verwendung eines Überzuges aus anodisiertem Aluminium oder Aluminium- fluorid. Diese Überzüge können durch eine die Umwandlung des Aluminiums an der Aussen oberfläche des genannten Aluminiumüber zuges in anodisiertes Aluminium oder Alu- miniumfluorid verursachende Behandlung erhalten werden.
Gemäss einer Ausführungsart der vorlie genden Erfindung wird ein dünner Belag aus polymerem Chlortrifluoräthylen auf einen elektrischen Kern aus Aluminium aufge bracht, indem man diesen Aluminiumkern durch eine Lösung von polymerem Chlor- trifluoräthylen oder vorzugsweise durch eine flüssige Dispersion des polymeren Chlortri- fluoräthylens zieht.
Der überzogene Leiter wird hierauf durch einen Ofen geführt, in welchem eine erhöhte Temperatur herrscht, welche das Schmelzen der Panikelchen des polymeren Materials zwecks Erzeugung eines glatten, kontinuierlichen Aussenisoliermantels erleichtert.
In einer andern Ausführungsart der vor liegenden Erfindung wird ein dünner Belag aus Aluminium unter Verwendung geeigneter ?Mittel auf den metallischen elektrischen Kern, beispielsweise einen solchen aus Kupfer, nie dergeschlagen, worauf der Kern, wie oben be schrieben, durch die Dispersion von polyme rem Chlortrifluoräthylen geführt wird.
Zum Aufbringen des dünnen Aluminium überzuges auf den Metallkern kann man, wie der Fachmann leicht einsehen wird, irgend eine der vielen bekannten Methoden anwen den. Man kann beispielsweise einen dünnen Aluminiummantel auf den metallischen gern aufbringen und das zusammengesetzte Gebilde durch eine Drahtziehvorrichtung führen, wo durch bewirkt wird, dass das Aluminium am Metallkern bündig und fest anhaftet. .
Die Dicke des Aluminiumüberzuges kann je nach dem besonderen Verwendungszweck des fertigen elektrischen Leiters. und den an ihn gestellten Anforderungen innerhalb weiter Grenzen schwanken. So kann man beispiels weise einen Überzug von 0,0125 bis 0,5 mm oder mehr, vorzugsweise von 0,025 bis 0,25 mm Dicke verwenden.
Der Aluminiumüberzug kann derart -behandelt werden, dass entweder eine Oberfläche aus anodisiertem Aluminium cder eine solche aus Aluminiumfluorid ent steht. Die beiden letzteren Oberflächenbeläge werden vorzugsweise, wenn auch nicht not- wendigerweise, eine Dicke von 0,0125 bis 0,5 mm aufweisen.
Die Dicke der Isolation aus polymerem Chlortrifluoräthylen kann ebenfalls inner halb weiter Grenzen, beispielsweise zwischen 0,0125 und 0,25 mm, schwanken. Man kann mit Überzügen aus Aluminium, Aluminium- oxyd oder Aluminiumfluorid versehene elek trische Leiter auch mit dickeren Belägen aus Isoliermaterial überziehen, indem man den Leiter wiederholt durch die Dispersion des polymeren Chlortrifluoräthylens führt,
vor zugsweise unter Einsschaltung einer Wärme behandlung in einem Ofen bei erhöhten Tem peraturen zwischen den einzelnen Behandlun gen in der Dispersion. Die zur Erzielung eines Überzuges aus polymerem Chlortrifluor- äthylen von bestimmter Dicke erforderliche Anzahl der Einzelbehandlungen in der Di spersion wird von, bestimmten Faktoren, bei- spielsweise von der Konzentration der Di spersion, der Durchgangsgeschwindigkeit des elektrischen Leiters usw., abhängen.
Alle diese Faktoren können je nach dem beson deren Zweck, für welchen der elektrische Lei ter verwendet werden soll, Änderungen unter worfen sein.
Zur Herstellung der Dispersion von poly merem Chlortrifluoräthylen wird z. B. poly meres Chlortrifluoräthylen in kleine Stücke geschnitten und in dieser Form durch ein Hammerwerk durchgelassen, um in noch klei nere Partikel zerteilt zu werden. Hierauf wird das gepulverte Polymer mit einem di- spergierenden flüssigen Medium vermischt, worauf das Gemisch in eine Kugelmühle ver bracht und so lange gemahlen wird, bis eine homogene, feine Dispersion entstanden ist.
Die auf diese Weise erhaltene Dispersion ist ziemlich beständig und kann durch Bewe- gung in einem homogenen Zustand gehalten werden.
Zur Herstellung der Dispersion kann eine grosse Zahl von flüssigen organischen Disper- gierungsmedien verwendet werden. So eignen sich beispielsweise organische Flüssigkeiten, -wie Naphtha von hohem Flammpunkt, Butyl- alkohol, Benzol, Toluol, gylol, verschiedene Glykole, z. B. Äthylenglykol, Glykoldiäthyl- äther usw.
Gute Resultate wurden bei Ver wendung eines gewichtsmässig 2 Teile Naph tha mit hohem Flammpunkt und 1 Teil n-Butylalkohol enthaltenden flüssigen Disper- gierungsmediums erzielt.
Das Mengenverhältnis zwischen fein ver teiltem polymerem Chlortrifluoräthylen und flüssigem Dispergierungsmedium kann inner halb weiter Grenzen schwanken. So kann man beispielsweise für 5 bis 25 Gewichtsteile poly meres Chlortrifluoräthylen, 60 bis 95 Teile des flüssigen Dispergierungsmediums: ver wenden. Es können jedoch auch grössere oder kleinere Mengenverhältnisse von Polymer zu Dispergierungsmedium verwendet werden.
Die Art und Weise, wie der Metallkern durch die Dispersion des polymeren Chlor- trifluoräthylens geführt wird, kann sehr ver- fichieden sein. Nach der einen Methode wird der elektrische Leiter durch die Dispersion und dann in einen Ofen geführt, und zwar mit einer Geschwindigkeit von 1,5 bis 4,5 m pro Minute:
Die Geschwindigkeit hängt von -der Länge des Ofens, der Drahtdicke und der im Ofen herrschenden Temperatur ab. Es ist zweckmässig, am Eingang des Ofens eine Temperatur von 100 bis 200 C aufrecht zuerhalten, um die flüssige Phase zum Ver dampfen zu bringen, und die Temperatur in der Nähe des Ausgangs des Ofens auf 400 bis 600 C zu halten, um das Schmelzen der Teil chen das polymeren Chlortrifluoräthylens ein treten zu lassen. und einen kontinuierlichen, homogenen, glatten überzug bzw. Film zu erhalten.
Zur Erzielung eines dickeren Iso- lierüberzuges kann man den aus dem Ofen austretenden überzogenen Leiter erneut durch die Dispersion und dann nochmals durch den Ofen führen. Wie bereits erwähnt, kann die ser aus dem Durchgang durch die Dispersion und dem Durchgang durch den Ofen beste hende Kreislauf so oft wiederholt werden, als dies für die Erzielung der gewünschten Schichtdicke erforderlich ist.
Im folgenden Beispiel, in welchem alle Teile gewichtsmässig angegeben sind, wird die Erfindung näher erläutert. Beispiel Herstellung <I>der</I> Dispersion: Polymeres Chlortrifluoräthylen wurde durch ein Hammerwerk hindurchgeführt, bis ein feines Pulver entstanden war.
Etwa 1.5 Teile des gepulverten Polymers wurden mit 85 Teilen eines gewichtsmässig aus 2l3 Naphtha von hohem Flammpunkt und 113 n-Butylalkohol bestehenden flüssigen Disper- gierungsmediums vermischt. Das Gemisch wurde hierauf in eine Kugelmühle eingeführt und während etwa 168 Stunden gemahlen.
Behandlung <I>elektrischer Leiter:</I> Verschiedene elektrische Leiterkerne, wel che Drahtform aufwiesen und keine äussere Isolation trugen, wurden mit einer Geschwin digkeit von 2,4 bis 3 m pro Minute durch die flüssige Dispersion des polymeren Chlortri- fluoräthylens geführt. Hierauf wurde der überzogene Leiter in einen Ofen eingeführt, dessen Temperatur in der Eingangszone etwa 150 C und in der Ausgangszone etwa 500 C betrug.
In jedem Fall wurde der Leiter meh rere Male durch die Dispersion und den Ofen geführt, bis ein Überzug aus polymerem Chlortrifluoräthylen einer Dicke von etwa 0,05 mm entstanden war. Die isolierten Leiter wiesen alle Durchmesser von etwa 0,8 bis 0,975 mm auf.
Einer der in der oben beschriebenen Weise überzogenen elektrischen Leiter bestand aus einem Aluminiumdraht von etwa 0,8 mm Durchmesser, der mit polymerem Chlortri- fluoräthylen in einer Dicke von etwa 0,05 mm überzogen wurde, indem der Leiter 8mal durch die Dispersion des Polymers und den Ofen hindurchgeführt wurde, um einen iso lierten Leiter mit einem Gesamtdurchmesser von 0,9 mm zu erhalten.
Ein anderer Leiter, der in der oben be schriebenen Weise überzogen wurde, bestand aus Kupferdraht von etwa 0,625 mm Durch- messer, welcher zuerst durch ein Bad aus ge schmolzenem Aluminium und anschliessend durch einen Drahtziehring gezogen wurde, um auf dem Kupferkern einen Aluminium mantel von 0,125 mm Dicke zu erzeugen. Der Kupferdraht wurde zuerst in einer starken Alkalilösung und dann in einer Schwefel säurelösung gewaschen, um eine glänzende oxydfreie Kupferoberfläche zu erzeugen, und schliesslich mit Wasser, um alle Spuren von Säure zu entfernen.
Während der Kupfer draht durch das geschmolzene Aluminium gezogen wurde, war das, Aluminiumbad in einer reduzierenden Atmosphäre, die aus Stickstoff und einer kleinen Menge Wasser stoff zur Verhinderung der Oxydation des Kupfers bestand, eingeschlossen.
Ein weiterer isolierter elektrischer Leiter wurde dadurch erhalten, dass ein mit Alumi- niiun plattierter Kupferkern durch Hindurch leiten durch ein anodisierendes Medium, wie z. B. eine Lösung von Oxalsäure, Chromsäure, Schwefelsäure, Natriumhydroxyd usw., anodi- siert wurde, wobei der Leiter derart angeord net wurde; dass er im Anodisierbad als Anode wirkte. Durch diese Behandlung wurde auf dem Aluminium eine Oxydschicht erzeugt.
Dieser besonders behandelte elektrische Leiter wurde ebenfalls mit polymerem Chlortri- fluoräthylen überzogen, indem man den Leiter in der oben beschriebenen Weise durch eine Dispersion des Polymers hindurchführte.
Ein anderer elektrischer Leiter wurde in der Weise hergestellt, dass Aluminiumdraht durch eine 10 o/oige wässrige Fluorwasserstoff- lösung hindurchgeleitet und anschliessend ge trocknet wurde. Man erhielt auf diese Weise einen Aluminiumdraht, - der einen Film aus Aluminiumfluorid aufwies.
Es wurden noch andere elektrische Leiter in der oben beschriebenen Weise mit einer Isolation aus polymerem Chlortrifluoräthylezi versehen. Diese elektrischen Leiter bestanden aus festem Nickeldraht, mit Nickel plattier- tem Kupferdraht, mit Chrom plattiertem Kupferdraht, mit Zink plattiertem Kupfer draht, Eisendraht, mit Kadmium plattiertem Kupferdraht, mit Blei plattiertem Kupfer draht, mit Zinn plattiertem Kupferdraht, mit Silber plattiertem Kupferdraht und Voll kupferdraht.
Prüfung <I>der</I> überzogenen elektrischer, Leiter: Jeder der isolierten elektrischen Leiter wurde auf Wärmealterung, Biegsamkeit und Abriebfestigkeit geprüft.
Die Abriebfestig- keitsprüfung, welcher jeder einzelne isolierte Leiter unterworfen wurde, wurde wie folgt durchgeführt: Eine runde Stahlnadel von etwa 0,45 mm Durchmesser wurde senkrecht zu jedem ein zelnen zu prüfenden Leiter angeordnet und in eine Hin- und Herbewegung gegen die Oberfläche der Isolation versetzt, während auf die Nadel ein Gewicht gesetzt wurde.
Zwi schen der Nadel und dem .elektrischen Leiter wurde eine Spannung angelegt, so dass bei Durchbrechung der Isolation ein Kurzschlüss entstand, durch welchen der Kratzvorgang unterbrochen und die die Anzahl der Kratz- bewegungen registrierende Apparatur ausser Funktion gesetzt wurde.
Die Wärmealterungs- und Biegsamkeits- prüfungen wurden in der Weise ausgeführt, dass die isolierten Leiter in einen Ofen ein gebracht wurden, der während einer bestimm ten Zeit auf einer erhöhten Temperatur ge halten wurde. Nach Ablauf dieser Zeit wurde der Leiter herausgenommen und die Isolation auf Farbveränderungen hin untersucht.
Über dies wurde jeder durch Wärme gealterte Leiter um einen Dorn von kleinem Durch messer herumgebogen, um die Biegsamkeit der Isolation nach erfolgter Wärmealterung zu be stimmen und den minimalen Durchmesser festzustellen, um welchen der isolierte Leiter ohne Rissigwerden und Abblättern der Isola tion gebogen werden konnte. Der Kupferdraht ohne Metallbelag zwi schen dem Kupferkern und der Isolation wies Risse auf,
wenn er nach einer Alterungs- behandlung von 24 Stunden bei 175 C oder von 65 Stunden bei 150 C um annähernd seinen eigenen Durchmesser herumgebogen wurde. Die Abriebfestigkeitsprüfung ergab, dass die Isolation durchschnittlich nach etwa 5 Kratzbewegungen,der Stahlnadel durchbro chen war.
Ferner hatte die Farbe des Kup- ferdrahtes, die vor der Wärmealterungsprü- fung gelbbraun gewesen war, nach dunkel braun umgeschlagen, was auf eine Zersetzung der Isolation schliessen liess.
Der isolierte elektrische Leiter aus Alumi nium wies keine Spur von Rissen auf, wenn er nach einer Alterungsbehandlung von 165 Stunden bei 200 C oder von 24 Stunden bei 250 C iun einen Durchmesser von 0,8 mm herumgebogen wurde. Überdies hatte sich die Farbe der Isolation während der Wärmealterangsbehandlung nicht verändert. Die Abriebfestigkeitsprüfung ergab bei die sem Leiter, dass 24 Bewegungen der Stahl nadel erforderlich waren, um die Isolation zu durchbrechen.
Angenähert die gleichen Resul tate wurden mit einem elektrischen Leiter erzielt, der einen Kupferkern mit einem zwi sehen dem Kupfer und der Isolation aus poly merem Chlortrifluoräthylen angeordneten Aluminiumbelag diüwies, ebenso mit einem Aluminiumdraht, der einen Alüminium- fluoridüberzug aufwies.
Hinsichtlich des elektrischen Leiters, wel cher einen Kupferkern und Einen zwischen dem. Kupferkern und der Isolation aus poly merem Chlortrifluoräthylen angeordneten Film. aus anodisiertem Aluminiiun aufwies, wurde festgestellt, dass dieser Leiter ebenso wärmebeständig war wie die beiden vorge nannten elektrischen Leiter mit Aluminium kern und Kupferkern mit Aluminiumüberzug.
Interessant war die Feststellung, dass die Ab riebfestigkeit des eine Oberfläche aus anodi- siertem Aluminium aufweisenden elektrischen Leiters von den geprüften die höchste war. So wurde festgestellt, dass etwa 100 Bewe- gungen der Stahlnadel erforderlich waren, um ein - Versagen der Isolation herbei zuführen.
Bezüglich der andern isolierten elektri schen Leiter wurde festgestellt, dass bei der Abriebfestigkeitsprüfung nur 1 bis 8 Bewe gungen der Stahlnadel erforderlich waren, um die Isolation zu durchbrechen.
In keinem Fall erreichte die Abriebfestigkeit annähernd diejenige der elektrischen Leiter mit einer direkt mit der Isolation aus polymerem Chlor- trifluoräthylen in Berührung befindlichen Oberfläche aus Aluminium, Aluminiumoxyd oder Aluminiumfluorid. Mit Ausnahme des isolierten Nickeldrahtes und Stahldrahtes wiesen alle andern isolierten elektrischen Lei ter Risse in der Isolation auf, wenn sie nach einer Alterungsbehandhurig von 24 Stunden bei 250 C um einen Durchmesser von 0,8 mm herumgebogen wurden.
Ausserdem war bei allen jenen isolierten Leitern, die bei der Biegsamkeitsprüfung Risse aufwiesen, nach erfolgter Wärmealterungsbehandlung auch eine deutliche Veränderung der ursprüng lichen Farbe der Isolation festzustellen, was auf eine Zersetzung der Isolation zurück zuführen ist.
Elektrische Apparate, die erfindungs gemässe Leiter mit einem Kern aus Kupfer oder Aluminium aufweisen, können bei höhe ren Temperaturen arbeiten gelassen werden, als dies bisher möglich war, wobei keine Ge fahr besteht, dass das Isoliermaterial rissig wird oder abblättert und als Folge davon ein Kurzschluss oder eine Beschädigung des elek trischen Apparates erfolgt. Ferner kann man elektrische Apparate, welche die bean spruchten Leiter enthalten, während längerer Zeit bei erhöhten Temperaturen ohne Gefahr eines Versagens des Isolierüberzuges arbeiten lassen.
Die Möglichkeit, polyfiteres Chlortri- fluoräthylen als Isoliermaterial für elektrische Leiter zu verwenden, öffnet den Weg für die Verwendung solcher Leiter in korrodierenden und schädlichen Atmosphären, durch welche das obengenannte Isoliermaterial nicht ange griffen wird.
Schliesslich ist es infolge der erhöhten Abriebfestigkeit der erfindungs gemäss hergestellten isolierten elektrischen Leiter nun möglich geworden, zahlreiche elek trische Apparate mit solchen Leitern bei grö sseren Wicklungsgeschwindigkeiten zu wik- keln, während bisher infolge der geringen Abriebfestigkeit der in üblicher Weise iso lierten elektrischen Leiter langsam und sehr sorgfältig gewickelt werden musste.
Es ist klar, dass man an Stelle des in den obigen Beispielen angeführten Kupferkernes auch andere Metallkerne verwenden kann, beispielsweise solche aus Nickel., Silber, eisen haltigen Metallen usw. Jeder dieser Kerne kann in der oben beschriebenen Weise mit einem dünnen festhaftenden Film aus Alu minium, Aluminiumoxyd (beispielsweise durch Oxydation der Aluminiumoberfläche erhält lich) oder Aluminiumfluorid (beispielsweise durch Behandlung der Aluminiumoberfläche mit HF erhältlich) überzogen werden, bevor das Isoliermaterial aus polymerem Chlortri- fluoräthylen aufgebracht wird.
Die Ober fläche des Aluminiums kann auch anodisiert oder derart behandelt werden, dass eine Alu- miniumfluoridschicht als Überzug entsteht, wie dies oben beschrieben wurde.