Acetylen-Erzeuger. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Acetylenerzeuger mit wenigstens einem Behälter für eine Karbidladung und mit einem die Wasserzufuhr zum Karbid in Ab hängigkeit. vom Gasdruck des erzeugten Ace tylens selbsttätig regelnden Ventil.
Gegenüber bekannten Acetylenerzeugern dieser Art un terscheidet sich der Erfindungsgegenstand da durch, dass ein Vorratsgefäss für das Entwick lungswasser vorgesehen ist, welches Gefäss so wohl für eine automatische Zufuhr des Ent wicklungswassers aus einer Wasserleitung als auch für ein manuelles Einfüllen des Ent- wicklungswassers eingerichtet ist, und dass Mittel vorhanden sind, welche im letztgenann ten Fall das Nachfüllen des Entwicklungswas sers ohne Unterbrechung der Gasabgabemög- lichkeit und ohne Lufteintritt in den Entwick lungsbehälter und in den Gasreservoirraurn gestatten.
Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegen standes sind in der beigefügten Zeichnung halbschematisch dargestellt. Es zeigt Fig. 1 die Vorderansicht des Acetylen erzeugers gemäss der ersten Ausführungsform, teilweise im Schnitt nach der Linie I-I in Fig. 2, Fig. 2 einen Längsschnitt durch den Acety lenerzeuger nach der Linie II-II in Fig. 1, Fig. 3 einen Teil des Acetylenerzeugers in Seitenansicht, Fig.4 eine Einzelheit des Acetylenerzeu gers im teilweisen Längsschnitt, Fig.5 in kleinerem Massstab einen fahr baren Acetylenerzeuger in Seitenansicht und Fig.6 eine weitere Ausführungsform des Acetylenerzeugers im Längsschnitt.
Mit 1 ist in Fig.l bis 3 der Zeichnung ein zylindrischer Behälter bezeichnet, dessen Längsaxe waagrecht angeordnet ist und der sich auf Gestellteile lcs aufstützt. Von der einen Stirnseite des Behälters 6 her sind zwei Rohre 2 parallel zur Längsaxe des Behälters 1. in diesen eingebaut, und zwar in der untern Hälfte des Behälters 1. Die beiden Rohre 2 liegen nebeneinander und ragen mit dem einen Ende je über die betreffende Stirnwandung des Behälters 1 hinaus, während das andere Ende der Rohre sich im Innern des Behälters 1. befindet und verschlossen ist. Diese Rohre 2 dienen zur Aufnahme je einer Entwicklungs schublade 3, die vom äussern Ende des betref fenden Rohres 2 einschiebbar ist.
Gemäss Fig. 1 und 2 sind die Schubladen oben offen und durch mehrere vertikale Trennwände 3a in ihrer Längsrichtung in Abteile unterteilt, in welche Karbid eingefüllt werden kann. Die Höhe der Trennwände 3a. nimmt gegen das hintere Ende der Schubladen ab.
Die Rohre 2 sind an ihrem äussern Ende unter Zwischen schaltung von Dichtungsringen 37 mit Hilfe je eines Deckels 27 lösbar verschlossen, der durch ein Scharnier 27a mit dem Behälter 1 verbun den ist und mittels eines zugeordneten Ver- schlussbügels 28 und einer Spannschraube 28a hermetisch an die Stirnfläche des betreffen den Rohres 2 angepresst werden kann. In jedes der Rohre 2 mündet oben eine Rohrleitung 5 zum Abführen des entwickelten Gases ein, von welchen Leitungen in Fig. 2 nur die eine sichtbar ist.
Die Gasleitungen 5 steigen im Innern des Behälters 1 hoch bis zu einem denselben überragenden Dom 4, welcher oben durch einen Deckel 4a mit Hilfe eines Ver schlussbügels 10 mit, zugeordneter Spann schraube gasdicht abgeschlossen ist. Nahe beim obern und offenen Ende der Gasleitungen 5 ist je ein Rücksehlagventil 6 eingebaut. Durch den Dom 4 wird vor der Inbetriebnahme bei abge nommenem Deckel 4a ein Wasserbad 7 in den Behälter 1 eingefüllt bis zur Höhe eines Was- serstandskontrollhahns 11, der sieh etwa auf der Höhe der Längsaxe des Behälters 1 befin det. Sodann sind die Rohre 2 im Innern des Behälters 1 vollständig vom Wasserbad 7 um geben, das zur Kühlung dient.
An der Unter seite des Behälters 1 ist ein durch eine Schraube verschlossener Ablaufstutzen 24 vor gesehen, durch welchen nötigenfalls das Was serbad 7 wieder abgelassen werden kann.
Seitlich oberhalb des Behälters 1 ist ein Vorratsgefäss 33 für das Entwicklungswasser angeordnet. Dieses Wassergefäss hat gemäss Fig.4 zylindrische Gestalt und liegt parallel zur Längsaxe des Behälters 1. In die eine Stirnwandung des Gefässes 3 mündet oben eine Rohrleitung 29 ein, die mit dem oberhalb des Spiegels des Wasserbades 7 vorhandenen freien Raum, der als Gasreservoirraum dient, in Verbindung steht. Ein Absperrorgan 29a ist in die Leitung 29 eingeschaltet. An der gleichen Stirnwandung des Wassergefässes 33 mündet unten eine Rohrleitung 25 aus, in die ein Absperrhahn 25a und ein Regelventil 30 eingebaut sind. Das letztere ist so ausgebildet, dass der Durchflussquerschnitt in Abhängigkeit vom Druck des anströmenden Mediums selbst tätig so geändert wird, dass bei steigendem Druck der Durchflussqnerschnitt abnimmt und umgekehrt.
Derartige Ventile sind an sich bekannt; deren Ventilkörper steht unter dem Einfluss sowohl einer Feder als auch einer vom ankommenden Medium beaufschlag ten Membran. Nach dem Regelventil 30 ver zweigt sich die Leitung 25 über zwei Steuer- hähne 9a und 9b in zwei Leitungen 26a mid 26b, welche oberhalb des vordersten Abteils der Schubladen 3 in die Rohre 2 einmünden. An die beiden Zweigleitungen 26a und 26b) sind je ein Sicherheitsventil 13 und ein Mano meter 12 angeschlossen, ferner je ein Druck- entlastungsha.hn 8a bzw. 8b, der normaler weise geschlossen ist.
Das Wassergefäss 33 weist einen durch einen Deckel 32 mittels eines zugeordneten Versehlnssbügels her- metiseh verschliessbaren Einfüllstutzen 31 auf, durch welchen das zur Aeetylenerzeugung er forderliche Wasser manuell eingefüllt werden kann bis zur Höhe eines Wasserstandskontroll- hahns 11a, der sich tiefer als die Mündung der Leitung 29 und höher als die Mündung der Leitung 25 befindet. Ferner weist das Wassergefäss 33 ein dureh einen Schwimmer 14 gesteuertes Ventil 15 auf, welches über ein Druekreduzierventil 16, einen Absperrhahn 34 und ein Rückschlagventil 35 an eine Wasser leitung anschliessbar ist zur automatischen Zufuhr des Entwielklungswassers.
Gemäss Fig.3 führt eine Rohrleitung 19, in welche ein Absperrhahn 19a eingeschaltet ist, vom Gasreservoirraum oberhalb des Was serbades 7 zu einem eine sogenannte Wasser vorlage bildenden aufreehten zylindrisehen Behälter 20, der durch einen Hahn 22 bis zu einem Wasserstandskontrollhahn '1 mit Was ser gefüllt ist. Am obern Teil des Wasser vorlagebehälters 20 kann das Aceti-len über einen Gasdruckregler 18 und einen Anschluss- hahn 23 entnommen werden. Zum Ermögli chen der Entleerung des Wassers aus dem Behälter 20 ist derselbe unten mit einem Ab lasshahn 36 versehen.
An einem Manometer 17, welches an den obern Teil des Behälters 1 an geschlossen ist, kann der Druck des im Reser- voirraum vorhandenen Aeetylens abgelesen werden.
Der beschriebene Aeetj-lenerzeuger arbei tet wie folgt: Angenommen, das Vorratsgefäss 33 für das Entwicklungswasser sei über das Rüekschlagv entil 35 an @ eine Druekwasserlei- tung angeschlossen. Das Wasser gelangt dann durch das Ventil 15 in das Wassergefäss 33 hinein, bis das Ventil durch den steigenden Schwimmer geschlossen wird. Vor der Inbe triebsetzung werden die Schubladen 3 mit kör nigem Karbid gefüllt und hierauf die Deckel 27 hermetisch geschlossen. Dann öffnet man die Hähne 25a und 29a.
Ans dem Gefäss 33 fliesst nun Wasser durch die Leitung 25 zum Regelventil 30 und zu den Steuerhähnen 9a und 9b, die bisher noch geschlossen waren. Soll beispielsweise zuerst der Inhalt der rechten Schublade 3 vergast werden, so öffnet man den Hahn 9a, durch welchen das Wasser nun in das vorderste Abteil dieser Schublade ge langt. Die Entlastungshähne 8a und 8b sind hierbei geschlossen. Das sieh nun entwickelnde Acetylen steigt durch die Gasleitung 5 in den Gasreserv oirraum oberhalb des Kühlwasser bades 7 und durch die Leitung 29 auch in den freien Raum im Wassergefäss 33. Der steigende Druck des Gases überträgt sich durch die Wasserzulaufleitung 25 auf das Re gelventil 30, das automatisch bei steigendem Druck mehr und mehr schliesst und dadurch die Wasserzufuhr zum Karbid unterbindet.
Auf diese Weise stellt sieh selbständig ein ge wisser Druck des Acetylens ein, welcher durch die Regelung der Wasserzufuhr konstant ge halten wird. Das Regelventil 30 kann auf einen beliebigen Betriebsdruck zwischen 0 und 1 Atmosphäre Überdruck eingestellt werden. Nach dem Öffnen der Hähne 19a und 23 kann das Aeetylen durch die Wasservorlage hin durch dem Reservoirraum entnommen werden. Beim Verbrauch des Entwicklungswassers sinkt der Schwimmer 14 im Gefäss 33, wo durch das Ventil 15 wieder geöffnet wird und neues Wasser aus der Leitung zuströmt, so fern der Gasdruck nicht so gross ist, dass er das Reduzierventil 16 schliesst. Der Betrieb ist somit völlig automatisch und kontinuierlich, bis der Inhalt der rechten Schublade vollstän dig vergast ist. Das letztere kann im Abhalten des betreffenden Rohres 2 bemerkt werden.
Wenn dies der Fall ist, schliesst man den Steuerhahn 9a und nimmt durch Öffnen des andern Steuerhahns 9a die andere Schublade 3 in Betrieb. Der Inhalt der ersten Schublade kann nun unterdessen neu beschickt werden. Hierzu öffnet man zuerst den Entlastungs- hahn 8a, um den noch im Innern des betref fenden Rohres 2 vorhandenen Überdruck aus zugleichen. Dies ist möglich, da wegen des Rückschlagventils 6 in der Gasleitung 5 kein Acetylen aus dem Behälter 1 in den Sehub- ladenraum zurückströmen kann. Dann wird der Deckel 27 geöffnet, die Schublade heraus genommen, von der Schlacke befreit und mit einer neuen Karbidladung gefüllt.
Nach dem erneuten Einschieben der Schublade und dem Verschliessen des Deckels 27 wird der Ent lastungshahn 8a wieder geschlossen. Die rechte Gasentwieklungsschublade ist damit wieder betriebsbereit. und kann die Vergasung fort setzen, während die linke Schublade neu. be schickt wird. Auf diese Weise ist eine ununter brochene Gaserzeugung möglich.
Steht keine Druckwasserleitung zur Ver fügung, die zur automatischen Speisung des Wassergefässes 33 verwendet werden könnte, so ist trotzdem ein ununterbrochener Betrieb des Apparates möglieh. Das Entwicklungswas ser wird dann durch den Einfüllstutzen 31 ma nuell, und zwar vorteilhaft periodisch, einge füllt. Nachdem der Apparat, bereits im Betrieb ist, wird hierbei wie folgt vorgegangen: Vor dem Abnehmen des Verschlussdeckels 32 wer den die Hähne 25a und 29a, geschlossen, und dadurch wird das Wassergefäss 33 völlig vom übrigen Apparat isoliert.
Durch den Wasser- standskontrollhahn lla wird das Innere des Gefässes 33 von dem noch herrschenden Über druck entlastet. Hierauf kann das Wasser durch den Stutzen 31 bis zur Höhe des Kon- trollhahns 11a nachgefüllt werden. Nach dem Verschliessen der Einfüllöffnung und des Kon- trollhahns lla öffnet. man wieder die beiden Hähne 25a und 29a..
Der Inhalt des Wasser gefässes 33 ist vorzugsweise so gross, dass min destens die eine oder auch beide der Schub ladenfüllungen vergast werden können, bis wieder eine Neufüllung des Ent-vicklungswas- sers erforderlich ist.
Auf diese Weise ist. auch bei manuellem periodischem Nachfüllen des Wassers eine Er haltung der Acetylenreserve und eine konti nuierliche Acetylenabgabe möglich, weil wegen des Vorhandenseins der Hähne 25a und 29a beim Nachfüllen des Wassers praktisch kein Gas entweicht und keine Luft weder in den Gasreservoirraum noch in die Entwvicklungs- schublade eindringen kann.
Das Kühlwasserbad 7 ist völlig vom Ent- wiceklungswasser getrennt und muss nur in grösseren Zeitabständen erneuert bzw. kontrol liert werden. Ähnliches gilt vom Wasser im WNasservorlagebehälter 20. Hier soll jedoch aus Sicherheitsgründen das Wasser in kleineren Zeitabständen, beispielsweise täglich, kontrol liert und nachgefüllt werden. Das letztere ge schieht bei geschlossenem Gashahn 19a durch den Einfüllhahn 22 bei geöffnetem Wasser- standskontrollhahn 21.
Die dargestellte und beschriebene Bauart des Acetylenerzeugers gestattet eine grosse Ladefähigkeit bei verhältnismässig kleinen äussern Abmessungen des Apparates. Derselbe kann daher mit Vorteil auch als transportable Einheit ausgebildet sein, zu welchem Zwecke er mit einem Fahrgestell versehen sein kann. Bei einem solchen Erzeuger ruhen nach Fig. 5 die Gestellteile 1a. auf einem Rahmen 38, der mit zwei Rädern 39 und zwei Abstellstützen 40 versehen ist und mit einem vorzugsweise bügelförmigen Handgriff 41 in Verbindung steht. In dieser Ausführung ist der Acetylen erzeuger von Hand fahrbar. Gemäss einer nicht dargestellten Variante könnte er jedoch auch als Anhängefahrzeug für Automobile ge baut sein, was die Verwendung des Appara tes für Montagezwecke, Reparaturen usw. sehr geeignet macht.
Gemäss nicht dargestellten Varianten zu beiden beschriebenen Ausführungsbeispielen kann jeweils auch nur ein einziger Behälter in Form einer Schublade für eine Karbid ladung vorgesehen sein, wobei dann selbstver ständlich die beiden Steuerhähne 9na und 9b sowie die Zweigleitungen 26a und 26b nicht vorhanden sind, sondern die Wasserzufuhrlei tung 25 unmittelbar in das die Schublade auf nehmende Rolhr 2 einmündet.
Die Fig. 6 zeigt eine Ausführungsform des Acetylenerzeugers, bei welcher der Behälter 1 als aufrechter Zylinder ausgebildet ist. In der suntern Hälfte des Behälters 1 ist bei diesem Beispiel ein einziges Rohr 2 zur Aufnahme einer Schublade 3 für die Karbidladung waag recht eingebaut und wieder von einem Kühl wasserbad 7 umgeben, dlas bis zur Höhe eines Wasserstandskontrollhahns 11 in den Behäl ter 1 eingefüllt ist und nötigenfalls durch den Stutzen 24 abgelassen werden kann. Das aus dem Behälter 1 herausragende Ende des Roh res 2 ist wie bei den vorherigen Beispielen mit Hilfe eines Deekels 27 lösbar verschlossen. Das Wassergefäss 33 für dlas Entwicklungswasser ist in den obern Teil des zylindrischen Behäl ters 1 eingebaut und ragt nur mit einem durch den Einfülldeekel 32 verschlossenen Hals 31 durch die Wandung des Behälters 1 hindurch.
Vom Wassergefäss führt die Leitung 25 teils im Innern des Behälters 1 und teils ausser halb desselben in das die Sehublade 3 enthal tende Rohr 2, wobei im ausserhalb des Behäl ters verlaufenden Teil der Leitung 25 der Ab sperrhahn 25R und das automatisehe Druck regelventil 30 eingebaut sind. Vom Rohr 2 steigt im Innenraum des Behälters 1 die Gas leitung 5, welche an ihrem obern Ende mit einem Rüelksehlagventil 6 versehen ist, wieder zu einem Dom 4 auf, von welchem eine Rohr leitung 29 in den Hals 31 des Wassergefässes 33 führt. Wie bei den vorherigen Beispielen ist in die Leitung 29 der Absperrhahn 29a eingeschaltet.
Aus dem oberhalb des Kühlwas serbades 7 vorhandenen Gasreservoirraum kann das erzeugte Aeetylen durch die Leitung 19, den Absperrhahn 19a, eine Rücksehlag- sieherung 42 und den Sehlauchliahn 23 ent nommen werden.
Der besehriebene Acetvlene-zeuger ist. so wohl zum manuellen periodischen Einfüllen des Entwicklungswassers durch den Hals 31 als auch zum Ansehluss an eine Druckwasser leitung eingerichtet. Die Mittel, die den An schluss an eine Wasserleitung ermöglichen, sind in Fig. 6 durch den Hals 31 des Gefässes 33 der Sieht entzogen.
Wenn die Hähne 25a und 29a, vor dein Öffnen des Wassergefässes 33 jeweils geschlossen werden, so tritt beim Nachfüllen des Ent-%vieklungswassers prak- tiscli keine Luft weder zur Entwicklungs schublade 3 noch in den Casreservoirrauni ein.