Spritzbare Masse für Strassenmarkierungen. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine spritzbare, rasch trocknende Masse für die Landstrassenmarkierung, die kleine durchsichtige Glasperlen in einem Zustand dauernder Suspension enthält und dazu be stimmt ist, auf Landstrassenoberflächen, die dem Fahrzeugverkehr unterworfen sind, auf gespritzt zu werden, um Verkehrsmarkierun gen mit Umkehrstrahlung zu erzeugen, die für die Fahrzeuglenker nachts sehr gut sicht bar sind.
Diese Masse enthält einen rasch trock nenden Firnis auf Trockenölbasis, der mit einem flüchtigen Lösungsmittel, wie z. B. Naphtha, verdünnt ist, und eine dauerhaft suspendierte Mischung von Titandioxyd pigment, Streckpigment und durchsichtigen Glasperlen (kleine Kügelchen) mit einem mittleren Durchmesser von 0,076 bis 0,254 mm. Die Masse enthält ferner noch eine kleine Menge gelöstes Lecithin, das dazu dient, die Glasperlen in einem Zustand dauerhafter Suspension zu halten, sonst jedoch die ge wünschten Eigenschaften der glasperlenhal- tigen Masse nicht beeinflusst.
Eine Masse dieser Art für die Landstra- ssenmarkierung ist dazu geeignet, auf Stra ssenoberflächen, die dem Fahrzeugverkehr unterworfen sind, aufgespritzt zu werden, um Mittellinien und andere Markierungs- und Führungslinien zu erzeugen, die eine längere effektive Lebensdauer aufweisen äls Markierungen aus einer Anstrichmasse, die" keine Glasperlen enthält. Der aufgebrachte Überzug enthält von Anfang an die Glas perlen, die vom pigmentierten Trägermittel umgeben und fest damit gebunden sind.
Die zusätzlichen Eiosten für die Glasperlen wer den mehr als kompensiert durch die Einspa rungen, die sich aus der Steigerung der effek tiven Lebensdauer der Markierung, ergeben.
Nachdem die Markierungen während einiger Wochen der Einwirkung des Fahr zeugverkehrs unterworfen gewesen sind, sind diejenigen Teile des Films, welche die obern Enden der Perlen bedecken, abgetragen, so dass die Perlen dem einfallenden Licht, das unter den Bedingungen des Nachtfahrens von den Fahrzeugscheinwerfern ausgeht, direkt ausgesetzt sind. Die Perlen funktionieren dann als wirksame sphärische Linsenelemente, indem sie die als Umkehrstrahlung bezeich nete Erscheinung verursachen, wodurch die Sichtbarkeit der Markierungen für Motor fahrzeuglenker nachts erhöht wird.
Diese Erscheinung beruht darauf, dass ein grösserer Betrag ' des von den Scheinwerfern eines Fahrzeuges kommenden Lichtes in Richtung des Fahrzeuges- zurückreflektiert wird und daher die Markierung für den Fahrzeug lenker auf eine grössere Entfernung vor dem Fahrzeug sichtbar ist als dies bei Abwesenheit der Glasperlen der Fall wäre. Die Steigerung der Sichtbarkeit tritt beim Nachtfahren bei dunstigem, nebligem oder regnerischem Wetter, wenn sichtbare Mar kierungen zur Erhöhung der Sicherheit be sonders Not tun, besonders stark in Erschei- nung. Am Tage besitzen die glasperlenhaltigen Markierungen eine Sichtbarkeit, die mit jener einer aus einer gewöhnlichen, keine Glas perlen enthaltenden Anstrichmasse hergestell ten Markierung vergleichbar ist.
Die Erscheinung der Umkehrstrahlung beruht nicht auf der Reflexion an den Glas perlen. Die Perlen wirken als durchsichtige sphärische Linsen und brechen die durch sie hindurch nach dem pigmentierten Binde mittel gehenden einfallenden Lichtstrahlen. Das Bindemittel bildet an den Berührungs stellen mit den einzelnen Perlen konkave sphärische reflektierende Flächen. Die an die sen Flächen reflektierten Lichtstrahlen wer den durch die Perlen ebenfalls gebrochen. Die Perlen und das reflektierende Bindemittel bilden zusammen eine katadioptrische Kom bination, die so wirkt, dass der Anteil des reflektierten Lichtes, der in Richtung des Fahrzeuges und der Augen des Fahrzeug lenkers zurückgeht, erhöht wird.
Dazu kommt noch die Reflexion an der obern, freiliegen den Oberfläche des reflektierenden Binde mittels zwischen den Perlen, wodurch zu sätzliches Licht geliefert wird, das die Augen des Fahrzeuglenkers erreicht.
Die aus der perlenhaltigen Masse frisch hergestellte Markierung, in welcher die Per len mit einem noch nicht abgetragenen Film überzogen sind, weist infolge der raster artigen Oberfläche eine Tages- und Nacht sichtbarkeit auf, die etwas grösser ist als die jenige einer aus einer keine Perlen enthalten den Anstrichmasse hergestellten Markierung.
Das Verfahren, bei welchem das Auf tragen in einer Stufe unter Verwendung einer v orgemischten, perlenhaltigen Anstrichmasse erfolgt, ist demn älteren, zweistufigen Ver fahren zur Herstellung von perlenhaltigen Markierungslinien überlegen. Beim zweistufi gen Verfahren wird die Strassenoberfläche zuerst mit einem geeigneten reflektierenden Anstrich überzogen, worauf auf die Ober fläche des Überzuges Glasperlen aufgestreut werden, während die Anstrichmasse sich noch in nicht getrocknetem, klebrigem Zustand be findet. Die Perlen sinken genügend tief ein, um teilweise eingebettet zu werden. Das Bindemittel steigt infolge Kapillarwirkung an den Perlen empor, wodurch zwischen den Perlen im getrockneten Belag kleine Mulden gebildet werden.
Bei diesem zweistufigen Verfahren wird eine perlenhaltige Markie- rung erhalten, die gegenüber der mechani schen lockernden und verschiebenden Wir- kung von darüber hinweggehenden Motor fahrzeugpneus sehr empfindlich ist, wobei ein fortschreitender Verlust an Perlen, eine Aus- füllung der Vertiefungen mit Schmutz und eine Abtragung des freigelegten Anstrich belages eintreten.
Die Erzielung einer maxi malen Dauerhaftigkeit ist kritisch abhängig von der Zusammensetzung und Viskosität der Anstrichmasse und von der Dicke des feuch ten Anstrichfilms bezüglich des Durchmessers der Perlen usw. In diesem Zusammenhang sei beispielsweise auf die eingehende Diskus sion im amerikan. Shuger-Patent Nr. 2268537 vom 30. Dezember 1941 hingewiesen. Zum Aufbringen der Perlen müssen mechanische Vorrichtungen verwendet werden, um Ar beitskräfte zu sparen und eine Verschwen dung von Perlen zu vermeiden.
Eine der dem zweistufigen Verfahren eigenen Schwierig- keiten beruht darauf, dass die Bedingungen, unter welchen das Auftragen erfolgt, stark variieren, wodurch das Endresultat beein flusst wird.
Die Temperatur der Landstrassen- oberfläche und die atmosphärischen Bedin gungen beeinflussen die Viskosität und Kleb rigkeit und das Oberfläehenhaftvermögen des aufgebrachten Anstrichüberzuges und die Trocknungszeit, die ihrerseits wieder den Grad der Einbettung der Schicht aufgebrach ter Perlen und die Stärke der Haftung zwi schen den Perlen und der Anstrichmasse be einflusst.
Ausserdem ist es schwierig, die Per len gleichmässig und ohne übermässige Ver luste an Perlen, die nicht eingebettet oder nur schwach eingebettet sind und rasch verscho ben werden, insbesondere wenn ein starker Wind bläst, aufzubringen.
Perlenhaltige Mittellinien, die nach dem Zweistufenverfahren hergestellt werden, be sitzen anfänglich eine nächtliche Sichtbar- keif, die grösser ist als diejenige von perlen- haltigen Mittellinien, die nach dem einstufi gen Verfahren aus einer vorgemischten per- lenhaltigen Anstrichmasse hergestellt werden, da die Perlen schon von Anfang an teilweise Freiliegen und die Umkehrstrahlung ermög lichen. Es erfolgt jedoch eine fortschreitende Abnahme der Leuchtkraft, deren Ursache im fortschreitenden Verlust an gelockerten und verschobenen Perlenliegt.
Die Leuchtkraft einer aus einer vorgemischten perlenhaltigen An strichmasse hergestellten Mittellinie steigt nach Massgabe der Abtragung des Anstrich films von den obern Enden der Perlen. In folge der erhöhten Dauerhaftigkeit der per- lenhaltigen Linie nimmt die Sichtbarkeit im weiteren Verlauf weniger rasch ab. Das End resultat besteht darin, dass innert einem oder zwei Monaten die nach dem Einstufenverfah ren hergestellte Mittellinie eine zunehmende Leuchtkraft aufweist und dann weiterhin infolge ihrer grösseren Dauerhaftigkeit über legene Eigenschaften beibehält.
Es ist zweckmässiger, wenn eine vorge- mischte perlenhaltige Anstrichmasse für Landstrassenmarkierung durch einen Fabri kanten unter kontrollierten, fabrikmässigen Bedingungen zusammengestellt und in Kan nen oder Fässern an den Verbraucher abge geben wird, als wenn sie durch den Verbrau cher selbst hergestellt wird. Die perlenhal- tige Anstrichmasse soll in hohem Grad be ständig sein, so dass die Perlen nicht unter Bildung einer dichten Schicht absinken, die sich durch einfaches Rühren nicht mehr wie der verteilen liesse.
Die perlenhaltige An strichmasse kann beim Lagern unter Umstän den während längerer Zeit ruhen und wird während des Transportes geschüttelt und Schwingungen unterworfen sein.
Die Perlen besitzen einen durchschnitt lichen Durchmesser von 0,076 bis 0,254 mm, im Gegensatz zu den Pigmentpartikeln, die viel kleiner sind und oft eine kolloidale Grösse aufweisen; das spezifische Gewicht der Perlen ist zweckmässig etwa 2,5. Die Zusammenset zung und die Oberflächeneigenschaften der Glasperlen sind ebenfalls verschieden von denen der Pigmentpartikel. Es hat sich des halb, wie zu erwarten war, gezeigt, dass die jenigen Mittel, welche das Absinken von Pig mentpartikeln vermindern, im allgemeinen zum Verhindern eines unerwünschten Ab sinkens der Glasperlen unwirksam sind.
Es hat sich ferner gezeigt, dass Anstrichmassen, die Titandioxyd als Pigment enthalten, im Vergleich mit Anstrichmassen, die beispiels weise mit Chromgelb pigmentiert sind, der Erscheinung des Absetzens der Glasperlen be sonders stark unterworfen sind. Obschon durch Einschluss von Streckpigmenten, wie z. B. gepulvertem Asbestin oder Talkum (Magnesiumsilikat) eine -günstige Wirkung erzielt wird, hat es sich gezeigt, dass dabei der Grad und die Geschwindigkeit des Ab setzens der Glasperlen nicht auf das ge wünschte Ausmass heruntergedrückt werden können, insbesondere dann, wenn die An strichmasse während längerer Zeit gelagert und transportiert wird.
Es besteht noch eine weitere Schwierig keit. Als das Absetzen verhindernde Substanz sollte nicht eine solche verwendet werden, welche die Grenzflächenbindung zwischen den Glasperlen und dem reflektierenden Binde mittel im getrockneten Überzug auf der Land strasse ungünstig beeinflusst. Es sollte keine Substanz verwendet werden, die eine Schwä chung der Bindung verursacht, wenn sie der Atmosphäre ausgesetzt wird, nachdem der die obern Enden der Perlen bedeckende .film ab getragen worden ist,
oder die ein Eindringen von Wasser an der Grenzfläche verursacht. Es sollte ferner keine Substanz verwendet werden, die die Beständigkeit der Masse be einträchtigt, das Auftragen durch Spritzen verhindert oder die Dauerhaftigkeit des ge trockneten Bindemittels herabsetzt. Es sollte auch keine Substanz verwendet werden, die das Reflexionsvermögen und die Sichtbarkeit wesentlich herabsetzt.
Die Eignung irgend eines vorgeschlagenen Zusatzes kann einzig bestimmt werden durch. eingehende Prüfung der frischen perlenhaltigen Anstrichmasse und durch eingehende Prüfung auf der Land strasse, um festzustellen, oh die perlenhaltige Markierung der komplizierten Zusammen- wirkung der im wirklichen Betrieb auftreten den schädigenden Einflüsse widerstehen wird.
Es wurde empirisch gefunden, dass eine perlenhaltige Masse für Landstrassenmarkie rungen von der hier beschriebenen Art, die Titandioxydpigment und eine kleine Menge gelösten Lecithins enthält, den zahlreichen Anforderungen genügt. Diese perlenhaltige Masse ist auf den Markt gekommen und hat sich in verschiedenen Landesteilen unter wirk lichen Arbeitsbedingungen bewährt, wie dies durch Strassenbaufachleute in einer grossen Anzahl von Staaten bezeugt wurde.
Im folgenden wird eine bevorzugte Aus führungsform des Erfindungsgegenstandes beschrieben.
EMI0004.0009
Beispiel:
<tb> Firnis <SEP> Gewichts teile
<tb> Tungöl <SEP> 177
<tb> Dehydratisiertes <SEP> Ricinusöl <SEP> ( Syn thenol <SEP> Z-3 , <SEP> Markenprodukt) <SEP> 177
<tb> Öllösliches, <SEP> mit <SEP> Kolophonium <SEP> modi fiziertes <SEP> Phenol-Aldehyd-Firnis harz <SEP> ( Amberol <SEP> M-88 , <SEP> Marken produkt) <SEP> 246
<tb> VM <SEP> & <SEP> P <SEP> Naphtha <SEP> 600 Zusammensetzung der Anstrichmasse
EMI0004.0010
Firnis <SEP> 1120
<tb> Unbehandeltes, <SEP> in <SEP> Wasser <SEP> disper gierbares <SEP> Titandioxydpigment
<tb> ( Unitape <SEP> OR-150 , <SEP> Markenpro dukt) <SEP> 720
<tb> Magnesiumsilikat-pigment
<tb> ( Asbestirre <SEP> 151-A , <SEP> Markenpro dukt)
<SEP> 480
<tb> VM <SEP> & <SEP> P <SEP> Naphtha <SEP> etwa <SEP> 192
<tb> Durchsichtige <SEP> Glasperlen <SEP> mit <SEP> einem
<tb> durchschnittlichen <SEP> Durchmesser
<tb> von <SEP> 0,076 <SEP> bis <SEP> 0,254 <SEP> mm <SEP> 1360
<tb> Lecithinlösung <SEP> (70 <SEP> % <SEP> iges <SEP> Roh lecithin), <SEP> ( Yelkin-TTS , <SEP> Mar kenprodukt) <SEP> 20
<tb> Trockenmittel <SEP> 15 Bei der Herstellung des Firnisses werden zuerst das Tungöl und das Phenol-Aldehyd- harz zusammen auf 260 C erhitzt, worauf das dehydratisierte Ricinusöl zugesetzt und das Gemisch auf 246 C gebracht und so lange auf dieser Temperatur gehalten wird, bis eine Pille ein schwaches Ziehen aufweist.
Das Gemisch wird hierauf auf 204 C abgekühlt und in das Naphtha gegeben, um eine homo gene Lösung mit einer bevorzugten Viskosität von 100 bis 200 Centipoisen bei 25 C zu er zeugen. Es können auch Lösungen mit einer Viskosität des breiteren Bereiches von etwa 80 bis 150 Centipoisen verwendet werden.
Hierauf werden zwei Dritteln des Fir nisses die Pigmente und die Lecithinlösung beigemischt, worauf das Gemisch in einer Farbenmühle gemahlen wird, bis es homogen ist. Hierauf werden der Rest des Firnisses, die Glasperlen, das Trockenmittel und das zusätzliche Lösungsmittel zugesetzt und ein gemischt, beispielsweise mittels eines langsam laufenden Schaufelmischers. Die fertige Masse besitzt eine Viskosität von 85 bis 90 Krebsein heiten (gemessen mit dem Stormer-Viskosi- meter in der Krebssehen Modifikation) bei 25 C oder etwa 75 K. E. bei 38 C.
Bei diesem Wert wird ein sehr geringes Absetzen der Glasperlen oder des Pigmentes beobachtet, selbst nach mehreren Monaten normaler La gerung oder nach dem Transport kreuz und quer durch das Land, wie dies im folgenden noch eingehender erläutert wird. Diese Masse lässt sich bei Temperaturen von 32 bis 43 C, das heisst bei Temperaturen, die bei warmem sommerlichem Wetter auftreten, leicht sprit zen. Die Masse kann mit Naphtha verdünnt werden, um eine zum Spritzen geeignete Konsistenz zu erzielen, wenn bei tieferen Temperaturen gearbeitet wird.
Das Titandioxyd, welches ein leuchtend reflektierendes, weisses Pigment darstellt, kann teilweise durch andere Pigmente, wie z. B. Lithopon, ersetzt werden, wobei eine entsprechende Verminderung der Leuchtkraft. erfolgt. Gepulvertes Magnesiumsilikatpigment, wie z. B. Asbestirr oder Talkum, ermöglicht eine Verminderung der pro Liter erforder lichen Menge an Bindefirnis und bewirkt einen thixotropen Effekt, der dazu bei- steuert, das Absetzen der Glasperlen während des Lagerns zu verhindern. Es ist ein ölabsor- bierendes Streckpigment.
Es verbessert auch die Oberflächeneigenschaften des frisch auf gebrachten und getrockneten Überzuges. Das im Beispiel genannte Asbestin kann auch ganz oder teilweise durch andere Streck pigmente ersetzt werden. Eines dieser Ma terialien ist gefälltes Calciumcarbonat, ein nicht ölabsorptionsfähiges Streckpigment, das eine günstige, das Absetzen hemmende Wir kung aufweist und zugleich als Streckmittel dient.
In der Masse der oben angegebenen Zu sammensetzung beträgt das Pigmentvolumen verhältnis 38 %. Dieser Wert wird berechnet durch Dividieren des Pigmentvolumens (Ti- tandioxyd + Streckpigment) durch das Ge samtvolumen von Pigment und nichtflüch tigem Bindemittel und Multiplikation mit 100. Das Volumen des flüchtigen Lösungsmittels und das Volumen der Glasperlen werden bei dieser Berechnung nicht eingesetzt. Es hat sich gezeigt, dass das Pigmentvolumenver hältnis nicht besonders kritisch ist und etwa 25 bis 60 % betragen kann, wobei die höheren Werte günstig sind, wenn die Masse ein Streckpigment enthält, das nichtölabsorptions- fähig ist (z. B. gefälltes Calciumcarbonat).
Die prompte Umwandlung des aufgebrach ten Films in einen harten und wetterfesten Überzug wird durch die Wirkung gewöhn licher metallhaltiger Trockenmittel beschleu nigt. Das gemäss obigem Beispiel verwendete Gemisch wurde aus 28 Teilen Kobaltnaph- thenatlösung mit einem Gehalt von 4 % Ko balt, 24 Teilen Bleinaphthenatlösung mit einem Gehalt von 8 % Blei und 15 Teilen Mangan- naphthenatlösung mit einem Gehalt von 4 Mangan hergestellt.
Wie schon oben gesagt, weisen die Glas perlen einen mittleren Durchmesser von 0,076 bis 0,254 mm auf. Grössere Perlen bewirken eine Verminderung der Spritzfähigkeit der Anstriehmasse und widerstehen weniger gut der Loslösung aus dem getrockneten Überzug unter dem Einfluss des Verkehrs. Extrem feine Perlen wirken als Füll- oder Streck- mittel und verursachen wegen der Grösse der erforderlichen Menge eine übermässige Ver dickung der Anstrichmasse. Ausserdem ist ihre Wirkung als optische Elemente nicht so günstig. Ein Gemisch, mit welchem sehr gute Resultate erzielt wurden, wurde mit den fol genden Sorten von Glasperlen im angegebenen Mengenverhältnis hergestellt. Die angeführ ten Durchmesser sind ausschliesslich Mittel werte.
EMI0005.0014
Perlen <SEP> Nr.10, <SEP> Durchmesser <SEP> 0,15 <SEP> mm <SEP> 20
<tb> Perlen <SEP> Nr.12, <SEP> Durchmesser <SEP> 0,12 <SEP> mm <SEP> 55
<tb> Perlen <SEP> Nr.13, <SEP> Durchmesser <SEP> 0,1 <SEP> mm <SEP> 25 Die Perlen Nr. 10 können beispielsweise Per len mit Durchmessern von 0,24 bis 0,106 min enthalten, während die meisten Perlen Durch messer von 0,167- bis 0,132 mm aufweisen wer den.
Mit der Masse von der angegebenen Zu sammensetzung, die ein Gemisch von Perlen verschiedener Grösse enthält, wird eine perlen- haltige Markierung erhalten, die im trockenen Zustand eine Dicke von etwa 0,038 mm auf weist, wenn die perlenhaltige Anstrichmasse in der üblichen Menge von etwa 38 1 pro kin. für eine Linie von 10 cm Breite aufgebracht wird.
Infolge der Grössenverteilung der Per len ergibt sich ein Nebeneinander von grö sseren und kleineren Perlen, wodurch die per- lenhaltige Markierung eine längere effektive Lebensdauer erlangt. Wird eine grosse oder eine kleine Perle unter dem Einfluss des Ver kehrs verschoben, so werden eine oder meh rere kleinere Perlen freigelegt, die die Funk tion der Erzeugung einer Umkehrstrahlung übernehmen.
So hat es sich gezeigt, dass die Zahl der wirkenden, an ihren obern Teilen freigelegten Perlen pro Flächeneinheit nahezu während der ganzen Lebensdauer der Mar kierung gleich bleibt.
Das Gewicht der gemäss dem Beispiel zu gesetzten Perlen beträgt etwa 0,55 kg pro Liter der fertigen Masse oder 0,71 kg pro Liter der-perlenfreien Masset Für den ge gebenen Grössenbereich der Perlen und den gegebenen Prozentgehalt an nichtflüchtigem Bindemittel stellt dieser Betrag eine optimale Grösse dar. Es hat sich jedoch gezeigt, dass man sogar mit einer Menge von nur etwa 0,36 kg pro Liter der perlenfreien Masse eine vernünftige Wirkung erzielt, insbesondere wenn eine gleiche Gewichtsmenge Bimsstein partikel von ähnlicher Grösse zugesetzt wer den.
Bei Zugabe von bis zu 0,96 kg pro Liter perlenfreier Masse trat im aufgebrachten Streifen kein übermässiger Verlust an Perlen auf.
Die zur Herstellung der Anstrichmasse ge mäss Beispiel verwendete Lecithinlösung be steht aus 70 Teilen rohem Sojabohnenlecithin ( Yelkin-TTS , Markenprodukt der Archer Daniels Midland Co.), gelöst in 30 Teilen eines Gemisches von 4 Teilen VM & P Naph tha und 1 Teil Xylol. Dieses rohe Lecithin enthält etwa 65 % Phosphatide und 35 % Soja bohnenöl. Ein ähnliches rohes Sojabohnen lecithin liegt im NS-Produkt der The Glid- den Company vor, das ebenfalls 65 % Phos- phatide und 35 % Sojabohnenöl enthält. Es könnten auch höher raffinierte Qualitäten von Lecithin verwendet werden; die rohe Form ist jedoch befriedigend und überdies erheblich billiger.
In der im Beispiel gegebenen Formel beträgt der Zusatz von Lecithin etwas mehr als 1/2 %, bezogen auf das Gesamtgewicht an Pigmenten und Glasperlen. Es hat sich ge zeigt, dass man mit etwa 1/2 bis etwa 21/2% an rohem Lecithin, auf die gleiche Basis be zogen, ausgezeichnete Resultate erzielen kann. Eine kleinere Menge ist weniger wirksam bezüglich der Erhaltung der Perlensuspen sion, während grössere Mengen das der Masse verzögern und die Festigkeit der Bindung zwischen den Perlen und dem Binde mittel reduzieren. Auf die Phosphatide be zogen, betragen die entsprechenden Mengen etwa 0,3 bis 1,6 %. Die perlenhaltige. Masse von der oben angegebenen Zusammensetzung kann in ähnlicher Weise stabilisiert werden, wenn statt Sojabohnenlecithin 0,3 % tierisches Leeithin in technischer Qualität (z. B.
P 683 , Produkt der Eastman Kodak Co.) verwendet wird. Das zuerst genannte rohe Sojabohnen lecithin wird wegen seines niedrigeren Preises bevorzugt. Das Ausbleiben eines wesentlichen Abset zens der Glasperlen, und insbesondere des durch Schwingungen während des Transpor tes verursachten Absetzens, ist in erster Linie auf die Wirkung des Lecithins zurück zuführen. Es geht dies aus den Resultaten einer Absetzprüfung hervor, bei welcher die Masse in einem Behälter während 18 Stunden auf einer Schüttelplatte, die durch eine die Platte -um eine Distanz von 0,32 cm mit einer Geschwindigkeit von 1400 Schwingungen pro Minute hebende lind senkende Nocke be tätigt wird, stehengelassen wird.
Der Grad des Absetzens wird dann gemessen, indem man das flache Ende eines zylindrischen Sta bes von 0,95 cm Durchmesser unter einem gegebenen. Drück in den Behälter presst und die Höhe der abgesetzten Feststoffe, durch welche der Stab nicht hindurchdringt, in Prozenten der Gesamthöhe der Probe der Masse aufnimmt. Zur Bestimmung des wei chen und des harten Absetzens werden willkürlich Drücke von<B>0,176</B> kg/cm2 und 2,534 km/cm2 verwendet.
Weich abgesetztes Material lässt sich durch Rühren leicht wie der suspendieren, während hart abgesetztes Material durch die dem Strassenpersonal zur Verfügung stehenden gewöhnlichen Mittel nur äusserst schwer oder überhaupt nicht mehr in eine Suspension zurückverwandelt werden kann.
In der folgenden Tabelle sind die Absetz- werte angeführt, die beim oben beschriebenen Prüfversuch mit einer gemäss Beispiel herge stellten perlenartigen Masse erhalten wurden. Zum Vergleich wurde eine gleich zusammen gesetzte Kontrollprobe, die jedoch kein Leei- thin enthielt, geprüft.
EMI0006.0026
Probe <SEP> weiches <SEP> hartes
<tb> Absetzen <SEP> Absetzen
<tb> Mit <SEP> Lecithin <SEP> 2'/, <SEP> 0 <SEP> %
<tb> Ohne <SEP> Lecithin <SEP> <B>38%</B> <SEP> 36 Überraschenderweise wird die Wirksam keit des zugesetzten Lecithins im Verhindern des Abset.zens von Perlen und Pigment in der perlenhaltigen Masse durch die besondere Natur der verwendeten Pigmente beeinflusst.
Es wurde beispielsweise gefunden, dass ge wisse gelbe perlenhaltige Massen, die Chrom gelbpigmente an Stelle von Titandioxyd ent halten, bei Gegenwart von Lecithin vor dem Absetzen nicht bewahrt werden, wenn die Masse so verarbeitet wird, dass sie eine nun Spritzen geeignete Konsistenz erlangt.
Mit einer spritzbaren, perlenhaltigen, gelben Masse, die gleich wie die im Beispiel beschrie bene Masse zusammengesetzt war, mit der Ausnahme, dass sie ein Gemisch von Chrom gelbpigmenten an Stelle des Titandioxydpig mentes enthielt, wurden die folgenden Ab setzwerte erhalten:
EMI0007.0004
Probe <SEP> weiches <SEP> hartes
<tb> Absetzen <SEP> Absetzen
<tb> Mit <SEP> Lecithin <SEP> 28% <SEP> 20
<tb> Ohne <SEP> Lecithin <SEP> 10% <SEP> 6 Es ist sehr überraschend, dass das Ab setzen der Glasperlen durch Lecithin in der einen Masse wirksam verhindert und in einer andern anscheinend ähnlichen Masse stark ge steigert wird.
Die perlenhaltige Masse gemäss der vor liegenden Erfindung kann ohne Verlust ihrer Spritzfähigkeit infolge Absetzens von Pig ment oder Glasperlen gelagert und transpor tiert werden. Bei der Herstellung von Land- strassennittellinien erhält man durch Auf spritzen einer nach dem obigen Beispiel her gestellten Masse in einer Breite von 10 cm in einer Menge von etwa 38 Liter pro lkm eine rasch trocknende, sehr dauerhafte Mittel' linie, die nach wenigen Wochen die Eigen- schaft der Umkehrstrahlung erlangt, so dass sie für Motorfahrzeuglenker nachts eine hohe Sichtbarkeit aufweist.