Lichtstarkes Objektiv mit anastigmatischer Bildfeldebnung nach Art des modifizierten Gauss-Typus. Die vorliegende Erfindung.
betrifft ein lichtstarkes Objektiv mit, anastigmatiseher Bildfeldebnung nach Art des modifizierten Gauss-Typus mit zwei die Blendenebene ein schliessenden Objektivhälften, wobei die auf der Seite der längeren Strahlungsweite ste hende Hälfte F im Sinne der photographi schen Aufnahme dein Objektiv zugekehrt ist und als Frontglied eine Erweiterung der Gaussisehen Objektivhälfte darstellt, während die auf der andern Seite der BlendenebenP stehende,
hintere Objektivhälfte H die Form gestaltung einer nicht erweiterten Objektiv hälfte aufweist.
Das lichtstarke Objektiv nach der vorlie genden Erfindung, deren relative Öffnung zweckmässig zwischen etwa. 1:2 und<B>1.:1-</B> liegt, ist dadurch gekennzeichnet, dass die auf der Seite der längeren Strahlungsweite stehende und das Prontglied bildende, vordere Objek- tivhälfte F derart aufgebaut ist, dass einem die vordere Objektivliälfte gegen die längere Strahlungsweite begrenzenden meniskenförmi- gen und gegen die Blendenebene hohlen Linsenglied 1 zwei der Blendenebene L voraufgehende Linsenpaare II,
III nach geschaltet sind, die ihrerseits aus menisken- förmigen Einzellinsen bestehen, die sämtlich ebenfalls gegen die Blendenebene hohl sind und zugleich paarweise entgegengesetzte Stär kevorzeichen besitzen.
Zweckmässig besitzt das die vordere Objek- tivhälfte gegen die längere Strahlungsweite begrenzende meniskenförmige Linsenglied I eine positive Brechkraft., wenn das Objektiv als Aufnahmeobjektiv einer Oszillographen- Kamera zur Registrierung von Schirmbildern eines Bratin'selien Rohres zu dienen hat. Dabei ist. im Objektivraum eine erhöhte Strahlen konvergenz zweckmässig und demgemäss eine die längere Strahlungsweite begrenzende Sam inelwirkung des Grenzgliedes besonders vor teilhaft.
Das die längere Strahlungsweite begren zende Linsenglied I kann aber auch eine nega tive Brechkraft besitzen, und das Objektiv findet dann Anwendung, wenn es sich für das Objektiv als vorteilhaft erweist, die Hauptpunktlage in der Weise zu beeinflussen, dass sie in der Lichtrichtung nach der Seite der kürzeren Strahlungsweite hin verschoben werden soll.
Eine solche Massnahme ist. insbe- sonders bei sehr lichtstarken Objektiven ange zeigt, die dann auf Grund dieser baulichen Ausgestaltung eine längere bildseitige Schnitt weite pö besitzen und daher besonders günstig in solche photographische Aufnahmegeräte eingebaut werden können, bei denen nvischen der Hinterlinse des Objektivs und dem licht empfindlichen Film umlaufende Blenden oder Refle-,spiegel angeordnet sind.
Eine derartige Beeinflussung der Haupt punktslage ist um. so wirksamer, je grösser der Abstand A des die vordere Objektivhälfte gegen die längere Strahlungsweite begrenzen den meniskenförmigen und gegen die Blende hohlen Linsengliedes I von der Blende B ist, wie diesbezügliche Untersuchungen ergeben haben. Zweckmässig ist dieses Linsenglied 1 der vordern Objektivhälfte in einem Abstand A von der Blendenebene angeordnet, der ,grösser ist als ein Drittel der Gesamtbrenn weite des Objektivs.
Sofern ein solches Objektiv nur mit voller Öffnung verwendet wird und daher keine körperliche Blende enthält, so ist die Mitte des freien Blendenraumes als Ort der Bleii- denebene zu betrachten und massgeblich für die technische Bestimmung dieses Abstandes, in dem die beiden aus meniskenförmigen und gegen die Blendenebene hohlen Einzellinsen bestehenden Linsenpaare II und III des Frontgliedes F untergebracht sind.
Im Frontglied steht das dieses gegen die längere Strahlungsweite begrenzende menis- kenförmige und gegen die Blende hohle Lin senglied I an der Stelle des grössten Strah lenquerschnittes. Infolgedessen besitzt zur Er zielung relativ geringer Flächenkrümmungen zweckmässig das hierfür verwendete Glas eine Brechzahl (n1), die grösser ist als die Brech- zahl des Glases der dieses Frontglied auf der Seite der Blendenebene begrenzenden Linse (L5), deren Brechzahl mit n5 bezeichnet ist,
welche Brechzahlen hier und im folgenden stets auf die gelbe d-Linie des Heliumsspek- trums bezogen sind.
Dies ist vor allem dann angezeigt, wenn das Objektiv nach vorliegender Erfindung mit grosser relativer Öffnung verwendet wer den soll. In diesem Falle ist gegebenenfalls das die längere Strahlungsweite begrenzende meniskenförmige Linsenglied I aus zwei ver kitteten Einzellinsen zusammengesetzt, wobei dieses an der Kittfläche KI zusammengesetzte Element dann noch zur sphärischen oder ehromatischen Teilkorrektion bzw. zu meh- reren Teilkorrektionen des Objektivs mit benutzt wird.
In Fig. 1 der Zeichnung ist. das Bezeich nungsschema. des Objektivs nach vorliegender Erfindung dargestellt. Es bedeuten darin 1, II und III die drei auf der Seite der länge ren Strahlungsweite angeordneten und zusain- mengefasst als Frontglied F bezeichneten Lin senglieder, denen auf der andern Seite der mit B bezeichneten Blende die aus den Linsenglie dern IV und V bestehende, hintere Objektiv hälfte H nachfolgt. RK, deutet eine Kittfläche im Linsenglied I an, falls dieses Linsenglied I aus Einzellinsen zusammengesetzt ist.
R Krv ist analog eine Kittfläche im Linsenglied IV. Mit A ist die Entfernung des objektseitigen Vordergliedes I angegeben, gemessen vom Scheitel des innenstehenden Radius R" längs der optischen Achse bis zur Blende B.
Das Bezeichnungsschema. ist hinsichtlich der in den einzelnen Linsengliedern enthal tenen Nachbarflächenpaare und deren Gestal tung sowie den gegebenenfalls von ihnen ein geschlossenen Luftabständen in Anlehnung an das nachfolgend beschriebene datenmässige Zahlenbeispiel dargestellt.
Die einzelnen Linsen L sowie die Krüm- mungsradien R der Linsenflächen sind ebenso wie die Brechzahlen 7i. der verwendeten Gläser der Reihe nach von der Seite der längeren Strahlungsweite zur Seite der kürzeren Strahlungsweite hin laufend durchnumeriert. Gleichermassen sind die Linsendicken d und die Luftabstände a fortlaufend numeriert, wobei der Blendenraum a"i in den objektsei- tigen Teil b1 und den bildseitigen Teil b" aufgeteilt dargestellt ist.
Fig. 2 gibt in Verbindung mit nachstehen der Zahlentafel ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes für f = 100 mm Brennweite, verkleinert auf zwei Drittel der natürlichen Grösse. Die veiivendeten Gläser sind durch ihre Brechzahl n.,1 und durch die Abbesche Zahl v charakterisiert.
EMI0003.0001
<I>Zahlenbeispiel:</I>
<tb> Brennweite <SEP> Relative <SEP> Öffnung <SEP> Bildseitige <SEP> Schnittweite
<tb> f <SEP> = <SEP> 100 <SEP> 1: <SEP> 1,5 <SEP> po' <SEP> = <SEP> 66,602
<tb> R1 <SEP> = <SEP> -f-163,48
<tb> dl <SEP> = <SEP> 3,74 <SEP> n1 <SEP> = <SEP> 1,61959 <SEP> 3,1= <SEP> 60,5
<tb> R2 <SEP> = <SEP> -f- <SEP> 143,31
<tb> a1 <SEP> = <SEP> <B>1,87</B> <SEP> Luft
<tb> R3 <SEP> = <SEP> + <SEP> 66,50
<tb> d2 <SEP> = <SEP> 3,44 <SEP> n2 <SEP> = <SEP> 1,72713 <SEP> v2 <SEP> = <SEP> 28,4
<tb> R4 <SEP> = <SEP> R4 <SEP> = <SEP> RKII <SEP> = <SEP> <B>+</B> <SEP> 41,41
<tb> d3 <SEP> = <SEP> 15,74 <SEP> n3 <SEP> = <SEP> <B>1</B>,61966 <SEP> v3 <SEP> = <SEP> 55,0
<tb> R6 <SEP> = <SEP> + <SEP> 196,91
<tb> a2 <SEP> = <SEP> 0,28 <SEP> Luft
<tb> R6 <SEP> = <SEP> -f- <SEP> 41,41
<tb> d4 <SEP> = <SEP> 11,79 <SEP> n4 <SEP> =1,
70329 <SEP> v4 <SEP> = <SEP> 41,1
<tb> R, <SEP> = <SEP> T <SEP> 159,87
<tb> a3 <SEP> = <SEP> 1,55 <SEP> Luft
<tb> R7' <SEP> = <SEP> + <SEP> 196,91
<tb> d5 <SEP> = <SEP> 3,35 <SEP> n5 <SEP> =1,54826 <SEP> v5 <SEP> = <SEP> 45,8
<tb> R8 <SEP> - <SEP> -+- <SEP> 25,02
<tb> bi <SEP> = <SEP> 11,45
<tb> a4 <SEP> = <SEP> 20,71 <SEP> Blendenraum
<tb> b2 <SEP> = <SEP> 9,26
<tb> Ro <SEP> = <SEP> - <SEP> 3<B>0</B>,09
<tb> d<B>6</B> <SEP> = <SEP> 2,00 <SEP> n6 <SEP> = <SEP> 1,64819 <SEP> -Po <SEP> = <SEP> 33,7
<tb> Rio=Riö=Rkiv <SEP> unendlich
<tb> d7 <SEP> = <SEP> 10,31 <SEP> n7 <SEP> = <SEP> 1,61959 <SEP> v7 <SEP> = <SEP> 60,5
<tb> Ril <SEP> = <SEP> - <SEP> 41,41
<tb> a5 <SEP> = <SEP> 0,37 <SEP> Luft
<tb> R12 <SEP> = <SEP> <B>+</B> <SEP> 288,32
<tb> d$ <SEP> = <SEP> 7,45 <SEP> n$ <SEP> = <SEP> 1,69347 <SEP> va <SEP> = <SEP> 53,5
<tb> R13 <SEP> = <SEP> - <SEP> 61,
82 Es ist also:
EMI0003.0002
a.1 <SEP> = <SEP> 1,87
<tb> d2 <SEP> = <SEP> 3,44
<tb> d3 <SEP> = <SEP> 15,74
<tb> a2 <SEP> = <SEP> 0,28
<tb> d., <SEP> = <SEP> 11,79
<tb> a3 <SEP> = <SEP> <B>1,55</B>
<tb> c1, <SEP> = <SEP> 3,35
<tb> <U>b1 <SEP> =</U> <SEP> 1 <SEP> .1,45
<tb> A <SEP> = <SEP> 49,47 <SEP> für <SEP> f <SEP> = <SEP> <B>100.</B> Damit ist A = 49,47 /o von f, also grösser als 1/3 f.
Ferner ist n1 = 1,61959 und somit grösser als n, = 1,54826.