Vorrichtung zum Bewegen einer Flüssigkeit mittels eines vibrierenden Organs.
In den Schweizer Patenten Nrn. 278280 und 289372 sind Vorricht-Lingen beschrieben, mit denen es auf einfachste Weise möglieh ist, durch Vibration eine Fliissigkeit zu bewegen, also zu rühren, emulgieren usw. Einer der EXauptvorteile dieser Vorrichtungen besteht darin, dass sie keine drehenden Teile aufweisen. Dies ist besonders bei Laboratoriumsaus- führungen von besonderer Wichtigkeit, indem Lager f r drehende Teile wegfallen. In clem Patent Nr. 278280 ist ebenfalls gezeigt, wie Plüssigkeiten in geschlossenen Gefässen und eventuell unter Druck bearbeitet werden k¯nnen.
Es hat sich nun gezeigt, dass dieser Druck relativ hoch sein kann, wenn die Eintrittsstelle der Rührorgansstange in das Gefäss im Sinne vorliegender Erfindung ausgebildet wircl.
Die Vorrichtung nach vorliegender Erfindung zum Bewegen einer Flüssigkeit mittels eines vibrierenden Organs kennzeichnet sich dadurch, dass ein in das zur Aufnahme der zu bewegenden Flüssigkeit bestimmte Gefäss hineinragendes Rührorgan in Vibrationsbewegungen um einen bei der Eintrittsstelle der Rührorgansstange in das Gefäss liegenden Gelenkpunkt versetzbar ist.
In beiliegender Zeichnung sind einige Ausführungsbeispiele der erfindungsgemässen Vorrichtung dargestellt. Es zeigt :
Fig. 1 eine Vibrationsvorrichtung, bei welcher die das Rührwerkzeug tragende Stange einen Gelenkpnnkt im Gefässdeckel besitzt.
Der Antrieb erfolgt ausserhalb des Gefässes senkrecht oder schräg zur Achse der R hr werkzeugstange. Als Rührwerkzeug ist hier eine Platte mit konischen Löchernvorgesehen.
Fig. 2-eine Vorrichtimg, bei welcher ebenfalls eine Platte mit konischen Löehern als Rührwerkzeug verwendet wird, wobei jedoch die Vibrationsbewegungen dieser Platte infolge der Anordnung des Gelenkpmktes der Rührwerkzeugstange in der Abschlussplatte eines Teils des Gefässes in anderer Richtung erfolgen als beim Beispiel nach Fig. 1,
Fig. 3 eine der Ausfiihrung nach Fig. 1 ähnliehe Vorrichtung, bei welcher jedoch die Rührorgansstange in eine hin und her gehende Drehbewegung versetzt wird. Es hat sich gezeigt, dass auch diese Art der Vibrationsbewegung für die Bearbeitimg bestimmter Flüs sigkeiten oder Auslösung bestimmter ehemischer Reaktionen von Vorteil sein kann.
Die Tatsache, dass diese Vorrichtungen keiner komplizierten Lagerstellen an der Einführstelle der Rührorgansstange in das Gefäss bedürfen, wirkt sich besonders günstig bei der Verwendung bei Druckgefässen aus. Dann sind diese Vorrichtungen den in den Patenten Nrn. 278280 und 289372 beschriebenen erheblich berlegen. Wird nämlieh als Ab- schlussorgan beispielsweise eine mitschwingende Membrane verwendet, so muss bei jeder Schwingung der Gefässdruck überwunden werden. Selbst wenn man Kraftspeicher, wie etwa Federn, vorsieht, die dem Gefässdruck entgegenwirken, wird der Antrieb doch erheb- lich komplizierter.
Wenn die Vibrationsbewegungen nicht in Richtung der Riihreraehse erfolgen, fallen diese Komplikationen weg. Da der Gelenk- punkt der Rührorgansstange bei den Vorrich- tungen nach Fig. 1 bis 3 in die Gefässabschlussdichtung verlegt ist, kann die Vibrationsbewe gung in das Gefässinnere übertragen werden, ohne dass der Gefässdruck die Bewegung hindert.
Fig. 4 zeigt den Abschluss des Gefässes durch eine Membrane. Dabei ist zur Kompensation des Gefϯdruckes, also zur Entlastung der Membrane, eine Druckfeder vorgesehen.
Auch hier liegt der Gelenkpunkt, um den das Rührorgan in Vibrationsbewegungen versetzbar ist, an der Eintrittsstelle der Rührorgans- stange in das Gefäss.
Beim Beispiel nach Fig. 5 ist auf dem Gefässdeckel ein federndes Rohr angeordnet.
Das dem Gefäss zugekehrte Ende dieses Rohres (Stelle Z), umfasst dichtend die durch das Rohr hindurchgeführte R hrorgansstange ; hier liegt auch der Gelenkpunkt des Rühr- organs.
Die Fig. 6 bis 8 zeigen in grösserem mats- stab verschiedene Ausführungsbeispiele der Gelenkstelle.
Nach Fig. 6 ist die Rührorgansstange F durch ein passendes Kesselloch C geführt.
Das Loch C ist abgerundet, damit sich die Rührorgansstange, welche un den Punkt G schwingt, gut abwälzen kann. Mit Hilfe der Klemmplatte B und der Anpasserhöhung D ist innen und aussen eine Einlage A aus ela stisch deformierbarem Material, wie Gummi, Kunstgummi oder dergleichen, eingeklemmt, welche die Abdichtung besorgt. Da die Stange P in ihrem Gelenkptmkt G nur einen ganz kleinen Weg macht, kann die Bewegung trotz Abdichtung erfolgen, da das Dichtungsmaterial der Bewegung nachgibt. Je nach Kesseldruck kann die Pressung mit IIilfe der Schraubenmutter E vergrössert oder verklei- nert werden.
Es hat sich gezeigt, dass mit einer solchen Abdichtung Kesseldrueke von 2-300 at und mehr überwunden werden können.
Fig. 7 zeigt ähnliche Abschlussmittel, welche vor allem auch f r Drehvibrationsbewegungen um die Riihrerachse geeignet sind.
Hier ist das elastisch deformierbare Material A um die Rührorgansstange herumgelegt und beidseitig mit den Platten B gestützt.
Beim Beispiel nach Fig. 8 ist an der Rühr- organsstange ein Kugelsitz angeordnet. Dies ist zum Beispiel bei grossen und schweren Rührorganen von Vorteil. Es bedeuten in der Figur wiederum A das Dichtungsmaterial, B und D die Stützteile hierfür, C die Íffnung des Gefässes und F die R hrorgansstange.
Merkmale der einzelnen Ausführungsbei- spiele sind austauschbar. So können beispielsweise alle Rührwerkzeuge, wie sie in den Schweizer Patenten Nrn. 278280 und 289372 beschrieben sind, zusammen mit den Lage rnngsmitteln nach Fig. 6 bis 8 verwendet werden. Ferner können in verschiedenen Rich- tungen verlaufende Vibrationsbewegungen miteinander kombiniert werden. Man kann dadurch jede beliebige Bewegung in der Fl s sigkeit erreichen und damit die für die gewollte Reaktion oder Bewegung günstigste Form auswählen.