CH298891A - Verfahren zur Herstellung eines synthetischen Gerbstoffes. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines synthetischen Gerbstoffes.

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CH298891A
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Farbwerke Hoechst Akt Bruening
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Hoechst Ag
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  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

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      Verfahren    zur Herstellung eines     synthetischen        Gerbstoffes.       Es ist bekannt, aus     Naphthol        durch        Sulfo-          riierung    und anschliessende Kondensation der       Sulfonierungsprodukte    mit Formaldehyd zu  Gerbstoffen zu gelangen. Man erhält. dabei  Produkte vom Charakter der Hilfsgerbstoffe.  Sie geben Leder von nur geringer Fülle und  einem     Rendement,    das klein ist,     wenn    man es  mit dem vergleicht, das man durch     Gerbung     mit     vegetabilischen    Gerbstoffen erhalten kann.

    Es sind verschiedentlich Versuche gemacht  worden, die füllenden und     Rendement    geben  den Eigenschaften dieser Gerbstoffe zu ver  bessern. So hat man die     Sulfonierungspro-          dukte    des     Naphthols    mit mehr oder weniger  gereinigten     Phenolmono-    oder     -dialkoholen     umgesetzt und hat dadurch eine gewisse Ver  besserung erzielt. Aber auch diese     Gerbstoffe     geben Leder, die in Fülle und     Rendement    den  vegetabilisch gegerbten Ledern stark unter  legen sind.

   Die geringe Füllwirkung rührt in  der Hauptsache daher, dass die     Naphthol-Sul-          lonsäure    vor allem bei Anwendung niedriger  Temperaturen nur eine begrenzte Menge     Phe-          iiolalkohol    aufnehmen kann, wenn     klar    in       Wasser    lösliche Produkte erzielt werden sol  len.

   Bei     Anwendung    grösserer Mengen     Phe-          nolalkohol    fällt das Produkt beim Lösen in  Wasser     teilweise    aus und ist dann für Gerb  zwecke ungeeignet, da sich in den Brühen  Schlamm bildet, was leicht     -zur        Totgerbung          führt    und die Leder verschmiert.

      Erfindungsgemäss werden wertvolle     Gerb-          Stoffe    dadurch erhalten, dass man das Umset  zungsprodukt von sulfoniertem     ss-Naphthol     mit einem flüssigen     Kondensationsprodukt     aus Phenol,     gresol    und Formaldehyd, bei  dem höchstens 1     Mol    Formaldehyd auf 1     Mol          Phenol-gresolgemisch    angewendet worden ist,  einer     Nachbehandhtng'mit    Formaldehyd un  terzieht.  



  Statt der genannten     Phenolalkohole    wer  den also hier auch beliebige flüssige, noch  nicht     auskondensierte    Kondensationsprodukte  aus Phenol,     Kresol    und Formaldehyd, bei  denen höchstens 1     Mol    Formaldehyd auf  1     Mol        Phenol-Kresolgemisch    angewendet wor  den ist,     verwendet.    Verglichen mit den be  kannten Verfahren können hier     erheblich     grössere     "Mengen    der flüssigen     Phenol-Form-          aldehyd-Kondensationsprodukte    angewendet  werden,

   da nach ihrer Umsetzung     mit    der       Naphthol-Sulfonsäure    noch eine Behandlung  mit Formaldehyd erfolgt.  



  Man     verfährt    z. B. in der Weise, dass man       ss-Naphthol    mit Schwefelsäure     sulfoniert    und  auf das     Sulfonierungsgemisch        zweclcmässig    bei  höherer Temperatur das flüssige Kondensa  tionsprodukt aus Phenol,     Kresol    und Form  aldehyd einwirken lässt. Es ist für die Um  setzung vorteilhaft, dem     Sulfonierungsgemisch     vorher etwas konzentrierte     Essigsäure    zuzu  setzen. Bei Anwendung     entsprechend    grosser      Mengen des Kondensationsproduktes erhält  man Reaktionsgemische, die beim Lösen in       Wasser    zum grossen Teil ausfallen.

   Lässt man  auf diese     nim,    gegebenenfalls nach Verdün  nung     mit    Wasser, die erforderliche Menge       Formaldehyd    einwirken, so kommt man über  raschenderweise wieder zu einem völlig klar  in Wasser löslichen Stoff, der auch beim  Gerben klar bleibt und Leder von einer Fülle  und einem     Rendement    wie die vegetabilischen  Gerbstoffe liefert. Die Farbe des damit er  zeugten Leders ist rotbraun bis     gelbbraun.     Man gewinnt so einen bisher nicht bekann  ten Gerbstoff, der in Aussehen und Gerb  eigenschaften dem natürlichen     Quebracho     ähnlich ist und der eine braune, schwach aro  inatisch riechende Substanz darstellt.  



  Für die Anwendung als Gerbstoff wird  das Produkt     zweckmässig    teilweise neutrali  siert oder ganz neutral gestellt und dann mit  organischen Säuren, wie Essigsäure, Milch  säure,     Glykolsäure,        Oxalsäure    oder derglei  chen, wieder angesäuert. Der Stoff gerbt noch  bei sehr hohen     pH-Werten    von etwa     pH    5 und       darüber;    er gleicht hierin den vegetabilischen  Gerbstoffen und unterscheidet sich charakte  ristisch von den sogenannten Hilfsgerbstof  fen, deren     Gerbwirkung    bei höheren pH-Wer  ten sehr stark abnimmt.

   Bei der Analyse zeigt  er ein     vorzügliches        Gerbstoff-Nichtgerbstoff-          Verhältnis    und einen geringen     Aschegehalt,     entsprechend den besten vegetabilischen Gerb  stoffen. Er     ist    aus allen     diesen    Gründen ge  eignet,     vegetabilisehe    Gerbstoffe voll     zLi    er  setzen.

   Gegenüber den bekannten, aus     sulfo-          niertem        ss-Naphthol    und     Phenolmono-    oder       -dialkoholen    ohne     Nachbehandlung    mit Form  aldehyd erhaltenen Gerbstoffen zeichnet sich  der neue Gerbstoff dadurch aus, dass er ein  wesentlich volleres Leder von besserem Griff  ergibt.  



  <I>Beispiel:</I>  In 100 Gewichtsteile geschmolzenes     ss-          Naphthol    lässt man unter Rühren bei 120 bis       125         75        Gewichtsteile        100        %ige        Schwefelsäure       einlaufen und hält so lange (etwa 1-3 Stun  den) bei 125 , bis die gebildete     Naphthol-Sul-          fonsäure    klar in Wasser     löslich    ist.

   Dann gibt  man bei 100  30 Gewichtsteile Eisessig zu und       lässt    bei 90-95 <B>100</B> Gewichtsteile eines alka  lisch kondensierten noch flüssigen     Kondensa-          tionsproduktes    aus Phenol,     Kresol    und Form  aldehyd zulaufen.

   Man verdünnt dann bei  50  mit 200 Gewichtsteilen Wasser und kon  densiert bei 35  mit 35     Gewiehtsteilen        Form-          aldehyd        30        %        ig        nach.        Nach        einstündigem     Rühren wird mit Ammoniak neutral gestellt  und mit 30     Gxewichtsteilen        Eisessig    gesäuert.  



  Das erwähnte alkalisch kondensierte,     noeh     flüssige Kondensationsprodukt erhält man  durch mehrstündiges allmähliches Erhitzen  von 33     Gewiehtsteilen    Phenol,<B>135</B>     Gewichts-          teilen        Kresol,        113        Gewiehtsteilen        30        %        igem     Formaldehyd und 0,5     Gewichtsteilen    wasser  freier Soda auf 80  (unter gutem Rühren)  und Abscheiden des Kondensationsproduktes  durch Zusatz von 30 Gewichtsteilen Kochsalz.  



  Der nach dein Beispiel erhaltene Gerb  stoff ist eine braune, schwach aromatisch  riechende,     syrupöse        Substanz    und ist. in seiner       wässrigen    Lösung gut. salzbeständig und ver  träglich mit vegetabilischen Gerbstoffen; er  zeigt bei der Analyse ein sehr günstiges Ver  hältnis von Gerbstoff zu     Niehtgerbstoff    und  gibt Leder mit guter Fülle.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines syrupö- seu, schwach aromatisch riechenden, syntheti- sehen Gerbstoffes, dadurch gekennzeiehnet, dass man das Umsetzungsprodukt von sulfo niertem ss-Naphthol mit einem flüssigen Kon densationsprodukt aus Phenol, Kresol und Formaldehyd, bei dem höchstens 1 Mol Form aldehyd auf 1 Mol Phenol-Kr esolgemisch an gewendet worden ist,
    einer Nachbehandlung mit. Formaldehyd unterzieht.
CH298891D 1939-07-06 1943-11-13 Verfahren zur Herstellung eines synthetischen Gerbstoffes. CH298891A (de)

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