Messerscheibe für Holzbearbeitung, insbesondere zum Anfräsen von Zapfen. Bekannt sind sog. Messerköpfe mit Durch messern bis zu etwa 150 mm, bei denen die Messer aus der Umlauffläche des zylindrischen Haltekörpers oder einer über diesen gescho benen Schutzhülse aus Sicherheitsgründen nur um Sparstärke herausragen.
Für das Anfräsen von Zapfen und für das Sehlitzen sind \Verkzeuge erforderlich, bei denen der Durchmesser des Messerschneiden kreises erheblich grösser, beispielsweise von 400 mm und mehr ist. Bei der Gestaltung die ser Werkzeuge mussten die genannten be kannten Messerköpfe als Vorbilder ausschei den, weil sich hierbei ausserordentlich schwere Scheiben mit bedenklich grosser Schwungmasse ergeben hätten. Um die Masse des \V erkzeuges in erträglichen Grenzen zu halten, hat man sogenannte Zapfenschneidarme und Schlitz haken entwickelt. Diese Werkzeuge verlangen jedoch bei der Arbeit grosse Vorsicht.
Bei ün- vorsiehtigem Arbeiten kann es leicht vorkom men, dass das Holz zerreisst oder gar bis zum Durchmesser der Nabe eingezogen und das Werkzeug zerstört wird, wenn das Holz nicht nachgibt. Hierbei ist auch der Arbeiter ge fährdet. Zahlreiche Unfälle, die insbesondere darauf zurückzuführen waren, dass der Ar beiter in den Bereich der Messerarme greifen konnte, hat die Berufsgenossenschaft veran lasst, Unfallvorschriften zu erlassen, die dahin zielen, die Arme durch eine geschlossene kreis förmige Scheibe zu ersetzen.
Es ist vorgeschlagen worden, diesen Vor schriften dadurch zu genügen, dass man am Schreidarm eine kreisrunde Metallscheibe be festigt. Diese Schutzscheibe musste dünn sein, damit die Masse des Werkzeuges nicht uner träglich erhöht wurde. Daher hat man mög lichst dünne Blechscheiben vorgesehen und diesen durch Umbördeln ihres Aussenrandes die notwendige Steifigkeit verliehen. Hier durch sollte jedoch nicht eine Sparbegren zung geschaffen werden, sondern lediglich eine Abdeckung der Messerarme.
Abgesehen davon hätte so eine Spanbegrenzungsfläche auch nicht erreicht werden können, weil es unmög lich ist, den für diesen Zweck notwendigen präzisen Rundlauf der auf den Messerarmen befestigten Blechscheiben zu erzielen. Deshalb ist man bei der praktischen Ausführung mit dem Blechrand erheblich innerhalb des Messer schneidenkreises geblieben. Das Werkzeug war deshalb durch die Blechabdeckung keines wegs gegen Einzug gesichert.
Bekannt sind ferner sogenannte Messer scheiben, bei deren Gestaltung ebenfalls nur das Ziel verfolgt worden ist, die von der Drehachse weit. entfernten Messerhaltestellen im Grundrissbereich einer kreisrunden Scheibe unterzubringen und dabei möglichst massearm zu bauen. Hierzu ist die kreisrunde Scheibe möglichst dünn ausgeführt, und auf ihrer einen Seite springen die Messerträger als An sätze vor, die mit der Scheibe ein Stück bil den oder aufgesetzt sind. Es handelt sich also auch hier nur iun eine Abdeckung der Messer arme durch eine kreisrunde Scheibe, zum Herabsetzen der Unfallgefahr.
Die umlaufen- den Massen möglichst klein zu halten, wurden diese Scheiben aus Leichtmetall hergestellt. Einzugsicher sind alle diese Messerscheiben ebensowenig wie die Messerarme, denn eine Spanbegrenzungsfläche ist bei keiner vorhan den.
Die Erfindung bezweckt, die Messerscheibe, bei der die Messer auf einer Seite einer Grund scheibe angeordnet sind, vollkommen unfall sicher zu gestalten. Sie besteht darin, dass die Grundscheibe einen über den Messerschneiden kreis hinausragenden Schutzrand bildet und auf der Messerseite eine über die ganze Messer breite vorstehende Rippe hat, die mit ihr aus einem Stück besteht und eine jeweils an die Rückenflächen der Messer anschliessenden Spanbegrenzungsfläche bildet, welche in der Umlaufrichtung durch vor den Messerschnei den vorgesehene Spannuten unterbrochen ist.
Die so gestaltete Messerscheibe kann min destens ebenso massearm hergestellt werden wie die vorbeschriebenen bekannten, denn die Rippe bildet eine Versteifung der Grund scheibe, die bei der Bemessung ihrer Stärke berücksichtigt werden kann. Die Rippe kann auf der Drehbank auf genaues Mass abgedreht werden und läuft daher einwandfrei rund, was für eine Anlauffläche zur Spanbegrenzungs- fläehe unentbehrlich ist.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel beschrieben. Es zeigen: Fig. 1 einen Grundriss einer Messerscheibe, Fig. 2 einen Schnitt nach Linie II-II in Fig. 1, Fig. 3 einen Schnitt nach Linie III-III in Fig. 1, Fig. 4 eine schematische Darstellung zweier Messerscheiben bei der Herstellung eines Zap fens.
Der vorzugsweise aus Leichtmetall gegos sene Körper 1 der Messerscheibe nach Fig. 1 bis 3 kann mit einer zentrischen Bohrung auf dem Antriebzapfen 2 eines Elektromotors einer nicht dargestellten Zapfenschneidma- schine befestigt werden. In zwei um 180 ge geneinander versetzten Bohrungen des Kör pers sind Zapfen 4 -von Messerhaltern 5 hin- eingesteckt und mittels Schraubenmuttern 6 gesichert. In einem aus dem Körper 1 vor stehenden Teil haben die Messerhalter 5 eine Nut, in der das aus rechteckigem Profil material hergestellte Messer 7 mittels Schrau ben 8 fest eingeklemmt ist.
Zum Zwecke der Naehstellbarkeit in ihrer Längsrichtung haben die Messer 7 Längsschlitze. Die am Körper 1 aussen liegenden Teile der Messerhalter 5 haben eine zvlindrisehe Aussenfläche, die kon zentrisch zur Scheibenachse ist und denselben Durchmesser wie die Aussenfläche der Rippe 3 am Körper 1 hat.
Die beiden bilden zusammen eine Spanbegrenzungsfläche. Deren Durch messer ist um die Strecke 2cc kleiner als der durch die Messerschneiden 10 festgelegte lIes- serschneidenkreis 2d der Messerscheibe, der durch eine nur teilweise dargestellte Umfangs rille 11 am Rand des Körpers 1 markiert ist. Der Abstand a kann beispielsweise 0,5 bis 0,9 mm betragen. Als besonders vorteilhaft haben sieh praktisch unabhängig vom Messer scheibendurchm.esser die Werte um etwa 0,6 mm erwiesen.
Die Rippe 3 bildet. vor den Messern 7 Spannuten 12, die auf der hintern Seite von einem Spa.nbreeherteil 13 der Mes serhalter 5, der den Spanwinkel ,B bildet, und auf der vordern Seite von einem entsprechend gestalteten Teil 14 der Rippe 3 begrenzt wer den. Der Messerrucken 14 ist derart abge schrägt, dass er einen L'bergang zu der um bei spielsweise 0,7 mm zurückgesetzten Span begrenzungsfläche bildet. Der so gebildete Freiwinkel der Messerschneide 10 beträgt etwa 20 . Beim Montieren des Messers wird die Messerschneide 10 zunächst grob auf die Mar- kierrille 11 eingestellt. Zur Feineinstellung ist.
an dem der Schneide 10 entgegengesetzten Ende der Messerhalter 5 eine genaue Fläche 15 vorgesehen, und nun wird das Messer nach einer Einstellehre so weit in seiner Längsrich tung verschoben, bis es an der Lehre anstösst. Eine derartige Einstellung ist sehr rasch und einfach durchführbar.
Versuche mit der erfindungsgemässen Mes serscheibe ergaben sehr günstige Ergebnisse, und zwar sowohl hinsichtlich der Span leistung und Arbeitsgüte als auch besonders hinsichtlich der Rüekschlagsicherheit, was auf die um 0,7 mm hinter die Schneide 10 zurück gesetzte Spanbegrenzungsfläehe zurückzufüh ren ist.
Sofern man Zapfen mit schräger Stirn kante oder einem bestimmten Zapfenprofil fräsen will, ist natürlich die Schneidenform entsprechend zu gestalten, wie dies durch die strichpunktierte Linie 10a in Fig. 3 angedeutet ist. In diesem Fall hat die Rippe 3 eine ent sprechend profilierte Form 3a, die in den einzelnen Querschnittsebenen immer etwa um das gleiche Mass, z. B. u = 0,6 mm, in radialer Richtung hinter dem Messerschneidenkreis 2A zurücksteht.
Vorteilhaft ist, dass die Span- begrenzungsfläehe unmittelbar hinter dem Messer bereits am Messerhalter 5 vorhanden ist. Sie verhindert vollständig das gefährliche und bisher so gefürchtete Einziehen der Werk stücke. Bei abgedeckten Spezialmaschinen ge nügt unter Umständen schon die Rippe. Die Messerscheibe kann so ausgebildet sein, dass auch an der Zapfenstirnseite eine glatte Span abnahme erfolgt. Die Befestigung der Messer halter 5 mittels der Zapfen 4 und Muttern 6 gestattet ferner auch eine kleine Drehung der Messerhalter 5, wenn aus irgendeinem Grund der Abstand a um ein geringes Mass verändert werden soll.
Scheiben der Erfindung können bei Aus führung aus Leichtmetall mit einer Umfangs geschwindigkeit der Messerschneiden von 30 bis 70 m'/sec vorzugsweise mit 40 nilsec betrie ben werden.