<B>Einrichtung zur richtungswechselnden</B> Drehbewegung <B>von</B> Arbeitsmaschinen, <B>insbesondere</B> von Trommelwaschmaschinen, mittels eines Einphasen-Kurzschlussankermotors. Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur richtungswechselnden Drehbewegung von Arbeitsmaschinen, insbesondere von Trom- rnelwaschmaschinen, mittels eines Einphasen Kurzschlussankermotors, also eines Motors mit labilem Drehrichtungssinn. Sie macht es sich zur Aufgabe,
die Mängel und Unvoll- kommenheiten seither bekannter Steuerungs organe zu beheben und die Verwendung umständlicher Schaltaggregate entbehrlich zu machen.
Es sind z. B. Schaltaggregate bekannt, die aus einer Schaltwalze mit einem ihr besonders zugeordneten Motor oder aber aus einem Quecksilberschalter mit Verzögerungs einrichtung bestehen. Diese Schaltaggregate müssen bewirken, dass der Antriebsmotor beim Übergang von der Rechtsdrehung zur Linksdrehung vollkommen zur Ruhe kommt. Sie erfordern einen im Verhältnis zu den sonstigen Herstellungskosten der Maschine unerwünscht grossen Kostenaufwand und erweisen sich oft als störanfällig. Dies ist besonders bei Waschmaschinen nachteilig, die vielfach von technisch ungeschultem Personal bedient werden müssen.
Bei den bekannten Einrichtungen müssen ausserdem die Schaltpausen so gross gewählt werden, dass auch bei geringer Belastung der Maschine die bewegten Massen mit dem Antriebsmotor gemeinsam zum Stillstand kommen. Hierdurch ergibt sich eine Ver längerung des Arbeitsvorganges mit der Folge einer gewissen Unwirtschaftlichkeit.
Bei Anwendung des Umsteuerungsprin- zips ergibt sich eine Schwierigkeit durch das unvermeidliche Spiel, das zwischen Zahn rädern und sonstigen Übertragungsorganen in dem Untersetzungsgetriebe vorgesehen sein muss, denn nach dem Einschalten kann der Motor bis zur Überwindung der Summe der Spiele schon, eine so hohe Geschwindig keit erreicht haben, dass die alsdann ein setzende Kraftübertragung sich durch einen harten Stoss äussert.
Man begegnet diesem Umstand durch Anwendung eines elastischen Zwischentriebes, z. B. eines Riementriebes, oder einer @ elastischen Kupplung. Man kann auch beispielsweise die bei einer Trommel waschmaschine eintretende Rückdrehung der Trommel ausnützen und den Zeitpunkt des Wiedereinschaltens des Motors so wählen, dass ihm diese rückläufige Trommelbewegung vorangeht. In der Praxis hat es sich jedoch erwiesen, dass der beabsichtigte Zweck nur unvollkommen erreicht wird, weil unvermeid liche Belastungsschwankungen zur Auswir kung kommen.
Nun haben Einphasenmotoren bekannt lich die Eigenschaft, erst nach Einschalten einer Hilfsphase, die durch Phasenverschie bung ein Drehfeld erzeugt, in Gang zu kom- men und dann auch nach Ausschalten der Hilfsphase weiterzulaufen, weil bei der Rota tion des Ankers durch das Zusammenwirken des magnetischen Primärfeldes und des Ankerfeldes sich ein neues Drehfeld bildet, welches das Drehmoment erzeugt.
So wie bei Inbetriebsetzung des Einphasen-Wechsel- strommotors die Einleitung der Bewegung durch eine Hilfsphase erfolgt, ist sie auch durch einen mechanischen Bewegungsimpuls nach der einen oder andern Drehrichtung bewirkbar. Der Rotor behält dann die ihm mechanisch erteilte Drehbewegung bei. Ausserdem ist erfahrungsgemäss das Kipp- moment eines solchen Einphasenmotors ver hältnismässig gering.
Die Erfindung macht sich nun diese Umstände zunutze. Sie besteht darin, dass der Maschinenanlage ein mechanischer Kraft speicher zugeordnet wird, der nach Ablauf einer gewissen Umdrehungszahl mit der Maschine zeitweise kraftschlüssig gekuppelt wird und dabei deren Bewegungsenergie auf nimmt, dann das Drehmoment der Maschine überwindet und die aufgespeicherte Energie für die Drehbewegung in entgegengesetzter Richtung nutzbar macht.
Als. Kraftspeicher kann ein. Gewicht die nen, das während einer gewissen Trommel- bewegung angehoben und dann zur Wirkung freigegeben wird. Bei einer andern Ausfüh rungsform der Erfindung dient als Kraft speicher eine Zugfeder, die während einer gewissen Trommelbewegung gespannt und dann zur Wirkung freigegeben wird.
Vorzugsweise ist auf einen Achszapfen der Maschine ein Mitnehmerorgan mit entgegen gesetzt zueinander abgebogenen Anschlag enden aufgesetzt, wobei ein Anschlagende in die Bewegungsebene eines auf einer Achsnabe sitzenden Anschlagstiftes und das andere Anschlagende in die Bewegungsebene eines mit dem vorgesehenen Kraftspeicher ver bundenen Hebels hineinragt.
Bei Anordnung eines Gewichtes als Kraft speicher wird dieses von einem lose auf dem Achszapfen der Maschine sitzenden Gelenk hebelpaar erfasst, während bei Ausbildung des Kraftspeichers als Zugfeder ein Ende dieser Feder in bezug auf die Maschine fest angeordnet ist, während ihr anderes Ende von einem auf dem Achszapfen der Maschine lose aufgesetzten Hebel erfasst wird. Die Wirkung des Kraftspeichers als Organ zur Einleitung der Rückdrehung der Maschinen trommel und damit zur Erteilung eines Kraftimpulses in bezug auf den Einphasen motor, dessen Anlauf nunmehr in entgegen gesetzter Drehrichtung zu erfolgen hat, wird dadurch unterstützt, dass z.
B. bei einer Waschtrommel die Wäsche in dem für die Umsteuerung vorgesehenen Zeitpunkt sich im wesentlichen so einseitig am Wasch trommelumfang zusammenballt, dass ihre Masse zusätzlich im Sinne der einzuleitenden Rückdrehbewegung zur Wirkung kommt.
In der Zeichnung sind die erwähnten Aus führungsformen der Erfindung beispielsweise und schematisch veranschaulicht.
Fig. 1 zeigt schaubildlich eine Wasch maschinentrommel mit Antrieb und einem aus einem Gewicht bestehenden Kraftspei cher Fig. 2 stellt die Waschmaschinentrommel von der Stirnseite her gesehen dar und zeigt die Verwendung einer Feder als Kraft speicher; Fig. 3 zeigt die Maschinentrommel nach Fig. 2 in der Umschaltstellung bei gespannter Kraftspeicherfeder, und Fig. 4 veranschaulicht, wie sich z. B. eine Wäschecharge in der umlaufenden Wäsche trommel verlagert.
Auf dem Achszapfen c der Waschtrommel a sitzt lose ein Hebel d, an welchen ein weite rer Hebel f angelenkt ist, der ein Gewicht e trägt.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 2 und 3 ist an Stelle des Gewichtes e eine Zugfeder ja vorgesehen.
Ein Mitnehmerorgan g ist auf den Achs zapfen c lose aufgesetzt, und es weist ent gegengesetzt zueinander abgebogene An schlagenden auf. Eines der Anschlagenden ragt in die Bewegungsebene eines auf einer Achsnabe i befestigten Mitnehmerstiftes <I>k</I> hinein, während das andere Anschlagende in die Bewegungsebene des dem Kraftspeicher zugeordneten und lose auf dem Achszapfen c sitzenden Hebels d hineinragt.
Das vorerwähnte Mitnehmerorgan sowie der mit. einer Achsnabe verbundene Anschlag stift finden in gleicher Weise bei der Kraft speicherausführungsform gemäss den schema tischen Fig. 2 und 3 Verwendung.
Bei Drehung der Trommel a legt. sich zu einem gewissen Zeitpunkt der Mitnehmer- stift k gegen das ihm zugeordnete Anschlag ende des Mitnehmerorgans g an, das nunmehr auch drehbewegt wird, bis sein anderes Anschlagende mit dem zum Kraftspeicher gehörenden Hebel d kraftschlüssig in Ver bindung kommt. Bei weiterer Drehbewegung bewirkt das Mitnehmerorgan die Aufladung des Kraftspeichers.
Bei der Umkehr der Drehbewegung der Trommel a gibt der Mitnehmerstift k das Mitnehmerorgan g frei und ermöglicht da durch die Auslösung der Wirkung des Kraft speichers. Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ist diese Lage des als Gewicht aus gebildeten Kraftspeichers in strichpunktier ten Linien gezeigt, während in Fig. 3 ver anschaulicht ist, in welcher Lage sich der von dem Mitnehmerorgan g bewegte Hebel im Augenblick der Auslösung des als Feder h ausgebildeten Kraftspeichers befindet.
Der Kraftspeicher wirkt. jeweils dem Drehmoment des Motors b entgegen. Die Bewegungsenergie der bewegten Massen so wie das Drehmoment des Motors wird über wunden, wodurch die Bewegung und das Drehmoment entfällt, da dieses sich ja erst bei der Bewegung bildet. Der Energiespeicher dreht nunmehr den Motor in entgegengesetz ter Richtung. Der Motor seinerseits baut durch die eingeleitete Bewegung sein Dreh moment wieder auf und setzt die Bewegung fort. Erstmalig muss bei Inbetriebsetzung durch einen Hilfsphasenschalter die Bewe gung eingeleitet werden.
In Fig. 4 ist schematisch gezeigt, in welcher Lage sich die Wäschecharge bei einer Waschtrommel etwa im Augenblick der Bewegungsumkehr befindet, und es ist ver ständlich, dass die Wäschecharge iv durch ihr Eigengewicht die Kraftspeicherwirkung un terstützt.
Da sich das in den Übertragungsorganen des Getriebes vorgesehene Spiel während der Bewegung dann ausgleicht, wenn der mecha nische Kraftimpuls in den elektrischen Im puls übergeht, tritt selbst bei einer Summe von grösseren Spielen keinerlei Stoss auf.