Anlage zur Behandlung unterschiedlicher Fadenscharen. Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Behandlung unterschiedlicher Fadenscharen. Ein. Ausführungsbeispiel der Anlage kann insbesondere beim Präparieren von Webket- ten angewendet werden, wobei Ketten aus verschiedenen Garnarten und -stärken oder von Bäumen mit trockenem Rohgarn und noch halbnassen Färbebäumen gleichzeitig ihrer Art, Struktur und sonstigen Eigenschaften entsprechend unterschiedlich behandelt und nach Behandlung zusammengeführt und gleichzeitig auf einem Wehbaum zusammen aufgebaut werden können.
Die erfindungsgemässe Anlage zur Behand lung unterschiedlicher Fadenscharen kenn zeichnet sich durch mehrere Behandiungsein- richtungen und durch Führungsmittel, durch welche im gleichen Arbeitsgang die unter schiedlichen Fadenscharen mindestens teil weise verschiedenen Behandlungseinrichtun gen zugeführt werden können.
In der Zeichnung sind Ausführungsbei der Erfindung schematisch dargestellt, und zwar zeigen: Fig. 1 eine erste Anlage zur Behandlung unterschiedlicher Fadenseharen, Fig. 2 bis 4 Varianten zu Fig. 1, Fig.5 einen schematischen Schnitt durch einen Anlageteil und Fig.5a. eine Einzelheit.
s In den Fig.1 bis 4 sind die jeweiligen Sehär- und Zettelbäume oder Zettelbaumgrup pen mit 1', 1'', 1''', die Leim- oder Schlicht- vorrichtungen mit 2', 2'', die unterschiedli chen Fadenscharen oder Kettbahnen mit 3, 3'' usw., die Umlenkrollen oder Stäbe mit 4', 4'', 4''', die Behandlungsvorrichtungen mit 5, die einzelnen Behandlungseinrichtungen mit 6', 6'' usw., die Fahreinrichtungen mit 7', 7'' usw., das jeweilige Teilfeld mit 8, der Ein lesekamm mit 9, die Zwischenwände mit 10, die die Behandlungseiniehtungen ergänzen den Endteile mit 11, die Zugwalzen mit 12, die Bäumeinrichtungen bzw. der Kettbaum mit 13 bezeichnet. In der Abbildung 5 ist ferner der Temperaturfühler mit 14 und die Verstellantriebe mit 15', 15'' bezeichnet.
Es ist ohne weiteres ersichtlich, dass mit der Behandlungsanlage nach Fig.1 bei ent sprechender Anordnung von Leitwalzen oder Stäben verschiedene Garnarten oder -stärken einer Webkette im gleichen Arbeitsgang ver schieden behandelt werden können. Bei ent sprechender Leitung der Fadenscharen 3', 3" können diese je nach Art.
oder Stärke in ent sprechenden Behandlimgseinrichtizngenn 6', 6", 6"' je nach ihrer Eigenart mindestens teilweise getrennt voneinander behandelt und zur ge- ineinsamen Aufbäumung wieder z#iisammenge- führt werden, nachdem sie vor dieser Behand lung getrennt geschlichtet worden sind.
Fig. 2 zeigt, wie mit einer ähnlichen Be handlungsanlage das Vortrocknen von nassen Fadenscharen, dlie von Färbebäumen abgezo gen werden, die gemeinsame Schlichtung mit Rohgarnen und anschliessend die gemeinsame Behandlung oder Trocknung und schliesslich die gemeinsame Aufbäumung durchgeführt wird.
Ferner ist auch ohne weiteres verständlich, dass bei einer ähnlichen Anordnung, wie in Fig. 2 gezeigt, bei der lediglich noch eine ent sprechende Umgruppierung von Leitwalzen oder Stäben vorgenommen werden muss, das Teilen von Webketten in der Behandlungs anlage vorgenommen werden kann. Durch Einlegen von Teilschnüren in entsprechende Zettelwalzen oder Zettelwalzengruppen zwecks Abteilung von Fadenscharen werden diese getrennt den jeweiligen Behandlungseinrich tungen 6', 6'', 6''' zugeführt, mach deren Durchlauf eine Zusammenführung zwecks ge meinsamer Aufbäumung stattfindet. Ein un nötiges Teilen und Auseinanderreissen der Fäden im Aufteilfeld wird dadurch vermie den.
Fig. 3 zeigt, wie bei einer zweckentspre chenden Unterteilung der Behandlungskanäle durch Zwischenwände 10 eine noch weitere Aufteilung der Garnbahnen vorgenommen werden kann, um ein Einteilen und Ausein anderreissen der Fäden im Aufteilfeld mög lichst vollkommen zu vermeiden.
Fig. 4 zeigt, wie mit einer ähnlichen An lage, in der getrennte Behandlungsvorgänge durchgeführt werden, für die Zugänglichkeit des zu behandelnden Gutes besonders leicht bewegliche Abschlussteile 11 vorgesehen sind, die keine Erhitzer oder Umwälzeinrichtungen enthalten.
Bei den beschriebenen Behandlungsanlagen nach Fig. 1 bis 4 ist die Lage der Leim- oder Schlichtvorrichtung 2', 2'' und des Aufteil feldes 8 und der Bäume oder Wickelvorrich tung 13 zur Behandlungsanlage verschieden wählbar. Es können Anordnungen, wie dar gestellt, oder auch bei entsprechender Füh rung der Garnbahnen oder Fadenscharen, die Schlicht- oder Imprägniervorrichtung und das Aufteilfeld und Bäum- oder Wickelvorrich tung zusammen auf einer Seite der Behand lungsanlage angeordnet werden.
Fig. 5 zeigt ein schematisches Schnittbild einer Behandlungseinrichtung, von der meh- rere zum gleichen, ähnlichen oder verschie denen Behandeln und Trocknen von Faden scharen in einer Behandlungsanlage zusam mengefasst sind, und die zur Herstellung ver schiedener Behandlungszustände ausser den bekannten Reglern der Heizenergie auch be kannte Regler zur Regelung der Geschwin digkeit und Temperatur bzw. Kühlung des Be- handlungsmittels oder Behandlungsgutes ent halten. In der Fig. 5 ist die automatische Ge schwindigkeitsregelung des Behandlungsmit tels bis zur vollkommenen Drosselung bzw.
die gegebenenfalls erforderliche Kühlung bei plötzlicher Änderung der Arbeitsgeschwindig keit, zum Beispiel Kriechgang oder Still stand, in Abhängigkeit von der Behandlungs temperatur, beispielsweise dargestellt. Derar- tige Regelvorgänge können genau so in Ab hängigkeit von der Durchlaufgeschwindigkeit des Behandlungsgutes wie auch in Abhängig keit vom Wirkeffekt des Behandlungsvorgan ges vorgenommen werden.
Die jeweiligen Behandlungskanäle sind mit 17, die Umlenker für den Behandlungsmittel strom mit 18' und 18'', die Umwälzeinrici- tungen für das Behandlungsmittel mit 19' und 19'', die Wärmeaustauscher mit 20' und 20'' bezeichnet.
Das Behandlungsmittel wird von den Umwälzeinrichtungen in ständigem Kreislauf über den Wärmeaustauseher und das zu behandelnde Gut im Behandlungs kanal gehalten und berührt einer- oder beider seits mit hoher Geschwindigkeit im turbu lenten Strömungszustand das Behandhingsgut. Die Bezugsziffern ,, b, c in Fig.5 und 5(r bezeichnen bei einer elektriseli arbeitenden Re gelung jeweils miteinander zti verbindende elektrische Anschlussklemmen.
Mit der beschriebenen Anlage ist es mög- lich, dass die von einem Teil, des Behandlungs- gutes durchlaufenen Behandlunbseinrichtun- gen unterschiedliche Behandlungen oder dass sie gleiche Behandlungen mit verschiedener Wirkung vornehmen. Die Behand11ungsein- richtungen sind dabei so gebaut, dass sie in lotrechter Richtung durchlaufen werden. Die Zwischenwände 10 dienen zur Aufteilung der Fadenscharen.
Es können auch noch beson- dere Leitvorrichtungen für die Fadenscharen in entsprechender Zahl vorgesehen sein. Es ist auch vorteilhaft, wenn Teile einer Behand lungsanlage transportabel, insbesondere fahr bar sind.
Zur Überwachung der Betriebszustände oder der Behandlung sind jeder Behand lungseinrichtung eigene liess- und Regelein richtungen zugeteilt. Es ist aber auch mög lich, mehrere Behandlungseinrichtungen an eine gemeinsame Mess- und Regelanlage anzu schliessen. Ferner ist es vorteilhaft, wenn die Führung der durchlaufenden Fadenscharen unabhängig von den Behandlungseinrichtun gen angeordnet sind, so dass die Teile der Be- handlungseinrichtuugen an die Fadenscharen ohne Beeinflussung der Laufbahnen der Fa denscharen leerangeführt werden können.
Bei der Herstellung von Ketten aus ver- schiedenen Garnarten und Fadenstärken, sei es als gemischte Ketten oder Mehrfachketten, wird es durch die beschriebene Anlage mög lich, die verschiedenen Fadenscharen nach Garnart und -nimmer getrennt oder gemein sam zu schlichten oder sonstwie zu präparie ren und auf jeden Fall in getrennten Ein- riehtungen zu trocknen oder zu behandeln, so dass zum Beispiel mit den jeweils geeig neten Temperaturen, Behandlungsmitteln und sonstigen Mitteln auf die Textilketten einge wirkt werden kann.
Nach der Behandlung er folgt das Zusammenführen und Vereinigen der Teilketten auf einem gemeinsamen Weh baum.
Die der Schlichtmasehine vorgelegten Zet telbäume werden je nach Wahl der in der Behandlungsvorrichtung vorhandenen Be- handlungseinriehungen in einer entsprechen den Anzahl Fädenscharen oder Teilketten nach dem gegebenenfalls gemeinsamen Passie ren der Leim- oder Schlichtvorrichtung durch Leitrollen oder Leitstäbe aufgeteilt. Nach dem Verlassen der Behandlungseinrichtungen, also im bereits angetrockneten oder trockenem Zustand, werden sie wieder vereinigt, unter Umständen nochmals gemeinsam einem Nach behandlungsprozess unterworfen, dann über ein Teilfeld durch einen Scherenkamm zur gemeinsamen Aufbäumung der Bäumma- schine zugeführt.
Zur Aufteilung genügt hierbei, wenn in jedem Zettelbaum ein Fa denkreuz gelegt wurde, schon ein Teilstab bzw. bei zweckentsprechendem Einlesen der Fäden in den Scherenkamm eine Teilung durch den Scherenkamm selbst, da die jetzt noch auftretenden Teilungskräfte nur sehr gering sind. Unter Teilungskräfte sollen jene Kräfte verstanden werden, die erforder lich sind, um die während des Troeknungsvor- ganges zusammengeklebten Einzelfäden wie der voneinander zu trennen. Dies geschieht dadurch, dass die Fäden 1, 3, 5 usw. oberhalb, die Fäden 2, 4, 6 unterhalb eines Teilstabes geführt werden und sich dabei voneinander lösen.
Für dieses Lösen sind die Teilungs kräfte erforderlich. Bei Verwendung mehrerer Leim oder Schlichtvorrichtungen mit getrennt arbeiten der Behandlungseinrichtung lässt sich ohne weiteres in bekannter Weise die jeweils not wendige Spannungs oder Dehnungsregelung durchführen, um sonst unter Umständen ein tretende Schädigungen des Behaudlungsgutes zii vermeiden. Eine notwendige Temperatur- regeliuig, die in bekannter Weise über die Regelung der Dampfzufuhr vorgenommen werden kann, ist auch hier ohne weiteres mög lich, würde aber, wie in den meisten: Fällen, viel zu träge arbeiten.
Diese Regelung lässt sieh bei der hier vorgesehenen Behandhmgs- anla,ge in einfacher Weise dadurch ergänzen und zu einer trägheitslosen Regelung ein richten, dass man in den Behandlungskanal der jeweiligen Apparatur durch geringfü gige automatische Einströmklappenverstellung Raumluft als Kühlmittel dem Behandlung,#:
- mittel zuführt oder zunächst. durch Regel- klappen die Umwälzung des Behandlungs- mittels ganz oder teilweise drosselt. Es kann auch die Möglichkeit der Verfahrbarkeit der einzelnen Behandlungseinrichtungen von dem Behandlungsglut fort oder auf das Behand lungsgut zu zur Regelung der Einwirkung des Behandlungsmittels auf das Behandlungs- Out ausgenützt. werden.
Durch Versuche hat sich ferner gezeigt, dass aufgeteilte dichte Webketten, die durch zweckentsprechende Aufteilung als leicht ein gestellte, also starkaufgelockerte Teilketten die Behandlungsanlage und damit die entsprechen den Behandlungseinrichtungen durchlaufen, auch bei einseitiger Zuführung des Behand lungsmittels in den Behandlungskanal bei nur geringer Spannung einwandfrei behandelt werden können.