CH303361A - Pressteil aus Holzspänen und Verfahren sowie Vorrichtung zu seiner Herstellung. - Google Patents

Pressteil aus Holzspänen und Verfahren sowie Vorrichtung zu seiner Herstellung.

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CH303361A
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Gmbh Holzwerke Zapfendorf
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Gmbh Holzwerke Zapfendorf
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    • B27WORKING OR PRESERVING WOOD OR SIMILAR MATERIAL; NAILING OR STAPLING MACHINES IN GENERAL
    • B27NMANUFACTURE BY DRY PROCESSES OF ARTICLES, WITH OR WITHOUT ORGANIC BINDING AGENTS, MADE FROM PARTICLES OR FIBRES CONSISTING OF WOOD OR OTHER LIGNOCELLULOSIC OR LIKE ORGANIC MATERIAL
    • B27N5/00Manufacture of non-flat articles

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Description


  Pressteil aus Holzspänen und Verfahren sowie Vorrichtung zu seiner Herstellung.    Es ist bekannt, zerkleinertes Holz unter  Zusatz von Bindemitteln, insbesondere von  härtbaren Kunstharzen, zu Platten zu     ver-          pressen    und diese an Stelle von Naturholz in  der Bau- und Möbeltischlerei zu verwenden.  Diese Platten neigen aber dazu, sich zu ver  ziehen, manchmal erst nach längerer Zeit.  Die Standfestigkeit wird mit steigendem spe  zifischem Gewicht und mit abnehmender  Dicke der Platten immer geringer. Aus die  sen Grün n hat man bisher meist nur     Plat-     ten mit einem     spezifischen    Gewicht unter  0,8 g/cm3 und mit Dicken von etwa 10 bis  30 mm auf den Marktgebracht.  



  Diese Erfindung bezieht sich auf harte  Holzspanpressteile, die ein spezifisches Ge  wicht von mindestem 1 g/cm3 besitzen und  eine Dicke von 3 bis 12 mm haben können,  ohne sich zu verziehen. Dies ist darauf zu  rückzuführen, dass die Pressteile aus Holz  spänen von annähernd gleicher Grösse beste  hen lund mit dem gehärteten Kunstharz im  prägniert sind, und wobei der Kunstharz  gehalt der Pressteile 5 bis 20 Gewichtsprozent  beträgt.  



  Wegen ihrer grossen Oberflächenhärte und  mechanischem Festigkeit sind diese Pressteile  auf den     verschiedensten        Anwendungsgebieten     brauchbar, insbesondere dort, wo leichte Rei  nigungsmöglichkeiten und grosse Wider  standsfähigkeit gegenüber mechanischer Be  anspruchung verlangt wird,    Um derartige Pressteile mit guten anwen  dungstechnischen Eigenschaften aus Holzspä  nen herzustellen, ist es erforderlich, bei deren  Herstellung die folgenden fünf Verfahrens  schritte kombiniert anzuwenden:  1. Es müssen zur Herstellung eines     Press-          teils    Holzspäne von annähernd gleicher Grösse  verwandt werden.  



  2. Das Kunstharzbindemittell muss in die  Holzspäne eindringen.  



  3. Dass Pressen der herzustellenden Er  zeugnisse muss in einer geschlossenen Form  erfolgen.  



  4. Beider Abkühlung des heissen, aus der  Presse kommenden Materials dürfen keine  schädlichere Temperaturgefälle entstehen.  



  5. Nach dem Abkühlen müssen die ferti  gen Pressteile auf las Feuchtegleichgewicht  gebracht werden, ahne dass dabei sehädliche  Spann ungen entstehen, die zu Formverän  derungen führen können.  



  Alls Ausgangsmaterial zur Herstellung der  Erzeugnisse nach vorliegender Erfindung die  n en Holzspäne, nicht Holzfasern. Unter dem  Begriff  Holz  wird hier nicht nur das na  türliche Holz selbst, sondern auch die ver  holzte Substanz von Pflanzen, wie Flachs,  Hanf,     Zuckerrohr        und    Schilf     verstanden.     Während bei der     Herstellung    der Holzfasern,  wie sie in :

  der Papier-, Pappe- oder     Holzfaser-          plattenfabrikation        als    Ausgangsmaterial     idie-          nen,        @die        mechanische        Aufschliessung        des    Hol  zes unter starkem Wasserzusatz bis zur Faser      bzw. bis zum Faserbündel geht, wird bei der  Herstellung der erfindungsgemäss zu verwen  denden Holzspäne der Zerkleinerungsvorgang  viel weniger weit getrieben.

   Die bei dein erfin  dungsgemässen Verfahren als Ausgangsmate  rial verwendeten Späne können durch     Ver-          spanen    von Holz, worunter auch verholztes  Pflanzenmaterial zu verstehen ist, hergestellt  werden und sollen annähernd bleiche Grösse  besitzen. Man kann bereits bei der Herstel  lung der Holzspäne darauf achten, dass nur  Späne von bleicher Grösse anfallen. Dies ist  besonders denn der Fall, wenn die Späne aus  Stückholz in gleicher Grösse und Form eigens  zu dem Zweck hergestellt werden, als     Aus-          gangsmaterial    zur Herstellung von     Spanplatten     zu dienen. Es gibt aber auch Verfahren, bei  denen Holzspäne sehr verschiedener Grösse an  fallen.

   Das gilt vor allem für die Abfälle, die  bei der Bearbeitung von Naturholz anfallen,  z. B. beim Sägen und Hobeln. Diese Späne,  die     für    das     erfindungsgemässe    Verfahren von  besonderer Bedeutung sind, hat man bisher  zur Herstellung von Holzspanplatten als un  geeignet angesehen, da besonders die Säge  späne sehr kurz sind; ihre Länge liegt meist  unterhalb des 20fachen ihrer Breite bzw.  ihres Durchmessers. Nach dem erfindungs  gemässen Verfahren können aber auch diese  Spanabfälle verwendet werden, wenn man sie  in Späne von annähernd bleicher     Grösse     trennt.  



  Ein Spanmaterial, wie es in einem     Säge-          und    Hobelwerk als Säge- und Hobelspäne an  fällt, gebt man auf eine Siebvorrichtung, in  der untereinander Siebe von 40, 20, 10, 5, 2  und 0,5 mm lichter 2vMaschenweite angeordnet  sind. Alls Siebvorrichtung können z. B.  schnellbewegte Schwingsiebe verwendet wer  den, deren Bewegung von einem Wechsel  strom von etwa 50 oder 6Ö0 Perioden/Sekunde  über ein Magnetfeld erzeugt wird. Bei der  Verwendung derartiger Siebe springt das  Spanmaterial auf den Sieben herum, so dass  sieh grössere Späne nicht so leicht in den  Sieböffnungen festsetzen und diese für die  kleineren Späne verstopfen. Jede der Sieb  fraktionen wird für sich aufgefangen.

   Späne,    die wegen ihrer Form und Grösse nicht ver  wendet werden sollen, können, ebenso wie Ab  fallholzstücke, die zum Verspanen in Maschi  nen zu klein sind, durch Mahlen zerkleinert  und auf das Sieb gegeben werden. Je nach  den zu stellenden     Anforderungen    kann man  auch andere Siebgrössen     wählen    und andere  Siebfraktionen herstellen. Man kann auch  zwei benachbarte Siebfraktionen mischen und  zusammen verwenden.  



  Durch die Auswahl der Spangrösse kann  man das Aussehen des Pressteils verändern.  Mit steigender Spangrösse treten dessen Struk  tur     und        Holzcharakter    mehr und mehr her  vor. Die     Verwendung    von Spänen einheit  licher Grösse schliesst nicht aus, d ass man  Pressteile aus Spänen einer bestimmten Grösse  mit einer dünnen Oberfläehenschricht von  Spänen anderer Grössenordnung versieht. So  können z. B. Wandplatten durch eine Aussen  schicht von besonders grossflächigen Spänen  ein gefälliges Aussehen erhalten, anderseits  kann man Pressteile aus gröberen Spänen mit  Oberflächenschichten aus feineren Spänen  herstellen. Schliesslich kann man auch eine  oder beide Seiten von plattenförmigen Press  teilen mit einem Furnier beilegen.  



  Die verwendete Bindemittellösung soll in  die Späne eindringen. Das Imprägnieren der  Späne kann z. B. in folgender Weise durch  geführt werden: Mlau bringt das Spanmaterial  in einen Behälter, der mit einer Mischvorrich  tung versehen ist. Man setzt cdie Mischvorrich  tung in Gang und sprüht nun die Bindemit  tellösung durch Düsen auf die in dauernder  Bewegung befindliche Spannrasse.

   Dadurch  erreicht     man    eine gleichmässige     Verteilung     der     Bindemittellösung.    Ein längeres Durch  arbeiten der     Mischung        förid@rt    das Durch  dringender Späne mit dem Bindemittel.     Das          Imprägnieren    der Späne kann aber auch in  einer drehbaren Trommel vorgenommen wer  den.  



  Die von der     Kunstharzindiistriebisher     meist.     gelieferten    hochviskosen     Bfindemittel-          lösungen    sind: für die     Durchführung    des  erfindungsgemässen Verfahrens in dein ange  lieferten     Zustand        -weniger    gutgeeignet, da      sie nicht genug in die Späne eindringen. Bes  sere Ergebnisse erzielt man, wenn man die  Viskosität der verwendeten Lösung durch Zu  satz von Wasser herabsetzt.

   Als besonders  zweckmässig hat es sich jedoch erwiesen,  niedrig kondensierte Kunstharze zu verwen  den, beispielsweise solche, deren konzentrierte,  etwa 70 %o ige Lösungen bei Raumtemperatur  eine Viskosität von weniger als 2 Poise     he-          sitzen.    Derartige Lösungen dringen ebensogut  oder besser in die Holzspäne ein, als     ver-          dünntere    Lösungen hochkondensierter Harze  mit gleicher Viskosität, ohne jedoch so grosse  Wassermengen mit einzuschleppen. Das     Ein-     dringen der Bindemittellösung kann, ausser  dem durch Verwendung von Lösungen mit  geringer Oberflächenspannung erleichtert  werden. Die Oberflächenspannung lässt sich  durch Zusatz von Netzmitteln, z.

   B. von     ka-          pillaraktivern    Alkylbenzo1sulfonaten oder von  Fettalkoholsulfaten, verringern.  



  Die so erhaltenen, mit Bindemittel im  prägnierten Späne sind pressfertig. Dieses  Gemisch wird als Pressmasse bezeichnet. Da  ein zu grosser blasse behalt der Pressmasse       wegen    der beim     Heisspressen    stattfindenden  Bildung von Wasserdampf die Festigkeits  eigenschaften des Pressteils verschlechtert,  empfiehlt es sich, die Pressmasse mit einem  nicht zu hohen Wassergehalt zu verarbeiten.  Das Pressen von Platten hat man bisher in  der Weise vorgenommen, dass man die     Press-          masse,    z. B. mit Hilfe eines hölzernen Rah  mens, in der Presse aufschichtete, den Rah  men entfernte und den Pressvorgang durch  führte.

   In andern Fällen hat man die     Press-          masse    zunächst kalt vorgepresst und diese  vorgepresste Platte, bei der die einzelnen  Teile nur lose zusammenhielten, in einer Heiss  presse fertiggepresst. In beiden Fällen wich  das am Rande liegende Material beim Pressen  nach der Seite aus, so dass sich in der     fertigen     Platte Randzonen bildeten, in denen das Ma  terial mit geringerem Druck zusammenge  presst war. Diese Randzonen besassen ein ge  ringeres spezifisches Gewicht ass das Innere  der Platten. Auch in der ungleichmässigen  Verteilung des spezifischen Gewiehtes in dem    Pressteil ist ein Grund für spätere Formver  änderungen zu seh eng. Diese werden bei dem  Verfahren nach Erfindung dadurch verhin  dert, dass man die Pressmasse in geschlosse  nen Formen presst.

   Dieser Arbeitsgang voll  zieht sieh z. B. folgendermassen: Zunächst  wird die Formt mit der Pressmasse gefühlt. Da  das aufgeschüttete Material den 6 bis 7fachen  Raum des fertiggepressten Erzeugnisses ein  nimmt, muss der untere Teil kdes     Presswerk-          zeuges,    die Matrize, tief genug ausgearbeitet  sein, um die gesamte, lose aufgeschüttete  Pressmasse aufzunehmen. Nach dem Füllen  der Form ist die Oberfläche der Pressmasse  ZU glätten. Sollte ein Teil des Pressstückes  vcn geringerer oder grösserer Dicke sein, so  muss an diesen Stellen entsprechend weniger  oder mehr Pressmasse aufgefüllt werden, da  mit die Masse auch an diesen Stellen gleich  stark komprimiert wird und das Pressteil  überall das gleiche spezifische Gewicht auf  weist.

   Nach dem Aufschichten der Pressmasse  wird die Presse geschlossen. Beim Er  hitzen der Pressmasse verdampft der grösste  Teil des in der Pressmasse noch vor  handenen Wassers, und es ist zu empfeh  len, den     Wasserdampf    vor dem     Erhärten     des Kunstharzbindemittels aus der     Press-          masse    entweichen zu lassen. Das kann  z. B. durch kurzzeitiges Öffnender Presse ge  schehen. Nun wird die Presse wieder ge  schlossen und die Härtung des Materials unter  vollem Pressdruck durchgeführt. Zum Errei  chen eines spezifischen Gewichtes von 1 g/cms  und darüber sind Drücke von etwa 70 kg/em2  und darüber erforderlich.

   Die Härtungstem  peratur liegt etwa zwischen 1o0 und 180  C,  wobei die     Härtungszeit    mit steigender     Här-          tunigstemperatur        abnimmt.    Nach beendeter       Här@timg        öffnet    man die Presse und nimmt  das     Pressteil        heraus.     



  Bei der     Nachbehandlung    der fertigen       Pressteile    ist darauf zu, achten, dass keine       schädlichen        'Spannungen        entstehen;    die     ein     Verziehen der     Pressteile        verursachen    können.

    Zu     diesem    Zweck     ist    es     erforderlich,        die    hei  ssen     Pressteile    gleichmässig     abzukühlen.    Man  kann     dies    in ganz     einfacher        Weise    ohne Vex-      wendung besonderer Vorrichtungen dadurch  erreichen, dass man die heissen Pressteile so  fort nach ihrer     Entnahme    aus der     Presse    in  einen wärmeisolierenden Behälter legt und  sie dort     langsam    auf Raumtemperatur abküh  len lässt.

   Zu diesem Zweck kann man aber  auch eigens für diesen Zweck geballte Kühl  vorrichtungen verwenden, in denen die     Ab-          kühlungsgescwindigkeit    z. B. durch eine  H eizvorrichtung beeinflusst werden kann. Der  artige Vorrichtungen können auch kontinu  ierlich arbeiten.  



  Durch das     Pressen    beider hohen Tempe  ratur ist der Wassergehalt des Pressteils auf  etwa 2 his 3%4 zurückgegangen. Dieser Was  sergehalt liegt unter demjenigen, den die  Pressteile durch Wasseraufnahme aus d er um  gebenden Luft erreichen. Dabei wird je nach  dem Feuchtigkeitsgehalt der Luft mehr oder  weniger Feuchtigkeit aufgenommen.

   Der Zu  stand, bei dem die Pressteile so viel     Feuehtig-          keit    enthalten, dass     sie        weder        Feuchtigkeit     von der Umgebung aufnimmt, noch solche an  sie abgibt, wird als Feuchtegleichgewicht be  zeichnet. Überlässt man die Pressteile mit dem  niedrigen Feuchtigkeitsgehalt sich selbst, so  kann durch ungleichmässige Wasseraufnahme  ein Verziehen der Pressteile stattfinden. Aus  diesem Grunde müssen die Pressteile so auf  das Feuchtegleichgewicht gebracht werden,  dass während der Wasseraufnahme keine Ver  werfungen erfolgen.  



  Das Einstellen des Feuchtegleichgewichtes  lässt sich in ganz einfacher Weise beispiels  weise folgendermassen durch führen:  Die abgekühlten Pressteile werden in Was  ser getaucht, dem man zur besseren Benetzung  des Pressteils Netzmittel zusetzen kann. Die  oberflächlich gut befeuchteten Platten wer  den dann in einem geschlossenen Behälter  dicht aufeinandergelegt einige Stunden oder  Tage feucht liegengelassen. Die Lagerzeit  richtet sich nach der Beschaffenheit der  Pressteile, ihrer Dicke, ihrem spezifischen Ge  wicht und ihrem Kunstharzgehalt. Auch kann  man die Pressteilo mit Wasserdampf behan  deln oder sie eine Zeit lang allseitig einem  wasserdampfhaltigen Gas, insbesondere feuch-    ter Luft, aussetzen.

   Das Verziehen der Press  teile beim Befeuchten kann, sofern notwendig,  mechanisch verhindert werden, etwa durch  Stapeln der Pressteile ohne Zwischenlagen  oder durch Einspannen in Rahmen. Es ist  weiterhin empfehlenswert, die Erzeugnisse  bis über dlas Feucht Gleichgewicht hinaus zu  befeuchten und dann auf den normalen Was  sergehalt zu trocknen. Das Trocknen kann in  ähnlicher Weise wie das Befeuchten, z. B.  durch Aufstellen der Pressteile in einem  Raum mit normalem Feuchtigkeitsgehalt,  vorgenommen werden. Sie geben dann die im  Überschuss aufgenommene Feuchtigieit ab  und verziehen sich später auch dann nicht  mehr, wenn der Feuchtigkeitsgehalt der Luft  schwankt.  



  Die praktische Durchführung des beschrie  benen Verfahrens kann durch eine zweckent  sprechende Gestaltung der     dazu    notwendigen  Apparate sehr erleichtert werden. Dies gilt  vor allem für die Presse. Die beiliegenden  F ig. 1 bis 5 zeigen Vorrichtungen,wie sie bei  der Durchführung des erfindungsgemässen  Verfahrens brauchbar sind. Die Fig. 4 und 5  sind     Ausführungsbeispiele    von     Vorrichtungen     gemäss der Erfindung. An Hand dieser Fi  guren wird nachstehend auch das Verfahren  gemäss der Erfindung und das Pressteil ge  mäss der Erfindung beispielsweise     besehrie-          ben.     



  Fig. 1 ist ein Schnitt einer hydraulischen  Presse, wie sie zur Herstellung der erfin  dungsgemässen Pressteile benutzt werden  kann. An den untern druckfesten Zylinder 1  ist die Leitung 2 für d     @as        Driickmediiim,    Was  ser oder Öl, angeschlossen. In     idem    Zylinder 1  gleitet der Kolben 3. Auf diesem Kolben, ist  der untere     Presstisch    4 befestigt. Diesem  steht der obere     Presstisch    5 gegenüber.

   Zwi  schen diese     Presstische    werden die beiden  Teile der     Pressform    gebracht,     von    denen das  untere, die Matrize das     Pressmaterial    auf  nimmt und das obere, .der Stempel, in das       untere    Teil     hineinpasst!.     



       Fig.    2 stellt eine     Pressform    im Schnitt  dar, die     zur        Herstellung    einer ebenen Platte  dient., Die     latrize    hat     druekfest.e    Seitenwände      7 und einen starken toden 8, in dem sieh Ka  näle 9 für das Heizmittel, z. B. Dampf, oder  elektrische Heizstäbe befinden. Das Erhitzen  lässt sich auch durch Hochfrequenz erreichen.  Mit Hilfe der seitlich angebrachten Pratzen  10 wird die Matrize auf dem untern     Press-          tiseh    4 befestigt, z. B. festgeschraubt.

   Der  Stempel 11 passt in die Öffnung der Matrize  und besitzt ebenfalls Kanäle 9 zur Aufnahme  des Heizmittels und Pratzen 10 zur Befesti  gung an dem obern Presstisch 5.  



  Zur Herstellung gewölbter Platten, z. B.  Schüsseln, dient eine Pressform, wie sie Fig. 3  im Schnitt darstellt. Über der Matrize ist der  Stempel 14 angeordnet. Abgesehen von der  Form ist das Werkzeug in gleicher Weise wie  das nach der Fig. 2 aus( gebildete.  



  Wie bereits erwähnt, nimmt die auf  geschüttete Pressmasse etwa den 6 bis  7fachen Raum des fertigen Pressteils ein.  Darum muss die Matrize sehr tief ausgear  beitet sein, um die Pressmasse aufzunehmen.  Das Herausnehmen des fertigen Pressstückes  aus der Matrize wird nichts nur durch die  Tiefe der Matrize und durch deren hohe  Temperatur erschwert, sondern auch dadurch,  dass die Pressteile gelegentlich daran haften  und nur unter Verwend ungbesonderer Werk  zeuge aus dieser herausgehoben werden     kön-     nen; dabei lassen sich Beschädigungen der  Pressteile nicht immer vermeiden; ausserdem  ist der heisse Stempel dem Bedienungsper  sonal hindernd im Wege.

   Durch das Füllen  der Form und das Entnehmen des fertigen  Pressstückes ergeben sich Leerlaufzeiten,  während derer die Presse     nicht    produktiv  ausgenutzt werden kann.  



  Es wurde nun     gefunden,    dass     man    diese  Nachteile vermeiden kann, wenn man die  Pressmasse in einen nicht druckfesten, trans  portablen Behälter füllt, der in die Matrize  passt und ihn mit dieser in die Presse ein  setzt, den Pressvorgang durchführt und den  Behälter mit dem fertigen Pressteil aus der  Presse entnimmt. Fig.5 zeigt einen solchen,  nicht druckfesten Behälter 12, der in die Ma  trize 13 hineinpasst. Die Seitenwand des Be  hälters 12 ragt oben über die Seitenwand der    Matrize 18 hinaus. Durch die Verwendung  eines derartigen leichten, transportablen Be  hälters ergeben sich grosse Vorteile.

   Der Be  hälter wird vorteilhaft von der Presse räum  lieh getrennt und arbeitstechnisch unabhän  gig mit Pressmasse gefüllt und in die Matrize  13 eingesetzt, die auf dem untern Presstisch 4  befestigt ist. Beim Schliessen der Presse  drückt der in Fig. 3 dargestellte Stempel 14,  der an dem obern Presstisch 5 befestigt ist,  die Pressmasse im Behälter 12 zusammen. Der  auftretende Seitendruck ist zuerst so schwach,  dass er von der dünnen Seitenwand des Be  hälters 12 aufgenommen werden kann, ohne  sie zu verformen. Bei weiterem Schliessen der  Presse erreicht der Stempel 14 die Höhe der  Matrize 13, so dass der nunmehr stärker wer  dende auf der Seitenwand des Behälters 12  lastende Druck von der Matrize 13 aufgenom  men wird.  



  Die Vorteile der Verwendung eines nicht  druckfesten Behälters wirken sich nicht nur  im Ablauf der     einzelnen        Arbeitsvorgänge,     sondern auch 'bei der Herstellung der Press  form vorteilhaft aus. Die in Fig. 2 und 3 dar  gestellten Werkzeuge sind sehr tief ausgear  beitet. Will man Pressteile mit glatter Ober  fläche erzeugen, so müssen die Werkzeuge an  den     formgebenden    Teilen     geglättet,    poliert  und gegebenenfalls hartverchromt sein, was  nur bei Stahlguss möglich ist. Aus diesem  Grunde sind die     Wegzeuge    sehr teuer. Die  in Fig. 5 dargestellte Matrize 13 ist dagegen  niedriger und kann aasgewöhnlichem Grau  guss hergestellt werden.

   Der Behälter 12 kann  aus Tiefziehblech bestehen und ohne Schwie  rigkeit poliert und     gegebenenfallss        hartver-          ehr        omt        werden,     Viele     Pressteile    werden so hergestellt,

       dass          die    später aussen oder oben     befindliche    Seite  des     Pressteils    in der     Form        imt-en        liegt.    Die  Rückseite des     Pressteils    liegt oben     und    braucht  nicht so glatt zu sein wie .die spätere Aussen  seite. Daher     kann    man den Stempel ebenfalls  aus dem billigeren     Grauguss    herstellen.

   Ob  wohl.     Grauguss    in gewissem Masse porös ist,  so ist dessen     Oberflächenglätte    für die  Zwecke dieser     Erfindung        ausreichend.    Will      man aber Pressteile herstellen, die an beiden  Seiten völlig glatt     sind,    so     kann    man den  Stempel mit einer Hülle aus Tiefziehblech  versehen und braucht ihn nicht aus Stahlguss  herzustellen.  



  Bei der Herstellung von ebenen Platten  sind die auftretenden Seitendrücke geringer  als bei der Herstellung von Pressteilen, die  unebene Oberflächen besitzen. Aus diesem  Grunde kann man gemäss Fig. 4 einen trans  portablen Behälter konstruieren, bei dem ein  druckfester     und    ein     nichtdruckfester    Teil zu  einem Stück vereinigt sind. Der Behälter nach  Fig. 4 besteht aus einem druckfesten vier  eckigen Rahmen 15 aus U-Eisen, an, dem un  ten eine nicht druckfeste dünne Blechplatte  16 als Boden befestigt ist. Der druckfeste  Rahmen, der auch niedriger als in der Fig. 4  sein könnte, genügt, um die geringen Seiten  drücke aufzunehmen.

   Er verleiht ausserdem  dem Behälter die     für    den     Transport    notwen  dige Steifheit, ohne das Gewicht zu stark zu  erhöhen. Beim Arbeiten mit diesem Behälter  bringt man auf dem umtern Presstisch 4 die  heizbare Etagenplatte 17 an, die hier die Ma  trize bildet, da der Behälter mit seinem nicht  druckfesten Boden, der Blechplatte 16, darauf  gesetzt wird. Das genaue Einstellen des Be  hälters auf den Presstisch 6 ist durch An  schlagleisten 18 erleichtert. Das Entnehmen  der fertigen Platte aus dem Behälter wird  sehr vereinfacht, wenn man vor demn Einfül  len der Pressmasse in den Behälter eine  dünne Blechplatte 19 einlegt, die dem Boden  des Behälters kongruent ist. Beim Kippen des  Behälters fällt die Blechplatte zusammen mit  der Pressplatte heraus.

   Bringt man auf dem  Boden der Form bzw. auf der Blechplatte 19  oder auf einer auf den Stempel aufgebrach  ten Hülle auf der der Pressmasse zugekehrten  Seite dünne Keilleisten 20 an, so erhält man  eine gekerbte Platte, die man leicht in klei  nere Stücke zerbrechen kann. Diese Arbeits  weise ist besonders bei der Herstellung von  Wand-, Fussboden- oder Parkettplatten zu  empfehlen. Aber auch beider Herstellung von  Körpern mit drei Dimensionen gleicher Grö  ssenordnung können Keilleisten das Arbeiten    erleichtern.

   Bei der Herstellung eines Klo  settsitzes, wie er in Fig. 6 von unten gesehen  und in Fig. 7 im Schnitt dargestellt ist, kann  man das an der Klosettschüssel zu befesti  gende Teil 21 zusammen mit dem Sitz 22 in  einem Arbeitsgang und in einer Form pres  sen, wenn man an dem Stempel eine Keil  leiste befestigt, die in das Pressteileine Kerbe  23 einpresst, entlang derer das Stück nach  her gebrochen werden kann.  



  Nach dem beschriebenen Verfahren fassen  sich plattenförmige Pressteile herstellen, die  z. B. als Haushaltgeräte oder als     Zwischen-          oder    Fertigprodukte für die Bau- und Möbel  tischlerei sowie als Konstruktionsteile im Ma  schinen-, Apparate- und Fahrzeugbau brauch  bar sind, auch dort, wo man Naturholz bisher  nicht verwendet hat.  



  Ebene Platten können als Tisch- oder Fuss  bodenplatten, als Platten für Schreibtische,  Schulbänke, als Türblätter, als Wandplatten  sowie als Wände und Türen für Möbel Ver  wendung finden. Bei Tischplatten, kann der  Rand der Platten verstärkt werden. Bei Plat  ten für Büro- oder Schreibmöbel, Schulbänke  usw. kann man Vertiefungen zur Aufnahme  von Bleistiften, Tintenbehälter usw. einpres  sen. Die Platten können durch Leimen,  Schrauben usw. mit andern Konstruktions  elementen, z. B. Holz- oder Metallrahmen,  Stahlrohrgestellen usw. verbunden und so in  selhg einfacher Weise zu fertigen 2Möbelstücken  oder andern Bauteilen zusammengesetzt wer  den .Pressteile können als Körperstützen die  nen, z.

   B. als Stuhlsitze oder Rückenlehnen,       die    den     KöiTerformen        angepasst    sind. Wei  tere Beispiele sind     Klosettsitze,        Kühltruhen-          deckel,    Karosseriebauteile, Werbedarstellun  gen in Form von     dreidimensionalenGebilden,     wie z.

   B.     menschlichen    oder tierischen     Figu-          ren,    ebenen oder unebenen Flächen mit Re  liefs,     aufgelegten;    Zeichnungen, Buchstaben       usw,     Die     Pressteile        können        ausser    mit. einer       Furnierschicht    auch mit. einem     Übemig,    z. B.  aus Stoff,     hergestellt        -Lind    so in ihrem     Aus-          sehen    dem     Verwendungszweck    angepasst wer  den.

Claims (1)

  1. PATEN TANSPRU CH I Pressteil aus Holzspänen und gehärtetem Kunstharz, dadurch gekennzeichnet, dass er Späne von annähernd gleicher Grösse enthält, die mit gehärtetem Kunstharz imprägniert sind, wobei der Kunstharzgehalt des Pressteils ä bis 20 Gewichtsprozent beträgt und das spe zifische Gewicht des Pressteils mindestens 1 g/em3 ist. UNTERANSPRÜCHE 1. Pressteil nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass er aus Naturholz gewonnene Späne enthält. 2. Pressteil nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass er Späne enthält, wie sie bei der Holz bearbeitung abfallen. 3. Pressteil nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass er als Späne ver- häekseltes verholztes Pflanzenmaterial ent hält. 4.
    Pressteil nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass er die Form einer ebenen Platte hat. 5. Pressteil nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass er eine gewölbte Oberfläche besitzt. PATE NTANSPRUCH II: Verfahren zur Herstellung von Pressteillen nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeich net, dass man Holzspäne von annähernd glei cher Grösse mit einer Lösung eines hartbaren in die Holzspäne eindringenden Bindemittels imprägniert, die imprägnierten Späne in einer geschlossenen Pressform unter einem solchen Druck verpresst, dass das fertige Press- teil ein spezifisches Gewicht von mindestens 1 g/em3 erhält,
    das erhaltene Pressteil unter Vermeiden schädlicher Temperaturgefälle ab kühlt und unter Vermeiden einer Formver änderung auf das Feuchtegleichgewicht bringt. UNTERANSPRÜCHE 6. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass man aus Natur holz gewonnene Späne verwendet. 7. Verfahren nach Patentanspruch II und Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass man Späne verwendet, wie sie bei der Bearbeitung von Naturholz als Abfälle ent stehen. B. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass man als Späne verhäckseltes verholztes Pflanzenmaterial ver wendet. 9.
    Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass man Späne ver arbeitet, die mit Hilfe von Schwingsieben, die durch einen Wechselstrom von Netzfrequenz über ein Magnetfeld angetrieben werden, in Siebfraktionen annähernd gleicher Grösse klas siert worden sind. 10. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass man eine Binde mittellösung von so geringer Viskosität ver wendet, dass sie in die Späne eindringt. 11. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass man die Pressmasse in einen nicht druckfesten, transportablen, in die Matrize passenden Behälter füllt, mit die sem in die Matrize einsetzt, den Pressvorgang durchführt und den Behälter mit dem fer tigen Pressteil aus der Presse nimmt. 12.
    Verfahren nach Patentanspruch II und Unteranspruch 11,dadurch gekennzeich net, dass man in der Presse ein mit einer Kerbe versehenes Produkt herstellt und das Produkt entlang der Kerbe in Pressteile zer bricht. 13. Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass man das Press- teil über das Feuchtegleichgewicht hinaus be feuchtet und @dann auf das Feuchtegleich- g'ewieht trocknet. 14.
    Verfahren nach Patentanspruch II und Unteranspruch 13, dadurch gekennzeich net, dass man das Pressteil in Wasser taucht und das befeuchtete Pressteil unter Verhin- derung einer Formveränderung lagert. 15.
    Verfahren nach Patentanspruch II und Unteransprtch 13, dadurch gekennzeich- net, @dass man das Pressteil unter Verhin derung einer Formveränderung feuchter Luft aussetzt. PATENTANSPRUCH III Vorrichtung zur Durchführung des Ver fahrens nach Patentanspruch II und Unter anspruch 11, bestehend aus einer Matrize und einem nicht druckfesten, transportablen, in die Matrize passenden Behälter,
    dessen Innen wand die Form des herzustellenden Press- stückes bestimmt. UNTERANSPRÜCHE 16. Vorriehtuing nach Patentanspruch III mit einem Blechbehälter, dessen Seitenwände über den Rand der Matrize (13) hinausragen. 17. Vorrichtung nach Patentanspruch III mit einem Behälter, bestehend aus einem druckfesten Rahmen (15) und einem nicht druckfesten, ebenen Boden (16). 18. Vorrichtung nach Patentanspruch III, gekennzeichnet durch ein Blech (19), das be stimmt ist, in den Behälter eingelegt zu wer den, und das dem Bodendes Behälters kon gruent ist. 19. Vorrichtung nach Patentanspruch III und Unteranspruch 16, dadurch gekennzeich- net, dass der Behälter innen am Boden mit einer Leiste von keilförmigem Querschnitt versehen ist. 20.
    Vorrichtung nach Patentanspruch III und Unteranspruch 17, dadurch gekennzeich net, dass das Blech mit einer Leiste von keil förmigem Querschnitt versehen ist. 21. Vorrichtung nach Patentanspruch III, gekennzeichnet durch einen Stempel und eine nicht druckfeste Hülle, die auf dien Stempel aufgebracht, auf diesem überall aufliegt und die einen Teil der Form für das herzustel- lende Pressstück bildet. 22. Vorrichtung nach Patentanspruch III und Unteranspruch 21, dadurch gekennzeich net, dass die Hülle an der der Pressmasse zu gekehrten Seite mit mindestens einer Leiste von keilförmigem Querschnitt versehen ist. 23. Vorrichtung nach Patentanspruch III, dadurchgekennzeichnet, dass die Matrize aus Grauguss besteht.
    24. Vorrichtung noch III Lind Unteranspruch '21, dadurch gekennzeich- net, dass der Stempel aus Grauguss besteht.
CH303361D 1951-03-12 1952-01-31 Pressteil aus Holzspänen und Verfahren sowie Vorrichtung zu seiner Herstellung. CH303361A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1149159B (de) * 1958-01-11 1963-05-22 Franziska Pohl Geb Homey Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Spanplatten

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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