CH304082A - Wärmeschutzfilter und Verfahren zur Herstellung desselben. - Google Patents
Wärmeschutzfilter und Verfahren zur Herstellung desselben.Info
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Description
Wärmeschutzfilter und Verfahren zur Herstellung desselben. Die Erzeugung einer intensiven Licht strahlung, wie sie beispielsweise bei der opti schen Projektion gebraucht wird, ist bei den meisten üblichen Lichtquellen mit der Ent wicklung einer starken Wärmestrahlung ver knüpft, die gewöhnlich sogar den grössten Teil der ausgesandten Energie ausmacht. Sie kann etwa bei elektrischen Lampen selbst niedriger Wattzahl schon so hoch sein, dass es unerlässlich ist, im Strahlengang oder in der Nähe der Lampe befindliche, wärme emnpfindliche Teile vor unzulässiger Erbit- zung durch diese Strahlung zu schützen. Auch bei U ltraviolettstrahlern, wie sie als Queck silberlampen bekannt sind, tritt häufig die gleiche Aufgabe des Wärmeschutzes auf.
Eine Kühlung der zu schützenden Gegen stände durch strömende Luft oder Wasser ist in vielen Fällen nicht nur wegen des dazu nötigen Aufwandes undurchführbar, sondern sie ist insbesondere bei stark absorbierenden Objekten, wie zum Beispiel photographischen Filmen, auch zu wenig wirksam.
Man sucht daher bekanntlich die schädliche Strahlung meist schon vorher durch geeig nete Absorber aufzufangen und verwendet zu diesem Zweck gewöhnlich Lösungen oder Spezialgläser, die im Ultraroten möglichst stark absorbieren, wobei sieh ihre längs des S trahleng a ii ge s gemessene Dicke nach der Höhe der einfallenden und dem zulässigen Be- trag der austretenden Wärmestrahlung rich tet. Diese Wärmestrahlenabsorber haben in dessen mehrfache Nachteile: Bei stärkerer Strahlung, die eine entsprechende Dicke er fordert, sind die Gläser infolge der entwickel ten Hitze leicht der Gefahr des Springens aus gesetzt, weshalb man sie meistens in Streifen unterteilt verwendet. Weiter verlangt die Ab führung der Wärme oft besondere zusätz liche Vorrichtungen.
Der Hauptnachteil aller derartigen Wärmeschutzfilter liegt aber in der unvollständigen Durchlässigkeit, die sie auch im sichtbaren Spektriun aufweisen, so da.ss man zum Beispiel schon bei wenigen Millimetern Glasdicken 56 vom Hundert und mehr Helligkeitsverlust in Kauf nehmen muss. Dieser ist. ausserdem nicht, gleichmässig über das .Spektrum verteilt und verursacht daher oft eine unangenehme Verfärbung des Lichtes. Auf diese M eise bringt beispielsweise bei der Projektion der Übergang zu Lampen höherer Leistung meist verhältnismässig ge ringen Gewinn Für das optische Gebiet.
Demgegenüber kennzeichnet sieh das erfin dungsgemäss ausgebildete Wärmeschutzfilter dadurch, dass ein System aus mindestens zwei nichtmetallischenSchichten interferenzfähiger Dicken auf einer Unterlage angeordnet ist. wobei mindestens zwei Schichten des :Systems sich der Brechzahl nach unterscheiden und die Einzelschichtdicken im wesentlichen ein Viertel oder ein ungerades Vielfaches von einem Viertel der Wellenlänge der maximal einfallenden Wärmestrahlung, dividiert durch die Brechzahl des Stoffes der jeweiligen Schicht, sind.
Sind aufeinanderfolgende Schichtpaare der Dicke nach unterschiedlich, so betragen die Dickenunterschiede aufeinan derfolgender Schichtpaare vorteilhaft höelh- stens 20 vom Hundert. Es kann auch zweck- mnässig sein, dass sich die Schichten eines Schichtpaares der optischen Schichtdicke nach unterscheiden; vorzugsweise ist dann die niedrigbrechende Schicht eines Schichtpaares höchstens um 20 vom Hundert optisch dünner als die hochbrechende Schicht des Schicht paares.
Die zu wählenden Dicken richten sich zweckmässigerweise nach der spektralen Ver teilung der in Betracht kommenden Strah lungsquelle; sie werden also im allgemeinen so zu bemessen sein, dass sie den erfindungs gemässen Bedingungen genügen, anderseits aber auch auf den durchzulassenden, sicht baren Teil des Spektrums abgestimmt sind, indem sie etwa gleich sind der Wellenlänge der Mitte des sichtbaren Spektralbereiehes, also etwa 5500 AE, dividiert durch das Dop pelte der Brechzahl des Stoffes der jeweili gen Schicht. Die benötigte Sehichtenzahl ist um so niedriger, je grösser der Breehungs- unterschied zwischen zwei aufeinanderfolgen den Schichten ist. Es genügen daher in den meisten Fällen vier bis sechs Schichten.
Zur Verminderung von Verfärbungen im sicht baren Teil der durchgelassenen Strahlung ist es vorteilhaft, nicht sämtliche optischen Schichtdicken gleich zu wählen, sondern ge wisse Abweichungen zu verwirklichen, die von den verwendeten Stoffen abhängig sind. Zweckmässigerweise werden diese Abweichun gen aber auf höchstens 20 vom Hundert be messen, soweit Dicken und Brechzahlen in Betracht kommen. In Einzelfällen wird man auf Abweichungen in der Grössenordnung von 10 vom Hundert zurückgehen können.
Zur Erzielung einer hohen Durchlässig keit im sichtbaren eventuell auch Ultraviolett gebiet ist es empfehlenswert, dass mindestens eine der beiden Aussenschichten des Sehieh- tensystems eine Brechzahl aufweist, die zwi schen der Brechzahl der nächstinnern Schicht und der Brechzahl des angrenzenden Me diums liegt, wobei ihre optische Dicke etwa ein Viertel der mittleren Wellenlänge des er- wünsehten Durchlässigkeitsbereiches beträgt.
Da die Reflexion der U ltraviolettstrahlung am Wärmeschutzfilter nach einer Glocken kurve verläuft, kann man die erstrebten Wir kungen noch verstärken, wenn man statt eines einzigen derartigen Filters zwei oder mehr Filter hintereinander anordnet. Man bekommt dann die günstigste Wirkung, wenn nman die Filter nicht parallel zueinander, sondern bei entsprechendem Abstand unter einem Winkel gegeneinander geneigt anordnet, um Mehrfachreflexionen aus dem Strahlengang zu beseitigen.
Ausserdem ist es zweekmässig, die einzelnen Filtersysteme nicht in genauer Übereinstimmung zu wählen, sondern bei spielsweise mittels geringer Dickenunter- sehiede so aufeinander abzustimmen, dass sieh geringe Durchlässigkeitsunterschiede in den einzelnen Farben gegenseitig ausgleichen.
Beim Verfahren zur Hersstellung eines erfindungsgemäss ausgebildeten Wärmeschutz filters werden auf einer Unterlage mindestens zwei nichtmetallische Schichten interferenz- fähiger Dicken mit abweichender Brechzahl der Schichtensubstanz erzeugt, wobei die Ein- zelschiehtdieken im wesentlichen ein Viertel oder ein ungerades Vielfaches von einem Viertel. der Wellenlänge der maximal einfal lenden Wärmestrahlung dividiert durch die Brechzahl des Stoffes der jeweiligen Schicht sind.
Als ;Stoffe zur Heisstellung der Schichten eignen sieh beliebige, nicht- oder schwach absorbierende Substanzen, wobei die Auswahl von dem Beschichtungsverfahren abhängt. Bei Herstellung der Schichten mittels Aufdampf- verfahren werden niedrigbreehende Schieliten vorteilhaft mittels Verdampfens von Erd- alkalifluoriden erzeugt; günstige Resultate können mit. Hrvolitli erbalten werden.
In Be tracht kommen bei der Herstellung hoclibre- ehender Schichten Zinksulfid oder Schwer- metallehloride (PbC12, TlCl, AgCl). Auch Me talle wie Titan, Wismut, Tellur, welche nach träglich in Oxyde umgewandelt werden, sind brauchbar. Sehlägt man dagegen die Schich ten aus flüssiger oder gasförmiger Phase nie der, so verwendet man mit Erfolg Verfahren, die zu Schichten aus Kieselsäure und Titan dioxyd führen, wie sie aus der optischen Ver gütungstechnik her bekannt sind. Soll die Aussenschicht an Luft grenzen, so richtet sich die Auswahl vorwiegend nach dem Gesichts punkt der Erzielung genügender mechani scher und chemischer Beständigkeit.
Werden Wärmeschutzfilter dieser Art auf mindestens einer lichtbrechenden Fläche eines Kondensors angeordnet, so entsteht der Vor teil, dass entweder überhaut kein oder nur ein geringer Lichtverlust entsteht. Ähnliche Vorteile entstehen bei Verwendung der Wärmeschützfilter als Reflektor bzw. als Ultrarotreflektor oder als sogenannter kalter Spiegel, der sich deshalb nicht erwärmt, weil er die zu seiner Erwärmung führenden Wärmestrahlen reflektiert, bevor die Energie abgabe an das Filtermaterial erfolgt.
Die Zeichnung gibt in schematischer Dar- stellung beispielsweise Ausführungen der Er findung wieder. Fig.l gibt ein Wärmeschutzfilter in der Anordnung auf einem Kondensator wieder.
Fig. 2 zeigt eine abweichende Ausfüh rungsform des Wärmeschutzfilters in Form eines Doppelfilters.
Fig.1 zeigt einen beispielsweise aus zwei Linsen 1 bestehenden Kondensor, der auf den beiden gekrümmten Innenfläehen mit je einem Wärmeschutzfilter 2 beschichtet ist. Eine Ausführung eines Doppelfilters ist in Fig.2 dargestellt. Das Doppelfilter be stellt ans zvei leicht gegeneinandergeneigten Glasplatten 3, die mit den Wärmestrahlen re flektierenden Schichten 4 belegt und in der I'assung 5 gehaltert sind. Man gelangt so zu einer wirksamen Zerstreuung auch der mehr fach reflektierten Wärmestrahlen.
Es sind bereits Interferenzfilter bekannt, deren Wirkung darauf beruht, dass durch mindestens zwei durchscheinende, metallisch reflektierende Schichten, die eine nichtmetal lische Zwischenschicht einschliessen, mehr oder minder schmale Durchlassgebiete bei gleich zeitigem Auftreten breiter Gebiete hoher Re flexion erzeugt werden. Mit solchen Anord nungen können erfahrungsgemäss maximale Durchlässigkeiten bis zu höchstens etwa 60 % erreicht werden.
Auch lässt sich dabei eine Durchlässigkeit nur für einen spektral ver hältnismässig stark begrenzten Teil erzielen.
Auch im übrigen ist die Verwendung mehr facher, auch absorptionsfreier Interferenz schichten für die Zwecke der Selektiv- r eflexion bekanntgeworden. Diese bekannten Anordnungen weisen jedoch gegenüber der neuen Filteranordnung Nachteile auf. So lässt sich beispielsweise bei einer bekanntgewor denen Verwendung von Interferenzschiehten zum Zwecke der Ultrarotreflexion von Licht quellen keine volle und farbstichfreie Durch lässigkeit erreichen.
Anderseits ergeben eben falls bekanntgewordene Vorschläge, A/4 Schichten (oder deren Vielfache) für Zwecke der Ultrarotreflexion zu verwenden, nicht die Möglichkeit, die Reflexionsverluste im Durch lässigkeitsbereich niedrig zu halten, nämlich Reflexionswerte zu erzielen, die höchstens etwa der Reflexion der unbelegten Glasfläche gleichkommen.
Es ist ferner bekanntgeworden, zum Zwecke selektiver Farbreflexion Schichten systeme abwechselnd hoher und niedriger Brechzahlen zu verwenden, deren Dicken sich wie 2: 1 verhalten. Damit lässt sich eine Verbesserung der Filterwirkung im Durch lassgebiet erreichen; jedoch wird der Durch lassbereich derart in der spektralen Ausdeh nung beschränkt, dass eine Verwendung sol cher Systeme für Wärmeschutzfilter prak tisch nicht in Frage kommt.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Wärmeschutzfilter, dadurch gekenn zeichnet, dass ein System aus mindestens zwei nichtmetallischen Schichten interferenzfähi ger Dicken auf einer Unterlage angeordnet ist, wobei mindestens zwei Schichten des Sy stems sich der Brechzahl nach unterscheiden und die Einzelschichtdicken im wesentlichen ein Viertel oder ein ungerades Vielfaches von einem Viertel der Wellenlänge der maximal einfallenden Wärmestrahlung, dividiert durch die Brechzahl des Stoffes der jeweiligen Schicht, sind. II.Verfahren zur Herstellung eines Wärmeschutzfilters nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer Un terlage mindestens zwei nichtmetallische Schichten interferenzfähiger Dicken mit ab weichender Brechzahl ihrer Schichtsubstanz erzeugt werden, wobei die Einzelschichtdicken im wesentlichen ein Viertel oder ein unge rades Vielfaches von einem Viertel der Wel lenlänge der maximal einfallenden Wärme strahlung dividiert durch die Brechzahl des Stoffes der jeweiligen Schicht sind. UNTERANSPRÜCHE: 1. Wärmeschutzfilter nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass aufeinander folgende Schichtpaare der Dicke nach unter schiedlich sind. 2.Wärmeschutzfilter nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicken unterschiede aufeinanderfolgender Schicht paare höchstens zwanzig vom Hundert betra gen. 3. Wärmeschutzfilter nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Schichten eines Schichtpaares der optischen Schichtdicke nach unterscheiden. 4. Wärmeschutzfilter nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die niedrig brechende Schicht eines Schichtpaares höch stens um zwanzig vom Hundert optisch dün ner als die hochbrechende Schicht des Schicht paares ist. 5.Wärmeschutzfilter nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzel- sebichtdieken etwa gleich sind der Wellen- länge der 'Mitte des sichtbaren Spektralberei ches, also etwa 5500 AE, dividiert durch das Doppelte der Brechzahl des Stoffes der je weiligen Schicht. 6. Wärmeschutzfilter nach Patentanspruclh I, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der beiden Aussenschichten des Schich tensystems eine Brechzahl aufweist, die zwi schen der Breehzahl der nächstinnern Schicht und der Brechzahl des angrenzenden Mediums liegt, wobei ihre optische Dicke etwa ein Viertel der mittleren W ellenlänge des er wünschten Durchlässigkeitsbereiches beträgt. 7.Wärmeschutzfilter nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es aus min destens zwei, nicht parallel zueinander lie genden Schichtensystemen besteht. B. Wärmeschutzfilter nach Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass einzelne Fil tersysteme hinsichtlich der Dicke mindestens je einer Schicht eines solchen Systems von einander abweichen. 9. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass bei Herstellung der Schichten mittels Aufdampfverfahren niedrigbrechende Sclhichten mittels Verdamp fens von Erdalkalifluoriden erzeugt werden. 10.Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass bei Herstellung der Schichten mittels Aufdampfv erfahren niedrigbrechende Schichten durch Verdamp fen von Kryolith erzeugt werden. 11. Verfahren nach Patentansprueh 1I, da durch gekennzeichnet, dass bei Herstellung der Schichten mittels Aufdampfverfahren hochbrechende Schichten durch Verdampfen von Zinksulfid erzeugt werden. 12.Verfahren nach Patentanspruch 1I, da durch gekennzeichnet, dass bei Herstellung der Schichten mittels Aufdainpfverfahren hochbrechende Schichten durch Verdampfen von Schwermetallchloriden erzeugt werden. 13. Verfahren nach Patentanspruch 1I, da durch gekennzeichnet, dass bei Herstelhmg der Schichten mittels Aufdampfverfahren hochbrechende Schichten durch Verdampfen von nachträglich zu oxydierenden Metallen erzeugt werden. 14.Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass bei Herstellung s der Schichten mittels Niederschlagsverfahren ans einer Phase abweichenden Zustandes zu Schichten aus Kieselsäuue umd Titandioxyd führende Ausgangsstoffe verwendet werden.
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