CH304662A - Verfahren zur Erzeugung von Steinkohlenmischgas in Kammeröfen. - Google Patents

Verfahren zur Erzeugung von Steinkohlenmischgas in Kammeröfen.

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CH304662A
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10JPRODUCTION OF PRODUCER GAS, WATER-GAS, SYNTHESIS GAS FROM SOLID CARBONACEOUS MATERIAL, OR MIXTURES CONTAINING THESE GASES; CARBURETTING AIR OR OTHER GASES
    • C10J3/00Production of combustible gases containing carbon monoxide from solid carbonaceous fuels
    • C10J3/02Fixed-bed gasification of lump fuel

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)

Description


  Verfahren zur Erzeugung von Steinkohlenmischgas in Kammeröfen.    Es ist allgemein üblich, den     obern    Heiz  wert des Steinkohlengases durch Zusatz von  Wassergas, von dem ein Teil vorteilhaft in  den Kammern selbst erzeugt wird, herabzu  setzen.  



  Vom     Anmelder    durchgeführte Messungen  an einem Vertikal-Kammerofen zeigten, dass  die Wassergaserzeugung in einer Kammer,  bei einem Dampfdruck von 3 atü,     in    Funk  tion der Ausstehzeit gemäss der in Fig.1 der  beiliegenden Zeichnung dargestellten Kurve  erfolgt. Die Ausstehzeit in Stunden ist auf  der Abszisse und die Wassergaserzeugung in  m /h auf der Ordinate aufgetragen. Der  Versuch wurde in Kammern von 2 t Einsatz  durchgeführt, der Dampf vor dem Versuch  abgestellt und dann in verschiedenen Kam  mern während etwa 5 Minuten gedämpft, wo  bei die Ladungen der Ofenbatterie in zwei  stündigen Abständen erfolgten.  



  Der Dampfeintritt in jede Kammer er  folgte durch zwei Düsen von 4 mm Durch  messer, eine für jede Heizwand. Temperatur  in den Heizzügen 1150  C.  



  In einigen Kammern, welche sich in der  Reihe der nachfolgenden Ladungen unmittel  bar folgten, wurde bei 3 atü gedämpft und  gemessen. Die Resultate dieses Versuches kön  nen tabellarisch wie folgt angegeben werden:  Wassergasproduktion (berechnet pro  Stunde) bei einem Dampfdruck von 3 atü:  
EMI0001.0004     
  
    Ausstehzeit <SEP> Erzeugung
<tb>  Std. <SEP> m /h
<tb>  8 <SEP> 22
<tb>  10¸ <SEP> 36,6
<tb>  12 <SEP> 50
<tb>  14 <SEP> 70
<tb>  16 <SEP> 110
<tb>  18 <SEP> 75
<tb>  20 <SEP> 52,3
<tb>  21 <SEP> 41       Die Wassergaserzeugungskurve zeigt einen  aufsteigenden Teil zwischen der B. und 16.  Stunde der     Ausstehzeit    und einen abnehmen  den Teil, wobei     zwischen    der 14. und  18. Stunde die günstigsten Werte der Erzeu  gung liegen.  



  Der zunehmende Teil bis zur 14. Stunde  verläuft     weniger    steil als der abnehmende,  woraus ersichtlich ist, dass es sehr nachteilig  ist,     wenn    die     Wassergaserzeugung    zu     friih     begonnen wird oder wenn man die     Aussteh-          zeit        resp.    die Dauer des Dämpfens über die  18. Stunde verlängert.  



  Die drei Zonen können auch durch ihre  Eigenschaft hinsichtlich der     Wassergaserzeu=          gung    unterschieden werden. Die Zone bis zur  14. Stunde ist identisch mit dem Gebiet der  tiefen 'Temperaturen im Einsatz; die Mittel  zone ist der Bereich der optimalen Bedin  gungen für     Wassergaserzeugung,    und die  Zone nach der 18. Stunde ist diejenige, in      welcher Schrumpfung, Fugenbildung und all  mähliche Aschenbildung die Wassergaserzeu  gung verschlechtern.  



  Es ist zu bemerken, dass die Punkte der  besprochenen Kurve ausschliesslich Anfangs  werte der Wassergaserzeugung betreffen, das  heisst, dass jeder Punkt die     Erzeugung    dar  stellt, welche sich ergibt, wenn erst im be  trachteten     Zeitpunkt    mit dem Dämpfen be  gonnen wird. Der wirkliche Verlauf der Was  sergaserzeugung hingegen, die in jeder Kam  mer vom Beginn des Dämpfens bis Ende der       Ausstehzeit    praktisch durchgeführt werden  kann, wickelt sich nach einer Kurve ab, die  um so flacher ist, je früher mit Dämpfen  begonnen wurde. Dies rührt daher, dass bei zu  frühem Beginn des Dämpfens der Zersetzungs  grad des Dampfes, wegen der noch zu tiefen  Temperatur des Einsatzes, schlecht ist.

   Weil  anderseits, um den Heizwert des Steinkohlen  mischgases auf 4200 kcal/Nm  herunterzu  bringen, viel Wassergas nötig ist, muss schon       dartun,    aber auch wegen des     erwähnten    tiefen  Zersetzungsgrades, mehr gedämpft werden.  



  Ein unter diesen Umständen durchgeführ  tes Dämpfen zeigt des weiteren den Nachteil,  dass vom Beginn der Dampfeinführung die  weitere Erwärmung der Kohle stark     gehemmt     oder sogar vollkommen aufgehalten wird, wo  durch eine     unvollkommene    Entgasung statt  findet. Ausserdem wird auch bei tiefer 'Tem  peratur des Einsatzes der Heizwert des Was  sergases gering.  



  Das Gegenstand der vorliegenden Erfin  dung bildende Verfahren zur Erzeugung von  Steinkohlenmischgas in Kammeröfen be  zweckt eine rationelle Erzeugung des Wasser  gases in den Kammern mit gleichzeitiger Er  füllung der     Bedingungen    einer zweckmässigen  Verkokung.  



  Das Verfahren ist dadurch gekennzeich  net, dass durch Schrumpfung nach fortge  schrittener Verkokung am Umfang des Ein  satzes     entstandene,    eine Zersetzung von  Wasserdampf beeinträchtigende Fugen min  destens in einer Kammer, mindestens teil  weise, durch feinkörnigen Brennstoff gestopft  werden und alsdann gedämpft wird.    Dabei kann bereits vor der genannten  Stopfung ein Dämpfen durchgeführt werden,  um vorhandene optimale Bedingungen vor  der Entstehung der Fugen auszunützen.  



  Die     erwähnten    optimalen Bedingungen  sind in bezug auf die Temperatur (nach Schä  fer  Einrichtung und Betrieb eines Gaswer  kes , 4. Aufl. 1929, Seite 311): etwa 7.000  C.  



  Nachstehend wird das Verfahren unter  Bezugnahme auf die Fig.2 bis 4 der beilie  genden Zeichnung beschrieben, in welcher  eine     beispielsweise    Ausführungsform einer  Vertikalkammer dargestellt ist. Es zeigen:  Fig. 2 einen Vertikalschnitt durch die  Kammer,  Fig. 3 einen Schnitt nach Linie II-II der  Fig. 2 und die  Fig.4 einen Schnitt nach Linie IV-IV  der Fig.2.  



  In den Figuren sind gleiche Teile mit glei  chen Bezugszeichen bezeichnet. Bei diesem       Ausführungsbeispiel    der Erfindung wurde  nach folgendem Schema gearbeitet:  
EMI0002.0013     
  
    Stunde <SEP> der <SEP> Ausstehzeit <SEP> Vorgang
<tb>  14. <SEP> bis <SEP> 18. <SEP> Stunde <SEP> erstes <SEP> Dämpfen,
<tb>  18. <SEP> Stunde <SEP> Einschütten <SEP> von <SEP> Klein  koks <SEP> und <SEP> Stopfen <SEP> der
<tb>  Lücken,
<tb>  18. <SEP> bis <SEP> 19. <SEP> Stunde <SEP> Beheiziing <SEP> des <SEP> nachge  schütteten <SEP> Kleinkokes,
<tb>  19. <SEP> Stunde <SEP> bis <SEP> Ende
<tb>  der <SEP> Ausstehzeit <SEP> zweites <SEP> Dämpfen.

         Die Zeiten sind     selbstverständlich    je nach  der Kammerart oder den Temperaturverhält  nissen verschieden und müssen jeweils     ange-          passt    werden.  



  Es ergaben sieh folgende Resultate:  Mittlere stündliche     Wassergaserzeugung     (ohne Berücksichtigung der bei den Versu  chen in den leerstehenden Kammern durch  das Wassergas verdrängten     Inerten):          a)    beim ersten Dämpfen: 85     ms/h    (während  der 14. bis 1'8. Stunde der     Ausstehzeit)    ;      b) beim zweiten Dämpfen: 75 m /h (von der  19.

   Stunde an) bei 3 atü Druck vor den  Düsen und mit demselben Dampfzufluss,  welcher die in der bereits angeführten Ta  belle erwähnten Erzeugungen ergab, näm  lich  36,6 m /h, wenn man schon nach 10¸  Stunden Ausstehzeit gedämpft hatte, oder  41 m /h in der 21.Stunde nach Ladung,  wenn man, nach erfolgtem Dämpfen während  der günstigen Zeit, nach der 18.Stunde ohne  Stopfung weitergedämpft hätte.  



  Es empfiehlt sich, die Wassergaserzeugung  in den Kammern mit einem kleineren Dampf  druck (0,5 bis 1 atü) als den für den soeben  beschriebenen Versuch verwendeten durchzu  führen.  



  Wie Fig. 1 zeigt, kann das Dämpfen mit  Erfolg von der 14. Stunde ab begonnen wer  den, wenn der Einsatz praktisch die     Endver-          kokungstemperatur    erreicht hat und die  Kohle schon weit entgast ist. Dieses Dämpfen  kann dann (eventuell progressiv) 4 Stunden  lang durchgeführt werden.  



  Beim Verkoken schrumpft aber die über  dem Deckelkoks g befindliche Einsatzsäule 1  zusammen, so dass sich     insbesondere    Lücken 2  zwischen deren Seiten- und den Heizflächen  bilden,     durch    welche der Kammerdampf, der  durch die mit seitlichen Schlitzen versehenen  Rohre 10 (Fug. 3 und 4) in den untern Teil  der Kammer eingeführt wird, ziemlich leicht  senkrecht den Kammerwänden entlang bis in  den Kammerkopf 3 steigen kann, so dass     nur     ein Teil des Dampfes mit der     Kokssäule    1  in Berührung kommt. Das erste Dämpfen  kann deshalb nur so lange mit guter Aus  beute durchgeführt werden, als der     Kontakt     zwischen Dampf und Koks noch genügend ist.  



  Ein Zweck des Verfahrens besteht nun  darin, beim Aufhören der günstigen Voraus  setzungen für eine gute Wassergaserzeugung  Massnahmen zu treffen, um diese Voraus  setzungen wieder herzustellen. Falls, wie an  genommen werden kann, die Verkokungstem  peratur bzw. die passende Temperatur für  Wassergaserzeugung von 1000  C erreicht ist,  handelt es sich bei diesen Massnahmen noch    um die Wiederherstellung der günstigen  Kontaktbedingungen zwischen Dampf und  Koks, wobei eine möglichst gleichmässige Ver  teilung des Dampfes auf die ganze Kammer  länge erwünscht ist. Dies kann beim vorlie  genden Ausführungsbeispiel folgendermassen  erreicht werden  Bei der 18.

   Stunde nach Ladung wird die  Beschickungstüre 4 geöffnet und etwa 150 kg  Kleinkoks (eventuell Feinkohle oder     Kohlen-          Koks-Mischung)    einer zweckmässigen Kör  nung eingeschüttet. Vorzugsweise verwendet  man entstaubten Koksgriess 1 bis 5 mm zur  Stopfung der Fugen 2 an den Seitenwänden  bis etwa zwei Drittel der Kammerhöhe sowie  zur Stopfung der Fugen 5 an den Stirnseiten       bis    zum     Kammerkopf.        Für    die passende Ver  teilung des aus den Bunkern geschütteten       Koksgriesses    lassen sich     Ablenkbleche    verwen  den.  



  '     Damit    wird der Kammerdampf gezwun  gen, sich seinen Weg längs     der,Seitenflächen     der     Kokssäule        wirbelnd        durch    den     Koksgriess     zu verschaffen, wobei er mit dem Kohlen  stoff in     innige        Berührung        kommt    und sich  dabei zum grössten Teil zersetzt.  



  Hierbei ist     zweckmässigeiweise    darauf zu  achten, dass sich im Kammerkopf keine über  lagerte neue     Koksschicht    bildet.     Eine    solche       würde    eine     zusätzliche        Dampfstauung    verur  sachen, welche wiederum eine     -intensive    Was  sergaserzeugzmg erschweren würde.  



  Nach dem Stopfvorgang wird der einge  führte Koksgriess     zweckmässigerweise    etwa.  eine Stunde lang beheizt und nach dieser  Heizperiode, das heisst     in    der     19-Stunde    der       Ausstehzeit,    kann das zweite Dämpfen, und  zwar bis zum Ende des     Ausstehens,    durchge  führt werden.  



  Beim beschriebenen Ausführungsbeispiel  kann die     Einführung    des Dampfes zusätz  lich zu den Rohren 10 auch in die Teernaht 6  (Fug. 3 und 4) erfolgen, und zwar mittels  eines im Unterteil der     Kokssäule    angeord  neten, waagrechten     Injektors    7, der aus  einem auf seiner Länge zweckentsprechend  gelochten Rohr 8 besteht. Die     Lochung    besteht  aus einer Reihe von Löchern 9, welche auf      die ganze Länge und in regelmässigen Abstän  den     voneinander    entfernt, verteilt sind. Ausser  dem werden dieselben alternativ schräg nach  rechts und nach links gerichtet.

   Die Achsen  der nach     rechts    und     diejenigen    der nach     links     gerichteten Öffnungen liegen je in derselben  Ebene. Die beiden Ebenen bilden unter sich  einen Winkel von etwa 60 . Dadurch wird  erreicht, dass die Strahlen jeder Seite in eine  Hälfte des durch die Teernaht 6 geteilten  Einsatzes eindringen und diesen zur Wasser  gaserzeugung beanspruchen.  



  Das Dämpfen in der Teernaht     empfiehlt     sieh hauptsächlich im Zusammenhang mit dem  Dämpfen an den Seitenflächen, und zwar  ans folgenden Gründen:  a) Die ausschliessliche     Anwendung    des Dampf  einspritzens in der Teernaht kann beim  Übertreiben an den durch die Dampf  strahlen beanspruchten Stellen lokale An  Sammlungen von Asche bzw. eine Verzer  rung des     Kokses        zur    Folge haben.  



  b) Die Temperatur in der Mittelebene ist  tiefer als an den Seitenflächen unmittel  bar gegenüber den Heizflächen.  



  c) Ausserdem erfolgt die Zufuhr von Wärme  bis in die Mittelebene schwer, so dass der  Unterhalt einer intensiven     Wassergaserzeu-          gung    guter Qualität nicht möglich ist.  d) Eine mässige Wassergaserzeugung in der  Teernaht bietet hingegen noch den Vorteil,  dass die Dampfstrahlen einen Teil des sich  hauptsächlich im Koksgriess der Teernaht  angesammelten restlichen Flüchtigen mit  reissen, wodurch eine     karburierende    Wir  kung des Wassergases erfolgt.  



  Das Dämpfen mit dem Injektor 7 wird  vorzugsweise schon während der Beheizung  des eingeschütteten Kleinkokses durchgeführt,  da sonst ein schädlicher Leerraum entstehen  würde, der den sonst günstigen Einfluss des  Verfahrens auf die Verdrängung der Inerten  schwächen würde.  



  Ein senkrechter Injektor kann bei Verti  kalöfen dann     zur    Anwendung gelangen,     wenn,     wie üblich, ein     Balken    des     Ofengerüstes    die  Zugänglichkeit zur Teernaht und damit die    Einführung eines waagrechten Injektors ver  hindert. Es können in diesem Fall je nach  Bedarf ein bis drei Injektoren eingesetzt wer  den.  



  Man braucht nicht alle Kammern einer  Ofenbatterie für die Wassergaserzeugung bei  verlängerter Ausstehzeit in Betracht zu zie  hen. Dabei würden die meisten Kammern  für die Steinkohlengaserzeugung und mit dem  ganzen ersten Dämpfen arbeiten (18 Stun  den bei 1150  C Temperatur in den     Heizzü-          gen),    während je nach Bedarf eine oder meh  rere nach der Stopfung die weitere Wassergas  erzeugung übernehmen.  



  Das beschriebene Verfahren, durch welches  eine hohe Ausbeute an Steinkohlenmischgas  bei hoch bleibendem Heizwert erreicht werden  kann, bietet in ausgesprochener Weise die  Möglichkeit, die Ausbeute durch     Verwendung     eines Generatorgases (Schwachgas) zu     strek-          ken.     



  Mit einer solchen Zumischung von Genera  torgas kann bei gleichbleibendem Gasbedarf  und steigendem Koksbedarf die     Koksgewin-          nung    erhöht werden,  Hierzu kann zunächst ein Ofengas von  4300 bis 4700 kcal/Nm  erzeugt und demsel  ben     Generatorgas    zugemischt werden, um den  Heizwert dem vorgeschriebenen     ,Stadtgasheiz-          wert    von     durchschnittlich    4200 (  500)       kcal/Nm3    anzupassen.

   Dabei wird die Gas  ausbeute pro 100 kg Kohle kleiner als bei  ausschliesslicher     Verwendung    von Wassergas  als Komplement, und infolgedessen muss die  Anzahl der Kohlenladungen     zur    Erreichung  der erforderlichen     Stadtgaserzetigung    erhöht  werden.  



  Die Erhöhung der     Koksausbeute    pro Koh  lenladung wird erzielt durch die sich bei Ver  wendung von     Generatorgas    ergebende Ver  minderung des spezifischen     Koksbedarfes    und  durch     Erhöhung    der     Anzahl        Kohlenladungen.     



  Das     Generatorgas    kann in einer unabhän  gigen     Gaserzeugeranlage,    zum Beispiel in  einem Gaserzeuger für     Kleinkoks    oder Koks,  oder in einem Holz- und     Holzkohlengas-Gene-          rator    zur     Erzeugung    von     Generatorgas    (als  Mischgas:     Luftgas-Wassergas)    erzeugt wer-      den, oder hilfsweise in einem angebauten  Ofengenerator, wobei jedoch auf den Vorteil  der einwandfreien Vergasung des billigen  Kleinkoksanfalles verzichtet werden muss.  



  Bei Verwendung einer unabhängigen     Gas-          erzeugeranlage    kann diese zur Erzeugung des  Zusatzgases zum Ofengas     und    zur     Ofen-          beheizuug    dienen, wobei entweder ausschliess  lich der Kleinkoksanfall 5 bis 25 mm fort  laufend im Gaserzeuger vergast wird, womit  man sich auf eine blosse Beteiligung an der  Unterfeuerung beschränken muss, oder aber  die vollkommene Durchführung der Ofen  beheizung vollzogen wird, wobei, da der  Kleinkoksanfall im allgemeinen nicht aus  reicht, ausserdem     Sortenkoks    oder zusätzlicher  Kleinkoks zur Deckung des Generatorbedarfs  verwendet werden muss.  



  Der Zusatz von Generatorgas gestattet dem  Betrieb in wirtschaftlicher wie auch in prak  tischer Hinsicht eine wertvolle     Anpassungs-          bzw.    Regulierungsfähigkeit. Es ist zum Bei  spiel möglich, den Betrieb so anzupassen, dass  bei einer rationellen     Durchführung    der  Grunderzeugung von Steinkohlenmischgas in  den Öfen gerade so viel Generatorgas zuge  setzt wird, damit die resultierende Ausbeute  an Stadtgas unter Beibehaltung des gewünsch  ten Heizwertes die     Anforderungen    des ge  genwärtig zu sichernden Gasbedarfes deckt.  Ausserdem kann die Koksausbeute derart ge  regelt werden, dass ihr     jährlicher        Wert    dem  Bedarf an verkäuflichem Sortenkoks ent  spricht.  



  Übrigens kann die erwähnte Regulierungs  fähigkeit den lokalen Betriebsbedingungen  irgendwelcher Art entsprechen. Bei Anwen  dung eines Drehrostgaserzeugers bei     Reku-          perativöfen,    der für die Besorgung eines Teils  der     Unterfeuerung        verwendet    wurde, erreichte  man eine Entlastung des eingebauten     Ofen-          generators,    die insbesondere bei Überbelastung  des letzteren     wertvoll    war.

   Bei der sich da  durch ergebenden     geringeren    Höhe der     Koks-          schicht    und der     reduzierten        Zufuhr    der Pri  märluft erfolgte eine bessere Verteilung der  letzteren auf dem Bett des Vergasungsmate  rials und eine bessere Zugänglichkeit für die    Luft zum vorhandenen Kohlenstoff. Dadurch  wurde ein besserer     Vergasungswirkungsgrad     des Ofengenerators und eine zusätzliche Er  sparnis an Sortenkoks erreicht, die den Vor  teil der Verwendung von billigem Brenn  stoff im unabhängigen Gaserzeuger ergänzt.  



  In ähnlicher Weise     kann    Zusatzgas mit  Hilfe von Sauerstoff oder einer an Sauer  stoff angereicherten Luft erzeugt werden. Da  durch ergibt der Generator ein      Oxy-Genera-          torgas .     



  Wenn eine     ausgedehnte    Streckung mit  Generatorgas resp.  Oxygas  vorgesehen ist,  zum Beispiel zwecks besonderer     Erhöhung    des  Leistungsvermögens des Ofens (oder der  Ofenbatterie) für ständigen Betrieb oder vor  übergehend zur Spitzendeckung, wird eine  Karburierung durch Öl oder Teer unerlässlich.  Dieselbe lässt sich durch     Einführung    von Öl  in eine oder einige     Kammerköpfe    oder durch  Verwendung eines Retortenofens für     Ölgas-          erzeugung    nach System Pintsch durchführen.  



  Das beschriebene Verfahren weist eine  Reihe wesentlicher Vorteile auf. Als tech  nische Vorteile können genannt werden:  Die gute     Ausnützung    des Kammerdampfes  sowie der ganzen Heizfläche der Kammer     für     die Wassergaserzeugung. Die kühlende, die  Entgasung störende     Wirkung        eines        grossen          urzersetzten        Dampfdurchflusses    kann ver  mieden werden. An den     Seitenwänden    der       Kokssäule        kann        eine    hohe Temperatur er  reicht und beibehalten werden.

   Der     Einsatz     kann     eine    hohe,     durchschnittliche        Endver-          kokungstemperatur    erreichen. Die in den  leeren     Kammern    angesaugten     Inerten    werden       durch    die     Gegenwirkung    der zu     fördernden          Rohgasströmimg    auf die leeren     Kammern    her  abgesetzt.

   Als Folge der eben     erwähnten    tech  nischen     Einzelvorteile    ergeben sich als     be-          triebstechnische    Vorteile eine     gute    Ausbeute  an     Steinkohlenmischgas    mit hohem Heizwert  (durch hohe Ausbeute an     Steinkohlengas    und       Erzeugung        eines    Wassergases mit hohem Heiz  wert, bei Wegfallen der     Inerten    aus dem  Ofenbetrieb), wobei das Ofengas die Bereit  schaft zur Aufnahme-     eines        gewünschten    An  teils an     Generatorgas    besitzt.

       Als    weitere      betriebstechnische Vorteile sind zu nennen:  Eine     Verminderung    des Dampfverbrauches  auf etwa 0,5 bis 0,6 kg pro Nm3 Wassergas,  die Möglichkeit einer Verminderung des spe  zifischen     Koksbedarfs    für die     Unterfeuerung,     eine passende Regulierungsmöglichkeit der       Erzeugung.     



  Schliesslich können sich noch eine Reihe  wirtschaftlicher Vorteile ergeben, wie Herab  setzung der Gestehungskosten des     Produktions-          gases    durch     Verminderung    des spezifischen  Koksbedarfes für die Unterfeuerung und  Wegfallen einer zusätzlichenDampferzeugung,  da normalerweise die     rekuperierte    Dampf  gewinnung ausreicht, ferner die Möglichkeit  einer Anpassung der Gewinnung des ver  käuflichen Kokses an den Bedarf.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Erzeugung von Steinkoh lenmischgas in Kammeröfen, dadurch gekenn zeichnet, dass durch Schrumpfung nach fort geschrittener Verkokung am Umfang des Ein satzes entstandene, eine Zersetzung von Was serdampf beeinträchtigende Fugen minde stens in einer Kammer, mindestens teilweise, durch feinkörnigen Brennstoff gestopft wer den und alsdann gedämpft wird. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass bereits vor der ge nannten Stopfung ein Dämpfen durchgeführt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man als Brenn stoff zum Stopfen Koksgriess verwendet. 3. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man als Brenn stoff zum Stopfen Feinkohle verwendet. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man als Brenn- Stoff zum Stopfen eine Mischung von Koks- griess und Feinkohle verwendet. 5. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man zur weiteren Erzeugung von Wassergas einen im untern Teil des Einsatzes in der Teernaht angeord neten Dampfinjektor verwendet. 6. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Beseitigung der Inerten wäh rend des Beheizens des nachgefüllten fein körnigen Brennstoffes mittels des Injektors dämpft. 7.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass dem erzeugten Ofengas von hohem Heilwert Generatorgas zugemischt wird, um einen Heizwert zwischen 3700 und 4700 kcal/Nm zu erhalten. B. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Generatorgas in einem besondern mit Kleinkoks beschickten Gaserzeuger produ ziert wird, wobei das nicht als Ofengaskom- plement verwendete -Generatorgas zur Behei- zung des Ofens benützt wird. 9.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 7 und 8, dadurch gekenn zeichnet, dass man im Generator ausser dem Kleinkoksanfall zusätzlichen Koks verwendet, um die vollständige Ofenbeheizung durchzu führen. 10. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Generatorgas einem am Ofen ange bauten Generator entnommen wird. 11.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass man bei ausgedehnter :Streckung des Ofengases durch Generatorgas eine Karbu- rierumg durchführt.
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