DE1009753B - Verfahren zur Erzeugung von Steinkohlenmischgas in Kammeroefen - Google Patents

Verfahren zur Erzeugung von Steinkohlenmischgas in Kammeroefen

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DE1009753B
DE1009753B DEH16080A DEH0016080A DE1009753B DE 1009753 B DE1009753 B DE 1009753B DE H16080 A DEH16080 A DE H16080A DE H0016080 A DEH0016080 A DE H0016080A DE 1009753 B DE1009753 B DE 1009753B
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water gas
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Fernand Hellwig
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10BDESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
    • C10B57/00Other carbonising or coking processes; Features of destructive distillation processes in general
    • C10B57/12Applying additives during coking

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Coke Industry (AREA)

Description

  • Verfahren zur Erzeugung von Steinkohlenmischgas in Kammeröfen Die Anpassung des oberen Heizwertes des Steinkohlenmischgases erfolgt durch Zusatz von Wassergas, von dem ein Teil vorteilhaft in den Kammern selbst erzeugt wird.
  • An einem Vertikalkammerofen durchgeführte Messungen zeigten, daß der Verlauf der Wassergaserzeugung bei einem Dampfdruck von 3 atü in Funktion der Ausstehzeit sich gemäß der in Fig. 1 dargestellten Kurve abwickelt. Die Ausstehzeit in Stunden ist auf der Abszisse und die Wassergaserzeugung auf der Ordinate aufgetragen. Der Versuch wurde in Kammern von 2 t Einsatz und 300 mm mittlerer Kammerbreite durch Dämpfen von unten und bei einer Temperatur von 1150° an den Brennern durchgeführt.
  • Der Verlauf der Kurve der Wassergaserzeugung besteht in einem aufsteigenden Teil zwischen der B. und 14. Stunde der Ausstehzeit, aus einer Art Konus, der die günstigsten Werte der Erzeugung enthält, und einem abnehmenden Teil.
  • Der Verlauf läßt sich in drei Zonen zerlegen, welche man auch durch deren respektive Eigenschaft hinsichtlich der Wassergaserzeugung unter sich unterscheiden kann. Die Zone der Zunahme ist das Gebiet der tiefen Temperaturen im Einsatz, die Mittelzone die günstige für Wassergas, die Zone der Abnahme ist diejenige der Schrumpfung, der Fugenbildung und allmählich der Aschenbildung, welche zwei letzteren auch die Wassergaserzeugung verschlechtern.
  • Es ist zu bemerken, daß die Punkte der strichlierten Kurve ausschließlich Anfangswerte der Wassergaserzeugung betreffen.
  • Der wirkliche Verlauf der Wassergaserzeugung hingegen, die in jeder Kammer vom Beginn des Dämpfens bis Ende der Ausstehzeit praktisch durchgeführt werden kann, wickelt sich nach einer Kurve ab, die tiefer liegt wie z. B. die ausgezogene Kurve.
  • Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Erzeugung von Steinkohlenmischgas in Kammeröfen. Es bezweckt eine rationelle Erzeugung des Wassergases in den Kammern, wobei die Bedingungen zur zweckmäßigen Verkokung gleichzeitig erfüllt werden, womit ergänzend eine zweckentsprechende Streckung mit Schwachgas erfolgen kann.
  • Das Verfahren zur Erzeugung von Steinkohlenmischgas in Kammeröfen ist dadurch gekennzeichnet, daß in mindestens einer Kammer nach Entgasung der Kohle die durch Schrumpfung des Einsatzes am ganzen Umfang der Kokssäule gebildeten Fugen, mindestens teilweise und bei Freilassung des Gassammelraumes, durch sämtliche Füllöcher mit Koksgrieß gestopft werden.
  • Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird ein Dämpfen während des Beheizens des nachgefüllten Feinkokses mittels eines unten in der Mittelebene angeordneten Injektors zwecks Beseitigung der inerten Bestandteile durchgeführt. Die erwähnten optimalen Bedingungen sind 1000° und ein guter Kontakt zwischen Dampf und Koks, was jedoch im voraus bedingt ist.
  • Nachstehend wird beispielsweise das Verfahren unter Bezugnahme auf die Fig. 2 bis 4, die eine geeignete beispielsweise Ausführungsform für eine Vertikalkammer darstellen, beschrieben, wobei Fig. 2 einen Vertikalschnitt durch die Kammer, Fig. 3 einen Schnitt nach Linie II-II der Fig. 2 und Fig.4 einen Schnitt nach Linie IV-IV der Fig.2 darstellt.
  • In den Zeichnungen sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet. In diesem Beispiel wurde nach folgendem Schema gearbeitet:
    Stunde der Ausstehzeit Vorgang
    1. 14. bis 18. Stunde erstes Dämpfen
    2. 18. Stunde Einschütten von
    Kleinkoks und
    Stopfen der Lücken
    3. 18. bis 19. Stunde Beheizung des
    nachgeschütteten
    Kleinkokses
    4. 19. Stunde bis Ende zweites Dämpfen
    der Ausstehzeit
    Die Zeiten sind je nach der Kammer oder der Temperatur verschieden und müssen jeweils angepaßt werden.
  • Ein Zweck des Verfahrens besteht in der Durchführung eines Dämpfens auf der günstigen Periode der Ausstehzeit. Wie Fig. 1 zeigt, kann das Dämpfen mit Erfolg von der 14. Stunde ab begonnen werden, wenn der Einsatz praktisch die Endverkokungstemperatur erreicht hat und die Kohle schon weitgehend entgast ist. Dieses Dämpfen soll dann (eventuell progressiv) 4 Stunden lang durchgeführt werden.
  • Beim Verkoken, z. B. in- Vertikalkammern, schrumpft aber die über dem Deckelkoks A befindliche Einsatzsäule 1 zusammen, so daß sich insbesondere Lücken 2 zwischen deren Seiten- und den Kammerwänden bilden, in welchen der Kammerdampf einen leichten Weg findet und, den unmittelbarsten Weg bis zum Gasantritt im Kammerkopf 3 folgend, durch die Kammerhöhle hinaufströmt, so daß nur ein Teil desselben mit der Kokssäule 1 in Berührung kommt. Das erste Dämpfen kann deswegen :nur so lange durchgeführt werden, als der Kontakt zwischen Dampf und Koks noch genügend ist.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren besteht darin, daß erst von dem Moment an, wo die günstigen Voraussetzungen für eine gute Wassergaserzeugung nicht mehr erfüllt werden, zweckentsprechende Maßnahmen getroffen werden, um denselben wiederum zu entsprechen.
  • In der Annahme, daß die Verkokungstemperatur bzw. die passende Temperatur für Wassergaserzeugung von 1000° erreicht ist, handelt es sich nur noch um das Erfüllen der günstigsten Kontaktbedingungen zwischen Dampf und Koks, wobei mit Vorzug eine auf die ganze Kammerlänge gleichmäßig verteilte Einführung des Dampfes von unterhalb des Einsatzes Voraussetzung ist. Dies kann man durch folgende Maßnahmen erreichen: a) Ab der 18. Stunde nach Ladung wird die Beschickungstür 4 geöffnet, und bei einer Kammer für 2 t Einsatz werden etwa 150 kg Kleinkoks (eventuell Kohlen- oder Kohlen-Koks-Mischung) -der zweckmäßigen Körnung eingeschüttet. Zweckmäßig verwendet man entstaubten Koksgrieß 1 bis 5 mm zur Stopfung der Fugen 2 an den Seitenwänden bis etwa Z/3 der Kammerhöhe sowie zur Stopfung der Fugen 5 an den Stirnseiten bis zum Kammerkopf. Für die passende Verteilung des aus den Bunkern geschütteten Koksgrießes lassen sich Ablenkbleche verwenden.
  • Damit soll erreicht werden, daß der Kammerdampf gezwungen wird, sich einen Weg längs der Seitenflächen der Kokssäule wirbelnd durch den Koksgrieß zu verschaffen, -dadurch mit dem Kohlenstoff in Berührung kommt und sich dabei zum größten Teil zersetzt.
  • Man muß darauf achten, daß sich im Kammerkopf keine überlagerte neue Koksschicht bildet. Eine solche würde eine zusätzliche Abkühlung und Dampfstauung verursachen, welche die praktische Durchführung einer intensiven Wassergaserzeugung erschweren würde.
  • b) Nach dem Stopfvorgang wird der eingeführte Koksgrieß etwa 1 Stunde lang beheizt.
  • c) Nach Beendigung der Heizperiode, d. h. in der 19. Stunde der Ausstehzeit, wird das Dämpfen bis zum Ende des Ausstehens durchgeführt.
  • Das beschriebene Verfahren kann ergänzt werden durch eine Dampfeinführung in die Teernaht 6 mittels eines im Unterteil der Kokssäule angeordneten, waagerechten Inj ektors 7.
  • Dieses zusätzliche Dämpfen erfolgt in Form einer Doppelreihe von alternativ links und rechts der Mittelebene gerichteten Dampfstrahlen, welche aus auf der Länge des als Injektor verwendeten Gasrohres gleichmäßig verteilten Öffnungen strömen.
  • Dadurch wird erreicht, daß die Strahlen jeder Seite in eine Hälfte des durch die Teernaht 6 geteilten Einsatzes spritzen bzw. eindringen und dieselbe zur Wassergaserzeugung beanspruchen.
  • Das Dämpfen in der Teernaht soll hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Dämpfen an den Seitenflächen angewendet werden. Es empfiehlt sich, das Dämpfen mit dem Injektor folgendermaßen durchzuführen: a) Zuerst während der Beheizung des eingeschütteten Kleinkokses, wenn dabei ein schädlicher Leerraum entstehen würde, wodurch der sonst günstige Einfluß des Verfahrens für die Verdrängung der Inerten geschwächt wäre.
  • b) Dann auch sofern nach der 18. Stunde der Ausstehzeit, wenn eine intensive rekuperative Wassergaserzeugung erwünscht ist.
  • Eine senkrechte Anordnung des Injektors kommt bei Vertikalöfen in Frage, wenn, wie üblich, ein Balken des Ofengerüstes die Zugänglichkeit zur Teernaht und damit die Einführung eines waagerechten Injektors verhindert. Es können dann je nach Bedarf ein bis drei Injektoren eingesetzt werden. Es wurden mit einer solchen Anordnung Versuche angestellt.
  • Man kann auch die Anwendung von einer oder mehreren »besonderen Kammern« für Wassergaserzeugung bei verlängerter Ausstehzeit in Betracht ziehen. Dabei würden die meisten Kammern für die Steinkohlengaserzeugung und mit dem ganzen ersten Dämpfen arbeiten (18 Stunden bei Tna l150°), während eine oder mehrere (dem Bedarf entsprechend) nach der Stopfung die weitere Wassergaserzeugung übernehmen.
  • Das Verfahren bietet mehrere Vorteile: A. Technische Vorteile 1. Gute Ausnützung des Kammerdampfes.
  • 0 2. Gute Ausnützung der ganzen Heizfläche der Kammer für die Wassergaserzeugung.
  • 3. Gute Ausnützung der ganzen Koksmasse, einschließlich des nachgefüllten Koksgrießes für die Wassergaserzeugung.
  • 5 4. Die kühlende, die Entgasung störende Wirkung eines großen unzersetzten Dampfdurchflusses wird vermieden.
  • 5. Der Einsatz erreicht eine durchschnittliche hohe Endverkokungstemperatur, da der Beginn des Dämpfens o zurückverschoben werden kann.
  • 6. Erreichen und Beibehaltung eines hohen Temperaturstandes in der Wassergaserzeugungszone.
  • 7. Herabsetzung der angesaugten Inerten durch eine bessere Füllung reit Koks und eine gleichmäßigere 5 Verteilung von Dampf und Gas in der Kammer. B. Betriebstechnische Vorteile als Folge der unterA erwähnten technischenEinzelvorteile 1. Hohe Ausbeute an Steinkohlenmischgas dadurch erreichbar, daß eine hohe Ausbeute an Steinkohlengas durch das ermöglichte Verzögern des Beginns des Dämpfens erzielt wird, da sich letzteres auf kürzeste Zeitstrecke mit erhöhtem. Dampfdruck und rekuperativer Wirkung konzentrieren und intensiv durchführen läßt. Dabei steigt auch der Heizwert des Wassergases wegen der anfänglich herrschenden hohen Temperatur der Koksmasse und der Verdrängung der inerten Gase.
  • 2. Verminderung des spezifischen Dampfverbrauches auf etwa 0,5 bis 0,6 kg pro Nm3 Wassergas.
  • 3. Verminderung des spezifischen Koksbedarfs für die Unterfeuerung.
  • 4. Passende Regulierungsmöglichkeit der Erzeugung. C. Wirtschaftliche Vorteile Aus den bereits erwähnten günstigen Merkmalen ergeben sich- folgende wirtschaftliche Vorteile 1. Herabsetzung des spezifischen Koksbedarfs (pro Nm3 Produktionsgas) für die Unterfeuerung.
  • 2. Verminderung des spezifischen Verbrauchs von teurem Koks in der Kammer für die Dampfzersetzung, da ein Teil des Bedarfs durch die Vergasung des billigen Koksgrießes gedeckt wird.
  • 3. Verminderung des spezifischen Dampfbedarfs für Wassergas, der auf 0,5 bis 0,6 kg pro Nm3 herabgesetzt wird.
  • 4. Für jedes Produktionsprogramm ergibt sich der minimale Kohlenverbrauch, der durch die hohe Gasausbeute erreicht wird.
  • 5. Möglichkeit die Koksgewinnung dem Absatz anzupassen.
  • Die vorstehende Beschreibung über die Anwendung des Verfahrens wurde für den Fall eines Vertikalofens ausgestellt.
  • Das Verfahren läßt sich aber auch an anderen Öfen anwenden, und zwar insbesondere an den Horizontalkammeröfen mit Oberfüllung.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Erzeugung von Steinkohlenmischgas in Kammeröfen, dadurch gekennzeichnet, daß in mindestens einer Kammer nach Entgasung der Kohle die durch Schrumpfung des Einsatzes am ganzen Umfang der Kokssäule gebildeten Fugen, mindestens teilweise und bei Freilassung des Gassammelraumes, durch sämtliche Füllöcher mit Koksgrieß gestopft werden. .
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vor der Stopfung ein erstes Dämpfen durchgeführt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man zur weiteren Erzeugung von Wassergas Wasserdampf im unteren Teil des Einsatzes in die Teernaht einspritzt.
  4. 4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Beseitigung der inerten Gase während des Beheizens des nachgefüllten Feinkokses mittels des Injektors dämpft. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 628 193, 660 530.
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Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE628193C (de) * 1931-07-29 1936-03-30 Otto & Co Gmbh Dr C Verfahren zum Erzeugen von Wassergas in unterbrochen betriebenen Verkokungskammern
DE660530C (de) * 1931-04-22 1938-05-28 Carl Still G M B H Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von wasserstoffreichen Gasen in Horizontalkammeroefen

Patent Citations (2)

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