CH305881A - Verfahren zur Herstellung eines Antibioticums. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Antibioticums.

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CH305881A
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Description


  Verfahren zur     Herstellung    eines     Antibiotieums.       Die     Erfindung    bezieht sich auf ein Ver  fahren zur Herstellung eines neuen, als     Fu-          magillin    bezeichneten     Antibioticums.     



  In neuerer Zeit wurde     gefunden,    dass neue,  bisher nicht verwendete chemische Stoffe mit  vorher nicht erzielten Wirkungen aus Nähr  medien isoliert werden können, in welchen ge  wisse spezifische Mikroorganismen unter sorg  fältig kontrollierten Bedingungen gezüchtet  wurden.  



  Diese therapeutisch nutzbaren chemischen  Verbindungen wurden ohne Rücksicht auf ihre  chemische     Struktur    als     Antibiotica    bezeichnet  und auf Grund ihrer Herstellungsmethode  und ihrer wachstumshemmenden Wirkung ge  genüber Mikroorganismen klassifiziert. Unter  diesen antibiotischen Stoffen - soweit sie iso  liert und charakterisiert     wurden    - konnten  bisher nur wenige gefunden werden, die gegen  Viren wirksam sind oder die Aktivität von       Bakteriophagen    hemmen.  



  Gegenstand der vorliegenden Erfindung  ist ein Verfahren zur Herstellung eines     Anti-          bioticums,    welches dadurch gekennzeichnet ist,  dass man einen     Pilz    aus der Gruppe     Asper-          gilliis        fumigatus    in einem Nährmedium züch  tet und dabei im Nährmedium das     Antibioti-          cum        Fumagillin    als Erzeugnis erhalten wird.  Das     Fumagillin    ist eine antibiotische Substanz  mit     antibakteriophagen        Eigenschaften,    die  gegen Viren wirksam ist.

   Dieser bisher un  bekannte Stoff kann als solcher oder in Form    seiner Derivate für die Behandlung von Infek  tionen bei Menschen bzw. Tieren Verwendung  finden.  



       Fumagillin    ist eine weisse, kristalline, feste  organische     Carboxylsäure    mit     einem        pg-Wert     von etwa 6,5 (-log. der     Säuredissoziations-          konstanteg,festgestellt    durch elektrometrische       Titration)    und einem Schmelzpunkt von 189  bis 194  C     (Kofler-Block),    oder 190 bis 191  C       (Kapillarrohr).    Es ist optisch aktiv, [a] D  = minus 26,6  (c: 0,25 % in Methanol).

   Es  enthält lediglich die     Elemente    Kohlenstoff,  Wasserstoff     und    Sauerstoff, hat angenähert  die empirische Formel     C27H3r,07    und ent  hält neben einer     Carboxylgruppe    eine     Alkoxyl-          gruppe.    Sein     Molekulargewicht    beträgt 475  (berechnet aus einem     Neutraläquivalent)    bzw.  488 (berechnet aus der     Alkoxylbestimmung).     Das kristalline Produkt gibt keine     Ferrichlo-          rid-    oder     Millonsche    Reaktion.

   Die     Salkowski-          Sterol-Probe    ist fraglich positiv, der     Lieber-          mann-Burchad-Test    ist negativ. Der Legal  sehe Test     (Aglucone        usw.)    ist negativ.

   Sein       Ultraviolett-Absorptionsspektrum    zeigt     Maxi-          mas    bei 239, 304     (Inflexion),    332     (Inflexion),     336     und    351     m,u    mit      k -Werten    von 7;52 bei  239     m,u,    147,8 bei 336     m,ss    und 136,4 bei  351     m,u,    was die Anwesenheit eines sich aus  wenigstens drei, möglicherweise aus vier Dop  pelbindungen zusammensetzenden Systems  konjugierter Doppelbindungen anzeigt.

   Das       Infrarot-Spektrum    zeigt Banden bei 3120,  1714, 1632, 1597, 1576, 1491, 1377, 1230, 1163;      1124, 1013 und 838     Millimikron.        Fumagillin     bildet einen     IX        ethylester,        Schmelzpunkt    145  bis 147  C     (Kofler-Block),    ein     Octabromid,          Schmelzpunkt    118 bis 122   C     (Koller-Block),     ein     Amid,    welches bei 160  C (Koller) ver  kohlt, und ein     2,4-Dinitrophenylhydrazon,     Schmelzpunkt 123 bis 126  C (Koller-Block).  



  Der Organismus, welcher die neue antibio  tische Substanz gemäss der     Erfindung    erzeugt,       wurde    aus einer Bodenprobe, welche aus     Kala-          mazoo        Caunty,        Michigan,        stammte,    isoliert.

      Dieser im Boden gefundene Organismus ist  funktionell und strukturell ein Glied der       Aspergillus        fumigatus-Reihen    der     Aspergillus          fumigatus-Gruppe,    wie sie von     Thom    und       Raper,    Manual of     Aspergilli,        Williams    und       Wilkins,    Baltimore,     Md.,    1945, Seiten 87 bis  91, beschrieben     wurde;

      jedoch ist er von der  Type des Stammes     Aspergillus        fumigatus          NRRL    163 hinsichtlich mehrerer morphologi  scher Merkmale verschieden, wie in folgender  Tabelle gezeigt wird.  
EMI0002.0033     
  
       Ergänzend zu den sich aus dem vorstehen  den Vergleich ergebenden Unterschieden wird  darauf hingewiesen, dass     Aspergillus        fumi-          gatus        NRRL    163 keine     antiphage    Substanz  produziert, wenn er unter den gleichen Bedin  gungen kultiviert wird,

   unter welchen die anti  biotische Substanz gemäss der Erfindung  durch     Aspergillus        fumigatus    H-3 erzeugt  wird.  



  Der Nachweis von     Fumagillin    in Fermen  tationsliquor sowie die angenäherte Bestim  mung der in dieser Flüssigkeit oder in andern  Lösungen vorhandenen Menge beruht auf der  dem     Fumagillin    eigenen Fähigkeit, die Wir  kung von     Bacteriophagen    zu     inhibieren.    Für  Versuchszwecke wurde die     inhibierte    Wirkung  des     Fumagillins,    auf     Staphylococcus        aureus     209 P als Standard gewählt.  



  Die Zubereitung der erforderlichen Lösun  gen und ihrer Anwendung für den Nachweis  von     Fumagillin    kann folgendermassen er  folgen         Herstellung   <I>der</I>     baeteriophagen        Suspension.     In mehrere Flaschen wird eine geeignete  Menge einer sterilen Nährbouillon gefüllt, die  0,5 %     Pepton,    0,3 % Rindfleischextrakt und  0,5 %     Natriumchlorid    enthält.

   Diese Bouillon  wird mit 0,5 Volumenprozent einer     24-Stunden-          Nährbouillon    von     Staphilococcus        aureus    209 P  geimpft und bei 37  C etwa 7 Stunden lang oder  bis die Bouillon trüb geworden ist,     incubiert.     Dann werden zum Inhalt jeder Flasche etwa  5 Volumenprozente einer aktiven     bacterio-          phagen    Suspension zugegeben, die in der fol  genden Weise bereitet wurde:

   Man züchtet  eine     Wirteluiltur        (staphilococcus        aureus     209P) in einer     Trypticase-Soja-Bouillon,    bis  sich eine     Trüblmg    entwickelt. Diese Bouillon  Kultur wird sodann mit der Stammsuspension  einer     Bacteriophagenkultur,    beispielsweise der        American        Type        Culture        Collection     versetzt  und so lange     incubiert,    bis die Auflösung der       Wirtezellen    erfolgt ist (in 12 bis 24 Stunden).

    Die Bouillon wird sodann durch ein     Seitz-          Filter    filtriert, um etwa nicht aufgelöstes     Zell-          material    abzutrennen; das erhaltene klare Fil  trat besteht aus einer Suspension von Bacterio-         phagen-Teilchen    in hoher Konzentration. Diese  Operation lässt sich viele Male hintereinander  wiederholen, bis man die gewünschte hohe  Konzentration von     Bacteriophagen-Teilchen     je     em3    erhält (gewöhnlich ist eine Suspension  von 1 bis 2 Milliarden Teilchen je     cms    für  Versuchszwecke befriedigend).

   Der Flaschen  inhalt wird dann abermals bei 37  C etwa  16 Stunden     incubiert,    in welcher Zeit die Trü  bung der Bouillon entweder ganz     verschwunden     ist oder merklich abgenommen hat. Der Inhalt  der Flaschen wird zusammengegossen, und die  Zellen werden durch Filtration durch ein  steriles Filter aus gesintertem Glas (Poren  grösse     UF)    abgetrennt. Die sterile, gefilterte;       bacteriophage        Suspension    wird auf ihre Ak  tivität geprüft und.in einem Kühlschrank bis  zum Gebrauch gelagert.

           Vorbereitung   <I>der</I>     Testplatten.     Geschmolzenes, halbfestes     Nähragar,    das  0,5 %     Pepton,    0,3 % Rindfleischextrakt, 0,5       Natriumchlorid,    0,7     %Agar    und Wasser ent  hält, wird auf 50  C abgekühlt und mit etwa  1 Volumenprozent einer     24-Stunden-Bouillon-          Kultur    von S.     aureus    209 P gemischt.

   Zu der  flüssigen     Agar-Suspension    wird eine durch       Vorversuche    bestimmte, zur     Verhinderung    des  Wachstums von     S-aureus    209 P hinreichende  Menge der in bereits angegebener Weise berei  teten     phagen    Suspension zugesetzt. Je 5     cm3     dieser     bacteriophagen        S-aureus-Suspension     werden in mit flachem Boden ausgestattete       Petrischalen    gegossen und erstarren gelassen.  Die so zubereiteten Testplatten werden bis  zum Gebrauch unter     Kühlung    gelagert.

           Herstellung   <I>des</I>     Standardpräparates     <I>und der</I>     illuster.     



  Es wird eine     Acetonlösung    mit 100 Mikro  gramm kristallinem     Fumagillin    je     cms    her  gestellt. Teile dieser Lösung werden mit ste  rilem, destilliertem Wasser auf Konzentra  tionen von 10, 5, 2,5 und 1,5     Mikrogramm     je     cms    verdünnt.

   Die zu untersuchenden  Muster mit nicht näher bekanntem     Fumagillin-          gehalt    werden mit Aceton und     Wasser    (.die       Unlöslichkeit    von gereinigtem     Fumagillin         kann es notwendig machen, Lösungen, die  mehr als 100 Mikrogramm je     em3    enthalten,  mit Aceton zu verdünnen) bis zu einer schät  zungsweisen Konzentration von 1,25 bis 10  Mikrogramm je     cm3    verdünnt.  



       Untersuchungsmethode.     In jede der obigen     Lösungen    wird ein  6,35 mm     (1/,1    Zoll) Durchmesser besitzendes       Filterpapierscheibchen    (Schleicher und     Schüll     740 E) getaucht, und die überschüssige Flüs  sigkeit von den Scheiben wird abtropfen ge  lassen. Dann werden die einzelnen Papier  scheiben auf je eine in der beschriebenen Weise  hergestellte     Petri-Platte    gelegt. Gewöhnlich  werden von den     vier    Standardlösungen sowie  der zu untersuchenden Lösung je vier Schei  ben angelegt, jede auf einer besonderen Test  platte.

   Die Platten werden bei 37  C 16 bis  18 Stunden lang     incubiert,    wonach der Durch  messer der     Wachstiunszonen    in Millimetern ge  messen und die durchschnittliche Grösse der  Zonen- für jede Verdünnung ermittelt wird.  Die     Messergebnisse    für die Zonengrösse bei den  Standardverdünnungen werden gegenüber  ihren Konzentrationen aufgetragen; die so er  haltenen     Punkte    werden durch Linien ver  bunden und ergeben eine Standardkurve.

   Nach  Bestimmung der Wachstumszone     inMillimetern     der Testplatte der     Fumagillinlösung    von un  bekannter Konzentration kann mit Hilfe der  Standardkurve der     fragliche:Fumagillingehalt     in Mikrogramm je     cm3    angegeben werden.

    Definitionsgemäss besitzt ferner eine Lösung,  die     Fumagillin    bzw.     Antibiotikum    H-3 ent  hält,     dann    1     Phage-Einheit    je     eins,    wenn diese  Lösung bei der Bestimmung nach der oben be  schriebenen Methode nach 24stündiger     In-          cubationsdauer    der Platte eine     Wachstumszone     von     Staphylococcus        aureus    von 8     mm    Durch  messer ergibt.  



  Das     erfindungsgemässe    Verfahren wird       vorteilhaft    mit einem     Fumagillin    erzeugen  den Stamm von     Aspergillus        fumigatus    H-3,       unter        submersen,        aeroben    Bedingungen, in  einer Nährlösung, welche ein Kohlehydrat,       Kochsalz,    einen Zusatz eines festen     Corn-steep-          Präparates,        Caleiumearbonat    und so viel Na-         triumhydroxyd    enthält,

   dass der     schliessliche          pH-Wert    des Mediums etwa 6,7 beträgt. Das  erzeugte     Fumagillin    kann vom Kulturmedium  isoliert werden, vorzugsweise so, dass man das       Fumagillin    vom     Mycelium    durch Extraktion  mit Chloroform abtrennt, das     Rohfumagillin     aus dem Chloroform abscheidet und durch  Lösen in Aceton reinigt.     Hiezu    wird die       Acetonlösung    z. B.     konzentriert    und gekühlt,  der entstehende Niederschlag abgetrennt, mit       tert.        Butanol    gewaschen und aus Methanol und  Wasser auskristallisiert.  



  Für die Herstellung von     Fumagiillin    wird  ein Nährmedium etwa folgender Zusammen  setzung bevorzugt       Dextrin    5-15 Teile       Natriumchlorid   <B>-1-</B> 7 "  Festes     Corn-steep-Präparat        25-40    "       Calcituncarbonat    1- 2 "  Wasser Ergänzung auf 1000 "    Das Nährmedium wird zweckmässig durch  Zusatz von     Natriumhydroxydlösung    auf einen       pH-Wert    von etwa 6,7 eingestellt, durch Er  hitzen sterilisiert     und    dann gekühlt.

   Mit die  sem Medium ist es möglich, in 36 bis 72 Stun  den etwa 70 bis 170 Mikrogramm     Fumagiliin     je     cm3    zu erzeugen.  



  Für die     Herstellilng    grosser Mengen     Fuma-          gillin    wird dem Nährmedium die     Aspergillus          fumigatus        H-3-Kultur,    vorzugsweise in einer  Menge von etwa 5 Volumenprozenten, bezogen  auf das Nährmedium, zugesetzt. Die Impf  kultur kann dadurch erhalten werden, dass der       Fümagillin    erzeugende, auf     Schrägagar    ge  züchtete Stamm von     Aspergillus        fumigatus          H-3    in Schüttelflaschen eingebracht wird,  welche ein die angegebene Zusammensetzung  besitzendes Nährmedium enthalten.

   Nach  2 Tagen Wachstum kann ihr Inhalt in     Rühr-          flaschen        (Sweep-stirbottles)    übertragen wer  den, welche das oben angegebene Medium ent  halten und dort weitere zwei Tage wachsen  gelassen werden.  



  Die Fermentation kann bei 20 bis     30     C  36 bis 72 Stunden lang durchgeführt werden,  wobei die maximale Ausbeute gewöhnlich nach  etwa     42stündiger        Incubationsdauer    erreicht      wird. Während der Fermentation     kann    Luft  durch das bewegte, geimpfte Medium geleitet  werden, vorzugsweise in einer Menge von etwa  0,4     Volumteilen        in.    der Minute auf     einen          Volumteil    des Mediums.

   Nachdem die Fermen  tation die gewünschte, durch Prüfung des Ge  misches auf den     Fuunagillin-Gehalt    bestimmte  Zeitspanne vor sich gegangen ist, wird die  Flüssigkeit zweckmässig durch Filtration ge  klärt. Die geklärte Flüssigkeit kann durch  Extraktion mit einer etwa     i[io    ihres Volumens  betragenden Menge von handelsüblichem       Hexan    entfettet werden. Aus der entfetteten  geklärten Flüssigkeit kann man das     Fuma-          gillin    mit Chloroform extrahieren, das Chloro  form aus dem     Extrakt    abtreiben und den  Rückstand in Aceton lösen.

   Die     Acetonlösung     scheidet nach Kühlung eine geringe Menge  eines braunen Niederschlages aus, der aus Ver  unreinigungen besteht und entfernt werden  kann. Die     Acetonlösimg    wird z. B. bis auf etwa  60 % ihres ursprünglichen Volumens konzen  triert, gekühlt     lind    der entstehende, das     Anti-          biotieum    enthaltende Niederschlag abgetrennt.  Das     Präzipitat    kann nach Waschen mit ter  tiärem     Butanol    aus einer Mischung von Me  thanol und Wasser umkristallisiert werden.  Das so erhaltene     Fumagillin    besitzt die oben  angegebenen Eigenschaften.  



  Zur näheren Erläuterung der Erfindung  diene folgendes Beispiel:         a)        Herstellung   <I>einer</I> Impfkultur.  



  Man bringt vegetative Individuen und  Sporen von auf     Schrägagar    gezüchtetem       Aspergillus        fumigatus    H-3 in einige Halbliter  flaschen, von welchen jede 100     eins    eines Nähr  mediums folgender Zusammensetzung enthält         Dextrin    10 g       Kochsalz    5 g  Festes     Corn-steep-Präparat    32 g       Calcilimearbonat    1 g  Leitungswasser,     Ergänzung    auf 1 Liter    Der     pH-Wert    des Mediums wird durch Zu  satz von     Natriumhydroxydlösung    auf 6,7 ein  gestellt.

      Dieses     Medium        wird    sterilisiert, mit Schräg  agar versetzt und 48 Stunden lang bei einer  Temperatur von 24  C geschüttelt (belüftete       submerse    Kultur). Diese Kultur von     Asper-          gillus        fumigatus        H-3    kann entweder unmittel  bar zur Impfung eines Ansatzes im Grossen  oder zur Erzeugung von grösseren Mengen  Impfstoff verwendet werden.  



  <I>b)</I>     Herstellung        von        grösseren   <I>Mengen</I>  Impfmaterial.  Zu 6 Litern eines Mediums, das die unter       a)    angeführten Bestandteile enthält, werden  in einer 18,9 Liter (5 Gallonen) fassenden  Flasche, die für Bewegung und Belüftung ein  gerichtet ist, 5 Volumenprozente einer nach     a)     erhaltenen Impfkultur gegeben. Das geimpfte  Medium wird bei einer Temperatur von 24  C  48 Stunden     incubiert    und dabei gelüftet. Nach  dieser Zeit ist die Brühe zur Impfung grosser  Behälter geeignet.    <I>c) Ansatz im</I>     Grossen.     



  6781 Liter (1500 Gallonen)     Nährmedilun     der unter a) angegebenen     Zusammensetzung     werden in einem mit Glas ausgefütterten,  7570,8 Liter (2000 Gallonen) fassenden Tank  mit 281,8 Liter (75 Gallonen) einer vege  tativen     48-Stunden-Kultur    von     Aspergillus          fumigatus    H-3, die wie unter b) angegeben  hergestellt wurde, geimpft. Das geimpfte Nähr  medium wird 42 Stunden bei einer Tempera  tur von 240 C     incubiert    und dabei pro Minute  etwa 2200 Liter (etwa 80 Kubikfuss) Luft  durchgeblasen. Die Untersuchung einer Probe  des Mediums nach 42 Stunden zeigte, dass 170       Phage-Einheiten    je     eins    vorhanden waren.

    (Definition der     Phage-Einheit:    siehe oben.)       d)   <I>Isolierung des</I>     h'umagillins.     



  Am Ende der     Fermentationsperiode    wer  den 68,04 kg (150     Pfund)        Diatomeenerde    als       Filtrierhilfe    dem Inhalt des     Fermentations-          behälters    zugesetzt und     dann    mit Hilfe einer  Platten- und     Rahmenfilterpresse    filtriert.

   Die  geklärte Flüssigkeit enthält 26,6 mg Fest  Stoff je     eins    und ergab 142     Phage-Einheiten     je     eins.    Die geklärte Flüssigkeit     wurde    .mit      670 Liter     (177        Gallonen)        handelsüälichexn          Hexan        innig    gemischt.

   Dabei     wurde    ein     Pod-          bielniak-Extraktor        verwendet.    Die     Hexan-          schicht,    welche die     unerwünschten    Fettstoffe  enthält, wurde abgezogen. Die entfettete Flüs  sigkeit wurde dann mit 587 Liter (155 Gal  lonen) Chloroform extrahiert. Die     Ohloro-          formschicht        wurde    abgetrennt; sie enthielt  1190-g Feststoffe und     35g        Fumagillin.    Das       Chloroform    wurde unter vermindertem Druck,  ohne Wärmezufuhr von aussen, -abgetrennt.

    Der nach Entfernung des Chloroforms zurück  bleibende Sirup wurde mit Aceton bis zu einem       Volturen    von 3700 cm- aufgefüllt. Die     Ace-          tonlösung    wurde     auf    5  C     gekühlt,    wobei eine  geringe Menge eines     braunen    Niederschlages  ausfiel, der durch Filtration abgesondert  wurde. Der Niederschlag wurde mit Aceton ge  waschen, die Waschflüssigkeit wurde dem  ersten Filtrat zugeschlagen.

   Das Volumen  vom ersten Filtrat und Waschflüssigkeit be  trug zusammen 3800     em3.    Diese Lösung ent  hielt 1062 g Feststoffe mit einem Gehalt an       antibakteriophagem    Wirkstoff von 300     Micro-          gramm    je mg.  



  1500     ems    der erwähnten     Acetonlösung    wer  den bei     vermindertem    Druck und bei Raum  temperatur     unter    Stickstoffatmosphäre auf  ein     Volturen    von 900     cm3    konzentriert. Die  sich ergebende dicke Suspension wurde     unter     Stickstoff in eine 1 Liter fassende     Zentri-          fugiertasse    gebracht und 19 Stunden auf minus  30  C gekühlt. Die Suspension wurde 1 Stunde  mit einer     Geschwindigkeit    von 1500 bis 1700       UmdrehungenjMin.    zentrifugiert.

   Die über  stehende Flüssigkeit     würde    vom festen Rück  stand dekantiert     und    letzterer fünfmal bei  Raumtemperatur mit je 1525     cms        tert.        Butanol     gewaschen.

   Der nach dem Waschen mit ter  tiärem     Butanol    zurückbleibende feste     Riick-          stand    betrug nach Trocknung bei Raumtem  peratur 22,2 g: Nach     Rekristallisation    dieses  Materials aus einer Mischung von gleichen  Teilen Methanol und Wasser wog es 19,8 g und  hatte einen     Schmelzpunkt    von 190 bis 191  C       (Kapillarrohr)    sowie die bereits     erwähnten     andern physikalischen und chemischen Eigen  schaften.

           holgende    Derivate des     Fumagillins        wurden     als weitere     Identifizierungsmöglichkeiten    des  Produktes hergestellt  a)     FumagiEin-methylester-Smp.145        bis147     C  Analyse:     ber.    für     C2sH3307:    C = 69,11 %;       H=7,86%;        (OCHS)2=12,76%;          gef.    C = 67,8 %; H = 7,84 %;       (OCHS)    2 = 11,55 %.

      Das     Ultraviolettspektrum    dieser Verbin  dung zeigt Spitzen bei 238,5     mu,    336     mc@    und  352 my.-         b)        Fumagillin-octabromid-Smp.118    bis 122  C       (Kofler-Block)     Analyse:     ber.    für     C27H3607Brs:          Br    = 57,50 %; C     =    2<B>9</B>,16 %;  H = 3,26 %;     OCHS    = 2,79 %;       gef.        Br    = 57,43<B>% ;</B> C = 29,57 % ;  H = 3,60 % ;     OCI33    = 2,80 %.  



  c)     Fumagillin-di-2,4-dinitrophenyl-hydrazon-          Smp.    123 bis 126  C     (Kofler-Block)     Analyse       ber.    für     C27H360:,[NNHC6I13(N02)2]:          N        =        13,46        %;          ged.:    N = 13,210/0.  



  Die Ultraviolett- und     Infrarotabsorptions-          spektren    zeigen die Anwesenheit von Absorp  tionsbändern im Bereich von 3285     em-1,     3100     cin-1,    1710     cm-1,    1618     cm-',    1596 cm-',  1520     em-1    und 1505     cm-1.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines Antibioti- cums, dadurch gekennzeichnet, dass man einen Pilz aus der Gruppe Aspergillus fumigatus in einem Nährmedium züchtet und dabei im Nährmedium das Antibioticum Fumagillin als Erzeugnis erhalten wird.
    Fumagillin ist eine weisse, kristalline, feste organische Carboxylsäure mit einem pK-Wert von etwa 6,5 (-log. der Säuredissoziationskon- stante K, festgestellt durch elektrometrische Titration) und einem Schmelzpunkt von 189 bis 194 C (Kofler-Block) oder 190 bis 191 C (Kapillarrohr). Es ist optisch aktiv [a] # = minus 26,6 (c : 0,25 % in Methanol).
    :);s enthält lediglich die Elemente Kohlen stoff, Wasserstoff und Sauerstoff, hat ange nähert die empirische Formel C27H3607 und enthält neben einer Carboxylgruppe eine Alkoxylgruppe. Sein Molekulargewicht be trägt 475 (berechnet aus einem Neutraläqui- valent) bzw. 488 (berechnet aus der Alkoxyl- bestimmung). Das kristalline Produkt gibt keine Ferrichlorid- oder Millonsche Reaktion.
    Die Salkowski-Sterol-Probe ist fraglich posi tiv; der Liebermann-Burchad-Test ist negativ. Der Legalsche Test (Aglucone usw.) ist nega tiv. Sein Ultraviolett-Absorptionsspektrum zeigt Maximas bei 239, 304 (Inflexion), 332 (Inflexion), 336 und 351 mA mit k -Werten von 7,52 bei 239 m[c, 147,8 bei 336 m/c und 136,4 bei 351 mu, was die Anwesenheit eines sieh aus wenigstens drei,
    möglicherweise aus vier Doppelbindungen zusammensetzenden Sy stems konjugierter Doppelbindungen anzeigt. Das Infrarot-Spektrum zeigt Banden bei 3120, 1714, 1632, 1597, 1576, 1491, 1377, 1230, 1163, 1124, 1013 und 838 Millimikron. Fumagillin bildet einen Methylester, Schmelzpunkt 145 bis 147 C (Koller-Block), ein Oetabromid, Schmelzpunkt 118 bis 122 C (Kofler-Block), ein Amid, welches bei 160 C (Koller) ver kohlt, und ein 2,4-Dinitrophenylh:
    ydrazon. Sehmelzpunkt 123 bis 126 C (Kofler-Block). UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass eine Kultur von Aspergillus fumigatus H-3 gezüchtet wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Aspergillus fumigatus I1-3 unter aeroben Bedingungen in einem wässrigen, ein lösliches Kohlehydrat, assimfierbaren Stickstoff und Mineralsalze enthaltenden Nährmediiun bei Temperaturen von 20 bis 35 C etwa 36 bis, 72 Stunden lang gezüchtet wird. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Sporen und vegetatives Mycelium von Aspergillus fumigatus H-3 in ein wässriges Nährmedium eingeführt werden, welches ein wasserlösliches Kohlehydrat, einen Zusatz eines festen Corn-steep-Präparates als Quelle für assimilierbaren Stickstoff und die für das Wachstum des Organismus notwendigen Mi neralstoffe -enthält,
    und nach Fermentierung des wässrigen Nährmediums durch die besagten Microorganismen bei 20 bis 35 C und einem pH-Wert von etwa 6 bis etwa 8 das unlösliche Myeel von der wässrigen Lösung abgetrennt wird. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das wässrige Nährmedium bei einer Tempera tur von 20 bis 35 C und einem pH-Wert von etwa 6 bis etwa 8 mit dem Micr oorganismus Aspergillus fumigatus H-3 fermentiert wird. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch, da-, durch gekennzeichnet, dass ein Fungus Asper- gillus fiimigatus in einer wässrigen Lösung, welche auf 1000 Gewichtsteile Lösung etwa 10 Gewichtsteile Dextrin, etwa 5 Gewichtsteile N atriumchlorid, etwa 32 Gewichtsteile von einem festen Corn-steep-Präparat und etwa einen Gewichtsteil Calciumcarbonat enthält,
    bei einem pH-Wert von etwa 6 bis etwa 8 und einer Temperatur von etwa 25 C unter Belüf tung der wässrigen Lösung gezüchtet wird.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0216607A3 (de) * 1985-09-19 1988-03-02 Taisho Pharmaceutical Co. Ltd Physiologisch wirksame Verbindung FD-838 und Verfahren zu deren Herstellung

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EP0216607A3 (de) * 1985-09-19 1988-03-02 Taisho Pharmaceutical Co. Ltd Physiologisch wirksame Verbindung FD-838 und Verfahren zu deren Herstellung

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