CH311193A - Verfahren zur Herstellung eines synthetischen Riechstoffes. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines synthetischen Riechstoffes.

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CH311193A
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Description


  



  Verfahren zur Herstellung eines synthetischen   Riechstoffes.   



   Aus der deutschen Patentschrift   Nr.      542252    ist bekannt, dass man aus m-oder p-Cymol durch Einführung einer tertiären Butylgruppe und   naehfolgende      Dinitrierung    einenMoschus  rieehstoff    erhält, der   geruchlieh    an Moschuskörneröl erinnert. Das Dinitro-tert.-butyl-pcymo] bildet in reiner Form hellgelbe Kristallnadeln vom Schmelzpunkt 132-133    C,    die in Alkohol und den   versehiedensten    organisehen   Losungsmitteln gut löslieh    sind.



   Es wurde nun gefunden, dass man, von m- und p-Cymol ausgehend, auch ohne Nitrierung zn sehr wertvollen   Moschusriechstoffen    in der Weise gelangen kann, dass man sowohl eine Alkylgruppe mit   4-6    C-Atomen als auch eine Acetylgruppe in den   Cymolkern    einführt.



     Die Alkylgruppe    z. B. kann sowohl eine   pelade    wie eine verzweigte Kette haben. Im allgemeinen ergeben verzweigte Ketten die besten Resultate. Man kann auch Cyeloalkylgruppen mit   4-6    C-Atomen, z. B. Cyclopentyl oder Cyclohexyl, einführen.



   Es hat sieh gezeigt, dass die tertiäre Amyl  sruppe    f r den vorliegenden Zweek besonders wertvoll ist. Es werden damit Riechstoffe erhalten, die neue Verbindungen sind, einen kräftigen, an Moschuskorneröl   erinnernden    Geruch und eine ungewöhnlich gute Haftfestigkeit aufweisen und im Gegensatz zum   Ambrettolid    alkalibeständig und auch   licht-    beständig sind.



   Die neuen Riechstoffe können in der Weise hergestellt werden, dass man in m-oder p Cymol zunächst eine tertiäre Amylgruppe einführt und die erhaltene Verbindung mit einer geeigneten   Acetylverbindung,    insbesondere Acetylehlorid, ketonisiert.



   Zur Einführung der tertiären Amylgruppe kann man das Cymol in Gegenwart von Aluminiumehlorid oder Eisenchlorid mit Isoamylehlorid oder tertiärem   Amylchlorid    oder andern Halogeniden umsetzen oder ein Gemisch von Cymol und tertiärem Amylalkohol oder tertiärem Penten unter Einfluss eines der bekannten Alkylierungskatalysatoren, z. B.



  Schwefelsäure, Zinkchlorid oder Aluminiumchlorid, kondensieren. Die derart erhaltene Verbindung kann man in bekannter Weise ketonisieren, z. B. durch Behandlung mit Ace  tylehlorid    in Gegenwart von   Aluminiumchlo-    rid oder einem andern   zu    diesem Zweck bekannten Friedel-Craffts-Katalysator.



   Diese Verbindung hat einen sehr starken   Voschusgeruch.    Sie besitzt keine funktionellen Gruppen, die mit Alkali reagieren können, und eignet sich daher ausgezeichnet zu   Riech-    stoffkompositionen, die in Seife Verwendung finden. Ausserdem ist dieser Stoff besser als die obigen   Nitromoschusrieehstoffe    in Äthanol und Mineralöl löslich.



   Gegenstand des Patentes ist nun ein Verfahren zur Herstellung eines synthetischen Rieehstoffes, gemäss welchem man auf p-Cymol eine Verbindung, welche den tert. Amylrest abzugeben vermag, einwirken lässt, wobei das primÏr entstehende tert. Amyl-p-cymol unter   Wasserstoffabspaltung    in ein Indanderivat übergeht, und das Reaktionsprodukt mit einer   Acetylverbindung    ketonisiert, wobei die Verbindung der Formel
EMI2.1     
 gebildet wird.



   Der neue Riechstoff ist ein teilweise festes, teilweise flüssiges Produkt (Gemisch von Isomeren), das einen starken, an Ambrettesaatöl erinnernden Moschusgeruch besitzt ; er ist al  kalibeständig,    lichtbeständig und löst sich besser in ¯thanol und Mineralöl als die iiblichen Nitromosehusrieehstoffe.



   Dieses neue Indanderivat eignet sich als Bestandteil von Rieehstoffkompositionen, ferner für die Herstellung von Lotionen und zur Parfümierung von Seife und andern Waschmitteln, kosmetischen Mitteln,   Schönheitsmit-    teln, Salben, pharmazeutischen Produkten, Insektiziden und dergleichen.



     Betspael    1 :
In einem mit Rührer, Tropftrichter und   Gasableitungsrohr    versehenen Kolben werden 30 g wasserfreies Aluminiumchlorid in 1000 g p-Cymol suspendiert. Unter Kühlung mit Eiswasser und Rühren lässt man 500 g tert. Amylchlorid zufliessen. Nachdem die Entwicklung von Salzsäuregas beendet ist, giesst man die Mischung in kaltes Wasser und wäscht die   Öl-    schicht mit Wasser und verdünnter Natronlauge. Das   61    wird fraktioniert destilliert, wobei nach einem Vorlauf von übersehüssigem Cymol das Reaktionsprodukt bei etwa 240 bis 250 C übergeht.



   Die Ketonisierung des Reaktionsproduktes erfolgt weiter in der Weise, dass man unter Rühren 100 g desselben in 200 g   Schwefel-    kohlenstoff lost, 80 g wasserfreies Aluminiumchlorid oder Eisenchlorid zugibt und unter Kühlung 45 g Acetylchlorid zutropfen lϯt.



  Nach Beendigung der Chlorwasserstoffentwicklung wird Eiswasser zugegeben, der Schwefelkohlenstoff durch Destillation, vorzugsweise Wasserdampfdestillation, entfernt und das Keton mit   Petroläther    oder Benzol extrahiert. Nach Waschung mit Wasser und Entfernung des Lösungsmittels wird das   Re-      aktionsprodukt    im Vakuum destilliert. Die so erhaltene Verbindung stellt eine   schwach gelb-    liche Flüssigkeit vom Siedepunkt 158-159¯C/ 7 mm, d15 = 0, 985 dar, die nach einiger Zeit kristallisiert. Die Kristallmasse hat einen Schmelzpunkt von z. B. 25-46¯ C ; durch Umkristallisieren kann diese Kristallmasse von hoher und niedriger schmelzenden Isomeren befreit werden.

   Eine solehe Trennung lässt sich auch durch fraktionierte Destillation erreichen, weil das flüssige Isomere um einige Grade niedriger siedet.



      Beispiel 2 :   
In einem mit Rührer,   Tropftriehter    und Thermometer versehenen Sulfonierkolben werden 1000 g konzentrierte Schwefelsäure auf   -10  C abgekühlt. LTnter    lebhaftem Rühren wird ein Gemisch von 500 g reinem p-Cymol und 120 g tert. Amylalkohol im Laufe von 2 Stunden zugetropft, so dass die Temperatur des Gemisches   0     C nicht wesentlich   über-    schreitet. Naehdem alles eingetragen ist, wird noch   1/2    Stunde lang weitergerührt und schliesslich das Reaktionsgemisch auf Eis ge  gossen.    Die farblose Ílschicht wird im Scheide  tricher    abgetrennt und mit verdünnter Natronlauge und Wasser neutral gewaschen.

   Bei der nachfolgenden Vakuumdestillation geht zunächst ein Vorlauf von unverändertem p Cymol über und darauf das gewünschte Re  aktionsprodukt    bei einer konstanten Siedetemperatur   von 103  Cl7    mm als farblose   Flüs-    sigkeit ;   dis    = 0, 906-0, 908. Aus den Nach  läufen    lässt sich durch wiederholte Fraktionierung ein etwa   15     C hoher siedender Stoff der gleichen Zusammensetzung abtrennen. Beide isomeren Verbindungen werden in folgender Weise ketonisiert : 
In einem mit Rührer, Tropftrichter und Gasableitungsrohr versehenen Kolben werden 400 g reines Nitrobenzol mit 140 g wasserfreiem Aluminiumchlorid so lange verrührt, bis völlige   Auflosung    des AlCl3 eingetreten ist.

   Dabei wird durch äussere Wasserkühlung dafür gesorgt, dass die Temperatur der Mischung 20  C nicht wesentlich überschreitet.



  Durch den Tropftrichter lässt man danach ein Gemisch von 200 g des erhaltenen   Reaktions-    gemisches und 85 g Acetylchlorid im Laufe von 3 Stunden zufliessen. Während der Umsetzung wird die Temperatur durch Wasserkühlung auf etwa   10     C gehalten. Nachdem die Gasentwicklung beendet ist, wird noch   1/2    Stunde lang weitergerührt. Die dickflüssige Masse lässt man in dünnem Strahl und unter lebhaftem Rühren in Eiswasser einfliessen und rührt so lang unter Salzsäurezugabe weiter, bis die Komplexverbindung des Aluminiumehlorids völlig zerstört ist. Das schwere gelbe öl wird mit Benzol aufgenommen und mit Wasser und   Natriumacetatlösung    neutral. gewaschen.

   Nach Abdestillation des Lösungsmittels verbleiben 640 g Nitrobenzol-Keton  Gemiseh,    das durch wiederholte Vakuumdestillation leicht auseinanderzufraktionieren ist.



  Der Siedepunkt des Nitrobenzols liegt bei   70     C/5 mm, der des Ketons bei   140       Cl5    mm.



  Es werden 390 g Nitrobenzol wiedergewonnen sowie etwa 200 g reines Endprodukt. Das Keton siedet fast konstant und praktisch ohne   Riiekstand    als   sehwach    gelbliche Flüssigkeit von reinem   Moschusgeruch.    Auch diese   Flüs-      sigkeit    kann wieder zur Kristallisation gebracht und das Endprodukt von höher und niedriger schmelzenden Fraktionen befreit werden.



   Mit der erfindungsgemäss erhaltenen Sub  stanz    kann man wertvolle Riechstoffkompositionen herstellen ; solche Kompositionen k¯nnen z. B. folgende Bestandteile aufweisen : a) Riechstoffkomposition vom   Fougère-    typus, die sich in wei¯er Seife verwenden lässt :
100 g   Lavendelöl,    20 g Spik¯l, 60 g Zederholz¯l,   30g Sandelöl, 80g Patschuliöl, 80g      Eiehenmoos-Resinoid    (farblos), 60 g Iris-Resinoid, 60 g   Geraniumöl,    100 g Cumarin, 260 g Lavendin¯l, 150 g des erfindungsgemäss erhaltenen Ketons.

      b)    Riechstoffkomposition des Orientaltypus für Lotionen, Parfüms und Cremen :
150 g Labdanum absolutum (farblos), 80 g   Saugeselaréeöl,      50 g Amylsalicylat,    50 g San  delöl,    10 g Rosenöl (essence absolue), 60 g Civettinktur, 100 g   Bergamotteöl,    50 g Orangenol, 50 g Patschuli¯l, 50 g Zedernholz¯l, 50 g   Ylang-Ylang-öl,    50 g Iris-Resinoid, 250 g des erfindungsgemäss erhaltenen Ketons.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung eines synthetischen Riechstoffes, dadurch gekennzeichnet, dass man auf p-Cymol eine Verbindung, welche den tert. Amylrest abzugeben vermag, einwirken lässt, wobei das primär entstehende tert. Amyl-p-cymol unter Wasserstoffabspal- tung in ein Indanderivat übergeht und das Reaktionsprodukt mit einer Acetylverbindung ketonisiert, wobei die Verbindung der Formel EMI3.1 gebildet wird.
    Der neue Riechstoff ist ein teilweise festes, teilweise flüssiges Produkt (Gemisch von Isomeren), das einen starken, an Ambrettesaatol erinnernden Mosehusgeruch besitzt ; er ist a-l- kalibeständig, lichtbeständig und löst sich besser in Äthanol und Mineralöl als die üblichen Nitromosehusriechstoife.
    UNTEBANSPRÜCHE : 1. Verfahren nach Patenta. nspruch, da- durch gekennzeichnet, dass die tertiäre Amylgruppe dadurch in das p-Cymol eingeführt wird, dass dieses mit einem tertiären Amylhalogenid umgesetzt wird.
    2. Verfahren nach Patentansprueh und Unteransprueh 1, dadureh gekennzeichnet, dass die Umsetzung in Gegenwart eines Metallchlorid-Katalysators erfolgt.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die tertiäre Amyl- gruppe dadurch in das p-Cymol eingeführt wird, dass das p-Cymol mit tertiärem Amylalkohol in Gegenwart eines Alkylierungskata- lysators kondensiert wird.
    4. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kondensation in Gegenwart von Schwefelsäure erfolgt..
    5. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, da. die Kondensation in Gegenwart von Zinkchlorid erfolgt.
    6. Verfahren naeh Patentanspruch und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kondensation in Gegenwart von Aluminiumchlorid erfolgt.
    7. Verfahren naeh Patentansprueh, dadurch gekennzeichnet, dass die tertiäre Amyl- gruppe dadureh in das p-Cymol eingeführt wird, dass d'as p-Cymol mit tertiärem Penten in Gegenwart eines Alkylierungskatalysators kondensiert wird.
    8. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kondensation in Gegenwart von Schwefelsaure erfolgt.
    9. Verfahren naeh Patentansprueh und Unteranspruch 7, dadurch, gekennzeichnet, da¯ die Kondensation in Gegenwart von Zinkchlorid erfolgt.
    10. Verfahren naeh Patentanspruch und Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kondensation in Gegenwart von Aluminiumehlorid erfolgt.
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