Verfahren zur Herstellung eines WerkstÜckes aus einer Stahllegierung. Es ist bekannt, dass bei dem Warmbacl- härteverfahren sowie dem gebrochenen Här ten (s. Werkstoffhandbueli Stahl und Eisen, 2. Auflage, Seite T '2/1 unter 6a und<B>6b)</B> ge ringere Härtespannungen als bei dem übli- ehen Härten durch Abschrecken in Wasser oder<B>01</B> mit anschliessendem Anlassen auftre ten.
Anderseits werden bei der Zwischen- stufenvergütung (s. Austempern <B>-</B> Werk- stoffhandbueh T<B>6-6,</B> Absatz 4) neben der vorhin erwähnten Eigenschaft höhere Zähig keitswerte bei gleicher Härte bzw. Festigkeit sowohl gegenüber den erwähnten als auch übliehen Härteverfahren erreicht.
Die Zwisehenstufenvergütung bringt we- sentliehe Vorteile, wenn für die Werkstüeke Festigkeiten von über 120 kg/mm2 verlangt werden. Somit, kommt diesem Verfahren er höhte Bedeutung bei der Warmbehandlung von Teilen zu, die bei hohen Festigkeiten auf Druck, Zug, Biegung und Verschleiss, ins besondere stoss- und schlagartig beansprucht sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe züi- zn n01r1111de, ein Werkstliek aus einer Stahllegie rung herzustellen, das bei Anwendung der <B>n</B> Zwisehenstufenvergütung die erwähntenVor- teile besitzt, wobei zur Erreieliung einer O.rösseren Durchhärtung noch geringe Zusätze an Nickel und/oder Molybdän gegeben wer den können.
Erfindungsgemäss wird für diesen Zweck ein Gegenstand ans einer Stahllegierung, die <B>0,30</B> bis 1,001/o, Kohlenstoff,<B>0,30</B> bis 2,001,10 Mangan, #0,30 bis '2"NOI9 Silizium,<B>0,50</B> bis '-1,50 O/o Chrom und als Hauptbestandteil Eisen enthält, durch Zwischenstulenvergütung bei Badtemperaturen zwischen #27,0 und 4000 auf eine Festigkeit über 120 kg/mm2 und höhere Zähigkeit als bei normaler Vergütung (das heisst bei Vergütung ohne Zwischenstufe) gebracht.
Bei diesen Stahllegierungen können -unter Anwendung der Zwischenstufenvergütung Fehler, wie zum Beispiel Verzug, Härteriss- bildung, zu geringe Zähigkeit, selbst bei hohen Festigkeiten, vermieden werden. Ausserdem ist die Legierung bereits vor der Zwischen- stufenvergütung sehr verschleissfest. Diese Eigenschaft wird durch die Zwischenstufen- vergütung nocli wesentliel-i verbessert.
Ferner wird insbesondere eine Gleiehmässigkeit des Härteverlaufs auch, bei Teilen mit. unter- schiedliehen Querschnitten erreicht.
Somit 'kommen die Stahllegierungen in Frage iür Werkstüeke, wie. zum Beispiel Zahnräder, Verschleissteile, Pleuelstangen, Kurbelwellen, Verbindungsstücke mit Festig- keiten über 120 kg/mm2.
Beispiele: Ans Stahllegierungen mit
EMI0001.0065
<B>%</B> <SEP> a) <SEP> <B>b) <SEP> c)</B>
<tb> <B>C <SEP> 0,85 <SEP> 0,50 <SEP> 0,58</B>
<tb> Mn <SEP> <B>0;65 <SEP> 0,77 <SEP> 0,93</B>
<tb> si <SEP> <B>0,95 <SEP> 01;92,</B> <SEP> 1,22,
<tb> <B>P <SEP> 0.,01.5 <SEP> 0,027 <SEP> G5029</B>
<tb> <B>S <SEP> 0,009</B> <SEP> 0,021 <SEP> <B>0"010</B>
<tb> Cr <SEP> <B>O#,68 <SEP> 1,13 <SEP> 0,63</B>
<tb> <B>V <SEP> 0,17 <SEP> 0,</B> <SEP> 12## <SEP> 0,12
<tb> Ni <SEP> <B>0,9#o <SEP> - <SEP> 0,10</B> wurde<B>je</B> ein Probekörper in Form eines Keils gemäss beiliegender Zeichnung hergestellt,
der einen sehr guten Uberbliek Über den Einfluss -unterschiedlicher Querschnitte auf die Härte- 5 annahme gibt. Uni die -Überlegenheit der Zwi- schenstufenvergütung darstellen züi können, wurden aueli Probekörper direkt und im Warinbad gehärtet.
Die Probekörper wurden wie folgt belian- delt -.
EMI0002.0013
Zwischenstufe <SEP> Warmbad <SEP> normale <SEP> Härtung
<tb> Härtetemperatur <SEP> <B>'1115011 <SEP> 8500</B> <SEP> 830/84011
<tb> Abschreckbadtemperatur <SEP> <B>-00" <SEP> 2500</B> <SEP> 201#
<tb> Abkühlzeit <SEP> im <SEP> Bad <SEP> <B>60</B> <SEP> Min. <SEP> <B>60</B> <SEP> Min. <SEP> <B>15</B> <SEP> Min.
<tb> Endabkühlung <SEP> Luft <SEP> Luft <SEP> Luft Die Härte der Probekörper ist aus der naehstehenden Tabelle<B>1</B> ersichtlich.
Die Le- gierungen weisen praktiseli gleiellmässigen Härteverlauf in allen Querselmitten auf.
EMI0002.0019
<I>Tabelle <SEP> <B>1.</B></I>
<tb> <I>Oberflächeii- <SEP> und <SEP> Kei-ii,iiiii-te)i</I>
<tb> Abschreck Werkstoff <SEP> badtemp. <SEP> <U>Prüfstelle</U> <SEP> R,
<tb> <B>1 <SEP> OC</B>
<tb> a <SEP> <B>3000</B> <SEP> Oberfl. <SEP> <B>53 <SEP> 53 <SEP> 53 <SEP> 52 <SEP> 52 <SEP> 53 <SEP> 53 <SEP> 53</B> <SEP> 52 <SEP> <B>52 <SEP> 53 <SEP> 53 <SEP> 53 <SEP> 52 <SEP> 52 <SEP> 52</B>
<tb> Kern <SEP> <B>51-52</B>
<tb> Schmelze
<tb> 12122 <SEP> <B>2501></B> <SEP> Oberfl.
<SEP> <B>58 <SEP> 58 <SEP> 59 <SEP> 58 <SEP> 57 <SEP> 59 <SEP> .58 <SEP> 57 <SEP> 57 <SEP> 58 <SEP> 58 <SEP> 59 <SEP> 58 <SEP> 58 <SEP> 58 <SEP> 57</B>
<tb> Kern <SEP> <B>56-58</B>
<tb> <B><I>b</I> <SEP> 3000</B> <SEP> Oberfl. <SEP> <B>53 <SEP> 53 <SEP> 52 <SEP> 53 <SEP> 52</B> <SEP> 52 <SEP> <B>53 <SEP> 53 <SEP> 52</B> <SEP> 52 <SEP> <B>52 <SEP> 53 <SEP> 53 <SEP> 52</B> <SEP> 52 <SEP> <B>52</B>
<tb> Schmelze <SEP> Kern <SEP> <B>52-53</B>
<tb> 44170 <SEP> <B>2500</B> <SEP> Oberfl. <SEP> <B>56 <SEP> 55 <SEP> 55 <SEP> 56</B> <SEP> 54 <SEP> <B><I>55 <SEP> 55 <SEP> 55</I></B> <SEP> 54 <SEP> <B>56 <SEP> 55 <SEP> 55</B> <SEP> 54 <SEP> <B>55 <SEP> 55</B> <SEP> 54
<tb> Kern <SEP> <B>55-56</B>
<tb> <B>C <SEP> 300-</B> <SEP> Oberfl.
<SEP> <B>53 <SEP> 53 <SEP> 53 <SEP> 52 <SEP> 53 <SEP> 53 <SEP> 52 <SEP> 52</B> <SEP> 52 <SEP> <B>522 <SEP> 52 <SEP> 52 <SEP> 52 <SEP> 52 <SEP> .51 <SEP> 51</B>
<tb> Schmelze <SEP> Kern <SEP> <B>51-52</B>
<tb> 12542 <SEP> <B>250'</B> <SEP> Oberfl. <SEP> <B>55</B> <SEP> 54 <SEP> <B>55 <SEP> 55</B> <SEP> 54 <SEP> <B>55 <SEP> 55</B> <SEP> 54 <SEP> 54 <SEP> 54 <SEP> <B>55</B> <SEP> 54 <SEP> <B>55 <SEP> 55</B> <SEP> 54 <SEP> 54
<tb> Kern <SEP> 54-56 Die Festigkeiten sind in der Tabelle 2 aufgeführt:
EMI0002.0021
<I>Tabelle <SEP> <B>21</B></I>
<tb> Werkstoff <SEP> Abschreck- <SEP> Härte <SEP> Festigkeit
<tb> badtemp. <SEP> in
<tb> (Schmelze) <SEP> <B>c</B> <SEP> R, <SEP> <B><I>1,gImm#</I></B>
<tb> (1212-2) <SEP> <B>. <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 300 <SEP> 5'-)- <SEP> 5 <SEP> 3 <SEP> 186-195</B>
<tb> <B>250 <SEP> 59-57 <SEP> 2222-23-5</B>
<tb> (44170) <SEP> <B>. <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> .</B> <SEP> 3300 <SEP> <B>522-53 <SEP> 186-195</B>
<tb> <B>250 <SEP> 54-56</B> <SEP> 200-9214
<tb> <B>0</B> <SEP> (12542) <SEP> <B>. <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 300 <SEP> 51-5' <SEP> ) <SEP> 177-195</B>
<tb> <B>250 <SEP> 54-55 <SEP> 200--206</B> Bei Bauteilen ist es teilweise üblich, ein zelne, Stellen zur Erhöhung der Zähigkeit pailiell im Salzbad anzulassen.
Diese Behand lung kann bei Zwisehenstufenvergütung weg- 5 fallen, da die Teile an allen Stellen gleich hohe Zähigkeit haben. Die Sehlagbiegefestig- keit, ermittelt an Proben mit Querschnitten <B>10X7</B> mm, normal-, warmbad- -und zwischen stufenvergütet, zeigten, wie aus der naehste- henden Tabelle<B>3</B> ersichtlich, wesentliche Un terschiede.
EMI0003.0009
<I>Tabelte <SEP> <B>3.</B></I>
<tb> Einfluss <SEP> der <SEP> Warmbehandlung <SEP> auf <SEP> Sehlagbiegefestigkeit
<tb> Warmbehandlung
<tb> Abschreck- <SEP> Anlasstemp. <SEP> Halte- <SEP> bzw. <SEP> Härte <SEP> Verbrauchte
<tb> Härtetemp. <SEP> badternp. <SEP> Schlagarbeit
<tb> <B>oe</B> <SEP> Anlasszeit <SEP> min.
<SEP> R, <SEP> mkg
<tb> <I>Werkstoff <SEP> a <SEP> <B>-</B> <SEP> Schmelze <SEP> 12122</I>
<tb> <B>850" <SEP> 300 <SEP> 60 <SEP> 55 <SEP> 6#,2-7,7</B>
<tb> <B>850' <SEP> 250 <SEP> 60 <SEP> 59 <SEP> 5,2-2,5</B>
<tb> <B>8300</B> <SEP> 20 <SEP> <B>WO <SEP> 60 <SEP> 519 <SEP> 0,8</B>
<tb> 830/840- <SEP> <I>'20</I> <SEP> 400 <SEP> <B>60</B> <SEP> 54 <SEP> <B>1,8</B>
<tb> <I>11-0-b-Stoff <SEP> <B>b <SEP> -</B> <SEP> Scit#n7,elze <SEP> 1.4170</I>
<tb> <B>8,500 <SEP> 300 <SEP> - <SEP> 60</B> <SEP> 54 <SEP> über <SEP> <B>30</B>
<tb> <B>8500 <SEP> 9250 <SEP> - <SEP> 60 <SEP> 56 <SEP> 3,7--3,5</B>
<tb> 8301840- <SEP> <B>IN <SEP> 300 <SEP> 60 <SEP> 56, <SEP> 1,0</B>
<tb> #S30#l'84.0- <SEP> 20 <SEP> 350 <SEP> <B>60</B> <SEP> 54 <SEP> <B>1,8</B>
<tb> <I>Wei-1,-stoff <SEP> <B>c <SEP> -</B> <SEP> Schmelze, <SEP> 12542</I>
<tb> <B>8,500 <SEP> 300 <SEP> - <SEP> 60 <SEP> 55</B> <SEP> 24,
4-2,7,1
<tb> <B>85011 <SEP> 250 <SEP> - <SEP> 60 <SEP> 57</B> <SEP> 4,5- <SEP> 4,9
<tb> <B>8300</B> <SEP> '20 <SEP> <B>320 <SEP> 60 <SEP> 15.7 <SEP> 0,7</B>
<tb> 83f#),11840" <SEP> <B>1-10</B> <SEP> 400 <SEP> <B>60</B> <SEP> 54 <SEP> <B>1,8</B> .Somit sind die Stahllegierungen geeignet für Bauteile bzw. Werkstüeke der erwähnten Art, wobei entsprechend den Konstruktions anforderungen die notwendige Härte durch ent,spreehende Abstufung der Legierung, Ab- sehreekhöhe, Badtemperatur und Haltezeit bei hbehsten Zähigkeitswerten erreicht wer den, kann.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Konstruktionsteile wegen der hohen Za- higkeit, die bei normaler Behandlung viel- l'aeh nur bei niedrigen Festigkeitsstufen zu erreiehen ist, seli-,väeher gehalten werden kön nen. Die Badtemperaturen können<B>je</B> nach gewünsehter Festigkeit bzw. Härte im ge samten Gebiet der Zwischenstufenvergütung von<B>270</B> bis 4000 gewählt werden.
Vorzugs weise wird etwa 30011 gewählt. #Somit bieten die Stahllegierungen die Möglichkeit, zu einer Leiehtbauweise überzugehen, unter Anwen dung des bekannten Wärmebehandlungsver- fahrens.
Zur Erreiehung einer grösseren Durehhär- tung kann die Stahllegierung noch bis<B>0,30.</B> % Molybdän, bis<B>5</B> O/e Nickel und/oder #0,30 Ofo Vanadin enthalten.