Lederstück für Schuhsohlen und Absatzflecke und Verfahren zu dessen Herstellung Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Lederstück für Schuhsohlen und Absatz- flecke.
Es ist bereits bekannt, zu Zierzwecken Lederstücke zum Beispiel auf der Haarseite mit einer eine mit einer eine Narbung imitierenden Prä gung zu versehen und aus diesen Leder stücken dann Sohlen und Absatzflecke für Pantoffeln oder leichtes Schuhwerk auszu schneiden. Bei dieser bekannten Sohlenprä gung bleiben die Vertiefungen der Prägung weit unter 1 mm Tiefe. Die Prägung ver flacht sich infolge der durch das Körperge wicht der dieses Schuhwerk tragenden Person auftretenden Druck- und Biegebeanspruchun gen, bevor eine wesentliche Abnützung der Sohle infolge Abrieb auftritt.
Eine derartige Prägung verschwindet also verhältnismässig rasch und ergibt keine merkliche Verbesse rung der Griffigkeit und Gleitsicherheit der Sohle.
Demgegenüber ist das erfindungsgemässe, für Schuhsohlen und Absatzflecke be stimmte Lederstück dadurch gekennzeichnet, dass es eine eingeprägte Profilierung aufweist, deren Vertiefungen wenigstens 1 mm tief und oben und unten abgerundet sind und schräge Flanken aufweisen.
Die Tiefe der Prägung beträgt vorzugs weise bei Schuhsohlen und Absatzflecken für erwachsene Personen 2 bis 3 mm bder mehr. Das untere Mass von 1 mm ist normalerweise nur für Kinderschuhe bestimmt. Eine derar tige starke Prägung ergibt ein sehr griffiges und gleitsicheres Profil.
Durch die Prägung kann eine Schuhsohle bedeutend flexibler gemacht werden, insbe sondere wenn die Vertiefungen in der Haupt sache als quer zur Längsachse der 'Sohle ver laufende Rillen ausgebildet sind. Es kann somit ein verhältnismässig starkes, zähes Leder verwendet werden, bei welchem dann auch eine entsprechend gute Haltbarkeit der Profi lierung erreicht wird. Vorzugsweise wird ein imprägniertes Leder benützt, das zum Bei spiel eine kleine Wasseraufnahmefähigkeit besitzt.
Zur Verbesserung der Haltbarkeit der Profilierung ist es vorteilhaft, ein Leder zu verwenden, das mit einem Leder härtenden Imprägnierungsmittel imprägniert ist.
Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zur Herstellung eines derart ge prägten Lederstückes.
Erfindungsgemäss ist das Verfahren da durch gekennzeichnet, dass das Lederstück mit einem Leder härtenden Imprägnierungsmittel imprägniert und vor dem- Eintritt der Här tung in einer Prägepresse mit einer Profi lierung versehen wird, deren Vertiefungen wenigstens 1 mm tief und oben und unten abgerundet sind und schräge Flanken aufwei sen.
Das Leder härtende Imprägnierungsmit- tel gewährleistet einerseits die Erhöhung der Profilbeständigkeit und der Abriebfestigkeit, so dass in zweifacher Hinsicht die Dauerhaf tigkeit des Profils gegenüber der bekannten imitierten Ledernarbung verbessert wird.
Vorzugsweise wird ein Imprägnierungs mittel auf Silikonbasis verwendet, in welchem Fall das Lederstück nach der Imprägnierung in der Prägepresse etwa 20 bis 60 Sekunden unter Druck gehalten.
Um dem Imprägnierungsmittel ein ra scheres Eindringen in das Leder zu gestatten, kann das Leder vorgewärmt werden. Es ist dann empfehlenswert, das Lederstück in noch warmem Zustand sofort in die Prägepresse zu bringen, um insbesondere bei Verwendung eines wärmehärtenden Kunstharzes die Prä gung vor dem Eintritt der Härtung anbrin gen zu können.
Es ist auch ohne weiteres möglich, das Leder bereits in der Gerberei zum Beispiel mit einem Leder härtenden Imprägnierungs mittel zu imprägnieren, so dass es später, zum Beispiel vom Schuhhersteller, nur noch ge prägt zu werden braucht, ohne dass dieser sich um das Imprägnierungsmittel kümmern muss.
An Hand der beiliegenden Zeichnung, in welcher eine beispielsweise Ausführungsform einer zugeschnittenen Ledersohle dargestellt ist, wird auch das erfindungsgemässe Ver fahren beispielsweise beschrieben.
Fig. 1 zeigt einen Teil einer Ledersohle mit einer Prägung in Ansicht.
Fig. 2 zeigt einen Schnitt II-II in Fig. 1. Fig. 3 zeigt einen Teil eines Querschnittes durch das Profil in grösserem Massstab, wobei auch ein Teil des Prägestempels dargestellt ist.
Ein zugeschnittenes Lederstück 1 von etwa 5 mm Dicke wird in einem warmen Luftstrom von etwa 40 bis 60 C gründlich erwärmt. Diese Temperatur kann je nach Art und Qualität des Leders auch anders gewählt wer den. Darauf wird die Haarseite mit einer etwa 25prozentigen Lösung von Silikonöl, zum Bei spiel das unter der Schutzmarke Rhodopas bekannte Produkt in einem Kohlenwasser stoff, zum Beispiel Benzol oder das im Han del unter der Schutzmarke Sangajol erhält- liehe Produkt, mittels eines Schwammes oder eines Pinsels bestrichen. Infolge der Vorwär- mung des Leders haben sich seine Poren ge öffnet, so dass die Lösung rasch in das Leder eindringt.
Nach dem Bestreichen wird das Lederstück sofort, das heisst auf jeden Fall vor dem Eintritt der Härtung in eine Präge presse mit geheiztem Stempel eingeführt und einem Druck von etwa 30U kg/cm2 und einer Temperatur von etwa 60 bis 80 C ausgesetzt. Diese Bedingungen werden während ungefähr 30 Sekunden aufrechterhalten, worauf das ge prägte Lederstück aus der Presse herausge nommen wird. Man lässt es dann während etwa 2 bis 3 Stunden an der freien Luft ab kühlen, bevor es für die Schuhherstellung wei terverwendet wird. Die Pressdauer kann selbstverständlich den jeweiligen Bedürfnis sen angepasst werden und kann zum Beispiel zwischen 10 und 120 Sekunden betragen.
Auch der anzuwendende Pressdruck hängt von ver schiedenen Faktoren, wie zum Beispiel Dicke und Qualität des Leders, ab.
Infolge der sehr starken Pressung wird dass Leder etwas komprimiert, wie es bei 2 in Fig. 2. angedeutet ist. Die Tiefe T der ge prägten Vertiefungen beträgt etwa 2 bis 2,5 mm (Fug. 3), in jedem Fall muss sie aber wenigstens 1 mm betragen, und zwar auch bei Profilen für Kinderschuhe, ansonst das Profil zu wenig griffig und bei einer ein setzenden Abnützung durch Abrieb zu rasch verschwindet.
Im allgemeinen beträgt die Tiefe der Prä gung etwa ein Viertel bis etwa die Hälfte der Lederdicke D (Fug. 3.) oder sogar noch etwas mehr. Dadurch wird nämlich erreicht, dass das gleichmässig auf das Leder gestrichene und auch gleichmässig in das Leder eingedrun gene härtende Imprägnierungsmittel durch die beim Pressen zuerst auf das Leder stossen den Vorsprünge @6 des Prägestempels 5 nach der Seite in Richtung der in Fig. 3 angege benen Pfeile teilweise verdrängt, wird.
In den Erhebmzgen 7 der Prägung ist das Imprä- gnierungsmittei also angereiehert, wodurch gerade die dem Abrieb ausgesetzten Stellen des Profils am härtesten werden. Dadurch erklärt sich auch die wesentliche Erhöhung der Abriebfestigkeit gegenüber einer unge- prägten Ledersohle. Durch eine nur 1/1o bis 5/1o mm tiefe Prägung wird diese Wirkung nicht erreicht. Deshalb soll die Mindesttiefe der Prägung 1 mm betragen, welches Mass vorzugsweise bei 'Sohlen für Kinderschuhe an gewendet wird, welche Sohlen eine Dicke von etwa 3 mm haben mögen.
Da somit die Vertiefungen stets verhältnis mässig tief sind, dürfen die vorstehenden Teile des Prägestempels keine scharfen Kanten auf weisen, damit in der Oberfläche des Leders keine Brüche oder Risse entstehen. Deshalb sind die in der Zeichnung dargestellten Ver tiefungen oben und unten abgerundet und weisen schräge Flanken auf. Das Anbringen von senkrechten Seitenflächen bei den Ver tiefungen würde das Leder verletzen.
Die beschriebene teilweise Verdrängung des Imprägnierumgsmittels hat aber noch eine weitere bedeutungsvolle Wirkung, insbeson dere wenn die Profilierung Rillen 3 aufweist, die auf einem Sohlenzuschnitt zur Hauptsache quer zur Längsachse der Sohle verlaufen, wie es in Fig. 1 dargestellt ist. Eine derartige Sohle wird nämlich durch die Prägung bedeutend flexibler, weil die Rillen den Biegewiderstand des Leders herabsetzen. Da das Imprägnie rungsmittel aus den Rillen 3, wie beschrieben, teilweise verdrängt ist, tritt gerade in diesen Rillen keine wesentliche Härtung des Leders auf, so dass die durch die Rillen sich erge bende Flexibilitätsverbesserung aufrechterhal ten bleibt.
Durch die beschriebene und in der Zeich nung dargestellte Prägung unter Verwen dung eines Leder härtenden Imprägnierungs mittels auf Silikonbasis wird gegenüber einer entsprechenden ungeprägten Sohle eine we sentliche Verbesserung der Dauerhaftigkeit und eine bedeutende Verringerung der Was seraufnahmefähigkeit erzielt. Durch die Profi lierung wird die Sohle griffig, gleitsicher und ausserdem sehr flexibel. Durch das Leder här tende Imprägnierungsmittel wird erreicht, dass das Profil seine Form trotz der dauern den Druck- und Biegebeanspruchungen beim Tragen unverändert beibehält. Das Profil ver schwindet erst infolge der fortschreitenden Abnützung, die aber langsamer vor sieh geht als bei einer nicht geprägten Leder sohle.
Die beschriebene Prägung lässt sich mit oder ohne Verwendung eines Leder härten den Imprägnierungsmittels sowohl auf zuge schnittene 'Sohlen- bzw. Absatzflecke als auch auf ganze Lederhäute anwenden, aus welchen dann die Sohlen und Absatzflecke herausge schnitten werden, so dass die Profilierung bis an den Rand der Zuschnitte läuft. Es ist jedoch vorteilhaft, wenn die Prägung nur auf dem innerhalb des Randes des zugeschnit tenen Lederstückes liegenden Teil angewendet wird,
so dass zwischen einer die Profilierung ringsum abgrenzenden Vertiefung 8 und dem Rand des Lederstückes ein. ungeprägter Rand teil 4 übrig bleibt (siehe (Fig.1). Nachdem eine solche Sohle mit dem Boden des 'Schuhes verbunden ist, wird der überflüssige Teil des Randteils 4 weggeschnitten.
Es ist klar, dass die Profilierung auch ein anderes als das in F'ig. 1 dargestellte Muster aufweisen kann. So kann die Profilierung zum Beispiel ringförmige Rillen aufweisen:
, so- dass ein Teil der Erhöhungen 'als Zäpfchen ausge bildet sind, oder das Muster kann ein netz artiges Bild haben, indem die Vertiefungen der Profilierung so angeordnet und geformt sind, dass zwischen ihnen ununterbrochene und sich kreuzende Rippen bestehen.