CH317473A - Verfahren zur Herstellung von Schwefelfarbstoffen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Schwefelfarbstoffen

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CH317473A
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Bosshard Hans
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    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B49/00Sulfur dyes
    • C09B49/10Sulfur dyes from diphenylamines, indamines, or indophenols, e.g. p-aminophenols or leucoindophenols

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Description


  Verfahren zur Herstellung von Schwefelfarbstoffen    Die vorliegende Erfindung betrifft die  Herstellung von rotbraunen bis braunen,  chlorechten Schwefelfarbstoffen, die sich  durch ihre guten     färberischen    Eigenschaften,  die reinen Farbtöne und die guten     Echtheiten     der damit erzeugten     Cellulosefärbungen    aus  zeichnen.  



  Es ist bekannt, dass durch     Schwefelung     von     4-Oxydiphenylaminen    rotbraune Schwefel  farbstoffe entstehen, die sich durch die ausser  ordentlich gute Chlorechtheit der damit er  zeugten     Cellulosefärbungen    auszeichnen und  darum sehr wertvoll sind.

   Die     Schwefelung     verläuft dabei über die Zwischenstufe des     2-          Oxydiphenthiazins.    Für dessen Bildung sind  so energische     Schwefelungsbedingungen    nötig,  dass bei der weiteren Umsetzung zum Schwe  felfarbstoff leicht eine zu weit gehende     Schwe-          felung    eintritt, was sich durch schlechtere  Eigenschaften der Endprodukte bemerkbar  macht.

   Solche zu stark geschwefelte Farb  stoffe weisen eine trübe, blaustichige Nuance,  geringes Ziehvermögen der     Natriumsulfidküpe     auf die     Cellulosefasern,    schlechte     Oxydierbar-          keit    der     Leukofärbung    an der Luft und ge  ringe     Alkaliechtheit    der oxydierten Färbung  auf.

   Man hat bisher in technischen Verfahren  diese Schwierigkeiten dadurch überwunden,  dass man in einer     besonderen    Verfahrensstufe  zuerst das     2-Oxydiphenthiazin    oder dessen       Öxydationsprodukt,    das     Diphenthiazon-(2),     hergestellt und dieses dann unter milderen  Bedingungen zum Farbstoff geschwefelt hat.

      Dabei wurde beispielsweise so verfahren, dass  in einer Schwefelschmelze bei Temperaturen  um 180  in Gegenwart von Katalysatoren, wie  beispielsweise Jod, die     Oxydiphenthiazinbil-          dung    durchgeführt und anschliessend nach Zu  satz von     wässrigem        Natriumsulfid        in    einem       aliphatischen        Alkohol,    wie     Butanol,    zum Farb  stoff geschwefelt wurde. Nach dieser Methode  entstehen aber mangels     Reinigung    der Zwi  schenstufe nur trübe Farbstoffe.

   Eine tech  nisch ausgeübte Methode besteht in der Kon  densation von     o-Aminothiophenolen    mit halo  gensubstituierten     p-Benzochinonen    zu     Diphen-          thiazonen,    die mit     Alkalipolysulfid    geschwe  felt werden. Diese Methode erfordert zwei  getrennte Arbeitsgänge und verhältnismässig  kostspielige Ausgangsmaterialien.

   Nach einem  weiteren     Verfahren    wird     4-Oxydiphenylamin     mit Chlorschwefel unter milden Bedingungen  in Gegenwart von wasserfreiem Aluminium  chlorid und von grossen Mengen     inerter    orga  nischer Lösungsmittel, wie beispielsweise  Chlorbenzol, zum     Oxydiphenthiazin    konden  siert und nach der Isolierung in     Alkohol    mit       Alkalipolysulfid    in den Farbstoff verwandelt.  Auch diese .Methode erfordert zwei getrennte  Arbeitsgänge -und die Aufarbeitung grösserer  Mengen von Lösungsmitteln.  



  Gegenstand vorliegenden Patentes ist ein  Verfahren zur Herstellung besonders wert  voller, chlorechter, rotbrauner bis brauner  Schwefelfarbstoffe von guter     Verküpbarkeit         mit     Alkalisulfid,    von gutem Ziehvermögen der       Küpe    auf die     Cellulosefasern,    von guter     Oxy-          dierbarkeit    der     Leukofärbung    an der Luft, von  reinem Farbton und guter     Alkaliechtheit    der       Cellulosefärbungen.    Das Verfahren ist da  durch gekennzeichnet,

   dass man die Schwefel  farbstoffe aus     4-Oxy-diphenylaminverbindun-          gen    durch     Schwefehing    direkt herstellt, indem  man 1 Teil einer     4-Oxy-diphenylaminverbin-          dung    der allgemeinen Formel  
EMI0002.0014     
    in welcher der     Benzolring    A mit Halogen und  der     Benzolring    B mit niederen     Alkylgruppen     substituiert sein können, wobei im Ring B min  destens eine     ortho-Stellung    zur     Iminogruppe     frei sein soll, in mindestens annähernd eisen  freiem Mittel mit 1,5 bis 3 Teilen eines Alkali  polysulfids     Me2Sg,

      worin x dem Wert 5 bis 7  entspricht, oder mit einer entsprechenden     Mi-          sehung    von     Alkalisulfid        und    Schwefel in Ge  genwart von über 100  siedenden, wasserlös  lichen, organischen Lösungsmitteln     und    Was  ser schmelzt, den erhaltenen Farbstoff bzw.  seine     Leukoverbindung    gegebenenfalls nach  der     Entfernung    der organischen Lösungs  mittel isoliert und in Abwesenheit von organi  schen Schwefelverbindungen oxydiert.  



  Als     4-Oxydiphenylaminverbindungen    kom  men im vorliegenden Verfahren das     4-Oxy-          diphenylamin    selbst sowie solche Abkömm  linge in Frage, die am     phenolischen    Benzol  ring noch durch Halogen, wie Chlor oder  Brom     und/oder    im andern     Benzolring    durch  niedermolekulare     Alkylgruppen    substituiert  sind, beispielsweise durch     Methyl-,    Äthyl-,       Propyl-    oder     Butylgruppen.    Der bevorzugte       Alkylsubstituent    ist jedoch die     Methylgruppe.     Sie kann mehrfach vorhanden sein,

   wobei  jedoch mindestens eine     o-Stellung    zum     Imin-          stickstoff    frei sein muss. Der     Benzolring    B  kann beispielsweise den 2,5-, 2,4- oder     3,4-Di-          methylphenylrest    vorstellen.

   Bevorzugt wer  ; den jedoch die     Monomethylverbindungen    und  darunter besonders das     4'-Methyl-4-oxydiphe-          nylamin,    weil es Schwefelfarbstoffe von be  sonders günstigen Eigenschaften     liefert.       Es ist im erfindungsgemässen Verfahren  wichtig, dass die     Schwefelung    mit einer mög  lichst geringen Menge von     Alkalipolysulfid     durchgeführt wird. Diese     .geringstmögliche     Menge ist abhängig vom verwendeten Aus  gangsmaterial und wird zweckmässig durch  Reihenversuche bestimmt.

   Es genügen 1,5 bis  höchstens 3 Teile eines Natrium- oder     Kaliüm-          penta-    bis     -heptasulfids    bzw. die ihnen ent  sprechende Mischung von     Alkalisulfid    mit  Schwefel. Die Schwefelschmelze soll möglichst  frei von Eisen und seinen Verbindungen sein.

    Als wasserlösliche, organische Lösungsmittel  mit einem     Siedepunkt    von über 100  kommen  beispielsweise in Frage:     Pyridinbasen    wie       Pyridin,        Picolin,        Collidin,    wasserlösliche     Ke-          tone    wie     Dibutylketon,        Ketonalkohole    wie     Di-          aceton    und insbesondere     aliphatische    oder       cycloaliphatische    Alkohole wie     Butanol,        Cyclo-          hexanol,

          Äthylenglykol        und    vorzugsweise     ali-          phatische    Ätheralkohole, wie     Äthylenglykol-          monomethyl-    oder     -monoäthyläther.    Man  arbeitet zweckmässig im offenen Gefäss unter       Rückfluss    bei Temperaturen von über 105  und  weniger als 130 . Die Reaktionsdauer ist unter  anderem abhängig von der Reaktionstempera  tur, indem bei 105  und weniger zwar noch       Farbstoffbildung    eintritt, zur     Erreiehung    der  grösstmöglichen Ausbeute aber     viel    zu lange  Reaktionszeiten nötig sind.

   Bei über 130  wird  die Qualität des gebildeten Farbstoffes un  günstig beeinflusst. Günstig sind Tempera  turen von 110 bis 125  und Reaktionszeiten  von 20 bis 60 Stunden. Längere oder kür  zere Reaktionszeit beeinflusst die Qualität des  gebildeten Farbstoffes bei unter 125  nicht.  



  Es ist nach dem     erfindungsgemässen    Ver  fahren von entscheidender Wichtigkeit, dass  der Farbstoff nach der     Schwefelung    von an  organischen Schwefelverbindungen befreit und  hierauf nachoxydiert wird. Die Isolierung ge  schieht zweckmässig     dureh    Verdünnen der  Schwefelschmelze mit Wasser, Entfernung des  organischen Lösungsmittels, beispielsweise  durch Dampfdestillation, und Ausfällung des  Farbstoffes entweder in der Form des     Leuko-          körpers    durch     Aussalzen    oder durch Fällung  der     Küpensäure    mit Hilfe von Säuren bei      einem     pH-Wert    von 8 bis 8,5,

   wobei     die    vor  handenen, wasserlöslichen Schwefelverbindun  gen noch nicht zersetzt werden, oder aber in  der Form des wasserunlöslichen Farbstoffes  durch milde Oxydation der     Küpenlösung,    vor  zugsweise durch     Luftung.    Der isolierte von  anhaftenden anorganischen Schwefelverbin  dungen befreite Farbstoff wird dann in     wäss-          rig-alkalischer    Lösung bzw.

   Suspension nach  oxydiert, wieder zweckmässig durch     Luftung.     Durch die Gesamtheit dieser Massnahmen ist  es möglich, durch direkte     Schwefelung    von     4-          Oxydiphenylaminverbindungen    bisher uner  reicht reine, rotbraune bis braune Schwefel  farbstoffe von hervorragenden     färberischen     Eigenschaften und sehr guter Alkali- und  Waschechtheit ihrer     Cellulosefärbungen    herzu  stellen.  



  Die folgenden Beispiele veranschaulichen  die Erfindung. Die Teile bedeuten darin, so  weit nichts anderes vermerkt ist, Gewichts  teile und die Temperaturen sind in Celsius  graden angegeben. Gewichtsteile stehen zu       Volumteilen    im gleichen Verhältnis wie Kilo  gramm zu Liter.  



       Beispiel   <I>1</I>  In eine filtrierte     Polysulfidlösung,    herge  stellt durch     Verschmelzen    von 122 Teilen  Schwefel und 98 Teilen 60%igem     techn.     Schwefelnatrium mit 220 Teilen     Äthylengly-          kolmonomethyläther,    werden 100 Teile     4-Oxy-          diphenylainin    eingetragen. Die so erhaltene       Schwefelungsschmelze    hält man nun 60 Stun  den unter     Rückfluss,    wobei durch Zugabe von  etwas Wasser der Siedepunkt auf 110  ein  gestellt wird.

   Nach Entfernung des Lösungs  mittels durch     Wasserdampfdestillation    wird  der Farbstoff durch Lüftung bei 40-60  ge  fällt,     abfiltriert,    gewaschen und mit 600 Tei  len Wasser aasgeschlämmt. Unter Zusatz von  20     Teilep        Ätznatron    wird die Suspension  8 Stunden unter Rühren bei 20-30  intensiv       geluftet    und hierauf der Farbstoff abgesaugt  und getrocknet. Er färbt Baumwolle in bor  deauxroten reinen Tönen. Die Färbung ist gut       alkali-    und chlorecht.

   An Stelle des     Äthylen-          glykolmonomethyläthers    können als Lösungs  mittel beispielsweise verwendet werden: Äthy-         lenglykolmonoäthyläther,        Äthylenglykol,        Bu-          tanol,        Cyclohexanol,        Pyridin,        Dibutylketon,          Diaceton.    .  



       Beispiel   <I>2</I>  In eine von unlöslichen Rückständen be  freite     Polysulfidlösung;    bestehend aus 90 Tei  len Schwefel, 107 Teilen     techn.    Schwefel  natrium (58%ig), 200 Teilen     Glykolmonoäthyl-          äther    und 65 Teilen Wasser werden weitere  48 Teile Schwefel -und 100 Teile     4-Oxy-4'-          methyl-d'iphenylamin    eingetragen.

   Nach 36  Stunden     Rückfluss    wird die Schmelze unter  Zusatz von 15 Teilen     Natriumsulfid    (100%)       wasserdampfdestilliert    und sodann der Farb  stoff, wie in Beispiel 1 beschrieben, durch       Luftung    gefällt.

   Der     abfiltrierte    und ge  waschene Rohfarbstoff wird nun mit Wasser  auf ein Volumen von 1200 Teilen gestellt     und     nach Zugabe von 25 Teilen     Ätznatron    bei 15  bis 25  unter Rühren 15 Stunden stark     ge-          luftet.    Dann wird mit Salzsäure bis zum     p$     von etwa 4 versetzt, der Farbstoff abgesaugt  und     im    Vakuum getrocknet. Er ergibt rot  braune     Cellulosefärbungen    von ausgezeich  neten     Echtheiten    und von grosser Klarheit und  Röte des Farbtones.  



  Bin Farbstoff mit ähnlichen Eigenschaf  ten wird erhalten, wenn man im obigen Bei  spiel das     4-Oxy-4'-methyldiphenylamin    durch  100 Teile     4-Oxy-3'-methyldiphenylamin    ersetzt  und im übrigen genau gleich verfährt.  



  Einen etwas     gelbstichiger    braunen Farb  stoff erhält man durch Verwendung einer  gleichen Menge     4-Oxy-2'-methyldiphenylamin     an Stelle des     4-Oxy-4'-methyldiphenylamins     nach obigem Beispiel.         Beispiel   <I>3</I>  Man stellt eine     Natriumpolysulfidlösung     her durch Verschmelzen von 95 Teilen Schwe  fel mit 114 Teilen Schwefelnatrium     techn.     (56%ig), 250 Teilen     Äthylenglykolmonoäthyl-          äther    und 40 Teilen Wasser.

   Diese Lösung  wird durch Filtration geklärt und nach Zu  gabe von 100 Teilen     4-Oxy-2',4'-dimethyl-          diphenylamin    und 61 Teilen Schwefel zum  Sieden erhitzt, wobei man durch Zugabe von  etwas Wasser den Siedepunkt auf     1J.8     ein-      stellt. Nach 24 Stunden Schmelzdauer ent  fernt man das Lösungsmittel auf bekannte  Weise, fügt 25     Teile        Schwefelnatrüun        (100%)     zu, so dass 3000     Volumteile    einer klaren     Küpe     entstehen. Zu dieser fügt man bei     60     300  Teile Kochsalz und langsam so viel Salzsäure,  bis ein     pn    von 8-8,5 erreicht ist.

   Der aus  geschiedene Rohfarbstoff wird     abfiltriert,    mit  Sole gewaschen und gemäss Beispiel 2 der wei  teren Oxydation in     alkalischer    Suspension  unterworfen.  



  Der Farbstoff färbt die     Cellulosefasern    in  stark     gelbstichig        rotbraunen,    sehr klaren  Tönen von ähnlichen Echtheitseigenschaften  wie die Produkte von Beispiel 2.  



  Einen ähnlichen Farbstoff erhält man auf  die beschriebene Weise durch     Schwefelung     von 100 Teilen     4-Oxy-2',5'-dimethyl-diphenyl-          amin    an Stelle des     4-Oxy-2',4'-dimethyl-diphe-          nylamins.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Schwefel farbstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass man 1 Teil einer 4-Oxy-diphenylaminverbindung der allgemeinen Formel EMI0004.0020 in welcher im Ring B mindestens eine o-Stel- hmg zur Iminogruppe frei sein soll, in min destens annähernd eisenfreiem Mittel mit 1,5 bis 3 Teilen Alkalipolysulfid M2S" worin x dem Wert 5 bis 7 entspricht,
    oder mit einer entsprechenden Mischung von Alkalisulfid und Schwefel in Gegenwart von über 100 siedenden wasserlöslichen organischen Lö sungsmitteln und Wasser schmelzt, den erhal tenen Farbstoff bzw. seine Leukoverbindung isoliert und in Abwesenheit von anorgani schen Schwefelverbindungen oxydiert. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, ge kennzeichnet durch die Verwendung von über 100 siedenden aliphatischen Alkoholen als organische Lösungsmittel. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, ge kennzeichnet durch die Verwendung von ali- phatischen Ätheralkoholen als organische Lö sungsmittel. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 2, gekennzeichnet durch die Verwendung von Äthylenglykolmonoalkyl- äthern als organische Lösungsmittel. 4. Verfahren nach Patentanspruch, ge kennzeichnet durch die Verwendung von im Benzolring B methy1substituierten 4-Oxy- diphenylaminverbindungen. ' 5.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Isolierung und die Nachoxydation des Rohfarbstoffes in alkalischer Lösung bzw. Suspension durch Luftung geschieht.
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