Falschzwirnvorrichtung Es sind bereits Falschzwirnvorriehtungen, insbesondere zur Erzielung einer Kräuselung auf endlosen Kunstseidefäden bekannt, die einen in rasche Umdrehungen v ersetzbaren Drallgeber aufweisen, der ein vorübergehendes Hochdrehen und Zurückdrehen eines durch laufenden Garnes auf den ursprünglichen Drall in einem Arbeitsgange gestattet. Bei diesen Vorrichtungen wird der Drallgeber in der Regel mittels eines Schnur- oder Riemen antriebes in Rotation versetzt, wobei Umdre hungszahlen biss höchstens 15000-20000 Tou ren/Min. erreicht werden können.
Ferner ist sehen eine Falsehzwirnvor rieh- tung bekannt, die einen schnellaufenden Elek tromotor mit durchbohrter Welle aufweisen, an deren einem Ende unmittelbar der Drall geber angebracht ist. Mit einer solchen Vor richtung lassen sieh Drallgeber-Tourenzahlen von etwa 60000-90000 Touren/Min. erzielen.
Es hat sich nun überraschenderweise ge zeigt, dass mit Hilfe einer Turbine als unmit telbares Antriebsorgan unter gewissen Um ständen die Drallgeber-Tourenzahl noch be- trächtlieh gesteigert und damit auch die Garn- vorsschulbgeschwindigkeit wesentlich erhöht werden kann.
Gegenstand der Erfindung ist daher eine Falschzwirnvorrichtung, welche dadurch ge kennzeichnet ist, dass sie als Antriebsmotor eine Luftturbine enthält, deren rotierender Teil mit einer durchbohrten, den Drallgeber tragenden Welle und mit Luftlagern versehen ist und Umdr ehungszahlen von 50 000-200 000 Touren/Min. gestattet..
Die Luftturbine besitzt zweckmässig ein Schaufelrad, das durch zwei an einander diametral gegenüberliegenden Stellen auf die Schaufeln auftreffende Luftstrahlen angetrie ben ist. Der Drallgeber kann entweder am einen Ende der durchbohrten Welle oder im Innern derselben angeordnet sein. Da es wegen der erheblichen Zentrifugalkräfte, die bei den angewandten hohen Tourenzahlen auftreten, wichtig ist, dass der Drallgeber ganz genau ausgewuchtet isst, so wird letzterem zweck mässig eine möglichst einfache Form gegeben.
Vorteilhaft wenden Drallgeber verwendet wie die in der Zeichnung dargestellten.
Um Fibrillenbrüche und damit ein Zer reissen des Garnes vermeiden zu können, ist es sehr wichtig dass das Garn beim Dureh- laufen des Drallgebers möglichst, wenig Wider- stand. erfährt.. Der das Garn mitnehmende Teil,des Drallgebers wird deshalb zweckmässig hochpoliert und aus sehr hartem Material, z. B. Stahl, hergestellt, damit dass Garn nicht, mit der Zeit.
Rillen in denselben schleifen und so dessen Oberfläche aufrauhen kann. Auch die Motorwelle wird zwecks Verminderung des Widerstandes, den das durchlaufende Garn erfährt" vorteilhaft im Innern geschliffen bzw. poliert.
Die Zeichnung zeigt zwei Ausführungsbei spiele das Erfindungsgegenstandes. Fig. 1 zeigt im senkr echten Mittellängs schnitt eine Ausführaungsform.
Fig.2 zeigt einen Querschnitt nach der Linie I-I in Fig.1.
Fig. 3 zeigt. in derselben Darstellung wie Fig.1 die zweite Ausführungsform.
Bei der Ausführungsform nach den Fig. 1 und 2 ist. ein Drallgeber vorgesehen, der ein Gehäuse 1 aufweist. Dieses besteht aus zwei Teilen, die in der Quermittelebene I-I mit tels Schrauben 2 luftdicht schliessend anein- anderatossend miteinander verbunden sind. Die Gehäusehälften weisen auf den einander zugekehrten Seiten gleichgestaltete und gleich gelegene Ausnehmungen auf, die zusammen einen Hohlraum 3 bilden. Im Hohlraum 3 ist ein Turbinenrad 4 drehbar angeordnet, wel ches auf einer eine zentrale Bohrung aufwei senden Welle 5 sitzt. Die Welle 5 ist. mittels Luftlagern in einer das Gehäuse 1 in der Längsrichtung durchsetzenden Bohrung ge lagert.
Die Luftlager sind durch zwei Grup pen von Luftkammern 6 gebildet, die im Ge häuse 1 beiderseits des Schaufelrades 4 ange ordnet sind, und durch feine radiale Öffnun gen in einer die Welle mit feinem Spiel um schliessende Buchse 8 bzw. 8' mit. dem Spalt zwischen der Welle 5 und diesen Buchsen in Verbindung stehen. In diesem engen Spalt bilden sieh Luftpolster, welche die Welle 5 lagerne. Aus den Luftpolstern allmählich wäh rend des Betriebes entweichende Luft kann sowohl nach den Enden als auch nach dem Hohlraum 3 abströmen.
Das eine, aas dem Gehäuse 1 herausragende Ende der Welle 5 ist mit einem Stellring ver sehen, wogegen das andere Ende mit einem auf die Welle aufgepressten Ring 9 versehen ist. Im Ring 9 ist ein als Drallgeber ausge bildeter Stahldrähtbügel 10 verankert, dessen ganzer, aus dem Ring 9 herausragender Teil hochpoliert ist.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich, ist das Schau felrad 4 durch zwei an einander diametral ge genüberliegenden Stellen auf die Schaufeln auftreffende Luftstrahlen angetrieben, welche durch je eine Düse 11, 11' mittels zugeführter Druckluft gebildet sind. Die mit Pfeilen ver- anschauliehten Strahlen treffen wie bei einer Pelton-Turbine frontal auf die Schaufeln auf. Die verbrauchte Luft kann d urch zwei Aus lassstutzen 12 bzw. 12' ins Freie aus dem Hohlraum 3 abströmen.
Zum Betriebe wird das zu behandelnde Garn durch die Bohrung der Welle 5 hin durchgeführt und mittels einer Windung um den Bügel 10 herumgelegt. Das Garn ist in üblicher Weise beiderseits der Drallvorrich tung geführt und wird mit einer vorbestimm ten Geschwindigkeit vom Drallgeber abgezo gen, wobei das Garn am hochpolierten Teil des Bügels 10 mit geringer Reihung gleitet.
Durch Zuführen von Druckluft zu den Düsen 11 und 11' wird alsdann das Turbinen rad s und damit die mit ihr verbundene Welle 5 hochtourig, d. h. mit 50000-200000 Tou ren/Min., angetrieben.
Bei der Ausführungsform nach Fig.3 ist wieder ein Gehäuse 1 mit mittlerem Hohlraum 3 und zentraler, den Ring 9 und den Stahl drahtbügel 10 aufweisender Welle vorgesehen, die wieder mit einer zentralen Bohrung für den Garndurchlass versehen ist. Jedoch sitzt im Gegensatz zur ersten Ausfülhrungsform auf der Welle nicht ein Schaufelrad, sondern eine mit entsprechender Bohrungn versehene Kugel 13, auf welcher die im Hohlraum 3 angeord neten Schaufeln 14 sitzen. Entsprechend der Kugelform des Schaufelträgers sind in diesem Falle auch die Luftlagerflächen für die La gerung der Welle sphärisch ausgebildet.
Zu diesem Zwecke ist. die Kugel 13 mit geringem S S piel von je einer Zone einer Kugelschale 17 bzw. 17' umgeben, welche im Gehäuse 1 ange ordnet. ist. und auf der Aussenseite von je einer Luftkammer 15 bzw. 15' innerhalb des Gehäuses 1 umgeben ist.
Den Luftkammern 15 und 15' wird Di-tickluft, wieder mittels Zulei tungen 7 zLigeführt. Die Kugelschalen 17 bzw. 17' sind von radialen Bohringen 16 durchbro chen, durch welche die Driiekluft von den Kammern 15 und 15' unter Bildung von Luft polstern in den feinen Spalt zwi.#;chen der Kugel 13 und den Kugelschalen strömen kann.
Die von den Luftpolstern nach dem Hohlraum 3 ausströmende Luft wird durch geeignete Leitkanäle 18 den Schaufeln 14 in antriebs gerechter Richtung und Geschwindigkeit der- t art zugeführt, dass durch die austretende Luft mindestens zum Teil der Antrieb der Turbine erfolgt. Gegebenenfalls kann zum andern Teil durch mindestens einen auf die Schaufeln ge richteten Luftstrahl ein zusätzlicher Antrieb erfolgen.
Natürlich kann auch der gesamte Antrieb in analoger Weise wie bei der Aus führungsform nach Fig.1 und 2 mittels beson derer Druckluftstrahlen, welche unmittelbar auf die Turbinenschaufeln auftreffen, erfol gen.
Bei beiden Ausführungsbeispielen kann entgegen der Darstellung in der Zeichnung die Anordnung der Drallgeber auch im Innern den Hohlwelle erfolgen.