CH320020A - Verfahren zur Verhinderung der Randentkohlung von Gussstücken aus kohlenstoffhaltigen Legierungen - Google Patents
Verfahren zur Verhinderung der Randentkohlung von Gussstücken aus kohlenstoffhaltigen LegierungenInfo
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Description
Verfahren zur Verhinderung der Randentkohlung von Gussstücken aus kohlenstoffhaltigen Legierungen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verhinderung der Randentkohlung von Guss- stüeken. aus kohlenstoffhaltigen Legierungen, bei welchem der zur Herstellung der Giess form verwendeten keramisehen Formmasse ein der Randentkohlung entgegenwirkender Seliutzstoff beigemischt wird.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass als Schutz stoff eine anorganische Verbindung verwendet wird, welehe zur Zeit der Abkühlung des Guss- stüekes bei Formtemperaturen oberhalb der Brenntemperatur der Giessform ein der Rand- entkohlung entgegenwirkendes Sehutzgas er zeugt.
Keramisehe Giessformen finden insbeson dere bei der Herstellung von Gtissstüeken nach dem Präzisionsgiessverfahren Anwendung, bei welehetn die Giessform mit Hilfe eines aas schmelzbaren oder aasbrennbaren Modelles ge bildet wird. Solche Formen werden in der Regel heiss abgegossen. Die Formtemperatur vor dem Eingiessen des Metalles kann zwischen 800 bis 1.000 liegen.
Dienen solche Formen zur Heisstellung von Gussstüeken aus kohlen stoffhaltigen Legierungen, insbesondere aus Stählen mit hohem Kohlenstoffgehalt, wird die Randzone der Gussstücke während der Abkühlung in der Form in schädlichem Mass entkohlt. Dieser Vorgang beruht darauf, dass Luft durch die Form diffundiert und mit der Randzone des Gussstückes in Berührung kommt. Dabei kann ein Teil des in der Rand zone befindlichen Kohlenstoffes verbrennen.
Diese Gefahr tritt. in verstärktem Masse auf, wenn diekwandige und komplizierte Guss- stüeke hergestellt. werden, welche während des Abkühlvorganges verhältnismässig lange eine Temperatur oberhab 800 C aufweisen, was das Ausmass der Randentkohlung vergrössert.
Sind solche Gussstücke mit entkohlten Randpartien ohne vorherige mechanische Be arbeitung der Oberfläche zu härten, muss die Randzone vorher aufgekohlt werden; letzteres ist aber mit folgenden Nachteilen verbunden: Durch das Eindiffundieren des Kohlenstoffes wird das Randgefüge rekristallisiert. Gegen über dem nicht rekristallisierten Grundgefüge, welches meistens sogar einen tieferen Kohlen stoffgehalt aufweist, treten innere Spannun gen auf, die sehr oft. zu Rissen führen.
Ferner ist die Festigkeit solcher Gussstüeke mit auf- gekohlter Randzone gegenüber dynamischen Beanspruchungen vermindert. Mit Hilfe des erfindungsgemässen Verfah rens gelingt es, zur Zeit der Abkühlung des Gussstückes im Bereich des letzteren eine Sehutzgasatmosphäre aufrechtzuerhalten, wel che die Randentkohlung praktisch verhindert.
Die Schutzwirkung kommt so zustande, dass der zur Herstellung der Giessform verwen deten keramischen Formmasse ein Schlitzstoff beigemischt wird, welcher bei Temperaturen oberhalb der Brenntemperatur der Giessform ein der Randentkohlung entgegenwirkendes Schutzgas erzeugt, welches in der Form be- findlichen molekularen Sauerstoff vom ein gegossenen Metall fernhält.
Das Verfahren nach der Erfindung wird nachstehend beispielsweise an Hand der Her stellung eines Gussstückes aus Stahl mit hohem Kohlenstoffgehalt nach dem Präzisions- giessverfahren beschrieben. Ein ZV achsmodell des herzustellenden Gussstiickes wird zusam men mit einem geeigneten Wachsmodell des Eingusses in eine keramische Formmasse ein gebettet, welche ein geeignetes Bindemittel enthält und welcher als Schutzstoff gegen die Randentkohlung Calciumkarbonat beigemischt wurde.
Letzteres besitzt die Eigenschaft, bei Temperaturen oberhalb von 900 C Kohlen dioxyd abzuspalten. Die erhaltene Form wird in den Brennofen verbracht, allenfalls nach vorheriger Trocknung, und hier im Zeitraum von einigen Stunden auf eine Brenntempera tur von etwa 880 bis 900 C erhitzt. Dieser Brennbehandlung vermag das Calciumkarbo- nat ohne wesentliche Zersetzung zu wider stehen.
Unmittelbar nach dem Herausnehmen der Form aus dem Ofen wird der flüssige Stahl mit. einer Giesstemperatur von etwa 1500 C in die heisse Form eingegossen wo durch zumindest die im Bereich des Giesshohl raumes liegenden Teile der Form auf eine nur wenig unterhalb der Giesstemperatur liegende Temperatur erhitzt werden, bei welcher das Calciumkarbonat sich unter Abspaltung von Kohlendioxyd zersetzt. Letzteres diffundiert in die Poren der Form und vermag in dieser befindlichen Sauerstoff v om Metall wegzuver- drängen, bevor er mit dem Metall in Berüh rung kommen und die schädliche Randent- kohlung verursachen kann.
Nach dem beschriebenen Verfahren her gestellte Gussstücke zeichnen sich durch voll ständige Abwesenheit jeglicher Randentkoh- lung aus. Nach dem Erstarren ausgeführte Analysen von an der Oberfläche des Guss- st.ückes entnommenen Materialproben ergaben dieselben Kohlenstoffgehalte wie .für Mate rialproben, welche dem Innern des Gussstückes entnommen wurden.
An Stelle des Calciumkarbonates können auch andere Schutzstoffe verwendet werden, welche ein neutrales, den Sauerstoff vom Gussstiick fernhaltendes Schutzgas erzeugen. Hierzu eignen sieh besonders gewisse Nitride, wie z. B. Chromnitrid. Dieser Schutzstoff be sitzt ebenfalls die Eigenschaft, dass er sich beim Brennen der keramischen Formmasse nicht zersetzt, jedoch bei Temperaturen im Bereich der Giesstemperatur der Randentkoh- lung entgegenwirkender Stickstoff erzeugt.
Schliesslieb können auch zwei oder mehrere Schutzstoffe als Mischung dem Formstoff bei gegeben werden, z. B. eine Mischung von Cal ciumkarbonat und Chromnitrid.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Verhinderung der Rand- entkohlung von Gussstücken aus kohlenstoff haltigen Legierungen, bei welchem der zur Herstellung der Giessform verwendeten kera mischen Formmasse ein der Randentkohlung entgegenwirkender Seluitzstoff beigemischt wird, dadurch gekennzeichnet, dass als Schutz stoff eine anorganische Verbindung verwen det wird, welche zur Zeit der Abkühlung des Gussstückes bei Formtemperaturen oberhalb der Brenntemperatur der Giessform ein der Rundentkohlung entgegenwirkendes Schutzgas erzeugt. <B>UNTERANSPRÜCHE</B> 1.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass ein Schutzstoff verwendet wird, welcher ein neutrales, den Sauerstoff vom CTussstück fernhaltendes Schutzgas erzeugt. ?. Verfahren nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet., da.ss als Schutzstoff ein Karbonat verwendet wird. 3. Verfahren nach LTnteransprueh 2, da durch gekennzeichnet, dass als Schutzstoff Caleiumkarbonat verwendet wird. 4. Verfahren nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass als Schutzstoff ein Nitrid verwendet wird. 5.Verfahren nach Unteranspruch 4, da durch gekennzeichnet, dass als Schutzstoff Chromnitrid verwendet wird.
Applications Claiming Priority (1)
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