CH320021A - Verfahren zur Verhinderung der Randentkohlung von Gussstücken aus kohlenstoffhaltigen Legierungen - Google Patents
Verfahren zur Verhinderung der Randentkohlung von Gussstücken aus kohlenstoffhaltigen LegierungenInfo
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Description
Verfahren zur Verhinderung der Randentkohlung von Gussstücken . aus kohlenstoffhaltigen Legierungen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verhinderung der Randentkohlung von Guss- stüeken aus kohlenstoffhaltigen Legierungen, bei welchem der zur Herstellung der Giess form verwendeten keramischen Formmasse ein der Randentkohlung entgegenwirkender Sehittzstoff beigemischt wird.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass als Schutz stoff eine anorganische Verbindung verwen det wird, welche zur Zeit der Abkühlung des (=,'ussstücl@es bei Formtemperaturen oberhalb der Brenntemperatur der Giessform Sauer stoff ehemiseh zu binden vermag.
Keramische Giessformen finden insbeson dere bei der Herstellung von Gussstücken nach dem Präzisionsgiessverfahren Anwen dung, bei welchem die Giessform mit Hilfe eines aussehmelzbaren oder aasbrennbaren Modelles --ebildet wird. Solche Formen wer den in der Regel heiss abgegossen. Die Form temperatur vor dem Eingiessen des Metalles kann zwischen 800 bis l.000 liegen.
Dienen solche Formen zur Herstellung von CTussstük- ken aus kohlenstoffhaltigen Legierungen, ins besondere aus Stählen mit. hohem Kohlenstoff -ehalt, wird die Randzone der Gussstüeke während der Abkühlung in der Form in schädlichem Mass entkohlt. Dieser Vorgang beruht darauf, dass Luft durch die Form dif fundiert und mit der Randzone des Gussstük- kes in Berührung kommt. Dabei kann ein Teil des in der Randzone befindlichen Kohlenstof- fes verbrennen.
Diese Gefahr tritt in verstärk tem Masse auf, wenn dickwandige und kom plizierte Gussstüeke hergestellt werden, welche während des Abkühlvorganges verhältnis mässig lange eine Temperatur oberhalb 800 C aufweisen, was das Ausmass der Randentkoh- lung vergrössert.
Sind solche Gussstüeke mit entkohlten Randpartien ohne vorherige mechanische Be arbeitung der Oberfläche zu härten, muss die Randzone vorher aufgekohlt werden; letzteres ist aber mit folgenden Nachteilen verbunden: Durch das Eindiffundieren des Kohlenstoffes wird das Randgefüge rekristallisiert. Gegen über dem nicht rekristallisierten Grundgefüge, welches meistens sogar einen tieferen Kohlen stoffgehalt aufweist, treten innere Spannun gen auf, die sehr oft zu Rissen führen.
Ferner ist die Festigkeit solcher Gussstüeke mit auf gekohlter Randzone gegenüber dynamischen Beanspruchungen vermindert. Mit Hilfe des erfindungsgemässen Verfah rens gelingt es, zur Zeit der Abkühlung des Gussstückes die Randentkohlung praktisch zu verhindern. Die Schutzwirkung kommt so zu stande, dass der zur Herstellung der Giessform verwendeten Formmasse ein Schutzstoff bei gemischt wird, welcher bei Temperaturen oberhalb der Brenntemperatur der Giessform in der Form befindlichen molekulären Sauer stoff chemisch zu binden vermag.
Das Verfahren nach der Erfindung wird nachstehend beispielsweise an Hand der Her stellung eines Clussstückes aus Stahl mit hohem Kohlenstoffgehalt nach dem Präzisionsgiess- verfahren beschrieben. Ein Wachsmodell des herzustellenden Gussstüekes wird zusammen mit einem geeigneten Wachsmodell des Ein gusses in eine keramische Formmasse einge bettet, welche ein geeignetes Bindemittel ent hält und welcher als Schlitzstoff Calciumkar- bid (CaC2) beigemischt wurde.
Letzteres be sitzt die Eigenschaft, bei Temperaturen ober halb der Brenntemperatur für die keramische Formmasse in Anwesenheit von Sauerstoff zu verbrennen. Die erhaltene Form wird in den Brennofen verbracht, allenfalls nach vorheri gem Trocknen der Formmasse und Ausschmel zen des Modellwachses, und hier im Zeitraum von einigen Stunden auf eine Brenntempera- tur von etwa 800 bis 900 C erhitzt. Dieser Brennbehandlung vermag das Calciumkarbid ohne wesentliche Verbrennung zu widerstehen.
Unmittelbar nach dem Herausnehmen der Form aus dem Ofen wird der flüssige Stahl mit einer Giesstemperatur von etwa 1500 C in die heisse Form eingegossen, wodurch zumin dest die im Bereich des Giesshohlraumes lie genden Teile der Form auf eine nur wenig unterhalb der Giesstemperatur liegende Tem peratur erhitzt werden, bei welcher das Cal ciumkarbid verbrennen kann. Hierbei verbin det es sich mit dem in den Poren der Form befindlichen Sauerstoff, bevor dieser mit dein Metall in Berührung kommen und die schäd- liehe Randentkohlung verursachen kann.
Nach dem beschriebenen Verfahren her gestellte Gussstücke zeichnen sich durch voll ständige Abwesenheit jeglicher Randentkoh- lung aus. Nach dem Erstarren ausgeführte Analysen von an der Oberfläche des Guss- stückes entnommenen Materialproben ergaben dieselben Kohlenstoffgehalte wie für Material proben, welche dem Innern des Gussstüekes entnommen wurden. Das Caleiunikar@bid kann nur einer -Vorm masse- masse beigemischt werden, deren. Wasser gehalt keine Zersetzung des Karbides herbei führt.
An Stelle des Caleiumkarbides eignen sich aber auch andere Schutzstoffe, für wel- ehe diese Bedingung wegfällt, so Cyanide, wie z. B. Bariumcyanid. Letzteres besitzt ebenfalls die Eigenschaft, dass es bei Temperaturen oberhalb der Brenntemperatur für die Giess form in Anwesenheit von Sauerstoff ver brennt, beim Eingiessen des flüssigen 14letalles in die Form aber in den Poren derselben be findlichen Sauerstoff ehemiseh zu binden ver mag.
Das Bariumey anid kann ohne weiteres auch einer Wasser enthaltenden Formmasse beigemischt werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Verhinderung der Rand- entkohlung von Cussstücken aus kohlenstoff haltigen Legierungen, bei welchem der zur Herstellung der Giessform verwendeten kera mischen Formmasse ein der R.andentkohlung entgegenwirkender Schutzstoff beigemischt wird, dadurch gekennzeichnet, dass als Schutz stoff eine anorganische Verbindung verwendet wird, welche zur Zeit, der Abkühlung des Gussstfiekes bei Formtemperaturen oberhalb der Brenntemperatur der Giessform Sauer stoff ehemiseli zu binden vermag. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass als Schutzstoff ein Karbid verwendet wird. 2. Verfahren nach U nteransprueh 1., da durch gekennzeichnet, da.ss als Schutzstoff C",alciumkarbid verwendet wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass als Schutzstoff ein Cyanid verwendet wird. 4. Verfahren nach Unteranspruch 3, da durch gekennzeichnet, dass als Schutzstoff Bariuniey anid verwendet wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH320021T | 1953-12-18 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH320021A true CH320021A (de) | 1957-03-15 |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH320021D CH320021A (de) | 1953-12-18 | 1953-12-18 | Verfahren zur Verhinderung der Randentkohlung von Gussstücken aus kohlenstoffhaltigen Legierungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH320021A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1267382B (de) * | 1961-04-07 | 1968-05-02 | Howe Sound Co | Verfahren zur Verhinderung der Randentkohlung bei Praezisionsgusstuecken und Hinterfuellmasse fuer das Verfahren |
| DE1271909B (de) * | 1965-07-29 | 1968-07-04 | Sulzer Ag | Schutzstoff zur Vermeidung von Randentkohlung und Oberflaechenfehlern bei Gussstuecken aus kohlenstoffhaltigen Legierungen |
-
1953
- 1953-12-18 CH CH320021D patent/CH320021A/de unknown
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1267382B (de) * | 1961-04-07 | 1968-05-02 | Howe Sound Co | Verfahren zur Verhinderung der Randentkohlung bei Praezisionsgusstuecken und Hinterfuellmasse fuer das Verfahren |
| DE1271909B (de) * | 1965-07-29 | 1968-07-04 | Sulzer Ag | Schutzstoff zur Vermeidung von Randentkohlung und Oberflaechenfehlern bei Gussstuecken aus kohlenstoffhaltigen Legierungen |
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