CH323777A - Desinfektionsmittel - Google Patents

Desinfektionsmittel

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CH323777A
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CH
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parts
chloro
cresol
disinfectants
phenol
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Albert Dr Phil Obladen
Deutsch Martin Ing Dr
Original Assignee
Schuelke & Mayr Gmbh
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01NPRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
    • A01N31/00Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing organic oxygen or sulfur compounds
    • A01N31/08Oxygen or sulfur directly attached to an aromatic ring system

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  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
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Description


  



  Desinfektionsmittel
Die meist verwendeten   Fein-und Grob-       de. sinfektionsmittel enthalten als bakterizide      Wirkstoffe Phenolderivate,    die mit Hilfe von
Seifen oder   synthetischen Sulfonierungspro-      dukten    von Kohlenwasserstoffen in Lösung gehalten werden. Zur   Erleichterung des Löse-    vorganges und zur Erhöhung   der Beständig-    keit hat man   derartigen Zubereitungen ge-    ringe Mengen an freiem Alkali zugesetzt.



  Dieser Alkalizusatz wurde so bemessen, dass nieht das gesamte Phenol in das Phenolat t übergeführt wurde, weil die Phenole bekannt lich ihre höchste   bakterientotende Wirkung    nur in freier Form entfalten, die Phenolate   dagegen eine stark verminderte    bakterizide Wirkung aufweisen. Man hat die   phenolhalti-    gen Desinfektionsmittel daher stets nur unter Zusatz geringer Mengen freien Alkalis   herbe-    stellt und war der Ansieht, dass grössere Alkalimengen naehteilig wären. Die bekannten, Phenole, Seife oder oberfläehenaktive   Sulfo-    nate enthaltenden Desinfektionsmittel hatten aber nur eine   geringfügige viruzide Wirkung.   



   Es wurde nun gefunden, dass ein Gemisch, das ein Alkalisalz des   p-Chlor-m-kresols,    ein freies Phenol und ein Netzmittel enthält, ein   Desinfektionsmittel von guter bakterizider    und virusinaktivierender Wirkung ist. Zweckmässig wendet man das Gemisch in wässriger Lösung an. Naeh einer besonderen    Ausf#hrungsform    der Erfindung enthält das Desinfektionsmittel wenigstens 10% p-Chlor-m-kresolat.



   Es war bisher zwar üblieh, neben p-Chlorm-kresol anders   konstituierte,    insbesondere höhermolekulare Phenole in Desinfektions  präpara. ten    zu verwenden, wobei der Gedanke der   potenzierten    Wirkungssteigerung zugrunde lag. Durch diese Tatsache wird der vorliegende Erfindungsgedanke nicht be   r#hrt, da    das neue Wirkprinzip der Virusinaktivierung nicht an p-Chlor-m-kresol gebunden ist, sondern an die Alkalisalze von p-Chlor-m-kresol.

   Es ist augenscheinlich und durch entsprechende Versuche bewiesen, dass   lediglich das p-Chlor-m-kresol-Alkalisalz    in hohem    Ma#e virusinaktivierend    wirkt, und es konnte daher aus der gemeinsamen Verwendung von p-Chlor-m-kresol mit andern Phenolen nieht gesehlossen werden, dass in besonderem Masse das p-Chlor-m-kresol-Al  kalisalz,    dessen Bildung bisher aus Gründen einer hohen Bakterizidie stets vermieden worden ist, eine derart überlegene Wirkung hin  sichtlich    der Virusinaktivierung hervorrufen würde.



   Infolge der kombinierten bakteriziden und viruziden Wirkung eignen sich die erfin  dungsgemässen Desinfektionsmittel hervor-    ragend für die praktische Anwendung in Krankenhäusern, in der ärztlichen Praxis und im Haushalt zur Desinfektion von Räumen,    W#sche    und dergleichen.



   Zur Nachprüfung der Wirksamkeit wurden folgende Versuche durchgeführt : 
Man isolierte mit   Columbia-SK-Virus    infiziertes   Mäusehirn,    stellte Zerreibungen her und suspendierte diese   in Wässer. Anschlie-    ssend zentrifugierte man und nahm die   über-    stehende   virusba. ltige Suspension    ab. Hiervon bestimmte man den Titer (Zahl der   infek-    tiösen Dosen). Die Teste wurden mit einer   Virusverdünnung    1 : 100 durchgeführt, um einen hohen Sicherheitsfaktor vorzugeben.



  Jeden Versuch beschickte man mit sechs Tieren und   bestimmte die Uberlebenszeit    in Tagen. Die stets mitlaufenden Kontroll  versuche gaben    Auskunft über die   Infektio-      sität    der Virussuspension. Im allgemeinen zeigten die Kontrolltiere naeh   3-6    Tagen Paresen, nach weiteren 1-2 Tagen gingen sie an der Infektion ein. Ein Mittel wurde als gut wirksam beurteilt, wenn man nach   10-    tägiger   Beobaehtung    der Tiere   Mortalitäts-    quotienten von 0/6 oder 1/6 fand. Die Versuche wurden durchweg bei   Zimmertempera-    tur durchgeführt und mehrfach wiederholt.



   In naehfolgender Tabelle sind Wirkwerte bekannter phenolischer Desinfektionsmittel aufgeführt :    Mortalit#ts-   
Titer der    P#parat Ver- Einwirkungs- Virus- Mortalit#ts- quotient des d#nnung dauer suspension quotient Kontroll-    versuches
13 Teile p-Chlor-m-kresol    24    Teile Rizinusöl-Kaliseife 1 : 50 5 Stunden 1 : 100 6/6 6/6 ad 100 Wasser
7 Teile Benzylphenol
20 Teile alkylsulfosaures Natrium 1 : 50 5 Stunden 1 : 100 6/6 6/6 ad 100 Wasser
6 Teile o-Phenyl-phenol
3 Teile p-Chlor-m-kresol
1Teil Chlorxylenol 1 : 50 5 Stunden 1 :

   100   5/6    6/6 70   20    Teile alkylsulfosaures Natrium ad 100 Wasser
Aus der   Ta. belle    ist zu ersehen, dass die Die gleiehen Versuche wurden nun mit freie Phenole enthaltenden Präparate keine zwei Desinfektionsmitteln durehgeführt, von nennenswerten virusinaktivierenden   Eigen-denen    das erste nur freies Phenol, das zweite 75   sehaften    aufweisen. freies Phenol und   Phenolat    enthielt :
Titer   der Mortalitäts   
Ver-   Einwirkungs- Virus- Mortalit#ts- quotient    des    Pr#parat      d#nnung    dauer suspension quotient Kontroll
80 versuches 20 Teile p-Chlor-m-kresol 20TeileRizinusöl-Kaliseife 1 : 50 30 Minuten 1 :

   100   616    616 ad 100 Wasser 10 Teile p-Chlor-m-kresol 85    10    Teile p-Chlor-m-kresol-Kalisalz 1 : 50 30 Minuten 1 : 100 0/6   6/6      20    Teile   Rizinusöl-Kaliseife    ad 100 Wasser 
Die angegebenen Teile bedeuten, sofern nieht ausdrücklich etwas anderes vermerkt ist, stets Gewichtsteile. Man kann die   Wirk-    stoffe auch in grösseren Mengen zusetzen.



   Das p-Chlor-m-kresolat erhält man durch Neutralisation von p-Chlor-m-kresol mit der   stoehiometrischen Menge Ätzalkali,    und zwar Kaliumhydrox atriumhydroxyd oder Lithiumhydroxyd Es kann vorab hergestellt oder in   CTegenwart    der andern Bestandteile der erfindungsgemässen Mischung aus dem freien Kresol durch Zusatz der berechneten   DIenge    Alkali erzeugt werden.



   Als freie Phenole kommen die üblieherweise in Desinfektionsmitteln verwendeten Stoffe, die an einem aromatisehen Ring mindestens eine phenolisehe Hydroxylgruppe tragen und die beliebige Substituenten aufweisen können, in   Betraeht, so    z.   B. : Phenol,   
Kresol, Xylenol, Thymol, Ca. rvacrol, Propylphenol, Butylphenol, Hexylphenol, Octylphenol, Phenyl-phenol, Benzylphenol, Benzylkresol, ferner Kondensationsprodukte von   Phenolderivaten    mit Formaldehyd, wie z. B.



     2,      2'-Dioxy-5,      5'-diehlor-diphenyl-methan,    2, 2' Dioxy-3,5,6,3',5',6'-hexachlor-diphenyl-methan   (Hexachlorophen)    sowie alle halogenierten und alkylierten stellungsisomeren   Verbindun-    gen.



   Als Netzmittel oder wasehaktive Emulgatoren eignen sich die bekannten fettsauren Salze in Form der Natron-oder   Kalisalze,    wie sie in bekannter Weise aus pflanzlichen oder tierischen Ölen und Fetten, wie Rizi  nusöl,       R#b#l,    Sojaöl, Leinöl und dergleichen, gewonnen werden können. Ferner sind auch die   fettseifenähnlichen    Alkalisalze   langketti-      ber Carbonsäuren brauchbar, deren    Alkylrest gegebenenfalls durch Heteroatome, wie Sauerstoff,   Stiekstoff    oder Schwefel, unterbrochen ist,   z.      B.    sogenannte   Alkyl-äther-earbon-    sauren.



   Des weiteren sind als Netzmittel   sulfo-    nierte Kohlenwasserstoffe der aliphatisehen,    aromatisehen, gemiseht aliphatiseh-aromati-    sehen und   hydroaromatischen    Reihe geeignet, z. B.   Alkylslll, fonate, Alkoholsulfonate,    Alkyl   aryl-sufonate, Alkyl-naphthalin-sulfonate,      Alkyl-tetrahydro-naphthalin-sulfona. te usw.   



  Selbstverständlich können auch Gemische derartiger Netzmittel verwendet werden, vor allem in einer Zusammensetzung, wie sie üblicherweise technisch anfallen.



   Die mengenmässige Zusammensetzung der erfindungsgemässen   Mischungen kann erheb-    lieh variieren. Im allgemeinen ergeben folgende Misehungsverhältnisse günstige Resultate :
10 Teile   p-Chlor-m-kresol-Kalisalz   
5 Teile Benzylphenol
5 Teile o-Phenyl-phenol
20 Teile Fettseife bzw. 20% Alkyl sulfonat ad   100 Wasser.   



   In manchen Fällen, insbesondere zur Er  zielung    eines mögliehst niedrig liegenden Stoekpunktes, ist es zweckmässig, organische Lösungsmittel zuzufügen, z. B.   n-Propyl-       alkohol, Isopropylalkohol, Methylglykol,      Athylglykol    und ähnliche.



   Die Herstellung der erfindungsgemässen Desinfektionsmittel kann z. B. derart erfolgen, dass man   20    Teile Rizinusöl unter Zugabe von Wasser und der theoretisch   erfor-    derlichen Alkalimenge verseift, so dass eine hochprozentige   Seifenlosung erhalten    wird.



  Anschliessend fügt man etwa 10 Teile des Ka  liumsalzes    des   p-Chlor-m-kresols    hinzu sowie 5 Teile o-Phenyl-phenol und   5      Teile Benzyl-    phenol. Man füllt mit 20 Teilen   Methylglykol    sowie Leitungswasser auf 100   Tuile    auf und erhält nach etwa einstündigem Rühren unter mässiger Erwärmung eine viskose, klare, schäumende Flüssigkeit, die in beliebigen Verhältnissen mit Wasser mischbar und in 0,   5-bis 5 /oigen G. ebrauehslösungen fiir    alle Arten von Desinfektionszwecken geeignet ist.



  Die   Gebrauchsverdünnungen    sind in der Regel in Wasser klar löslich und reagieren schwach alkalisch. Auf Grund des Netz  mittelgehaltes    besitzen die Lösungen eine gute Reinigungswirkung und sind. daher für die Zweeke der allgemeinen Grobdesinfektion besonders geeignet. Es sei besonders hervorgehoben, dass durch einen Arbeitsgang   Bak-    terien und    Viren gleichzeitig get#tet bzw.    inaktiviert werden. Damit ergibt sieh die besondere Wirtschaftlichkeit und Fortschrittliehkeit der neuen Präparate im Vergleieh mit Mitteln, die nur die eine oder andere Art der   infektiösen Erreger aussehalten und    demnach selektiv wirken.

   Die   Ergiebigkeit      der erfindungsgemässen Misehpräparate    ist auf Grund der niedrigen   Gebrauchskonzen-      trationen    derjenigen der bisher übliehen   Prä-    parate zur    ausschlie#lichen Bakterienabt#-      tung    gleich.



   Beispiel   1   
16   Gewiehtsteile    des Kaliumsalzes des   p-Chlor-m-kresols    werden mit 10   Gewiehts-    teilen p-Chlor-sym.-xylenol,   20      Gewiehtsteilen    des Kaliumsalzes eines   Kohlenwasserstoff-      Sulfonierungsproduktes    mit einer   Ketten-    länge von C10-C20   vermiseht.      Ansehliessend       f#gt    man zur Erhöhung der Haltbarkeit des Stammpräparates 10   Gewiehtsteile      Methyl-    glykol hinzu und füllt mit Wasser auf   100    Teile auf.   Geruehskorrigentien    können beigegeben werden.



   Man erhält eine viskose Flüssigkeit, die in 0,    5-2%igen Verd#nnungen f#r eine all-    gemeine Desinfektion von   Bakterien-und   
Virusmaterial eingesetzt werden kann. Die   Gebrauehslosungen    sind fast geruchlos und    sch#umen    stark. Viren vom Typ Columbia. SK werden in der Konzentration 1 : 100 durch die    2%ige Gebrauchsl#sung nach    30 Min. Einwirkungsdauer bei Zimmertemperatur restlos inaktiviert. Bakterien   versehiedener Stämme,    z. B. Staph. aureus, B. coli, B.   pyocyaneum,    werden bei dichter Einsaat durch die 0, 5%ige   Gebrauehslösung bei    5 Min. Einwirkungsdauer bei Zimmertemperatur irn Suspensions  versueh    restlos abgetötet.



   Beispiel 2    12    Gewiehtsteile des Kaliumsalzes des p-Chlor-m-kresols, 5 Gewichtsteile p-Chlor sym.-xylenol, 5 Gewiehtsteile o-Phenyl-phenol werden   miteinander vermischt und    mit Hilfe von 20 Gewichtsteilen einer durch Verseifung von Rizinusöl mit Kalilauge gewonnenen neutralen Seife unter Mitverwendung von 20 Ge  wiehtsteilen    Methylglykol emulgiert, wobei mit Leitungswasser auf 100 Teile ergänzt wird. Zur   Beschleunigung des Losevorganges    erwärmt man das   Gemisch    auf   etwa 50-60     und rührt die Masse glatt.



   Es wird ein Desinfektionsmittel erhalten, dessen    2%ige Gebrauchsl#sung    Viren vom   Stamme      Columbia    SK der Konzentration    10 : 2 innerhalb 30 Min. Einwirkungsdauer    bei Zimmertemperatur restlos inaktiviert.



      #bliche      Bakterienarten    der Stämme   Staph.    aur., B. coli, B. pyocyaneum werden durch die 0,    5%ige Gebrauchsl#sung bei 5 Min.    Einwirkungsdauer bei Zimmertemperatur im Suspensionsversueh völlig getötet.



   Das   Stammpräparat    stellt eine viskose    L#sung dar und l##t sich    mit Leitungswasser beliebig verdünnen. Die für die Praxis zur Anwendung gelangenden 0, 5    bis 2%igen L#-    sungen   sehäumen stark, sind klare Flüssigkei-    ten und bewirken zusätzlieh einen beträehtliehen Reinigungseffekt. Metallgegenstände werden nieht angegriffen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Desinfektionsmittel, bestehend a. us einem (J. emiseh, das ein Alkalisalz von p-Chlor-m- kresol, ein freies Phenol und ein Netzmittel enthält.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Desinfektionsmittel naeh Patenta- sprueh, dadurch gekennzeichnet, da# das Gemiseh die Form einer verdünnten wässrigen Lösung aufweist.
    2. Desinfektionsmittel nach Patentan spruch, welches dazu bestimmt ist, vor Ge brauch verdünnt zu werden, dadurch gekenn- zeiehnet, dass der Gehalt an p-Chlor-m-kresolat mindestens 10 /o ist
CH323777D 1953-05-06 1954-02-24 Desinfektionsmittel CH323777A (de)

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