CH326099A - Verfahren zur Härtung grossporiger Erzeugnisse - Google Patents
Verfahren zur Härtung grossporiger ErzeugnisseInfo
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Description
Verfahren zur Härtung grossporiger Erzeugnisse Bei der sogena,nnten Dampfhärtung gross poriger, Wasser enthaltender Stoffe, z. B. sol- cllen aus Leichtbeton, bei der die Erzeugnisse mit Hitze in Anwesenheit von Wasser bei 100 C übersteigenden Temperaturen behan delt werden, dringt. :die Hitze wegen der wärmeisolierenden Eigensehaft:en des Mate rials nur sehr langsam in diese ein.
Die Tem peratur in der Masse steigt im wesentlichen nur infolge des Eindringens des Dampfes in die Masse, der beim Kondensieren in den Poren seine Verdampfaagswärme abgibt. Dies erfolgt aber wegen der Alleitung der Wärme durch die umgebende Atmosphäre nur in un genügendem Ausmass.
Bei der Heissbehandlung dieser Art ent stehen daher in der Masse beträchtliche Tem- peraturuntersehiede. In der ein Temperatur diagramm. daistellenden Fig.1 zeigt die Kurve 1 ein typisches Beispiel des Temperaturver laufes im Innern einer der Heissbehandlung unterworfenen Platte aus Leichtbeton von etwa .50 cm Höhe und 25 cm Dicke, wobei auf der Abszisse die Zeit in Stunden und auf der Ordinate die Temperaturen in C ange geben sind.
Wie aus dem Diagramm ersichtlich ist, ist. die Temperatur im Innern der Platte noch normal, wenn der die Platte umgebende Dampf, dessen Temperaturkurve mit St be- zeichnet ist, bereits den vollen Druck von etwa 10 kg/cm2 und eine entsprechende Tempera tur von etwa 180 C erreicht hat. Das ent spricht einem Temperaturunterschied zwi schen dem Äussern und Innern der Platte von nicht. weniger als 160 C. Gleiche Temperaturen ausserhalb und innerhalb der Platte werden in diesem Falle erst nach 18stündiger Behand lungsdauer erreicht.
Die Nachteile einer solch langsamen Tem peraturangleichung sind beträchtlich. Die chemischen Reaktionen in den für längere Zeit eine verhältnismässig geringe Temperatur aufweisenden innern Teilen der Masse ver laufen verschieden von denen in den Ober flächenteilen der Masse, die praktisch wäh rend der gesamten Behandlungsdauer die gleiche Temperatur wie der Dampf haben.
Wie durch die Erfahrung bestätigt wird, haben daher die innern.. Teile einer durch Dampf gehärteten Masse nach dem Abschluss der Dampfbehandlung wesentlich geringere Härte als die äussern Teile. Schwerwiegender als dies ist jedoch der Umstand, dass in der Masse infolge der Temperaturunterschiede Spannungen entstehen, die zu gefährlichen Rissen Anlass geben können.
Diese Spannun- gen sind besonders störend., wenn das durch Dampf zu härtende Material nicht homogen ist, was insbesonders bei armiertem Leicht beton der Fall ist. Aus konstruktiven Grün- den wird die Aimierung in der Regel nahe der Oberfläche des herzustellenden Elementes angeordnet, so dass sie beider Dampfbehand lung sehr schnell erhitzt wird:.
Dies kann dazu führen, dass die Temperaturspannungen zwi schen dem Stahl der Armierung und dem Leichtbeton rasch solche Werte erreichen, dass das Element völlig zerstört wird. Ein anderes Beispiel von ungleichartigem Mate rial, in welchem die Temperaturspannlangen einen zerstörenden Einfluss haben können, isst ein aus Schwer- und Leichtbeton misam- mengesetztes Element. Wenn ein solches Ele ment dazu noch armiert ist,
ist es naturgemäss besonders gefährdet..
Es ist bereits auf verschiedene Weise ver sucht worden, ein verbessertes Eindringen der Hitze bei der Dampfhärtung zu erreichen. So wurde z. B. nach der britischen Patent schrift Nr. 682112 beim Einlassen des Dampfes in den Dampfraum ein Auslass für die in dem Dampfraum vorhandene Luft hergestellt, so dass diese Luft vollständig durch Dampf er setzt, wird.
Zu demselben Zweck wurde ver sucht, den Dampfdruck in dem Dampfraum nach Erreichen des vollen Druckes durch Ab lassen von Dampf zu verringern und ihn an schliessend wieder zu steigern. Solche Mass nahmen zeitigen zweifellos gewisse Erfolge, sie stellen aber keine vollkommene Lösung des Problems dar.
Nach dem Verfahren gemäss der vorliegen den Erfindung zur I3ärtuug von Erzeugniissen aus grossporigen, mit Wasser angesetzten und wenigstens in den grössten Poren Gas ent haltenden Massen in einem Dampfraum mit.
100 C übersteigenden Temperaturen werden die genannten Nachteile dadurch praktisch völlig beseitigt, dass der Dampfraum nach dem Einbringen der Erzeugnisse in einem solchen Ausmass entlüftet. wird, dass der Druck im Dampfraum unter 0,9 kg/cm\-' her abgesetzt wird, worauf Dampf eingeleitet wird. Hierdurch werden die in den Poren der Masse enthaltenen nicht kond.ensierbaren Gase (Luft., Wasserstoff usw.) im wesentlichen aus der Masse entfernt.
Der überraschende Erfolg dieser Massnahme ist durch die Kurve 2 des Diagrammes nach Fig.1 aufgezeigt. Diese Kurve ist durch einen Versuch ermittelt wor den, bei dem bei sonst gleichen Bedingungen wie bei dem der Kurve 1 zugrunde liegenden Versuch der Druck im Dampfraum vor dem Einlas's'en des Dampfes auf 0,5 kg/cm2 redu ziert wurde.
Wie aus dem Diagramm ersicht lich ist, bedarf es hierbei nur einer Stunde, bis die Temperatur im Innern der Platte zu steigen beginnt, und der Temperaturanstieg im Platteninnern findet dann so schnell statt., dass die Temperatura.ngleicliung innerhalb der Zeitspanne erfolgt, die erforderlich ist, um den vollen Dampfdruck im Dampfraum zu erreichen.
Fig.2 ist ein Druckdiagramm, das den Druckverlauf im Innern der Masse im Ver hältnis zum Di uck im Dampfraum darstellt, wobei die Kurve S den Druck im Dampf raum und die Kurve M den Druckverlauf im Innern des behandelten Materials zeigt. Es ist ersichtlich, d:
a.ss der Druck im Innern der Masse praktisch dem im Dampfraum auf die Masse einwirkenden Druck folgt, d. h. un abhängig von dlem Temperaturainterschied der beiden Medien. Das bedeutet., da.ss wenn die Entfernung der nicht kondensierbaren Gase nicht oder nur unvollständig erfolgen würde, ein Luftkissen von grösserem oder kleinerem Ausmass im Innern der porösen Masse ver bleiben würde,
das durch den Druck im Dampfraum zusammengepresst und das Ein dringen des Dampfes in die Poren und damit die die Hitze erzeugende Kondensation in den selben verhindern würde.
Wie aus den obigen Ausführungen zu ent nehmen ist, hängt. das Ausmass, bis zu dem die Entfernung der nicht, kondensierbaren Gase vor der Dampfbehandlung durchgeführt wird, von den. Dimensionen des porösen Elementes ab. Wenn, z.. B. Leichtbeton in Formen von 50 cm Höhe gebildet werden soll, rnuss die Entlüftung länger erfolgen als bei Formen von nur 25 cm Höhe.
Es ist möglich, selbst die letzten Spuren von nicht kondensierbaren Gasen aus der porösen Masse zu entfernen, wenn der Druck im Dampfraum in einem solchen Ausmass ge senkt wird, dass er etwas geringer als der Wert. ist, der dem Druck des Wasserdampfes hei der Temperatur im Innern .der Masse entspricht. Das Wasser in der Masse fängt dann an zu kochen, unddurch den dann reich lich aus dem Innern der Masse:
austretenden Dampf wird erreicht, dass die nicht konden- sierbaren Gase ausgeschwemmt werden. Bei zeinentgebundenem Leichtbeton z. B. liegen die Temperaturen im Innern der Masse, wenn sie eine solche Konsistenz hat, da.ss die Dampf härtung beginnen kann, gewöhnlich etwa bei 50-60 C. Wenn mit ungelöschtem Kalk ge arbeitet wird, kann diese Temperatur noch höher, etwa. 80-90 C, sein.
Bei 50 C be trägt der Partia#ld@ruek von Wasserdampf 0,13 kg/cm2 und bei 80 C ist er 0,48 kg/em2. Diese Temperaturen sollten daher in den ent sprechenden Fällen angewendet werden, wenn die maximale Wirkung bezüglich der Ent fernung der nicht kondensierba.ren Gase er wünscht ist.
Die Kurve 3 in dem Diagramm der Fig.1 ist das Ergebnis einer Messung in einer zementgebundenen Leichtbetonplatte derselben Art, wie sie den Kurven 1 und 2 zugrunde le,t. Die Temperatur im Innern der Platte betrug bei deren Einführung in den Dampf raum 60" C, was einem Wasaserdampfdruck von 0,2 kgjcm2 entspricht.
In diesem Fall wurde der Druck vor der Dampfbehandlung auf 0,18 kg/cm2 herabgesetzt. Das Eindringen des Dampfes erfolgt dann augenblicklich, so fern die Innentemperatur der Platte nur um ein geringes Mass unter derjenigen des Dampf raumes liegt, wenn dieser unter Druck gesetzt wird'.
Naturgemäss können die Vorteile des be schriebenen Verfahrens nur dann voll erreicht werden, wenn es bei solchen Materialien an gewendet wird, welche gerade bei der Be schaffenheit, bei der sie dampfbehandelt wer den sollen, wesentliche wärmeisolierendle Ei genscha.ften zeigen, d.h. deren Poren oder wenigstens deren grösste Poren mit Luft oder einem andern Gas gefüllt. sind, wenn sie in den Dampfraum eingebracht werden.
Dies ist insbesondere bei solchem Leichtbeton der Fall, zu dessen Herstellung einer durchnässten Mi schung aus einem Bindemittel und mehr oder weniger fein verteiltem Zuschlagstoff ein schaum- oder gaserzeugendes Mittel zugesetzt wird. Solche Mittel können z. B. Metallpulver, insbesondere Aluminiumpulver, Wasserstoff- superoxyd, Karbid oder dergleichen sein.
Es ist noch darauf hinzuweisen, d:ass selbst eine sehr geringfügige Reduzierung des Druckes vor Beginn der Dampfhärtung eine beachtliche Wirkung hat. Die Kurve 4 im Diagramm der Fig.1 zeigt das Ergebnis eines den vorbeschriebenen Versuchen ähnlichen Versuches, bei dem aber der Druck nur auf 0,85 kg/cm2 herabgesetzt wurde.
Die Vorteile einer solch geringfügigen Druckminderung ergeben sich aus dem Vergleich mit der Kurve 1 ohne weiteres. Diese Behandlungsart kann vorteilhaft dann .angewendet werden, wenn Elemente einfacher Formen, insbesondere aus homogenem, nicht armiertem Material herge- stellt werden sollen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Härtung von Erzeugnissen aus grossporigen, mit Wasser angesetzten und wenigstens in den grössten Poren Gas enth%l- tend,en Massen in einem Dampfraum mit 100 C übersteigenden Temperaturen, dadurch gekennzeichnet, dass der Dampfraum nach dem Einbringen :dier Erzeugnisse in einem solchen Ausmass entlüftet wird, dass der Druck im Dampfraum unter 0,9 kg/em2 her abgesetzt wird, worauf Dampf eingeleitet wird. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die vorherige Ent lüftung des Dampfraumes in einem solchen Ausmass vorgenommen wird, dass der Druck im Dampfraum unter :denjenigen Wert her abgesetzt wird, der dem der Temperatur im Innern der Masse vor der Dampfbehandlung entsprechenden. Druck des Wasserdampfes entspricht.\3. Verfahren nach Patentanspruch für die Behandlung von Erzeugnissen aus Leicht beton, dadurch gekennzeichnet, da.ss die Er- zeugnisse in den Dampfraum eingebracht wer den, solange ihre Innentemperatur infolge der Wärmeent.wieklung beim Abbinden des Kalk enthaltenden Bindemittels gegenüber der Au ssentemperatur noch erhöht ist.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| SE326099X | 1953-07-03 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH326099A true CH326099A (de) | 1957-12-15 |
Family
ID=20307960
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH326099D CH326099A (de) | 1953-07-03 | 1954-07-03 | Verfahren zur Härtung grossporiger Erzeugnisse |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH326099A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19932403B4 (de) * | 1999-07-14 | 2008-09-18 | Arnold Boroske | Verfahren zur Autoklavenevakuierung zur Porenbetonkörper- oder Kalksandsteinherstellung, Autoklavenanlage dazu sowie Verwendung einer Injektorstrahlpumpe |
-
1954
- 1954-07-03 CH CH326099D patent/CH326099A/de unknown
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19932403B4 (de) * | 1999-07-14 | 2008-09-18 | Arnold Boroske | Verfahren zur Autoklavenevakuierung zur Porenbetonkörper- oder Kalksandsteinherstellung, Autoklavenanlage dazu sowie Verwendung einer Injektorstrahlpumpe |
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