CH326773A - Verfahren zur Reinigung von Konzentraten der Vitamine der B12-Gruppe - Google Patents

Verfahren zur Reinigung von Konzentraten der Vitamine der B12-Gruppe

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CH326773A
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Bernhauer Konrad Dr Prof
Friederich Wilhelm Dipl D Chem
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Aschaffenburger Zellstoffwerke
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Description


  



  Verfahren zur Reinigung von Konzentraten der Vitamine der B12-Gruppe
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur   Reinigemg    von Konzentraten, die die Vitamine der B12-Gruppe enthalten, mittels phenolischer Verbindungen.



   Die Vitamine der B12-Gruppe sind bekanntlich in der   Na. tuer    weit verbreitet, vor allem als Erzeugnisse   mikrobieller    Tätigkeit,   cloeh    kommen sie stets nur in au¯erordent  lich    kleinen Mengen vor. Der erste Verfah  renssehritt    zur Gewinnung der Vitamine der B12-Gruppe aus den   versehiedenen    Naturprodukten ist die Herstellung von Konzentraten. Diese Aufgabe gelingt z. B. in der Weise, dass man aus dem Ausgangsmaterial einen wässrigen Extrakt herstellt, diesen mit einem Adsorptionsmittel, wie z. B.   Aktiv-    kohle, behandelt und das Adsorbat mit wäss  rigen    Alkoholen eluiert.

   Nach dem Einengen des Eluates im Vakuum auf ein kleines Volumen erhält man ein hochaktives Konzentrat der   Vitamine der B12-Gruppe.   



   Derartige Konzentrate können nun in verschiedener Weise   auf ; earbeitet    werden, so z. B., indem man die wässrigen Lösungen des   antianämischen    Faktors mit Phenol extrahiert. Bei einem neueren Verfahren wird in der Weise vorgegangen, dass die   vitamin-Bl2-      haltige Losung bei einem. pg-Wert    von 1, 0 mit einem alkylierten Phenol, vorzugsweise o-Amyl-phenol, extrahiert wird. Ein weiteres Verfahren beruht darauf, dass ein vitamin  Bl2-haltiges wässriges Konzentra. t mit    einer Mischung von Phenol und einem apolaren Lösungsmittel, wie Chloroform, Benzol, Toluol   usw.,    , ausgesch ttelt wird.

   Schliesslich wurde an Stelle von Phenol auch Kresol, also   gleich-    falls ein alkyliertes Phenol, zur Extraktion von Vitamin B12 aus wϯrigen L¯sungen verwendet.



   Die weitere Reinigung dieser Konzentrate beruht auf   uf der Überführung    des Vitamins B12 aus der phenolhaltigen organischen Phase in die wässrige Phase. Dies geschieht   aussehliess-    lich entweder durch Zusatz grosser Mengen von Fl ssigkeiten, die als solche das Vitamin   B12    nicht lösen und zugleieh mit Wasser nicht mischbar   r sind, wie z. B.. Athyläther, Pe-    trolÏther, Chloroform, oder aber durch Entfernen des Phenols durch Wasserdampf  clestillation.   



   Die eingangs erwähnten, durch Einengung der Eluate herstellbaren, wässrigen Konzentrate können auch in der Weise aufgearbeitet werden, dass man das Vitamin B12 nach Zusatz von anorganischen Salzen, besonders von Ammonsulfat, durch Extraktion mit   Alkoho-    len gewinnt. Es ist aber auch versehiedent  lich vorgeschlagen    worden, so vorzugehen, dass man den bei der Sättigung des Konzentrates der Vitamine der B12-Gruppe mit anorganischen Salzen, wie z. B. Ammonsulfat, entstehenden, praktisch die gesamte Vitamin   Bl2-Aktivität    enthaltenden   Niedersehlag mit    oder ohne Verwendung eines Filterhilfsmittels unmittelbar abtrennt.

   In allen Fällen erhält man Anreicherungen von Vitaminen der    Bl2-Gruppe, die einer weiteren, sehr gründ-    lichen Reinigung bed rfen, die auf einer systematischen   Abtrennung von Verunreini-      gungen    beruht,   bevor-es gelingt,    die Vitamine der B12-Gruppe zur Kristallisation zu bringen.



   All. diese Verfahren sind mit Mängeln behaftet, die durch die vorliegende Erfindung Weitgehend vermindert oder umgangen bzw. beseitigt. werden können.



   Die vorliegende Erfindung basiert auf der Erkenntnis, dass gewisse Phenole mit den Vitaminen der   B12-Gruppe Komplexe    zu, bilden vermögen, deren Stabilität von der Art des Phenols und vom Milieu abhängt. Sie sind z. B. als Lösungen in Kohlenwasserstoffen stabil, dagegen unstabil in   samerstoff-    haltigen polaren Lösungsmitteln, wie z. B. in Alkoholen, Äthern, Ketonen usw.



   Bei der Verwendung eines grossen Überschusses an n Phenolen, wie dies normalerweise bei Extraktionen der Fall ist, hat man es mit   Lösungen der Bl2-Phenol-Komplexe    in der betreffenden phenolhaltigen Phase zu tun, so dass man bei solchen Operationen von "Extraktionen" spricht. Darunter soll hier stets eine          komplexbildende    Extraktion" verstanden werden.



   Wenn jedoch nur eine kleine Menge des betreffenden   Phenols einer wässrigen Lösung,    die eine oder mehrere B12-Arten enthÏlt, zugefügt wird, so dass diese Lösung an dem betreffenden Phenol nur oder noch nicht gesättigt ist, so fÏllt der   Phenol-Bj2-Komplex    in öliger Form aus und kann aus dem   wässri-    gen Medium gewonnen werden.



   Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist demnach ein Verfahren zur Reinigung von Vitaminen der   B12-Gruppe, welches    dadurch gekennzeichnet ist, da¯ man die verunreinigten Vitamine mit Phenolen behandelt,. welche befähigt sind, mit den Vitaminen Komplexe zu bilden, alsdann die Komplexe auf Grand ihrer Löslichkeitseigenschaften von den Verunreinigungen trennt und schliesslich die Vitamine aus den Komplexen wieder freisetzt.



   Die Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens kann wie folgt geschehen :    1.    a) Extraktion der Vitamine der B12  Gruppe a. us der wässrigen    Phase mit   Lösun-    gen von halogenierten Phenolen in Kohlenwasserstoffen bzw. in Schwefelkohlenstoff, oder b) Extraktion trockener, pulverformiger, die Vitamine der er B12-Gruppe enthaltender Produite mit   phenolha. ltigen Lösnngsmitteln.   



   2. Überführung von Vitaminen der   B, 2-    Gruppe aus der phenolhaltigen, organischen Phase in die wässrige Phase.



   Die Reinigung der Vitamine der   B12-      Gruppe    kann auch, insbesondere wenn diese in Form einer bereits vorgereinigten, wässrigen Lösung vorliegen, durch AusfÏllung der Vitamine der   B-Gruppe aus wässrigen Lo-    sungen durch Meine Mengen mit Vitamin   Bt2    komplexbildender   Phenole und ansehliessende    Freisetzung der   Vitamine a. us    den Phenolkomplexen erfolgen.



   Die einzelnen Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend in der gleichen Reihenfolge näher besehrieben.



   Es wurde gefunden, dass die eingangs ge  schilderten,    zur Zeit bekannten. Verfahren zur Extraktion von Vitaminen der   B, 2-    Gruppe aus wässrigen Lösungen beträchtlich verbessert werden können, wenn an Stelle von Phenol oder alkylierten Phenolen halogenierte e Phenole, gelöst in gewissen mit Wasser nicht mischbaren Solventien, wie z. B. in gewissen Kohlenwasserstoffen oder halogenierten Kohlenwasserstoffen oder Schwefelkohlenstoff, zur Extraktion der Vitamine der B12-Gruppe aus einer wässrigen Phase verwendet werden.



  Unter     glewissen Solventien   werden solehe    Flüssigkeiten verstanden, die u. a ein ge  nügendes    Lösungsvermögen für halogenierte Phenole besitzen. Die sehr beträchtliche und überraschende Überlegenheit gegenüber Phenolen und Kresolen gilt vor allem, wie aus der folgenden Ta. belle zu ersehen ist, für solche halogenierte Phenole, die das Halogen in meta-bzw. para-Stellung enthalten, wie z. B.   m-Chlor-phenol    bzw. p-Chlor-phenol.



   Tabelle 1
Phenolgehalt in Trichloräthylen, bei dem der    Verteilungskoeffizient für B12 etwa z    ist
Lfd. Nr. Phenolderivate Stellung des Halogens des Methyls in Mol/Liter Vol.-Verh. wϯ./org. Phase in % Vol.-Verh. wϯ./org. Phase
1:1 5:1 10:1 1:1 5:1 10:1
1 Phenol 0, 95 2, 05 3, 3 8, 93 19, 3 31, 0
2 o-Chlor-phenol ortho 2, 24 28, 8    3      m-Chlor-phenol    meta 0, 42 0, 6 0, 76 5, 4 7, 7 9, 8
4 p-Chlor-phenol para 0, 6 0, 8 1, 12 7, 7 10, 3 14,   4   
5 2,5-Dichlor-phenol ortho 1, 67 27, 2 meta
6 2, 6-Dichlor-phenol ortho in gesättigter Lösung keine Komplexbildung ort.

   ho mit Vitamin   Bt2   
7 2, 4-Dichlor-phenol ortho 1, 76   27,    5 para
8 2, 4, 6-Trichlor-phenol ortho in gesättigter   Lösung    keine Komplexbildung ortho mit Vitamin B12 para
9 2, 4, 6-Trichlor-phenol ortho in gesättigter Losung keine Komplexbildung ortho mit Vitamin B12 para 10   o-Kresol    ortho 1, 56 16, 8 11   m-Kresol meta    0, 94   10,      1    12 p-Kresol para 0, 86 9, 3   13    6-Chlor-3-kresol para meta 0, 64 0, 64 0, 64 9, 1 9, 1 9, 1   14    6-Chlor-2-kresol meta ortho in gesättigter   Losung    keine Komplexbildung mit Vitamin   Bt2    15   5-Clilor-2-kresol    pa.

   ra ortho 1, 02 14, 6
Aus der Tabelle 1 ist zn entnehmen, dass in   ortho-Stellung    einfach halogenierte Phenole ein sehwaches   Komplexbildungsvermo-    gen, in   ortho-Stellung    zweifach halogenierte Phenole kein   Komplexbildungsvermögen      ur    Vitamine der B12-Gruppe besitzen ; ferner, da¯ in   para-Stellung    halogenierte Phenole im allgemeinen ein   besseres Komplexbildangs-    verm¯gen f r Vitamine der B12-Gruppe ha. ben als nicht halogenierte Phenole, sowie dass ein Halogen in meta-Stellung das Kom  plexbildlmgsvermögen    f r Vitamine der B12   Gruppe ausserordentlich steigern kann.

   Halo-    genierung der Kresole erhöht im allgemeinen das   Komplexbildungsvermögen    für Vitamine der   Bl2-Gruppe beträchtlich,    vor allem unter  Berücksichtigung der molaren   Konzentra. tio-    nen ; einen Ausnahmefall bildet   6-Chlor-2-    kresol, das kein Komplexbildungsvermögen für Vitamine der B12-Gruppe besitzt.



   Die Überlegenheit von halogenierten Phenolen vor allem gegenüber Phenol zeigt sich besonders bei Extraktionen mit kleinen Volumina organischer Phase. So muss z. B. bei einer Extraktion mit   1/5    Volumen an   Extrak-    tionsmittel, z. B. mit Trichloräthylen + Phenolkörper, das letztere 19, 3% Phenol, jedoch nur 9,   1 /o 6-Chlor-3-kresol,    10,   3"/o p-Chlor-    phenol oder 7,   7"/      m-Chlor-phenol enthalten, wenn der   Verteilungskoeffizient    für die Vitamine der B12-Gruppe den Wert   1    besitzen soll.



   Eine noch grössere Überlegenheit der halo  genierten    Phenole gegenüber z. B. dem Phenol ergibt sich bei Extraktionen mit   Vio    Volumen an Extraktionsmittel. Man benötigt dann z. B. nur   14, 4 /o    an p-Chlor-phenol in Trichloräthylen gegenüber der doppelten Menge an Phenol (31,   0 /o).    Bezieht man die Verhältnisse auf molare Konzentrationen, so kommt-wie die Tabelle   1      zeigt-die Uber-    legenheit gewisser halogenierter Phenole noch deutlicher zum Ausdruck. Das rasche Ansteigen des Bedarfs an Phenol mit der Verringerung des Volumes an   Extraktionsmitteln    ist auf die verhältnismässig hohe Löslichkeit von Phenol in Wasser zurückzuführen.

   Das Phenol verteilt sich zwischen Wasser und   Phenolträger,    z. B. Trichloräthylen, und je grösser das relative Volumen der wässrigen Phase ist, desto mehr Phenol geht für die Extraktion verloren. Diese Erscheinung tritt bei halogenierten Phenolen nur in einem sehr geringen Masse auf, was auf die geringe L¯slichkeit dieser Stoffe in Wasser   zurückzu-    f hren ist. So steigt z. B. der Bedarf an 6    Chlor-3-kresol    mit Verringerung des   Vols-    mens an Extraktionsmittel praktisch gar nicht an, wie aus der Tabelle 1 zu, ersehen ist.



   Die bei diesem Extraktionsprozess (1a) anzuwendenden Konzentrationen an halogenierten Phenolen in der organischen Phase sind aus der oben angeführten Tabelle ersichtlich.



   Die Extraktion der wässrigen Phase mit den oben genannten Losungsmittelgemischen kann in Scheidetrichtern bzw. nach dem Ge  genstromprinzip    in   Scheidetrichterbatterien    oder in Solvent-Zentrifugal-Extraktoren durchgef hrt werden.



   Als Ausgangsmaterial kann jedoch auch ein Trockenprodukt verwendet werden   (lb),    das die Vitamine der B12-Gruppe enthält und das nach einer der folgenden beiden Methoden gewonnen werden kann.



   1. Eine auf ein kleines Volumen eingeengte   Losung,    die die Vitamine der B12 Gruppe enthält, wird z. B. mit Ammoniumsulfat gesättigt und zugleich mit einem höheren Alkohol, wie z. B.   n-Butanol,    Amylalkohol oder Benzylalkohol, extrahiert. Der Extrakt wird im Vakuum verdampft, zur Trockne gebracht und das   Trockenprodukt    pulverisiert.



   2. Eine gleichartige Lösung wie unter 1. wird ebenfalls mit Ammoniumsulfat gesättigt.



  Der dabei entstehende Niederschlag, der die Vitamine der   Bzz-Gruppe enthält,    wird als solcher oder nach Zusatz einer Filterhilfe, wie Kieselgur, abgetrennt und   entweder unmittel-    bar im Valiuum getrocknet oder durch Vermengen mit   ausgeglühtem    Natriumsulfat oder    Gips wd    dergleichen   entwassert und    das Trockenprodukt pulverisiert.



   Die Extraktion dieses   Trockenproduktes,    das die Vitamine   e der Bl2-Gruppe enthält,    kann wie folgt geschehen : Das nach einer der beiden geschilderten Methoden gewonnene, die Vitamine der   Blz-Gruppe enthaltende    Troekenpulver wird mit einem komplexbildenden   Lösungsmittelgemisch extra. hiert.    Dieses besteht aus Phenol bzw. einem   halogenier-    ten Phenol und einem geeigneten, mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel, das für sich allein die Vitamine der   B12-Gruppe nicht zu    lösen vermag, wie z.   B.    niedere Kohlenwasserstoffe oder niedere halogenierte Kohlenwasserstoffe oder Schwefelkohlenstoff. Derartige Lösungsmittel dienen lediglich als PhenoltrÏger und werden nachfolgend auch als solche bezeichnet.

   Bei dieser Extraktion gehen die   Vitamine der Bl2-Gruppe    als Kom plexe in   Losung,    wÏhrend die   ganz überwie-    gende Menge anorganischer Salze sowie eine beträchtliche Menge von organischen Verunreinigungen   ungelöst    zur ckbleiben.



   Es kann aber auch in der Weise   vorgegan-    gen werden, dass die Extraktion des   Trocken-    pulvers, das die Vitamine der   $12 Gruppe    enthält, durch fraktionierte   Perkolation    mit einer Reihe von   Losungsmitteln      und/oder    Lösungsmittelgemischen vorgenommen wird. Zu diesem Zweck wird das Trockengut, mit Aceton verrührt und in breiigem Zustand in den Perkolator eingef llt. Es wird zunäehst, eventuell unter Druck oder bei erhöhter Tem  peratur,    mit Aceton durchgewaschen, wobei vor allem gelbgefärbte Verunreinigungen in Lösung gehen.

   Sodann wäscht man mit einem    der er oben genannten Phenolträger, zunäehst    ohne Phenolzusätze, oder mit einem andern geeigneten Solvens, in dem die Vitamine der   Bl,    nicht loslich sind, wobei weitere Verunreinigungen gelöst werden. Die bis zu diesem Punkt anfallenden Perkolate sind praktisch frei von Vitaminen der B12-Gruppe und können daher unberiicksichtigt bleiben.



     Schliesslich perkoliert    man mit einem Gemisch eines Phenolträgers mit einem Phenol. Der Gehalt der in diesem Stadium   anzuwenden-    den Perkolierungsflüssigkeit an Phenolkörper soll mehr als   5  /ai betragen. Obgleich    z. B.



  Trichloräthylen erst. naeh Zusatz von etwa 10-15% Phenol ein ausgesprochen gutes Vermögen, die Vitamine der B12-Gruppe aus Wasser zu extrahieren, besitzt, kann man bei Verwendung eines festen   Extraktionsgutes,    bereits mit 5-10%igen Phenoll¯sungen, eine ausgezeichnete Perkolation erzielen. Bereits bei einem Gehalt von 5% an Phenol bzw. an einem halogenierten Phenol, z. B. in   Trichlor-    äthylen, zeigt sich eine schwache losende Wir  kung    auf die Vitamine der B12-Gruppe, wÏhrend es völlig unm¯glich ist, mit einem derartigen Lösungsmittelgemisch die Vitamine der   B12-Gruppe aus    einer wässrigen Lösung zu extrahieren.



   Bei dieser Ausführungsform werden einerseits durch die Vorperkolation mittels Solventien, in denen die Vitamine der B12 Gruppe nicht löslich sind,   beträchtliche Men-    gen von Verunreinigungen entfernt, anderseits bleiben bei der Hauptperkolation viele Verunreinigungen im   Perkolator    zurück. Das zur weiteren Verarbeitung kommende Per  kolat,    das die Vitamine der   B12-Gruppe ent-    hÏlt, ist tief rot gefärbt und kann mit Vorteil auf f kristallisierte Vitamine der B12-Gruppe weiterverarbeitet werden.



   Diese Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens hat den Vorteil, dass man mit verhältnismässig geringen   Losungs-      mittelmengen und    einer sehr herabgesetzten Menge an   Phenolkörper    auskommt. Dies bringt einerseits den Vorteil, dass man in kleineren   Aufbereitungsgefässen    arbeiten kann   lied    damit leistungsfähiger ist, anderseits, dass die   Aufbereitnng    erleichtert wird, da wesentlich kleinere Phenolmengen im La-ufe der weiteren Aufarbeitung zu entfernen sind.



  Selbstverständlich bedingt das Arbeiten mit geringeren Lösungsmittelmengen auch einen beträchtlichen wirtschaftlichen Erfolg.



   Die Anwendung des die Vitamine der B12 Gruppe enthaltenden Trockenpulvers als Ausgangsmaterial ermöglicht die Benützung eines   Perkolators,    was insofern vorteilhaft ist, als einerseits die Entfernung von   Vermreini-    gungen durch fraktionierte Anwendung verschiedener L¯sungsmittel leicht   möglich-ist    und anderseits die Hauptmenge von Verunreinigungen ungel¯st zurückbleibt.



     Allch    gegenüber der bereits bekannten Extraktion von   Trockenpulvern,    die die   Vitamine der B12-Gruppe enthalten,    mit andern Lösungsmitteln, wie z. B. Alkoholen, bietet die erwähnte Ausführungsform den Vorteil, dass man zu einem weitaus reineren Extrakt bzw.   Perkolat gelangt,    da die hierbei anzuwendenden Lösungsmittel, wie   Trichlor-    Ïthylen, Benzol usw., die vorhandenen Ver Unreinigungen nicht oder nur in geringerem Ma¯ zu l¯sen vermögen als z. B. Alkohole, und bedingt mithin einen beträchtlichen Fortschritt.



   Man musste, um die Vitamine der   Bic    Gruppe aus der organischen Phase zu verdrängen und in die wässrige Phase   überzu-    treiben, nach den bisherigen Verfahren stets sehr grosse Mengen von den eingangs genannten Flüssigkeiten verwenden, meist mehr als das Volumen der organischen Phase. Es wurde nun   gefimden,    dass die den bisherigen Verfahren anhaftenden MÏngel durch folgende Arbeitsweise beseitigt werden können.



  Diese beruht auf der   iiberraschenden    Beob  achtvmg,    dass die Vitamine der B12-Gruppe aus den   Phenolkomplexen durch Zusatz    sehr geringer Mengen gewisser sauerstoffhaltiger polarer Stoffe freigesetzt und aus den phenol  ha. ltigen Loswgsmitteln    bzw.   Lösungsmittel-    gemischen glatt verdrängt und in die wässrige Phase   übergeführt-werden können.   



   Dies wird durch folgende Beispiele ver  anschaulicht    :
Man geht von einem Konzentrat aus, das im Verlauf der Reinigimg der Vitamine der B12-Gruppe aus einem natiirlichen Substrat erhalten wurde. Wird dieses Konzentrat mittels Triehloräthylen   + p-Chlor-phenol extra-    hiert, so erhÏlt man z. B.   100    cm3 Extrakt, der neben verschiedenen   Vernnreinigwgen    aus 20% p-Chlor-phenol in Triehloräthylen mit 7, 5-10 mg Vitamin B12 besteht. Zu diesem Extrakt werden 50 cm3 Wasser zugesetzt.



  In dem so entstehenden Zweiphasensystem befinden sich die Vitamine der B12-Gruppe ausschliesslich in der organischen Phase, wa. hrend die wässrige Phase völlig farblos ist und praktisch keine Vitamine der B12-Gruppe enthält. Diese   Mischung wird mm    mit einem der folgenden Stoffe in den angeführten Mengen, stets bezogen auf 100 cm3 der organischen Phase, versetzt und geschüttelt :
3, 5 cm3 Athylacetat
5, 0 cm3 Äthyläther
5, 0 cm3 Dioxan
5, 0   em3      Aeeton   
6, 0   em3    Methyläthylketon
7, 5   em3 n-Butanol   
7, 5   em3    Amylalkohol
15, 0   em3    Metha. nol.



   In allen Fällen gehen die Vitamine der B12-Gruppe schlagartig und praktisch quanti  tativ    in die wässrige Phase über. Die Wirkung ist sehr instruktiv und   iiberraschend.   



  Da die   sonstigen gefärbten Vertmreiniglmgen    in der organischen Phase zu einem betrÏchtlichen Teil zurückbleiben, ist die wϯrige Lösung intensiv und rein rot gefÏrbt.



   Es versteht sich von selbst, dass die in der obigen Tabelle angeführten Zahlen nur einen Anhaltspunkt darstellen und sowohl nach oben wie auch nach unten in gewissen Grenzen iiberschritten werden können. Der Zusatz polarer sauerstoffhaltiger. Stoffe zu dem Zweiphasensystem   Wasser/Kohlenwasser-      stoff + Phenolkorper verschiebt den    Ver  teilungskoeffizienten    der Vitamine e der B12 Gruppe zugunsten des Wassers, das hei¯t dieser Zusatz vermindert die Löslichkeit der Vitamine der B12-Gruppe in der phenolhaltigen Phase.

   Je na, chdem, ob mehr oder weniger an sauerstoffhaltigem polarem Stoff zugesetzt wird, wird der   Verteilungskoeffizient mehr    oder weniger verschoben, was wieder zur Folge hat, dass man bei der anschliessenden Extraktion der Vitamine der   B12-Gruppe mit    Wasser mit mehr oder weniger häufigen Aus  schüttelungen    auskommt.



   Die   Bedeutvmg    des erfindungsgemässen Verfahrens für die Reinigung der Vitamine e der B12-Gruppe wird besonders deutlich, wenn man es mit der nach den bisherigen Verfahren anzuwendenden Arbeitsweise vergleicht. Ein   älmlieher    Effekt hinsichtlich der   Uberfühomg    der Vitamine der B12-Gruppe aus der organischen in die wϯrige Phase lässt sich nämlich nach den bereits bekannten Verfahren erst durch Zusatz des gleichen Volumes von TrichlorÏthylen, Chloroform, Tetrachlorkohlenstoff, Schwefelkohlenstoff oder eines etwas geringeren Volumes an Benzol usw. erzielen, also in obigem Beispiel erst durch Zusatz von mindestens 75 bis   100      em3      s Losungsmittel.    Der Untersehied ist mithin ausserordentlich deutlich.

   Während nÏmlich die bei den bisher   bekanntgeworde-    nen Verfahren angewendeten Lösungsmittel lediglich die Funktion haben, die phenolhaltige, organische Phase so weit zu verdünnen, dass das Phenol seine Eigenschaft ver liert, die Vitamine der B12-Gruppe in der organischen Phase zu halten, tritt bei der er  wähnten    Ausführungsform, bei der nicht die Verdiinnmg, sondern die Zusätze polarer sauerstoffhaltiger Mittel eine entscheidende Rolle spielen, ein völlig neuartiger Effekt ein, der eine sehr beträchtliche Einsparung an   Verdrängungsmitteln    bedingt.



   Zur Abgrenzung von   den bisher bekannt-    gewordenen Verfahren sei noch auf folgendes hingewiesen : Unter den in der obigen Aufstellung genannten polaren Stoffen wurde bisher lediglich Äthyläther zur   Uberführung    ; der Vitamine der B12-Gruppe in die wϯrige Phase verwendet. In diesem Falle wurde aber zum Untersehied von dem erfindungsgemässen Verfahren vor Anwendung des ¯thers der   eigent, liehe Phenolträger, nämlich    Benzol, be  seitigt. Ferner wurde    ein 10faches Volumen des   Äthers    angewendet, also im gleichen Sinne wie   bei. einem   apolaren      Medium, nämlich zum Verdünnen des Phenols, um es auf diese Weise im Hinblick   a. uf    sein Lösungsvermögen f r die Vitamine der B12 Gruppe unwirksa. zu machen.

   Diese Anwendung entspricht daher weder dem Sinne noch dem Umfang nach der erwähnten Ausfüh  rungsform,    denn diese beruht a. uf der erstmaligen Erkenntnis, da¯ die Wirkung des   Äthers,    wie auch der andern, obengenannten sauerstoffhaltigen polaren Medien, offenbar in deren Eigenschaft besteht, mit Phenolen
Solvate bzw. Komplexe zu bilden, die die Vitamine der B12-Gruppe nicht mehr zu binden vermögen.



   Die in der obigen Tabelle angeführten Mengen an polaren sauerstoffhaltigen Stoffen verursaehen in Abwesenheit von Wasser be reits die Bildung einer die Vitamine der   3t2-   
Gruppe enthaltenden Ausflockung in den    phenol-oder      phenolderivathaltigen    Solven tien. Ein geringer weiterer Zusatz an Ver   drängungsmitteln kann zur volligen Ausfäl-    lung der Vitamine der   Bi2-Gruppe führen.   



   Dies trifft z. B. für Ketone, Ester,   Ather und    dergleichen zu, also für jene polaren Stoffe, die die Vitamine der   B12-Gruppe nieht zu    losen vermögen. Alkohole verursachen in den oben angef hrten Mengen zwar auch eine Ausflockung, die aber nicht quantitativ ist. Ob durch den Zusatz eines geeigneten   sauerstoff-    haltigen polaren Stoffes zu einer die Vitamine    der B12-Gruppe enthaltenden Mischung von    Phenol oder einem Phenolderivat mit einem geeigneten Lösungsmittel eine quantitative oder nur teilweise   Ausfloekllmg    der Vitamine der B12-Gruppe stattfindet, ist an sich belanglos.

   Auf jeden Fall wird aber durch das    erfindungsgemässe Verfallren die Löslichkeit    der   Vita. mine der Bl2-Gruppe in    dem betreffenden Medium, oder anders ausgedrückt, die Stabilität der   B12-Phenol-Komplexe,    so weit herabgesetzt, dass die betreffenden Vitamine ohne weiteres mit Wasser extrahiert werden können.



   Die theoretische   Erklärung der Wirkungs-      weise der genannten sa, uerstoffhaltigen    polaren Stoffe besteht wohl darin, dass Phenole mit ihnen Solvate bzw. Komplexe zu bilden vermögen. Ein derartiges, mit gewissen-polaren Molekülen beladenes Phenol-Molekiil besitzt offenbar nicht mehr das Vermögen, als Träger f r Vitamine der B12-Gruppe zu dienen. Infolgedessen besitzen Phenol und Phenolderivate nicht mehr die Fähigkeit, polaren Medien, die nicht Lösungsmittel fiir Vitamine der B12-Gruppe sind, ein Lösungsvermögen f r diese Vitamine zu erteilen.

   Ebensowenig besitzen Phenole die Fähigkeit, in polaren   M, edien,    die Vitamine der B12-Gruppe zu lösen vermögen, die Löslichkeit f r diese zu erhöhen, falls das   Molekülverhältnis    Phenol : polares Medium kleiner ist   als 1. Polare Me-    dien, die anomal hohe Zusätze an Phenol enthalten, weisen selbstverständlich das Vermögen auf, Vitamine der B12-Gruppe zu lösen und sie aus Wasser zu extrahieren. Diese Beobachtungen stehen in guter   Übereinstim-    mung mit der Feststellung, dass z. B. sehr geringe Mengen von Methanol (z. B. 0,   5 /o)    in einer Lösung von Phenol in Chloroform das Absorptionsspektrum des Phenols be  trächtlich    verändern.

   Bereits 2, 5% Methanol in Chloroform   bewirken, dass das Absorptions-    spektrum des Phenols die gleiche Gestalt an nimmt wie in reinem Methanol. Dies spricht dafür, dass schon bei diesem geringen Metha  nolgehalt eine vollige Solvatisieruy    von Phenol stattgefunden hat.



   Alle bisher vorgeschlagenen Verfahren gebrauchen die phenblischen Substanzen im Sinne von   Losungsmitteln.    Die wässrige Phase bzw. ein trockenes Pulver, die die Vitamine der   B12-Gruppe enthalten,    werden mit Hilfe einer phenolreichen organischen Phase extrahiert, wobei diese Gemische im allgemeinen mehr als   10    an Phenolkörpern enthalten.



   Es   wurde mm gefunden, dass    sich die Vitamine der B12-Gruppe mit sehr geringen Mengen an verschiedenen phenolischen   Sub-    stanzen, welche mit   Vitaminen der B12-    Gruppe Komplexe bilden,   a. us der wässrigen    Phase ausfällen lassen. Die hierzu benötigten Konzentrationen an solchen Phenolen in der stark verdünnten   wässrigen Losung    der Vitamine der B12-Gruppe liegen meist unter der Sättigungskonzentration des betreffenden Phenols in Wasser. Nur in stark verunreinigten   wässrigen Losungen,    wie z. B. in Rohkonzentraten, sind etwas höhere Konzentrationen an Phenolkörpern zur qua. ntitativen Ausfällung der Vitamine der B12-Gruppe notwendig.



   Mit dieser Ausfällung ist eine wesentliche Reinigung der Vitamine der B12-Gruppe verbunden. Stoffe, die mit Phenolen keine Fallungen geben, werden praktisch restlos abgetrennt. Hierzu gehören vor allem die   bran-    nen Verunreinigungen, die z. B. in aus   Fanal-       sehlamm gewonnenen Extrakten vorkommen.   



   Der neuartige und völlig unerwartete Befund, dass sich die Vitamine der   B12 Gruppe    aus wälssrigen Lösungen durch Phenole, die sich ja als ausgezeichnete Lösungsmittel für diese Vitamine bewährten, gefällt werden können, erklärt sich folgenderma¯en:
Es ist bekannt, dass Phenole mit Sauer  stoffverbindungen,    wie z.   B.    mit ¯thern, Aldehyden, Ketonen, SÏuren, Estern, sowie mit Aminen und Säureamiden Komplexe bilden können, die oft schwer löslich sind (vgl.



  P.   Pfeiffer,   Organisehe Molekülverbindll. n-    gen?, Stuttgart. 1922 ; K.   Freudenberg,    Kapitel :     Komplexverbindungen   in   Stereoche-    mie?, Leipzig und Wien 1932). Bei den nach Zusatz geringer Mengen geeigneter Phenole zu wässrigen Lösungen von Vitaminen der B12-Gruppe beobachteten FÏllungen handelt es sich   vermutlich um dera. rtige Komplexe.   



  Das   Vitamin-Bl2-Molekül enthält genügend      Sauerstoff-und Stiekstoffatome,    die als Elektronendonatoren zur Ausbildung derartiger Komplexe dienen können. Die ausnahmslos in Wasser schwer löslichen   Komplexverbindun-    gen der Vitamine der   B12-Griippe    mit geeigneten Phenolkörpern   loden    sich ausgezeichnet   im Überschuss der    betreffenden   Phenolkörper.   



  Sie gehen also in die flüssige phenolreiche Phase oder in die feste   Phenolphase    über, falls ein Überschuss an Phenolkörpern angewendet wird. Wendet man den Phenolkörper nicht als solchen an, sondern als Gemisch mit einem Kohlenwasserstoff oder mit Schwefelkohlenstoff, so wandern die Vitamine der   B12-Grupp. e    als Phenolkörper-Komplexe aus der wässrigen in die organische Phase.

   Sowohl bei FÏllungen mit Phenol als auch bei Extraktionen mit Phenolgemischen aus wϯrigen Lösungen hat man es also nicht mit den freien Vitaminen der B12-Gruppe zu, tun, sondern mit ihren   Komplexverbindungen    mit Phenolen, die sehr gut in den entsprechenden Phenolen, in der phenolreichen Phase des Phenol-Wasser-Gemisches sowie in Phenol  korper-Kohlenwasserstoff-Gemischen und    in Phenolk¯rper-Schwefelkohlenstoff-Gemischen, nicht jedoch in Wasser bzw. in der phenolarmen Phenolkörper-Wasser-Phase l¯slich sind.



   Für die Bildung der Komplexe von Phenolen mit Vitaminen der B12-Gruppe gelten folgende Gesetzmässigkeiten, die sich aus den Werten der untenstehenden   Tabelle 2 nnter      Mitberücksichtigung    der bereits früher gemaehten Angaben ergeben   :   
1. Die Komplexbildung findet unter Bedingungen statt, die eine Reaktion zwischen den beiden   Partnern ermöglichen, also    z. B. in wässriger Lösung cler beiden Bestandteile,   ) der    zwischen den in L¯sung befindlichen Vitaminen der   B12-Gruppe und dem    in geschmolzenem oder festem Zustand oder als L¯sun vorliegenden Phenol bzw. zwischen Vitaminen der B12-Gruppe in festem Zustand und geschmolzenem oder gelöstem Phenolk¯rper.

   Fiir praktische Zwecke ist es wichtig, da¯ die Komplexbildung bevorzugt dann stattfindet, wenn das betreffende Phenol im eschmolzenen Zustand vorliegt. Feste Phe  nole reagieren demgemäss    im allgemeinen bevorzugt bei Temperaturen, die um den Schmelzpunkt oder h¯her liegen. Manche Phenole bilden jedoch auch in festem Zustand Komplexe. Die nachfolgend angeführten Be  obaehtungen    stützen sich auf die Reaktion von Phenolen mit wässrigen   Losungen    von Vitaminen der B12-Gruppe bei   gewohnlicher    oder erh¯hter Temperatur.

   F r praktische Zwecke ist sehr   wichtig, dass die Komplex-    bildung praktisch quantitativ und in geringsten Konzentrationen der Vitamine der   B-Gruppe erfolgt, und dass auf diese    Weise eine   Isolier mg    von Vitaminen der B12 Gruppe aus schr verd nnten L¯sungen m¯g  lich    ist.



   2. F r das Zustandekommen der Komplexbildung muss der Phenolkörper eine freie Hy  droxylgruppe besitzen. Verätherte    oder veresterte Phenole sind daher ungeeignet.



   3. Phenolkörper mit mehr als einer Hy  Iroxylgruppe,    wie   l) i-oder Tri-llydro. xy-    benzole, sind zur Komplexbildung nicht be  fähigt.   



   4. Phenolkörper mit sauerstoffhaltigen Substituenten, wie Nitro-, Carbinol- und Car  bonylgruppen    usw., ferner auch solehe mit   Aminogrvppen    besitzen kein bzw. nur ein   iusserst    schwaches Vermögen zur   Komplex-    bildung mit Vitaminen der B12-Gruppe,    5.    AuBer dem Phenol selbst sind auch zahlreiche Derivate des Monohydroxybenzols sowie. auch die Naphthole zur   Komplexbil-    dung befähigt.

   Diese Fähigkeit wird durch die Art und Position bestimmter   Substituen-    ten in gesetzmässiger Weise in positivem oder negativem Sinn beeinflusst, also verstärkt oder abgeschwächt, und in manchen Fällen a. ueh völlig beseitigt, wie die folgenden Ausführungen zeigen : a) Nicht sauerstoffhaltige, negativ geladene Substituenten, wie Halogene, verstärken grundsÏtzlich die BindungsfÏhigkeit des Phenols, wenn sie meta-oder paraständig sind.

   Die   meta-Stellung    verstärkt die Bindungsfähigkeit mehr als die   para-Stellung.    b) Substituenten, wie Alkylgruppen, be  einflussen    das Bindungsvermögen praktisch nicht, wenn sie meta-oder   pa. raständig    sind. c) Alle Substituenten in der   ortho-Stel-    lung schwächen die Komplexbildungsfähigkeit der Phenole ab, d) Bei mehr als einem Substituenten wirkt sich deren Art und Position noch stÏrker aus. WÏhrend die Besetzung der metaund   para-Stellung auch durch mehrere    negativ geladene Reste im allgemeinen   verstä. r-    kend wirkt, hat die Besetzung der beiden   ortho-Stellungen    einen durchaus ungünstigen Einfluss auf das   Komplexbildungsvermögen.   



  So bi-lden   Phenolkörper,    bei denen die beiden   ortho-Stellungen    durch Alkyle oder Halogene substituiert sind, in der KÏlte keine Kom  plexe    mit den Vitaminen der B12-Gruppe (in wϯriger   Losung).    Dabei ist aber die molekulare Grösse des Substituenten von Einfluss, denn zweifach mit Chlor in   ortho-Stellung    substituierte Phenole bilden im geschmolzenen Zustand, also in der Hitze, noch einen Komplex beim Schütteln mit der wässrigen L¯sung von Vitamin B12, nicht aber die analogen   Dibromverbindungen.   



   Zur Erklärung dieser Beobachtungen und    Gesetzmässigkeiten mögen folgende Ausfüh-    rungen dienen :
Die   Tatsache.,'dassortho-substituierte    Phenole zur Komplexbildung weniger befÏhigt sind als   ortho-unsubstitmierte,    lässt sich nur durch den Begriff der   sterisehen    Hinderung erklären. Je grösser die ortho-ständigen Substituenten sind, um so reaktionsträger wird das   Phenolhydroxyl.    Das grössere Bromatom vermindert die Reaktionsfähigkeit des Phe  no. lhydroxyls stärker als    das Chloratom. Demzufolge ist 2, 4, 6-Tribrom-phenol nicht mehr in der Lage - und zwar auch nicht in geschmolzenem Zustand-die Vitamine der   B12-Gruppe zu    binden.

   Das in gleicher Weise chlorierte Phenol besitzt aber in geschmolzenem Zustand noch die Fähigkeit zur Komplexbildung.   Diese Beobachtungen korrespon-    dieren mit Befunden, die in völlig ander. em Zusammenhang gemacht wurden. So gibt z. B.   2,      6-Di-tertiär-butyl-4-methyl-phenol    mit den meisten Phenolreagenzien nicht mehr die typischen   Phenolreaktionen.    Die Reaktionsträgheit dieser Verbindung ist auf die sterische Hinderung des   Phenolhydroxyls    durch die in ortho-Stellung befindlichen beiden tertiÏren   Butylgruppen      zurückzuführen (vgl.    hierzu N. C. K.   Jones    et   al.,    Ind. Eng. Chem.



  44, [1952], 2721).



   Zur praktischen Durchführung der Fäl  lung    der   Vitamine der Bt2-Gruppe    wird die entsprechende Menge an Phenolk¯rpern in die   wässrige Losung    dieser Vitamine eingerührt und das Rühren eine Zeitlang fortgesetzt. Bei festen Phenolen ist meist eine Erwärmung des Gemisches auf eine Temperatur, bei der das Phenol geschmolzen ist, notwendig. Je nach der   Lösliehkeit    des betreffenden Phenols in Wasser bildet sich entweder sofort oder erst nach mehreren Stunden eine Trübung.



  Nach kurzem Stehen setzen sich die   Komplex-    verbindungen der Vitamine der B12-Gruppe als rote ölige oder feste Niederschläge am Boden ab, die anschliessend abgetrennt werden können.



   Zu. r Erleichterung der Abtrennmg dieser Niederschläge von der wässrigen Flüssigkeit wird zweckmässigerweise ein poröser Träger, wie z. B. Kieselgur oder Zellstoffpulver, mit eingerührt, der den Niedersehlag einschliesst und eine rasche Klärung der Flüssigkeit bewirkt.



   Der kombinierte Effekt, der durch   gleich-      zeitige    Verwendung von   Phenolkörpern    und porösem TrÏger erzielt   wird, erweekt den    Anschein. einer Adsorption der Vitamine der   B-GruppeandiesenTräger,    der nach der Fällung   gleichmässig rot gefa. rbt    ist. Es wurde aber bewiesen, dass es sich hierbei nicht um eine Adsorption handelt, denn in   gleich-    artigen Versuchen, die ohne TrÏger bzw. mit enorm hohen Dosen an Träger durchgeführt wurden, konnte praktisch der gleiche Fäl  lungseffekt erzielt    werden, wie aus der Tabelle 2 zu ersehen ist.



   Tabelle 2    Fällung    von Vita. minen der B12-Gruppe aus der wässrigen Lösung mit Phenol unter Verwendung einer gereinigten,   a. us Fanl-    schlamm gewonnenen Vitamin-B12-L¯sung.



  Temperatur etwa   20 ,    pH 4, 5. Die Zahlen der Tabelle stellen den Vitamin-B, 2-Gehalt der wässrigen Lösungen dar, gemessen mittels des Spektrophotometers von   Beckman,    in Gamma pro cm3, nach der Fällung und Filtration.



     Fällungen    mit bzw. ohne Verwendung von Kieselgur mit steigenden Mengen an Phenol.



   % % Phenol Kieselgur o 2 4 5 6 7 8
0 23, 6 23, 8 23, 6 22, 9 16, 7 6, 1 1, 3
1 23, 7   23,    6 23, 8 21, 9 16, 6 4, 6
2 24, 0   23,    7 23, 4 23, 4 16, 5 5, 2
3 23, 4 23, 8 24, 0 22, 8 16, 4 8, 0
4 23, 8 23, 6 23, 5 22, 9 16,   4 6, 1-   
Kieselgur (bzw.   Zellstoffpulver)    spielt hier also   praktiseh    nur die Rolle einer Filterhilfe. Es reicht in den meisten Fällen ein   tu-    satz von   0,    5 bis   2 /an    Filterhilfe aus.



   Die Tabelle 3 enthält Daten, die die   Fäll-    barkeit der Vitamine der   B12-Gruppe durch    verschiedene Phenole nÏher illustrieren. Diese Ta. belle zeigt, daB diesbezüglich zwischen den einzelnen Phenolen grössere Unterschiede bestehen, die mit den Beobachtungen   korrespon-      dieren, die    an Gemischen der gleichen Phenole mit Kohlenwasserstoffen gemacht wurden und in den vorstehenden Ausführungen enthalten sind. 



  Tabelle 3
Fällbarkeit der Vitamine der B12-Gruppe aus wässrigen Lösungen durch verschiedene Phenole unter Verwendung einer gereinigten   Vita. min-Bl2-Lösung    aus Fa. ulschlamm mit einem Gehalt von 30 Gamma Vitamin B12 je   cm3    unter Zusatz von   1 /o    Kieselgur als Filterhilfe.



      % Gehalt an Phenolkörper in der Nr.Phenolk¯rper
L¯sung, notwendig zur vollstÏndi gen FÏllung von B12 (A) in der KÏlte in der Hitze (geschmolzen) L¯slichkeit des Phenolk¯rpers in Wasser(B) C=100 A B       1    Phenol 8 8, 2 97, 5 o-Chlor-phenol 2,   2 2,    8 78, 5    2a    o-Brom-phenol 2, 2 sehr wenig loslich    3 m-Chlor-phenol    1, 6 2, 6 61, 5    4    p-Chlor-phenol 2, 0 2, 7 74, 0    a p-Brom-phenol    1, 7 1, 42 120, 0    5    2, 5-Dichlor-phenol etwa 1,   0    weniger aIs 1, 0 weniger loslich
6 2,6-Dichlor-phenol keine FÏllung mehr als 1, 0
7 2, 4-Dichlor-phenol Fällungweniger als 1, 0 0, 45
8 2, 4, 6-Trichlor-phenol keine   Fällmg etwa 2,    5 0, 08
9 2,4,

   6-Tribrom-phenol keine Fällungkeine Fallung 10 o-Kr. esol 2,   6   2, 6 100 11 m-Kresol 2, 4 2, 42 99, 2 12 p-Kresol 2,0 2, 29 87, 3 13 6-Chlor-3-kresol 1, 0 weniger als 1, 0 unlöslich 14 6-Chlor-2-kresol keine FÏllung weniger als 1, 0 15 4-Chlor-2-kresol Fällung 165-Chlor-2-kresol Fällungweniger als 1, 0 17 2, 5-Dimethyl-1-oxybenzol keine Fällungmehr als 1, 0   18 3, 5-Dimethyl-1-oxybenzol    keine   FRIlung mehr als 1,    0 19 3,4-Dimethyl-1-oxybenzol keine   Fällung mehralsl,    0   20 p-tertiär-Amylphenol    keine   Fällungweit mehr als    1, 0 21 p-Oxy-diphenyl keine   Fällungweit mehr    als 1, 0 22 o-Oxy-diphenyl keine FÏllung weit mehr als 1, keine   23 Thymol keine Fällung praktischkeinePä,

   llung      24    Carvaerol Fällung Fällung   25      α-Naphthol    keine FÏllung etwa 2 sehr wenig l¯slich 26 ¯-Naphthol keine FÏllung mehr als 2 0, 075 
Die Tatsache, da. zur vollständigen Aasfällung der Vitamine der   B-Gruppeunter-      schiedliche    Mengen der verschiedenen Phenolkörper notwendig sind, ist teils durch die e oben angeführten Gesetzmässigkeiten zu erklÏren, teils dadurch, dass die einzelnen Phe  nolkörper verschiedene Lösliehkeit    in Wasser besitzen. Im allgemeinen ist der Bedarf an Phenolen, die in Wasser schwerer l¯slich sind, geringer.

   Es findet nämlich zwischen Wasser und den Vitaminen der B12-Gruppe ein Wettbewerb um den Phenolkörper statt, wobei sich ein Gleichgewiclit einstellt, das die Verteilung des Phenolkörpers zwischen dem Vitamin der Gruppe und Wasser bestimmt und dessen Lage von der Fähigkeit des Phenols, die beiden   Wettbewerber    zu binden, abhÏngt.



   Der Faktor B der Tabelle 3 charakteri  siert Tingefähr    das Vermögen des   Phenolkör-    pers zur Bindung von Wasser. Der Faktor C sagt gewisserma¯en aus, ob der betreffende Phenolkörper die Vitamine der B12-Gruppe   besser-oder schlechter    bindet, verglichen mit    dem Wasserbindungsvermögen. J. e niedriger    der Faktor C ist, um so. fester-verglichen mit   Wasser-werden    die Vitamine der B12 Gruppe durch den Phenolkörper gebunden.



   Die obigen Ausführungen gelten auch für wässrige Lösungen von kristallisierten Vitaminen   der Bl2-Gruppe und nicht nur für    die oben   erwähnten Vitamin-Bl2-Konzentrate.   



  Stark verunreinigte Rohextrakte ben¯tigen zur vollständigen AusfÏllung von Vitaminen der B12-Gruppe etwas mehr   Phenolkörper,    manchmal sogar die doppelte Menge, verglichen mit den Zahlen der Tabelle 3.



   Die Ausfällung der Vitamine der   B12    Gruppe mit Phenolkörpern kann im   pH-Be-    reich 1, 0 bis 8, 5 durchgeführt werden. Bei   pH-Werten über    8, 5 ist die   Fällbarkeit    herabgesetzt. Die Absetzbarkeit des Niederschlages und die   Klärbarkeit    der Flüssigkeit, vor allem nach Zusatz von Kieselgur oder   Zellstoff-    pulver, steigt mit sinkenden pH-Werten.



   Die Abtrennung des die Vitamine der   B, 2-    Gruppe enthaltenden Niederschlages   kawi    entweder durch Filtration oder mit Hilfe einer Zentrifuge erfolgen.



   Die Wiedergewinnmg der Vitamine der B12-Gruppe aus dem abgetrennten und z. B.



  Kieselgur-oder   Zellstoffpulver    oder eine andere Filterhilfe enthaltenden Niederschlag kann auf folgenden Wegen gesehehen : a) Der Niedersehlag kann auch in   feuch-    tem Zustand mit einem Kohlenwasserstoff bzw. Schwefelkohlenstoff, dem man zusÏtzliche Mengen an   Phenolkörpern beimischt,    extrahiert werden, wobei die Vitamine der B12-Gruppe in das Gemisch a. us Phenolkor   per + Kohlenwasserstoff bzw. Schwefel-    kohlenstoff übergehen. In diesem Fall bleibt der Komplex zunächst erhalten.    b)    Der Niedersehlag kann mit. einem wasserlöslichen, jedoch die   Vitamine der B12-    Gruppe nicht lösenden Solvens, wie z. B. mit einem niederen Keton, verrührt, anschliessend abgesaugt, und getrocknet werden.

   Bei dieser Prozedur wird der Komplex zerlegt und die Phenolkomponente beseitigt. Nach dem Vermischen des so erhaltenen Pulvers z.   B.    mit Wasser gehen die Vitamine der   B12 Gmppe    sofort in Lösung  ber. c) Der Niedersehlag kann mit einem Alkohol verrührt und abgesaugt werden. Im Filtrat   erseheinen    die Vitamine der   B-    Gruppe neben dem   Phenolkörper.    In diesem Fall wird der Komplex   gleiehfalls zerlegt.   



   In   jedem der unter a)    bis c)   beschriebe-    nen   Arbeitsgange    findet eine weitere Reinigung der Vitamine der B12-Gruppe statt, bestehend in einer   Beseitigung    von Proteinen, Farbstoffen usw.



   Die folgenden Ausf hrungsbeispiele zu den zuvor beschriebenen Massnahmen zur Rei  nigung    von Konzentraten der Vitamine der B12-Gruppe sollen die Durchführung des neuen erfindungsgemϯen Verfahrens und dessen Niitzlichkeit erlÏutern.



   Beispiel 1    100    em3 eines rotbraun gefÏrbten Vitamin  B12-Konzentrates,    das aus Faulschlamm ge wonnen wurde und nach dem   mikrobiologi-    sehen Test mit der E. coli-Mutante 113-3 30 Gamma. Vitamin   B12    je cm3, also insgesamt   3 mg, enthält,    wird auf pH 7, 0 gebracht und mit   20 lmd sodann    zweimal je 10   em3    einer 20%igen L¯sung von p-Chlor-phenol in Tri  ehlorathylen extrahiert. Die    dunkelroten Ex  traktewerden    vereinigt und einmal mit 10 em3 einer 5%igen Natriumbicarbonatl¯sung und anschliessend noch dreimal mit je 10 cm3 Wasser gewaschen.

   Der nun anfallende e Extrakt von 40   em3    enthält 2, 9 mg Vitamine der B12-Gruppe neben versehiedenen   Verunreinigungen. Die in    diesem Extrakt enthaltene   Trockensubstanz enthält etwa. l".    an Vitaminen der B12-Gruppe. Diese Losung wird mit 2 cm3 n-Butanol versetzt und viermal mit je 10   cm3'Wasser ausgeschüttelt.    Die vereinigten, intensiv rot   gefärbten wässrigen Ex-      trakte werden zweimal mit je 10 em3    n-Bu  tanol vnd dreimal    mit je 15 cm3 Äthyläther gewaschen. Man n erhält eine rein rot gefärbte wässrige Lösung, die 2, 8 mg Vitamine der B12-Gruppe enthÏlt. In der in dieser Lösung befindliehen Trockensubstanz wurden die Vitamine der B12-Gruppe auf etwa 6"/o angereichert.



      Beispiet 2   
100   em3    des gleichen   Faulschla. mmkonzen-    trates wie im Beispiel 1 werden auf PH 7, 0 gebracht und viermal mit 10 cm3 einer 15%igen L¯sung von m-Chlor-phenol in o-Diehlor-benzol extrahiert. Die vereinten   Ex-    trakte werden zweimal mit je 5 cm3 einer 5%igen Natriumbicarbonatl¯sung und anschliessend dreimal mit je 5 em3 Wasser gewaschen. Der so erhältliche Extrakt von 40   em3    wird nun mit 2   em3    sec. Butanol versetzt und ebenso behandelt, wie im Beispiel 1   besehrieben.   



   Beispiel 3    100    cm3 des gleichen Faulschla. mmkonzen  trates wie    im Beispiel 1 werden auf pli 6, 5 eingestellt und viermal mit je 10   em3 einer    15%igen L¯sung von   6-Chlor-3-kresol    in Tetrachlorkohlenstoff extrahiert. Die vereinten Extrakte werden zweimal mit je 5   em3    einer 5%igen Natriumbicarbonatl¯sung und anschliessend zweimal mit je 5 em3 Wasser gewaschen. In dieser Weise erhält man einen Extrakt, der mit 2, 5 cm3 Isopropanol versetzt und ebenso weiter beha. ndelt wird, wie im Beispiel   1    beschrieben.



   Beispiel 4
136   em3 eines wässrigen Vitamin-B. 12-      Konzentra. tes,    das   aus Faulsehlamm gewon-    nen   wurde und 40 Gamma.    Vitamin B12 je cm3 enthält, wird auf pH 7, 0 gebracht und mit 1, 4 g Kieselgur und 78 g   Ammoniumsul-    fat versetzt. Nach dem L¯sen des Ammoniumsulfats fÏllt ein   rotlicher,    flockiger Niederschlag aus, der abgesaugt wird. Der feuchte, rot gefärbte   Filterrüekstand    (etwa 8, 2 g) wird durch   Verreiben    mit 7, 6 g wasserfreiem Natriumsulfat in ein trockenes Pulver übergeführt. Das so erhaltene   Trockenprodukt    wird ansehliessend im Morse fein pulveri  siert    und mit 25 cm3 TrichlorÏthylen vermischt.

   Der so erhaltene Brei gelangt nun in einen   Perkolator.    Sobald der Fliissigkeitsspiegel fast das obere Niveau erreicht hat, wird. ein Gemisch von Triehloräthylen mit   5  /o    p-Chlor-phenol eingefüllt. Dieses   Ge-    misch extrahiert nur unbedeutende Mengen an Vitaminen der B12-Gruppe sowie gelbe    Fa. rbstoffe. Erst nach Erhöhung der p-Chlor-    phenolkonzentration im Trichloräthylen auf 10% werden etwa 35 cm3   eines dunkelrot ge-      färbten      Perkolats    erha. lten.

   Die weitere Perkolation mit dem gleichen Losungsmittelgemisch liefert einen nur schwach   gelblieh    gefärbten   Durehlauf Die Säule    ist nach der Perkolation braun gefärbt und enthält die Hauptmenge an Verunreinigungen. Das die Vitamine der   B12-Gruppe enthaltende Perkolat von    35   cm3    wird mit 2   em3    Aceton versetzt und wie im Beispiel 1 weiterbehandelt.



   Beispiel 5
50 em3 eines aus Faulschlamm gewonnenen Konzentrates der Vitamine der   B12-    Gruppe mit einem   Vitamin-B12-Gehalt    von 40 Gamma je cm3 werden mit 29 g Ammo niumsulfat versetzt und   anschlieRend    viermal mit je 10 cm3   n-Butanol    extrahiert. Der Butanolextra. kt wird im   Vacuum    bei 30 bis   40     bis zur Trockne verdampft. Der anfallende Rüekstand wird mit 5 cm3 einer Mischung von   1 g Phenol lund    4 cm3 Trichloräthylen extrahiert, der Extrakt anschliessend viermal mit je   1      em. 3 Wasser gewaschen.    Der so gereinigte Extrakt wird mit 0, 3 cm3 Dioxan versetzt und wie im Beispiel 1   weiterbehan-    delt.



   Beispiel 6
50 cm3 des gleichen   Vitamin-Bl2-Konzen-    trates wie im Beispiel 5 werden unter Rühren mit 29 g Ammoniumsulfat und 0, 5 g Kieselgur versetzt. Der ausgeflockte rote Niederschlag wird abgesaugt. Dieses Feuchtprodukt von 3, 0 g wird mit   2,    8 g wasserfreiem Natrumsulfat vermischt und zu einem Pulver verrieben. Das auf diese Weise in ein trockenes Pulver übergeführte Konzentrat der Vitamine der B12-Gruppe wird anschliessend mit etwas Aceton verrührt und in einen kleinen Perkolator eingefüllt. Nach Durchlaufen des Acetons wird mit 5 cm3   3 Triehlorathylen    nachgewasehen und dann mit 15 cm3   Triehloräthylen    mit einem Phenolgehalt von   15 /a perlioliert.   



  Das   zurückbleibende Perkolatorgut    ist nun   braun gefärbt, und    die gesamte Vitamin-B12 Aktivität befindet sich im rot gefärbten Per  kolat.    Dieses wird mit 0, 8 cm3    Äthylaeetat    versetzt und wie im Beispiel   1    weiterbehandelt.



   Beispiel 7
In der gleichen Weise, wie im Beispiel   I    beschrieben, werden 35 cm3 eines Extraktes hergestellt, der aus einem Gemisch von   10 /o    p-Chlor-phenol in   Triehloräthylen    besteht und einen Gehalt von 5, 2 mg Vitamine der B12-Gruppe besitzt. Dieser Extrakt wird mit 3, 5   em3    Methyläthylketon versetzt, wobei ein    karminroter flockiger Niederschlag ausfällt.   



  Dieser wird abgetrennt, mit etwas Trichlor  athylen gewaschen    und anschliessend in 5 em3 Wasser gelöst. Die anfallende Lösung kann mit Vorteil zur weiteren Reinigung und   Kri-      stallisation    der Vitamine der   B12-Gripp, e be-    nutzt werden.



   Beispiel 8
Zu. 500   cm3    einer weitgehend gereinigten wässrigen Lösung von PH 3, 5, enthaltend 25 Gamma je   em3    an Vitaminen der B12 Gruppe, werden 11 g p-Chlor-phenol und   5    g Kieselgur zugefügt. Nach 10 Minuten langein Schütteln wird der rote, flockige, leicht absetzbare Niedersehlag mit Hilfe einer Glassinternutsche G3 abfiltriert, anschliessend mit 20 cm3 Aceton verrührt, abfiltriert, mit etwas Aceton nachgewaschen und im Va  kuumexsikkator    von Aceton befreit. Der rot gefärbte, pulverförmige   Niedersehlag    wird mit 20 cm3 Wasser verrührt und abgesaugt.



  Der Filterrüekstand wird mit wenig Wasser nachgewaschen. Die Vitamine der B12-Gruppe befinden sich nun quantitativ im   Filtrat, wo-    bei eine Konzentrierung der Vitamine der B12-Gruppe in der wässrigen Lösung auf das etwa 20fache sowie eine wesentliche Reini   gung-auf einem schnellen und schonenden    Weg stattgefunden hat.



   Beispiel 9
Zu 200 cm3 einer weitgehend gereinigten wässrigen Lösung von PH 3, 5, enthaltend 40 Gamma je cm3 an Vitaminen der B12g Gruppe, werden 16 g Phenol und 2 g Kieselgur zugesetzt. Nach kurzem Schütteln wird der flockige rote Niedersehlag abfiltriert, mit 8%iger wϯriger Phenoll¯sung gewaschen, anschliessend mehrmals mit je 10 cm einer Mischung von 20 Teilen phenol und 80 Teilen Trichloräthylen verrührt und jeweils abfiltriert. Der rotgefä. rbte Phenol-Triehlo. räthy  len-Extrakt enthält mlr    die Vitamine der B12 Gruppe in   praktisch quantitativer Ausbeute    in wesentlich   gereinigtem Zustand angerei-    chert und wird wie im Beispiel   1    weiterbehandelt.



   Beispiel   1J       4,    5 cm3 eines aus   Faulsehlamm gewonne-    nen Eluatkonzentrates vom   pl,    3, 5, das 70 Gamma pro em3 an Vitaminen der B12 Gruppe neben mancherlei Verunreinigungen enthält, werden mit 0, 18 g p-Chlor-phenol und 0, 18 g   Kieselgar    10 Minuten la. ng, gesch ttelt, anschliessend wird der   ausgeXal-    lene Niederschlag abfiltriert und mit 5 cm3 Aceton verrührt. Nach dem   Absaugen, Nach-      tvaseheil    mit   Aceton wd Trocknen    im Va  kuum    wird das rot gefärbte Pulver mit   1,    0 cm3 Wasser verrührt, abfiltriert und mit wenig Wasser nachgewaschen.

   Die Vitamine der B12-Gruppe finden sich nun im wässrigen Filtrat in weitgehend gereinigter Form in praktisch quantitativer Ausbeute.



   Zu, r Abgrenzung des   Anmeldegegenstan-    les zum Stand der Technik wurden im Zeitpunkt der Anmeldung bereits folgende Veriffentlichungen in Betracht gezogen :
1. Amerikanische Patentschrift Nr. 2582589 ;
2. Amerikanische Patentschrift Nr. 2594314 ;
3. Amerikanische Patentschrift Nr. 2609325  (bzw. deutsche Patentschrift Nr. 940850) ;
4. Amerikanische Patentschrift Nr. 2613171 ;
5. Deutsche Patentschrift Nr. 675415 ;
6. Deutsche Patentschrift Nr. 681269 ;
7. Deutsche Patentschrift Nr. 696390 ;    8.    Deutsehe Patentschrift Nr. 842527 ;
9. Deutsche Patentschrift Nr, 859352 ;   L0.    Bioehem.   J.    41 (1948),   Proe.    VIII ;
Smith et al. ;   11. T. Pharm. Pharmacol 1    (1949) 60 ;
Ellis et al.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Reinigung von Vitaminen der B-Gruppe, dadurch gekennzeichnet, dass man die verunreinigten Vitamine mit Phenolen behandelt, welche befähigt sind, mit len Vitaminen Komplexe zu bilden, alsdann lie Komplexe auf Grund ihrer Lösliehkeits- aigenschaften von den Verunreinigungen trennt und schliesslich die Vitamine aus den Komplexen wieder freisetzt.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dalurch gekennzeichnet, dass ein wässriges Kon- zentrat der Vitamine der B12-Gruppe mit einer L¯sung eines halogenierten Phenols in einem Kohlenwasserstoff behandelt wird und lie gebildeten Phenol-Komplexe der Vitamine ler B12-Gruppe abgetrennt yverden.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein wässriges Kon- zentrat der Vitamine der B12-Gruppe mit einer Losung eines halogenierten Phenols in einem halogenierten Kohlenwasserstoff be- handelt wird und die gebildeten Phenol Komplexe der Vitamine der B12-Gruppe abgetrennt werden.
    3. Verfahren naeh Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass halogenierte Phenole verwendet werden, die das Halogen in para-Stellung zur Hydroxylgruppe enthalten.
    4. Verfahren nach den Unteransprüchen 1 und 3.
    5. Verfahren nach den Unteranspriiehen 2 und 3.
    6. Verfahren nach Patentanspruch, da du. reh gekennzeiehnet, dass ein pulverförmiges trockenes Konzentrat der Vitamine der B12- Gruppe mit einer Loslmg eines Phenols in einem Kohlenwasserstoff behandelt wird und die gebildeten Phenol-Komplexe der Vitamine der B12-Gruppe abgetrennt werden.
    7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, da¯ ein pulverf¯rmiges trockenes Konzentrat der Vitamine der B12-Gruppe mit einer Lösung eines Phenols in einem halogenierten Kohlenwasserstoff behandelt wird und die gebildeten Phenol Komplexe der Vitamine der B12-Gruppa abgetrennt werden.
    8. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Phenol-Komplexe der Vitamine der B12-Gruppe in einem Gemisch aus einem Phenol und einem Kohlen- wasserstoff mit einer kleinen Menge eines sauerstoffhaltigen polaren Stoffes versetzt werden, wodurch die Komplexe zerlegt wer den und dadurch die Löslichkeit der Vitamine der B12-Gruppe in diesem Medium mindestens teilweise aufgehoben wird.
    9. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Phenol-Komplexe der Vitamine der B12-Gruppe in einem Gemisch aus einem Phenol und einem halogenierten Kohlenwasserstoff mit einer kleinen Menge eines sauerstoffhaltigen polaren Stoffes versetzt werden, wodurch die Komplexe zer legt werden und dadurch die-L¯slichkeit der Vitamine der B12-Gruppe in diesem Medium mindestens teilweise aufgehoben wird.
    10. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass nach Zusatz von sauerstoffhaltigen pola. ren Stoffen die Vitamine der Bl2-G#ruppe mittels Wasser aus der organischen Phase extrahiert werden.
    11. Verfahren nach den Unteranspr chen 8 und 10.
    12. Verfahren nach den Unteransprüchen 9 und 10.
    13. Verfahren nach Patentanspruch, da- durch gekennzeichnet, dass ein wässriges Kon- zentrat der Vitamine der B12-Gruppe mit einer kleinen Menge eines solchen Phenols behandelt wird, bei welchem die Vitamine der B12-Gruppe an das betreffende Phenol gebunden und als ein schwer loslicher Kom plex ausgefällt werden.
    14.. Verfahren nach Untera. nspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass ein Phenol verwendet wird, das am B : ern mindestens eine Alkylgruppe enthält.
    15. Verfahren nach Unteranspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass ein Phenol verwendet wird, das am Kern mindestens ein Halogen enthält.
    16. Verfahren nach Unteranspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtrennvng des die Vitamine der B12-Gruppe entha. lten- den Niedersehlages du. reh Filtration erfolgt.
    17. Verfahren nach Unteransprueh 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtrennung des die Vitamine der B12-Gruppe enthaltenden Niedersehlages mit Hilfe einer Zentrifuge erfolgt.
    18. Verfahren nach Unteranspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass zwecks besserer Abtrennung des. die Vitamine der B12-Gruppe enthaltenden Niederschlages als Filterhilfe Kieselgur verwendet wird.
    19. Verfahren nach Unteranspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der die Vitamine der B12-Gruppe enthaltende Niederschlag mit einem mit Wasser mischbaren, die Vitamine der B-Gruppe nicht losenden Solvens, gewaschen und zwecks Beseitigung des L¯ sungsmittels getrocknet wird.
    20. Verfahren nach Unteransprueh 19, dadurch gekennzeichnet, dass als Solvens ein niederes Keton verwendet wird.
    21. Verfahren nach Unteransprilch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Niedersehlag zweelks Befreiung der Vitamine der B12 Gruppe von der Bindung a. n das Phenol mit einem Alkohol behandelt wird.
CH326773D 1952-12-17 1953-12-12 Verfahren zur Reinigung von Konzentraten der Vitamine der B12-Gruppe CH326773A (de)

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