CH332791A - Verfahren und Vorrichtung zum Räuchern von Fleisch- und Wurstwaren - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Räuchern von Fleisch- und WurstwarenInfo
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Description
Verfahren und Vorrichtung zum Räuchern von Fleisch- und Wurstwaren Bisher ist es üblich, Fleisch- und Wurst- waren in Räucherkammern verschiedener Form und Grösse zu räuchern; so z. B. in fest stehenden, meistens eckigen, über- oder neben einanderliegenden Kammern oder in Räucher- türmen. Die zu räuchernde Ware bringt man einzeln auf Spiessen oder im Wagen hängend in diese Kammern. Bei den Räuchertürmen werden die Tragspiesse einzeln auf ein in senkrechter Richtung laufendes Kettenge triebe gehängt.
Unmittelbar unter dem R.äu- eliergut oder in danebenliegenden besonderen Kammern werden mit Hilfe von Holz, Säge_ niehl, Gas oder dergleichen die für den Räu- elierprozess erforderliche Wärme und Rauch erzeugt. Durch seitlich oder im untern Teil der Räucherkammer vorgesehene Öffnungen lässt man die Wärme und den erzeugten Rauch mittels natürlichem Zug oder aber durch von Gebläsen angesaugte Luft laufend an dem Räuchergut, vorbeistreiehen und führt den er hitzten Rauch danach ebenso laufend als Abluft ins Freie.
Alle diese bekannten Räucheranlagen haben den Nachteil, dass die Ware selbst fast. nie gleichmässig geräuchert wird und die infolge dieser ungleichmässigen Räucherung bereits vorzeitig fertig werdende Ware länger als zuträglich in der Kammer verbleiben muss, wodurch Aussehen und Qualität leiden. Fer ner sind die an den Räucheranlagen be schäftigten Personen dauernd einer starken Rauchbelästigung ausgesetzt. Da die Abluft in gleicher Menge ins Freie abgeleitet w muss, wie Frischluft eingeführt wird, ent stehen starke Energieverluste. Schliesslich ist die Qualität der Fertigware in hohem Masse abhängig von dein gefühlsmässägen Ermessen des Bedienungspersonals.
Die Erfindung bringt auf diesem Gebiet einen erheblichen Fortschritt. Sie betrifft ein Verfahren zum Räuchern von Fleisch und Wurstwaren in einer mit einem Raucherzeuger ausgestatteten Kammer und zeichnet. sich da durch aus, dass die Räucherware während des Räuchervorganges bei geschlossener Kammer ständig quer zur Durchzugsriehtung der Rauchgase bewegt und dabei die Bewegungs richtung der Ware in bestimmten Zeitabstän den umgekehrt wird.
Auf diese Weise wird zunächst eine er- hebliche Brennstoffersparnis (bis zu 60 %) sowie eine wesentliche Abkürzung des Räu- cherprozesses und damit. eine beträchtliche Ver billigung erzielt. Insbesondere aber lässt sich auf diese Weise eine in der Farbe gleich mässig aussehende Rauchware erzielen.
Ferner wird durch die verstärkte Rauchgasdurch- wirbelung des-Ofenraumes mit, verschiedener einstellbarer Strömungsgeschwindigkeit eine ausserordentlich intensive Konservierung er zielt, was für die Haltbarkeit des Räucher- gutes bzw. der im Anschluss daran hieraus her gestellten Konserven von grösster Bedeutung ist. Die Wartung der Anlage ist denkbar ein- fach und bequem, da keine Belästigung durch Rauch und Hitze mehr stattfindet.
In der Zeichnung ist die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht. Es zeigen Fig.1 einen senkrechten Schnitt durch eine Räucheranlage, Fig.2 einen Querschnitt nach der Linie C-D der Fig.1. Fig.3 einen Querschnitt nach der Linie <I>A -B</I> der Fig.1.
Die im wesentlichen zylindrisch ge formte Räucherkammer 1 ist innen mit einer wärmeisolierenden Schicht 2 ausgekleidet und in einer gewissen Entfernung vom Boden mit einem waagrechten fest eingebauten Rost 3 versehen, unter dem sich der Raucherzeuger 4 befindet, der üblicherweise mit Holz, Säge mehl oder dergleichen gespeist wird. Oberhalb des festen Rostes ist ein zweiter Rost 5 mittels an seinem Rande angebrachter, auf einem Ring 7 ablaufender Stützrollen 6 um eine zentral angeordnete senkrechte Achse 8 drehbar angeordnet.
Der Antrieb des Rostes 5 erfolgt über ein Kegelräderpaar 9, eine Welle 10 und ein Mehrstufenschaltgetriebe 11 mittels eines polumschaltbaren Elektromotors 12. Das Ge triebe 11 und der polumschaltbare Motor 12, die beide ausserhalb der Kammer 1 angeord net sind, ermöglichen es, den Rost in beiden Richtungen mit verschiedenen Geschwindig keiten anzutreiben.
Die Kammer 1 wird so eingebaut, dass der drehbare Rost 5 in Höhe des Fussbodens 13 oder einer Plattform liegt. In den oberhalb des Drehrostes 5 befindlichen Raum, der von aussen durch eine luftdicht verschliessbare Tür 14 zugänglich ist, werden die die zu räuchernde Ware enthaltenden Transport gestelle 15, deren Ausführung bekannt ist und daher nicht mehr beschrieben wird, einge fahren. Dabei laufen die Rollen 16 der Ge stelle 15 in parallel verlaufenden Führungs- schienen 17 des drehbaren Rostes 5, die zweck mässig aus U-Eisen mit nach oben gerichteten Seitenstegen bestehen.
An den Rauchabzugskanal 18 der Räucher- kammer 1 sind eine ins Freie führende Ab luftrohrleitung 19 und eine Umluftrohrlei- tung 20 angeschlossen, von denen jeweils eine durch eine Absperrklappe 21 v erschliessbar ist. Die Rohrleitung 20 führt zum Ansaugstutzen 22 des Gebläses 23, an dem ausserdem eine Frisehluftzuführungsleitung 24 angeschlossen ist.. Auch von den Leitungen 20 und 24 kann jeweils eine durch eine Absperrklappe 25 ver schlossen werden, während die andere offen gehalten wird.
Vom Austrittrstut.zen des Geblä ses 23 aus führt, eine Rohrleitung 26, in die eine Heizbatterie 27 eingebaut ist, zurüek in den untern Teil des Ofens 1, und zwar mündet diese Leitung in ein ringförmiges Endstück 28, das deri Raueherzeuger 4 umgibt und in gleichmässigen Abständen nach innen ge richtete Luftaustrittsöffnungen 29 aufweist.
Die .vorstehend beschriebene Anordnung ermöglicht es, die durch die Leitung 24 zu geführte Frisehluft und den bei 4 erzeugten Rauch durch das Gebläse 23 abzusaugen, in dem man die Abzugsleitung 19 durch die Klappe verschliesst, und Luft und Rauch von neuem von unten in den Ofen einbläst, so dass ein ständiger Kreislauf erzielt wird.
Die Ab kühlung wird durch die Innenauskleidung 2 der Kammer 1 und gute Isolierung der Rohre 20 und 26 auf ein Minimum herabgemindert; die unvermeidliche -Wärmeabgabe an die War e und deren Träger wird durch die Heiz- batterie 27 in der Rohrleitung 2,6 wieder aus geglichen, so dass die Temperatur im Innern des Ofens während des ganzen Räueherpro- zesses konstant. gehalten oder genau reguliert werden kann.
Da zur Erzielung der benötigten Rauehmenge jetzt eine wesentlich geringere Menge Holz oder Sägemehl genügt, ent wickelt sich durch 1\aehlegen bei weitem nicht so viel Wasserdampf als bisher, was in vielen Fällen für eine einwandfreie Räucherung von grossem Vorteil ist.
Die Geschwindigkeit der Luftumwälzung wird durch das mit verschiedener Geschwin digkeit antreibbare Gebläse 23 gesteuert. Durch die erhöhte Luft- bzw. Rauchgasge- schwindngkeit wird der Räucherprozess selbst zeitmässig stark abgekürzt, insbesondere aber die Konservierung erheblich intensiviert, was für die Haltbarkeit des Räuchergutes bzw. der im Ansehluss daran hieraus hergestellten Kon serven von grösstem Nutzen ist.
Bei einigem Räuchergut ist. es erwünscht, dem eigentlichen Räuchervorgang eine Ver- sehwadung der Luft mit Wasserdampf vor- bzw. nachzuschalten. Diese Verschivadung kann dadurch erreicht.
werden, dass man die aus dem Räuchergut infolge der starken Er wärmung austretende Wasserdampfmenge (bis zu 12 % des Gewichtes) eine beliebige Zeit durch das Gebläse 23 umwälzt, während man die Frischluftzuleitung 24 und die Abluft leitung 29 durch die Klappen 21 und 25 voll ständig v ersehliesst. Dadurch werden die Darmporen für die Aufnahme der konser vierenden Rauchgase jede gewünschte Zeit offengehalten. -Will man diese Umwälzung von temperiertem Wasserdampf zum Ab- sehluss des Räuchervorganges erreichen, wird eine Nebeldüse eingebaut oder von aussen Sau dampf zugeführt.
Die dargestellte Räuchervorrichtung eignet Sieh vornehmlich zum Heissräuchern von Do- senwürstehen. Hierbei soll während der letzten zwei Drittel der Räucherzeit möglichst mit relativ geringer Luftfeuchtigkeit gearbeitet werden. Dieses erreicht man dadurch, .das man während dieser Räucherperiode fast aus schliesslich die durch die Heizbatterie 27 er zeugte Trockenluft umwälzen lässt.
Die zu räuchernde Ware wird während des ganzen Räuchervorganges in der Kammer gedreht, und zwar wird die Drehriehtung des Rostes 5 durch Polumschaltung des Motors 12 in gewissen Zeitabständen geändert, so dass eine absolut gleichmässige Färbung und Kon servierung der in der Kammer 1 enthaltenen Ware gewährleistet ist. Die Drehgeschwin cligkeit des Rostes 5 kann durch das Getriebe 11 beliebig eingestellt werden.
Nach Beendigung des Räucherprozesses wird die Abluftleitung 1'9 durch Umsehwen- kung der Absperrklappe 21 geöffnet, so dass der im Innern der Kammer befindliche Rauch durch die Leitung 19 ins Freie entweichen kann. Jetzt kann die Tür 14 geöffnet und die in den Gestellen 15 hängende Rauchware aus der Kammer entfernt werden, ohne dass das Bedienungspersonal vom Rauch belästigt wird. Danach wird die Kammer erneut beschickt, die Tür 14 verschlossen und der nächste Räu- chervorgang kann beginnen.
Es ist. auch möglich, den Raucherzeuger 4 ausserhalb der eigentlichen Kammer anzu ordnen. In diesem Falle wird die Anordnung jedoch zweckmässig so getroffen, dass Rauch und Warmluft durch eine gemeinsame Lei tung in den untern Teil der Kammer einge leitet werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zum Räuchern von Fleisch- und )NTurstwaren in einer mit einem Rauch erzeuger ausgestatteten Kammer, dadurch ge kennzeichnet, dass die Räucherware während des Räuchervorganges bei geschlossener Kammer ständig quer zur Durchzugsrichtung der Rauchgase bewegt und dabei die Bewe gungsrichtung der Ware in bestimmten Zeit abständen umgekehrt wird. II. Vorrichtung zur Ausübung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass in der Räucherkammer (1) im Abstand vom Boden ein waagrechter, um eine senkrechte Achse (8) drehbarer Rost (5) gelagert ist, der als Träger für die Transport gestelle (15) dient.UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren -nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Bewegungs geschwindigkeit der Ware während des Räu chervorganges vermindert oder erhöht wird. 2. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse (8) des Rostes (5) durch einen polumschalt baren Elektromotor (12) angetrieben wird. 3. Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeich net, dass zwischen Antriebsmotor (12) und Drehachse (8) ein Mehrstufenschaltgetriebe (11) eingeschaltet ist. 4.Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 3 und 4, dadurch ge kennzeichnet, dass Antriebsmotor (1'2) und Schaltgetriebe (11) ausserhalb der Kammer (1) angeordnet sind. 5. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass an den Rauch abzugskanal (18) der Kammer (1) ausser einer ins Freie führenden Abluftleitung <B>(19)</B> eine Umluftleitung (20, 26) angeschlossen ist, die über ein Gebläse (23) und eine Heizbatte- rie (27) in ein im untern Teil der Kammer angeordnetes ringförmiges Endstück (28) mündet,das den Raucherzeuger (4) umgibt und in gleichmässigen Abständen nach innen gerichtete Luftaustrittsöffnungen (29) auf weist. 6. Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass an die Umltdtleitung (20) vor dem Ge bläse (23) eine Frischluftzuführungsleitung (24) angeschlossen ist. 7.Vorrichtung nach Patentamprueh 1I und Unteranspruch 6, dadurch gekennzeich net, da.ss von Rohrleitungspaar en (19 und 20 bzw. 20 und 24) jeweils das eine Rohr durch eine schwenkbare Absperrklappe (21 bzw. 25) verschliessbar isst, während das zweite Rohr dabei offengehalten wird. B. Vorrichtung naeh Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem dreh baren Rost (5) parallel verlaufende Füh rungsschienen (17) für die Laufrollen<B>(1,6)</B> der Transportgestelle (15) angeordnet sind.9. Vorrichtung nach Patentansprtteh 1I, dadurch gekennzeiehnet, dass der drehbare Rost (5) an seinem Rande gleichmässig auf dem Umfang verteilte Stützrollen (ö) trägt, die auf einem im Innern der Kammer (1<B>)</B> vorgesehenen Ring ('7) laufen.
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