CH335689A - Verfahren zur Herstellung von Aminocarbonsäuren - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Aminocarbonsäuren

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CH335689A
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C229/00Compounds containing amino and carboxyl groups bound to the same carbon skeleton
    • C07C229/02Compounds containing amino and carboxyl groups bound to the same carbon skeleton having amino and carboxyl groups bound to acyclic carbon atoms of the same carbon skeleton
    • C07C229/04Compounds containing amino and carboxyl groups bound to the same carbon skeleton having amino and carboxyl groups bound to acyclic carbon atoms of the same carbon skeleton the carbon skeleton being acyclic and saturated
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C227/00Preparation of compounds containing amino and carboxyl groups bound to the same carbon skeleton

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Description


  
 



  Verfahren zur Herstellung von Aminocarbonsäuren
Aminocarbonsäuren können auf verschiedene Arten hergestellt werden. Besonders gebräuchlich ist die Darstellung derselben aus den entsprechenden   Halogenfettsäuren    mit Ammoniak oder Aminen, die Aminosäuresynthese nach Strecker aus Cyanhydrin, durch Verseifung von Lactamen sowie durch Hydrierung von Nitrocarbonsäuren,   Oximinocarbon-    säuren und Ketocarbonsäuren nach Mignonac.



   Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Aminocarbonsäuren durch Reduktion von Cyancarbonsäuren. Dieses Verfahren bietet besonderes Interesse, da die Ausgangsprodukte nach den DBP Nrn. 805758 und 806454 von J. Kleine leicht aus den technisch gut zugänglichen Dicarbonsäureamiden erhalten werden können. Die Hydrierung von Cyancarbonsäuren ist bereits untersucht worden. P. Ruggli (Helv. 25, 35   [1942])    hat sich mit der Herstellung von   S-Alanin    aus Cyanessigsäure näher befasst. Die besten Resultate wurden erhalten, wenn man dabei vom Kalisalz der Cyanessigsäure ausging.



   Es wurde nun überraschenderweise gefunden, dass sich Aminocarbonsäuren aus Cyancarbonsäuren gewinnen lassen, wenn letztere auf einen Anionenaustauscher, der saure Gruppen zu binden vermag, aufgezogen und in Gegenwart eines Katalysators hydriert werden. Durch dieses Verfahren erreicht man, dass die saure Gruppe vom Austauscher gebunden wird und somit ihren störenden Einfluss auf die Reaktion verliert. Man kann deshalb ohne weiteres in Gegenwart normaler Hydrierkatalysatoren, wie Raney-Nickel, die sonst in saurem Milieu angegriffen werden, hydrieren. Da die Cyancarbonsäuremoleküle am Austauscher örtlich gebunden und somit nicht frei beweglich sind, wird die Bildung von sekundären Aminoverbindungen, wie sie bei der Hydrierung von Nitrilen normalerweise auftritt, stark gehemmt.

   Ebenso wird die Reaktion der entstehenden Aminogruppe mit der Carboxylgruppe verhindert, so dass es auch möglich ist, solche Aminosäuren herzustellen, die unter normalen Versuchsbedingungen in die entsprechenden Lactame übergehen.



   Da die Carboxylgruppen am Anionenaustauscher gebunden sind, lässt sich die Cyangruppe unter den üblichen milden Reaktionsbedingungen hydrieren. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens besteht darin, dass durch das Aufziehen der Cyancarbonsäure und durch das Ablösen der Reaktionsprodukte vom Austauscher eine Reinigung der Produkte eintritt.



   Als Austauscher können besonders die Ionenaustauscher vom Polystyroltypus, wie die  Amberlite  und  Permutite  (eingetragene Marken), die eine genügende Beständigkeit bei der Hydrierung aufweisen, verwendet werden.



   Die Reduktion kann bei Zimmertemperatur ausgeführt werden. Es ist jedoch ohne weiteres möglich, bei Temperaturen bis zu 600 C zu arbeiten, wodurch die Reaktionsdauer wesentlich reduziert wird. Die obere Temperaturgrenze ist natürlich durch die Beständigkeit des Austauschers gegeben.



   Das Verfahren lässt sich zum Beispiel durchführen, indem die Cyancarbonsäure auf den Austauscher aufgezogen und in einem gebräuchlichen Lösungsmittel im Schüttelautoklaven in Gegenwart eines Katalysators mit Wasserstoff behandelt wird.



  Die Zugabe von Ammoniak zur Zurückdrängung der Bildung von sekundären Aminoverbindungen, ist nur bei solchen Austauschern möglich und wünschenswert, die so basisch sind, dass die aufgezogene Säure nicht durch das Ammoniak wieder abgelöst wird. Es sind dies besonders die  Amber  lite IRA-400  und    IRA-4l0     sowie der  Permutite   ESB .   



   Nach Beendigung der Reaktion kann das Reaktionsgut durch ein Sieb filtriert und gewaschen werden. Es ist zweckmässig, den Katalysator in so fein verteilter Form zu verwenden, dass er durch das Waschen auf dem Sieb leicht vom Austauscher getrennt werden kann.



   Die entstandene Aminosäure kann darauf mit einer stärkeren Säure, wie zum Beispiel Salzsäure, abgelöst werden. Die entstandene Lösung kann eingedampft und das entsprechende Salz der Aminocarbonsäure isoliert werden, oder man kann die Lösung des Salzes direkt nach den Angaben der Org. Synth. Vol. 32, 13, durch aktivierten  Amberlite IR -        schicken, wobei im Auslauf die wässerige Lösung der freien Aminosäure anfällt. Ebenso besteht beim Ablösen mit Salzsäure die Möglichkeit, die Salzsäurelösung des Chlorhydrates über einen stark sauren Kationenaustauscher, wie zum Beispiel über  Amberlite   IR - 120 ,    zu schicken.



  Dabei wird die Aminosäure vom Austauscher gebunden. Anschliessend kann mit Ammoniak abgelöst werden. Durch Eindampfen der ammoniakalischen Lösung kann die freie Aminosäure isoliert werden.



   In Abänderung der beschriebenen Ausführungsform kann die Cyancarbonsäure auf    Amberlite IR    4B  aufgezogen und hydriert werden. Die entstehende Aminosäure wird bei Verwendung dieses Austauschers direkt frei und kann aus der Lösung auf bekannte Art isoliert werden. Bei dieser Arbeitsweise sind jedoch nur sehr milde Hydrierungsmethoden möglich, da der Austauscher unbeständig ist.



   Als Katalysatoren können im Prinzip alle jene Katalysatoren verwendet werden, die für die Hydrierung von Nitrilen geeignet sind. Da man jedoch zweckmässig eine relativ grosse Menge Katalyt verwendet (30 bis 50   4/o,    bezogen auf die Cyancarbonsäure), um die erwünschte Durchmischung mit dem Austauscher zu erreichen, wird man sich vorteilhafterweise auf billige Katalysatoren, wie Raney Nickel, beschränken. Nach der Reaktion kann der Katalysator ohne irgendwelche Regenerierung wieder eingesetzt werden.



   Beispiele
1. 85 Teile Cyanessigsäure werden in wässeriger Lösung auf 1500 Volumteile aktivierten  Amberlite   IRA - 410     aufgezogen. Anschliessend wird mit   Äthanol    gewaschen. Darauf wird der beladene Austauscher mit 3000 Volumteilen   Äthanol    und 30 Teilen Raney-Nickel in einem geeigneten Schüttelgefäss bei Zimmertemperatur und Normaldruck so lange hydriert, bis die berechnete Menge Wasserstoff aufgenommen ist. Alsdann wird das Reaktionsgut durch zwei Siebe filtriert und mit Wasser gewaschen, bis der Austauscher vom Katalysator befreit auf den Sieben zurückbleibt. Der Austauscher wird in ein Chromatographierrohr gegeben und mit so viel 2prozentiger Salzsäure behandelt, bis im Auslauf eine deutlich kongosaure Reaktion beobachtet wird.



  Darauf wird mit Wasser gewaschen, bis der Auslauf nur noch schwach sauer reagiert. Die wässerige Lösung des so erhaltenen Chlorhydrates wird anschliessend im Vakuum eingedampft. Man erhält so 122 Teile des Chlorhydrates von   fl-Alanin    vom Schmelzpunkt   120"C,    was einer Ausbeute von 97,2   O/o    entspricht.   



   2. 183 Teile c, j-Cyan-pelargonsäure werden in    wässerig-alkoholischer Lösung auf 1750 Volumteile aktivierten  Amberlite IRA - 410  aufgezogen.



  Der Austauscher wird darauf mit 70 Teilen Raney Nickel, 75 Teilen Ammoniak und 3000 Volumteilen Äthanol versetzt und bei   45O C    und 80 atü Druck im Drehautoklaven hydriert. Nach 2 Stunden ist die Reaktion beendet. Nach dem Erkalten wird das Harz mit Hilfe von 2 Sieben vom Katalyt und dem Lösungsmittel getrennt, mit Wasser gewaschen und in ein Chromatographierrohr gebracht. Die entstehende   c)-Amino-decansäure    wird anschliessend mit 2n Salzsäure vom Austauscher abgelöst und die resultierende Lösung des Chlorhydrates über 700 Volumteile aktivierten  Amberlite   IR - 4B      geschickt. Die anfallende wässerige Lösung wird am Vakuum eingedampft.

   Die Ausbeute an freier   ct)-Amino-decansäure    vom Schmelzpunkt   180"C    beträgt 170 Teile, entsprechend 90,9   O/o    der Theorie.



   3. 127 Teile   w-Cyan-valeiiansäure    werden auf 1500 Volumteile  Amberlite   IRA -400     aufgezogen und nach Beispiel 2 hydriert und aufgearbeitet.



  Dabei werden 110 Teile   cs-Amino-capronsäure    erhalten, was einer Ausbeute von   84 0/0    der Theorie entspricht.   

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Aminocarbonsäuren, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Cyancarbonsäure auf einen Anionenaustauscher, der saure Gruppen zu binden vermag, aufzieht und in Gegenwart eines Katalysators hydriert.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet. dass bei Normaldruck und Zimmertemperatur hydriert wird.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass bei erhöhtem Druck und bei erhöhter Temperatur hydriert wird.
    3. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Druck von 80 bis 100 Atü und bei einer Temperatur von 40 bis 600 C hydriert wird.
    4. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in Gegenwart von fein verteiltem Nickel hydriert wird.
CH335689D 1955-07-30 1955-07-30 Verfahren zur Herstellung von Aminocarbonsäuren CH335689A (de)

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