CH338185A - Verfahren zur Herstellung eines oral wirksamen Antidiabetikums - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines oral wirksamen Antidiabetikums

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CH338185A
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CH
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butyl
urea
orally active
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antidiabetic agent
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Haack Erich Dipl Dr Chem
Hagedorn Adolf Dipl Dr Chem
Original Assignee
Boehringer & Soehne Gmbh
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C311/00Amides of sulfonic acids, i.e. compounds having singly-bound oxygen atoms of sulfo groups replaced by nitrogen atoms, not being part of nitro or nitroso groups
    • C07C311/50Compounds containing any of the groups, X being a hetero atom, Y being any atom
    • C07C311/52Y being a hetero atom
    • C07C311/54Y being a hetero atom either X or Y, but not both, being nitrogen atoms, e.g. N-sulfonylurea

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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description


  
 



  Verfahren zur Herstellung eines oral wirksamen Antidiabetikums
Der menschliche Diabetes wird üblicherweise mit strengen Diätvorschriften und Insulin-Injektionen behandelt. Es hat aber in den letzten Jahrzehnten nicht an Versuchen gefehlt, das Insulin durch ein per-oral wirksames Antidiabetikum zu ersetzen. Die bisherigen Präparate, z. B. die Bisguanidine mit einem höhermolekularen Alkylenrest, haben wegen ihrer Toxizität auf die Dauer nicht befriedigt. Andere derartige Substanzen (Glucokinine) erwiesen sich   als-    unzuverlässig in der Wirkung. Weitere Verbindungen sind im Tierexperiment als wirksam befunden worden, sind aber wegen ihren Nebenwirkungen, z. B. ihrer Toxizität, nicht in den klinischen Versuch gelangt.

   Zu der letzten Gruppe gehören heterocyclische Derivate des Sulfanilamids, nämlich Sulfanilylthiodiazole mit einem   Athyl-,    Isopropyl- oder Butylrest.



  Man wird aber von einem Antidiabetikum eine geringe Toxizität (insbesondere an der Leber, an den Nebennieren und am ZNS) und eine zuverlässige Wirkung verlangen müssen. Ausserdem ist es notwendig, dass die betreffende Substanz nicht stossartig, sondern kontinuierlich wirkt, damit bedrohliche   Hypoglykämien    vermieden werden.



   Es wurde nun gefunden, dass der in der Literatur in seinen physikalischen und chemischen Eigenschaften bislang nicht beschriebene   N-Sulfanilyl-N2-(n-    butyl)-harnstoff diesen Ansprüchen weitgehend entspricht. Es hat sich gezeigt, dass dieses Sulfonamid eine zuverlässige und gleichmässige Wirkung auf den Kohlenhydratstoffwechsel des Menschen bei ausgezeichneter Verträglichkeit hat sowie eine lange Verweildauer im Körper besitzt. Auf Grund dieser Eigenschaften liegt mit dem   N-Sulfanilyl-N-(n-    butyl)-harnstoff erstmals ein brauchbares orales Antidiabetikum vor; diese Verbindung ist also von hervorragender Bedeutung für die Therapie des Diabetes mellitus.

   Der Befund ist um so überraschender, als zahlreiche andere Sulfonamide, soweit sie überhaupt eine blutzuckersenkende Wirkung besitzen, entweder toxisch sind und/oder der für die Aufrechterhaltung eines konstanten Blutspiegels erforderlichen Depotwirkung ermangeln.



   Die Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur Herstellung dieses neuen oral wirksamen Diabetikums. Dieses Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass man einen   N1-(p-Acylamino-benzolsulfonyl)-N2-    (n-butyl)-harnstoff der Formel
EMI1.1     
 zum   Nl-Sulfanilyl-N2-(n-butyl)-harnstoff    verseift.



   Vorzugsweise geht man vom Acetylderivat aus und erwärmt dieses einige Zeit mit überschüssigen Mengen wässrigen Alkalis.



   Die als Ausgangsstoffe zu verwendenden   Nl-(p-       Acylamino-benzolsulfonyl)-N2 - (n - butyl) - harnstoffe    können nach den für die Gewinnung von Sulfonylharnstoffen üblichen Methoden hergestellt werden.



  Man kann zum Beispiel n-Butylisocyanat oder das entsprechende Carbaminsäurechlorid mit einem p Acylamino-benzolsulfonamid bzw. einem Alkalisalz davon umsetzen, oder ein p-Acylamino-benzolsulfonyl-isocyanat (bzw. eine geeignete Verbindung die unter den Reaktionsbedingungen in dieses Sulfonylisocyanat übergehen kann) mit n-Butylamin reagieren lassen, oder einen n-Butyl-isoharnstoffalkyläther mit einem p-Acylamino-benzolsulfonylhalogenid umsetzen und das entstandene Sulfonylisoharnstoffderivat durch Behandeln mit Halogenwasserstoffsäure in den Sulfonylharnstoff überführen, oder   p-Acylamino-benzolsulfonyl-guanidin bzw. -thio     harnstoff durch alkalische bzw. oxydative Hydrolyse in den Sulfonylharnstoff überführen.



   Beispiel I a) 227 g (= 0,5 Mol) Di-(acetylsulfanilyl)-harnstoff werden mit 800   cm3    Wasser von   800 C    vermischt und unter Rühren mit 36,6 g (= 0,5 Mol) n-Butylamin versetzt. Nach Zugabe des Amins wird die Reaktionsmischung völlig klar; bei weiterem Rühren kristallisiert schon in der Wärme das Di  (acetylsulfanilyl)-harnstoff-butylaminsalz    aus. Man rührt 3 Stunden nach, saugt dann die Kristalle ab und wäscht sie mit etwa 75 cm3 Wasser aus. Das   Salz wird bei 100  C getrocknet.   



   Ausbeute 231 g (= 0,44 Mol), das sind 88   O/o    der Theorie. Aus der Mutterlauge des Aminsalzes werden durch Ansäuern 22,1 g Di-(acetylsulfanilyl)harnstoff zurückgewonnen (9,8   O/o    der Theorie). b) 231 g n-Butylaminsalz (0,44 Mol) werden im Trockenschrank 3 Stunden auf   142  C    erhitzt. Dann wird das harte Reaktionsprodukt mit 200 cm3 Wasser erwärmt und fein pulverisiert. Man verdünnt mit 400   cm3    Wasser und 55   cm3      1 0n-NaOH    und verrührt   1A    Stunde; sodann wird vom ungelösten Acetylsulfanilamid abgesaugt. Durch Einleiten von CO2 in das alkalische Filtrat bis zum Umschlagspunkt von Phenolphthalein wird der Rest des bei der thermischen Zersetzung entstandenen Acetylsulfanilamids ausgefällt.

   Man saugt ab, erhitzt die Mutterlauge auf   50O    C und stellt die Lösung mit 6n-HCl auf schwach kongosauer ein. Der Butyl-acetylsulfanilyl-harnstoff fällt als weisse, kristalline Masse aus.



   Ausbeute: 113 g (= 0,36 Mol);   81,9/o    der Theorie; F.   186-189"    C. c) 113 g (= 0,36 Mol) Butyl-acetylsulfanilylharnstoff werden mit 220   cm5    5n-KOH auf 890 C erhitzt. Es entsteht ein steifer Kristallbrei. Beim weiteren Erhitzen im Wasserbad von 920 C und Rühren tritt klare Lösung ein. Nach rund zweistündigem Rühren bei 920 C fällt der Butyl-sulfanilylharnstoff in Form des schwer löslichen K-Salzes aus.



  Man erhitzt die Mischung mit 300   cm5    Wasser auf etwa 800 C und erhält eine gelbliche Lösung, die mit Aktivkohle behandelt wird. Das klare Filtrat wird bei   55O C    unter Rühren mit 6n-HCl schwach kongosauer gemacht. Der Butyl-sulfanilyl-harnstoff fällt hierbei kristallin aus. Er wird abgesaugt und mit Wasser gewaschen.



   Ausbeute: 92,5 g, das sind 95   O/o    der Theorie; F.   140-142"C   
Beispiel 2 a) 233 g Acetylsulfanilamid-Natrium werden mit 233 cm3 Triglykol homogen gerührt und dann mit 11 8 g Butylsenföl versetzt; die Reaktionsmischung ergibt einen Sirup, der 4 Stunden auf 850 C erhitzt wird. Hierauf wird die Mischung mit 1 Liter Chloroform und 1 Liter Wasser verrührt. Die Chloroformschicht wird noch zweimal mit je 250   cm3    Wasser geschüttelt. Die wässrigen Extrakte werden mit Salzsäure schwach phenolphthaleinalkalisch gemacht. Das nicht umgesetzte Acetylsulfanilamid fällt aus und wird abgesaugt. Das Filtrat wird mit Salzsäure bis auf pH 6,5 angesäuert, wobei sich eine schmierige Fällung aus der Reaktionslösung absetzt; diese wird abgetrennt.

   Aus deren Mutterlauge wird der Butylacetylsulfanilyl-thioharnstoff durch Ansäuern bis auf den Umschlagspunkt von Kongopapier ausgefällt.



   Ausbeute: 210 g. b) 210 g Butyl-acetylsulfanilyl-thioharnstoff werden in 1400   cm3    Aceton unter Erwärmen gelöst, mit 500   cm5    Wasser vermischt und unter Rühren und Kühlung auf 15 bis   20O    C innerhalb 45 Minuten mit einer Lösung von 63 g   NaNO,    in 120   cm3    Wasser versetzt. Es entsteht eine Kristallsuspension, der man in 30 Minuten 240   cm3    25    /oigen    Eisessig zufügt.



  Man lässt 6 Stunden rühren und saugt dann den Butylacetylsulfanilyl-harnstoff, der mit Schwefel vermischt ist, ab. Das rohe Reaktionsprodukt wird in 1 Liter Wasser suspendiert und schwach phenolphthaleinalkalisch gemacht. Es wird vom ungelösten Schwefel abgesaugt. Aus dem Filtrat werden durch Ansäuern 250 g Butyl-acetylsulfanilyl-harnstoff vom F. 186 bis   1890C    gewonnen. c) 250 g Butyl-acetylsulfanilyl-harnstoff werden mit 500   cm3    5n-KOH 2 Stunden unter Rühren auf 920 C erhitzt. Das feste Reaktionsprodukt wird durch Erwärmen mit 750   cm3    Wasser in Lösung gebracht und mit Aktivkohle gereinigt. Aus der auf   60O    C erwärmten Lösung erhält man durch Ansäuern 187 g Butyl-sulfanilyl-harnstoff vom F.   139-141"    C.   

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung eines oral wirksamen Antidiabetikums, dadurch gekennzeichnet, dass man einen N-(p-Acylamino-benzolsulfonyl)-N.,-(n-butyl)- harnstoff der Formel EMI2.1 zum N-Sulfanilyl-N2-(n-butyl)-harnstoff verseift.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man von der Acetylamino-Verbindung ausgeht.
    2. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Verseifung mit einem Überschuss eines wässrigen Alkalis unter Erwärmung vornimmt.
CH338185D 1955-07-02 1956-04-25 Verfahren zur Herstellung eines oral wirksamen Antidiabetikums CH338185A (de)

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