CH338694A - Verfahren zum Silieren von Grünfutter mittels Mineralsäure - Google Patents
Verfahren zum Silieren von Grünfutter mittels MineralsäureInfo
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Description
Verfahren zum Silieren von Grünfutter mittels Mineralsäure Es ist bekannt, mit Mineralsäure zu silieren, wobei man eine Menge von 0,6% Schwefelsäure zusetzt, welche Menge vorher zu einer etwa 10!1/eigen Lösung verdünnt wurde.
Diese grosse Menge tötet die Bakterien und Hefen ab, so dass die Konservie rung hauptsächlich durch die Mineralsäure und nicht durch Säuren erfolgt, welche durch biologische Vorgänge entstehen. Diese grosse Menge Mineral säure ergibt Nachteile für die Viehernährung; aber es hat sich entgegen der allgemeinen Erfahrung als unmöglich erwiesen, diese Dosis zu verringern, weil die Anfangsumstände bei der Silierung anders sind als bei der Säuerung in sauerstoffarmen Massen.
Diese allgemeine Erfahrung zeigt, dass zum Er zielen einer Säuerung auf biologischem Wege in einer zuckerhaltigen Masse nur äusserst geringe Säuredosierungen erforderlich sind, um zu einer biologischen Säureerzeugung zu gelangen, die zum Konservieren genügt. Als die Virtanensche Mineral säuremethode etwa<B>1930</B> eingeführt wurde, hat man oft Versuche mit niedrigeren Säuremengen gemacht; diese haben aber nie befriedigende Silierungen er geben.
Es wurde nunmehr gefunden, dass man - trotz einer Menge von 0,6% Schwefelsäure, bezogen auf das Grünfuttergewicht - dennoch zu einer bio logischen Säuerung gelangen kann, wenn man diese Dosis Schwefelsäure nur vorübergehend ein wirken lässt und dabei die Grünfuttermasse, bevor sie von selber zusammengesunken ist, stark verdich tet.
Man erzielt dann Silagen, in denen sich 0,5' /o Essigsäure und 0,511o, Milchsäure gebildet haben und die ausgesprochen aromatisch sind.
Solche Silagen wurden beispielsweise bei Ver suchen erhalten, bei denen jungem Gras Schwefel- säure in einer Menge von<B>0,60/9,</B> bezogen auf das Grasgewicht, zugegeben wurde und die Säure nach dreistündiger Einwirkung mit der Feuchtigkeit, welche die Säure dem Gras durch Plasmolyse ent zogen hatte, ausgeschleudert wurde. Durch das Schleudern entsteht eine dichte Masse, welche beim Lagern ausgesprochen aromatische Silagen liefert, ohne Abbau des verdaulichen Roheiweisses.
Das lässt sich so erklären, dass man das Gras gleichsam mit Mineralsäure ausgewaschen hat, wo bei die schadhaften Bakterien abgetötet wurden und die Hefen noch in genügendem Masse am Leben blieben. Diese Bakterien sind nämlich weniger säurewiderstandsfähig als Hefen. Sowohl bestimmte Bakterien wie auch Hefen können Zuckerarten in Säure überführen. Da das Grünfutter jedoch nur ge ringe Mengen Zucker enthält, muss man die Bak terien abtöten oder stark abschwächen, um den Hefen die Gelegenheit zu bieten, den Zucker in Säure umzusetzen, wobei aromatische Nebenpro dukte anfallen.
Das oben beschriebene Verfahren zum Entfernen der Säure durch Schleudern dieser Säure mit der durch Plasmolyse ausgetretenen Feuchtigkeit fordert jedoch zu viel Arbeit, als dass es für die Anwendung in der Landwirtschaft in Be tracht käme;
es wurde jedoch die Erkenntnis gewon nen, dass bei Benutzung von Mineralsäuren als Si- lierungsmittel die angeführten Mängel behoben wer den können, wenn die mit Säure versetzte Gras masse möglichst bald nach dem Einfüllen in die Silos, also bevor die Masse von selber zusammen gesunken ist, vorübergehend stark zusammengepresst wird, wodurch die Säure weitgehend ausgepresst wird. Es sind keine Silierungsverfahren bekannt, bei denen der Druck auf die Grünfuttermasse während der Silierung in der dargelegten Weise variiert wird.
Das erfindungsgemässe Verfahren zum Silieren von Grünfutter mit Hilfe von Mineralsäure ist da durch gekennzeichnet, dass man spätestens zwölf Stunden nach Beginn der Einfüllung des Grün futters in den Silo die Masse einem Druck von min destens 0,1 atü aussetzt und diesen Druck so lange aufrechterhält, bis die Masse ein annähernd kon stantes Volumen einnimmt, und dass man darauf den Druck vermindert.
Behielte man den genannten Druck längere Zeit bei, so würde zu viel Zellfeuchtigkeit nebst den sich darin befindlichen Nährstoffen ausgepresst. So bald nämlich die Pflanzenzellen abgestorben und so mit die Zellmembranen vernichtet sind, kann der Zellinhalt durch Pressen ausgeschieden werden. Kurz nach dem Einfüllen des Silos hingegen sind die Zellen grösstenteils noch am Leben und die Zell membranen intakt, so dass die während dieser Zeit durch Pressen ausgeschiedene Feuchtigkeit haupt sächlich aus Säure und aus durch Plasmolyse ausge tretenem Wasser besteht.
<I>Beispiel</I> Frisches Gras wird in einen zerlegbaren Silo ein- getragen, und während des Abfüllens wird 0,6% Schwefelsäure, bezogen auf das Grasgewicht, zuge setzt. Innerhalb zwölf Stunden, nachdem mit der Abfüllung des Silos angefangen wurde, wird ein Sack, z. B. aus Kunststoff, auf die Grasmasse gelegt und in diesen Wasser eingefüllt, bis ein Wasser druck von einem Meter auf die Grasmasse erzielt ist. Nach dem Nachsinken des Grünfutters wird das Wasser abgelassen und der Silo entfernt.
Darauf wird die zusammengepresste Grünfuttermasse mit Kunststoff zugedeckt, auf den eine Erdschicht von 30 cm Dicke aufgetragen wird. Das vorliegend beschriebene Verfahren ermög licht es, auch die Säuremenge bis auf die Hälfte zu verringern, wobei dann jedoch die Bakterien nicht mehr völlig abgetötet werden und die Milchsäure bakterien sich an der Säurebildung beteiligen. Die Silierungen werden jedoch in diesem Falle weniger aromatisch als bei Zugabe einer höheren Mineral säuremenge, aber auch die niedrigere Säuremenge führt zu ausgezeichnet konservierten Produkten.
Das neue Verfahren nützt die Tatsache aus, dass Hefen eine grössere Säuretoleranz als Milchsäure bakterien aufweisen und also noch Zuckerarten in Säuren unter einem pH-Wert von 3,9 umsetzen kön nen. Damit kann bei pH-Werten unter 3,9 ohne nach teilige Folgen für das Vieh. siliert werden. Das Futter wird dadurch sehr haltbar und kann ohne jede Fäulnisgefahr transportiert werden, während es sich dabei durch seinen aromatischen Geruch auch nicht unliebsam bemerkbar macht.
Diese Silierun- gen eignen sich besonders zur Versorgung von Mol kereien mit geringer, eigener Viehfutterproduktion. Überschüsse lassen sich durch den Handel nach andern Betrieben abführen, z. B. von Lohnsilieren, die die Silierungen in verschiedenen Betrieben durch führen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zum Silieren von Grünfutter mittels Mineralsäure, dadurch gekennzeichnet, dass man spätestens zwölf Stunden nach Beginn der Einfüllung des Grünfutters in den Silo die Masse einem Druck von mindestens 0,1 atü aussetzt und diesen Druck so lange aufrechterhält, bis die Masse ein an nähernd konstantes Volumen einnimmt, und dass man darauf den Druck vermindert.
Applications Claiming Priority (1)
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| CH (1) | CH338694A (de) |
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1955
- 1955-05-20 CH CH338694D patent/CH338694A/de unknown
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