Einrichtung zum Erlernen des Schreibmaschinenschreibens Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Erlernen des Schreibmaschinen schreibens, insbesondere des Blindschreibens, mit Hilfe eines Kommandogerätes und einer Schauvor richtung, auf welcher die den zu betätigenden Tasten zugehörigen Typenzeichen in einer vorbestimmten Reihenfolge und im gewünschten Rhythmus sichtbar gemacht werden können.
Es sind bereits Einrichtungen zum Erlernen des Schreibmaschinenschreibens bekannt, bei denen die Schreibmaschinentastatur zur Erleichterung des Ge brauches und zur Selbstprüfung mit einer Schau vorrichtung verbunden ist, welch letztere eine Nach bildung der Schreibmaschinentastatur darstellt und bei der unter einer Schauplatte den einzelnen Tasten; zugeordnete Glühlampen derart angeordnet sind, dass beim Anschlagen einer Taste deren Bild in der Schauvorrichtung erleuchtet wird.
Diese Einrichtungen vermitteln zwar dem Be nutzer einen Überblick über die von ihm angeschla genen Tasten, doch wird die Schreibgeschwindigkeit durch das abwechselnde Betrachten der Vorlage und. der Schauvorrichtung herabgesetzt.
Zur Vermeidung dieses Übelstandes ist auch schon vorgeschlagen worden, derartige Schauvorrich tungen unmittelbar am Vorlagehalter der Schreib maschine anzubringen und mit der Schreibmaschine elektrisch zu verbinden.
Bei allen diesen bekannten Einrichtungen besteht jedoch der Nachteil, dass jeder Schreibmaschine eine Schauvorrichtung zugeordnet werden muss, bzw. dass jeder Schüler neben der Schreibmaschine auch noch eine eigene Schauvorrichtung benötigt, was nicht nur zu einem sehr grossen Platzbedarf führt, sondern auch sehr hohe Anschaffungskosten bedingt, sobald es sich darum handelt, das Schreibmaschinen- schreiben nicht nur einzeln, sondern klassenweise zu lehren bzw. zu üben.
Von diesen bekannten Einrichtungen unterschei det sich die erfindungsgemässe Einrichtung dadurch, dass das Kommandogerät einen Projektionsapparat für die Projektion von stehenden Bildern mit zu gehörigem Bildschirm aufweist, welche Bilder die blinde Tastatur einer Schreibmaschine wiedergeben, weiter dadurch, dass dem Apparat für die Standbild projektion eine Vorrichtung für die kinematogra phische Projektion eines Filmbandes auf den näm lichen Bildschirm zugeordnet ist, wobei jedes ein zelne Bild dieses Filmbandes ein auf die anzuschla gende Tasten bezügliches Zeichen aufweist,
und wo bei die Zeichen der einzelnen Filmbilder derart ge- genübereinander versetzt angeordnet sind, dass sie auf dem Bildschirm mit den projizierten Bildern der zugehörigen Tasten zusammenfallen.
Die erfindungsgemässe Einrichtung ist sehr wohl feil, einfach zu bedienen, platzsparend und leicht transportabel. Einmal eingestellt, arbeitet sie prak tisch automatisch, so dass sich der Lehrer ganz den Schülern widmen, und sie während des Unterrichtes beobachten und, wenn nötig, korrigierend eingrei fen kann. Der Schüler muss sich vom ersten Augen blick an konzentrieren und lernt, da es ihm nicht möglich ist, auf die Tasten zu sehen, von Anfang an blind schreiben. Auch lernt der Schüler zwangläufig den richtigen Rhythmus und kommt rascher vor wärts. Die erfindungsgemässe Einrichtung ermöglicht es, das Maschinenschreiben fachgemäss und sicher schon in zwanzig Stunden zu erlernen.
Der Schüler hat die Möglichkeit, den in der vorangegangenen Unterrichtsstunde geschriebenen und korrigierten Text zu wiederholen, so dass sich der Gebrauch eines Lehrbuches erübrigt. Der Bildschirm wird zweck mässig so hoch aufgestellt oder aufgehängt, dass sich der Lehrer unter diesem frei bewegen kann, ohne die Projektion zu stören. Die erfindungsgemässe Einrich tung ermöglicht es weiter, die Unterrichtsklassen ge genüber früher um mindestens die Hälfte zu ver grössern.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Aus führungsform des Erfindungsgegenstandes darge stellt, und zwar zeigt: Fig. 1 eine schematische Darstellung eines kom binierten Standbild- und Filmprojektors, Fig. 2 eine Vorderansicht des Standbild- und Filmkanals, Fig. 3-5 drei verschiedene, zu einem zusam menhängenden Streifen vereinigte Vorlagen für die Projektion von Standbildern, Abbildungen von Schreibmaschinentastaturen darstellend, Fig. 6 mehrere zu einem zusammenhängenden Streifen vereinigte Bildvorlagen für die Projektion von Standbildern, verschiedene Briefdarstellungen zeigend,
Fig. 7 ein Stück eines Filmbandes für die Brief darstellung und Fig. 8 ein Stück eines Filmbandes für die kine matographische Projektion von Tasten- und Typen zeichen.
In dem dargestellten Beispiel bezeichnet 1 das Gehäuse eines Projektionsapparates für die diasko- pische Projektion von stehenden Bildern, z. B. ab Diapositiven. Mit 2 ist die durch eine Glühbirne dargestellte Lichtquelle und mit 3 eine zwischen dieser und dem Objektiv 4 angeordnete Kondensor- linse bezeichnet. Zwischen der letzteren und dem Objektiv befindet sich der Führungskanal 5 für die Aufnahme der Diapositive. Diese sind zu einem zusammenhängenden Streifen 6 vereinigt, welcher mittels einer am Führungskanal 5 angeordneten Klemmschraube 7 in der gewünschten Stellung, das heisst, wenn sich das gewünschte Diapositiv vor dem Bildfenster des Projektors befindet, im Führungs kanal 5 arretiert werden kann.
Statt dessen könnte die Verstellung des Diapositivstreifens auch mittels eines Zahnrades erfolgen, dessen Zähne in eine als Verzahnung dienende Perforation des Streifens ein greifen.
Statt für diaskopische Projektion, kann der Pro jektor auch für episkopische Projektion von Stand bildern eingerichtet sein. Dem Apparat für die Stand bildprojektion ist eine Vorrichtung für die gleich zeitige kinematographische Projektion eines Film bandes zugeordnet. In Fig. 1 ist ein Teil dieser Vor richtung durch die Filmspulen 8 und 9, die gezahn ten Transportwalzen 10 und 11, die Umlenkrollen 12 und 13, und das Filmband 14 dargestellt. Für den intermittierenden Transport des perforierten Filmbandes am Bildfenster vorbei dient ein üblicher Greifer, wie solche bei den bekannten Filmprojek toren allgemein verwendet zu werden pflegen.
Dia Vorrichtung kann auch in der bei Filmprojektoren üblichen Weise mit einer Rotationsblende versehen sein und enthält weiter eine Einrichtung für den Still- stand und den Rücklauf des Filmbandes sowie eine Reguliervorrichtung für die Geschwindigkeitsregu lierung des Filmbandes, welche es erlaubt, wahlweise vierzig bis hundertzwanzig Bilder in der Minute ab laufen zu lassen.
Der ganze Lehrkurs ist in eine Vielzahl, bei spielsweise in zwanzig Lektionen unterteilt, wobei so viele Bildvorlagen (Fig. 3-5) für die Standbild projektion vorhanden sind, als Lektionen vorgesehen sind.
Auf den Bildvorlagen für die Standbildprojektion ist die Schreibmaschinentastatur im wesentlichen blind wiedergegeben, wobei jedoch auf jeder Bild vorlage die Typenzeichen derjenigen Tasten, die der Schüler aus der vorangegangenen Lektion bereits kennt, und derjenigen, welche er in der neuen Lek tion kennenlernen soll, schwach markiert sind. So sind beispielsweise auf der der ersten Lektion ent sprechenden Bildvorlage (Fig. 3) die Typenzeichen A, S, D, F für die linke Hand, und J, K, L, ö für die rechte Hand schwach angedeutet.
Die der zweiten Lektion zugehörige Bildvorlage (Fig. 4) lässt die Typenzeichen A, S, D, F, E und J, K, L, ö, I schwach erkennen, und die der dritten Lektion ent sprechende Bildvorlage (Fig. 5) die Typenzeichen A, S, D, F, E, R und J, K, L, ö, U, I usw. Die ver schiedenen Funktionsfelder der einzelnen Finger sind dabei zweckmässig in verschiedenen Farben wieder gegeben, z. B. 2. Finger = gelb, 3. Finger = grün, 4. Finger = blau, 5. Finger = rot, je für die linke und rechte Hand.
In Fig. 8 ist ein Stück eines Filmbandes darge stellt. Im ganzen sind so viele Filmbänder vorhanden, wie Bildvorlagen für die Standbildprojektion vorhan den bzw. Lektionen vorgesehen sind. Jedes einzelne Bild eines Filmbandes weist dabei die Abbildung eines anzuschlagenden Tasten- und Typenzeichens auf.
Zu Beginn des Unterrichtes wird zunächst das der untersten Unterrichtsstufe entsprechende Diapo sitiv (Fig. 3) vor das Bildfenster des Projektors ge bracht und auf einen im Blickfeld aller Schüler auf gestellten Bildschirm projiziert, wobei die Tasten als helle Kreisringe auf dem Bildschirm erscheinen. Nach Einsetzen des entsprechenden Filmbandes wird die Vorrichtung für die kinematographische Projektion in Betrieb gesetzt. Die Zeichen der einzelnen Film bilder sind dabei derart gegenübereinander versetzt angeordnet, dass sie auf dem Bildschirm mit den projizierten Bildern bzw. Ringen der zugehörigen Tasten zusammenfallen.
Es ist nun Aufgabe der Schüler, auf ihren Ma schinen immer diejenigen Tasten anzuschlagen, deren Bilder (Typen-, Schalt- und Zwischenraumtasten) auf dem Bildschirm erscheinen.
Mit der gleichen Apparatur können für den Fort bildungsunterricht im Maschinenschreiben Brief vorlagen entweder in Standprojektion (Fig. 6) oder in kinematographischer Projektion (Fig. 7) gezeigt werden. Die kinematographische Projektion der Briefdarstellung hat dabei den Vorteil, dass die Schüler den Brief fortlaufend wachsen sehen. Ausser dem können Diapositive und Filme für Finger gymnastik, technische Einzelheiten der Maschine, sowie Werkaufnahmen von Schreibmaschinenfabri ken gezeigt werden.
Statt des einen Bildfensters für die Standbild- und die kinematographische Projektion können auch zwei voneinander unabhängige Bildfenster - eines für die Standbild-, und das andere für die Film projektion - an ein und demselben Projektor vor gesehen sein. Weiter ist es auch möglich, für die Standbild- und die Filmprojektion zwei voneinander unabhängige Projektoren zu verwenden. Die beiden Projektoren können dabei entweder nebeneinander, übereinander oder aber zu beiden Seiten des Bild schirmes aufgestellt sein, welcher im letzteren Fall transparent ausgebildet sein muss.
Die Bildvorlagen für die Standbildprojektion können statt mit der grösstenteils blinden Tastatur, mit dem Bild der richtigen Tastatur versehen sein, bei welcher jede Taste das ihr zugehörige Typen zeichen zeigt. In diesem Falle enthalten die Bilder des zweckmässig geschwärzten Filmstreifens keine Typenzeichen, sondern Löcher bzw. helle, unbelich tete kreisförmige Punkte, durch welche der Licht strahl des Filmprojektors auf den Bildschirm gewor fen wird. Hierbei werden dann die jeweils anzuschla genden Tasten auf dem Bildschirm hell erleuchtet.