Kocheinrichtung mit kippbarem Kochgefäss, insbesondere mit einer Bratpfanne Bis anhin war es üblich, kippbare Kochgefässe, insbesondere Bratpfannen, um eine horizontale, möglichst nahe dem Schwerpunkt des Kochgefässes verlaufende Achse zu kippen. Die Kippbewegung des Kochgefässes erfordert hierbei nur eine geringe Kraft, und das Kochgefäss befindet sich in jeder Lage in einem, allerdings mehr oder weniger labilen Gleichgewicht. Diese Ausführung bedingt aber die Anordnung von Drehzapfen und Lagern auf beiden Seiten des Kochgefässes, wodurch der in Richtung der Kippachse beanspruchte Raum erheblich ver grössert wird.
Wird das Kochgefäss in einem Wand arm oder in einem rückseitig an einer Wand mon tierten Ständer gelagert, ist überdies die Wand fläche hinter dem Kochgefäss nur schlecht für die Reinigung zugänglich. Dieser Nachteil macht sich noch vermehrt bemerkbar, wenn mehrere derartige Kochgefässe nebeneinander, mit gemeinsamen Zwi schenkonsolen, angeordnet bzw. zu Gruppen ver einigt sind.
Bei derartigen kippbaren Kochgefässen ergibt sich ferner der Nachteil, dass bei einer ange messenen Bedienungshöhe des obern Randes des Kochgefässes über dem Fussboden der Ausguss des Kochgefässes in gekippter Lage desselben nur noch einen geringen Abstand vom Fussboden hat, so dass sich grössere Auffanggefässe für die Entleerung des Kochgefässes nicht mehr unterstellen lassen. Neben diesen betrieblichen Nachteilen ergeben sich aus der doppelseitigen Lagerung auf zwei voneinander un abhängigen Ständern oder Wandarmen aber auch fa- brikatorische und montagetechnische Nachteile.
Er fahrungsgemäss werden nämlich die Fussböden und Wände in Küchen nicht genau plan bzw. fluchtend ausgeführt, so dass die Montage und der Einbau der artiger kippbarer Kochgefässe an Ort und Stelle Schwierigkeiten bereitet und zusätzliche Anpassungs arbeiten erfordert. Werden mehrere kippbare Koch gefässe oder dergleichen verschiedener Grösse zu einer Gruppe vereinigt, so richtet sich die Höhe der Gruppe und damit der Ständer und allenfalls auch der Abstand der Gruppe von einer Wand nach der grössten Einheit. Dies erschwert die Vorfabrika- tion und die Lagerhaltung der Ständer bzw. der Wandarme. Eine weitere Schwierigkeit zeigt sich beim Aufpassen der meist unabhängig vom Koch gefäss für sich schwenkbar gelagerten Deckel.
Im Verlauf des 'Betriebes ergibt sich erfahrungsgemäss eine Verschiebung des Anschlages, durch welchen die horizontale Lage des Kochgefässes, beispielsweise einer Bratpfanne, in nicht gekippter Lage gesichert werden soll. Dies führt dann dazu, dass das Koch gefäss oder die Bratpfanne in nicht gekippter Lage entweder nach hinten oder nach vorn geneigt ist und der Deckel nicht allseitig schliesst. Alle diese Nach teile können durch die vorliegende Erfindung be hoben werden.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Koch einrichtung mit kippbarem Kochgefäss, insbesondere mit einer Bratpfanne, bei welcher das Kochgefäss auf einer vorn, vor seinem Schwerpunkt, auf einem Träger angeordneten Achse nach vorn kippbar ge lagert ist und mit seinem hintern Teil in nicht ge kippter, horizontaler Lage auf dem Träger aufliegt, wobei im Träger ein Kippmechanismus zum Kippen des Kochgefässes angeordnet ist.
In der Zeichnung sind zwei beispielsweise Aus führungsformen des Erfindungsgegenstandes schema tisch dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 eine Seitenansicht einer an einer Wand montierten Kocheinrichtung- mit einer kippbaren Bratpfanne in ungekippter und Fig. 2 in gekippter Stellung, Fig. 3 eine Seitenansicht einer frei stehenden Kocheinrichtung mit einer Bratpfanne in ungekipp- ter Stellung und Fig. 4 eine Ansicht der Einrichtung mit der Bratpfanne nach Fig. 3 von vorn.
In Fig. 1 und 2 ist mit 1 eine an einer Wand montierte, den Träger bildende Wandkonsole, mit 2 eine Bratpfanne und mit 3 deren Deckel bezeichnet. Die Bratpfanne 2 ist vorn, vor ihrem Schwerpunkt, in einem auf der Wandkonsole 1 angeordneten Lager 4 nach vorn kippbar gelagert und lieb in nicht ge kippter Stellung mit ihrem hintern Teil hinten auf der Wandkonsole 1 auf. Untenseitig am Boden der Bratpfanne 2 ist ein Lager 5 angeordnet, in welchem das eine Ende eines Hebels 6 gelagert ist, mit wel chem der eine Arm 7 eines zweiarmigen Winkel hebels 7, 9, welcher mit seinem Knie in einem festen Lager 8 der Wandkonsole 1 gelagert ist, gelenkig verbunden ist.
Am Ende des andern Armes 9 des Winkelhebels 7, 9 ist das Ende der Kolbenstange 10 einer hydraulischen Hubvorrichtung 11 angelenkt. Diese Hubvorrichtung 11 ist in einem festen Lager 12 in der Wandkonsole 1 schwenkbar gelagert. Zur Betätigung der hydraulischen Hubvorrichtung 11 dient eine fest an dieser angeordnete Handpumpe 13 mit Handhebel 13'. Die hydraulische Hubvorrich tung ist mit einem in der Zeichnung nicht darge stellten Rückflussventil versehen, welches beim Zu rückkippen der Bratpfanne 2 das Druckmittel aus dem Druckraum zurückfliessen lässt.
Am hintern, nach oben verlängerten Teil der Wandkonsole 1 ist ein Lager 15 vorgesehen, in welchem der mit einem Handgriff 16 versehene Deckel 3 unabhängig von der Bratpfanne 2 schwenkbar gelagert ist.
Wird bei normaler, horizontaler Lage der Brat pfanne 2 der Handhebel 13' der Handpumpe 13 be tätigt, so wird der in der Zeichnung nicht darge stellte Kolben der Hubvorrichtung 11 nach vorn, das heisst vom Lager 12 weg verschoben, wobei über die Kolbenstange 10, den Winkelhebel 7, 9 und den Hebel 6 die Bratpfanne 2 in die gekippte Lage ge bracht wird, wie es aus Fig. 2 ersichtlich ist.
Die Kippbewegung der Bratpfanne 2 erfordert wohl einen grösseren Kraftaufwand, als die Kippung einer Pfanne um eine nahe ihrem Schwerpunkt ver laufende Achse, aber dies wird mehr als aufgewogen durch die Vorteile, die sich hierbei ergeben. Der ganze Kippmechanismus ist nämlich unterhalb der Bratpfanne 2 in der Wandkonsole 1 angeordnet und erfordert keinen zusätzlichen Raum. Unter Beibehal tung der üblichen Bedienungshöhe ist auch bei ge kippter Lage der Bratpfanne 2 zwischen deren Aus guss 14 und dem Fussboden ein auch zum Unter stellen grösserer Auffanggefässe genügender Abstand gewahrt.
Die Bratpfanne 2, die Wandkonsole 1 und der Deckel 3 bilden fabrikationsmässig eine Einheit, die überall ohne Schwierigkeiten montiert werden kann. Durch den Wegfall der seitlichen Lagerzapfen und Lagerstellen reduziert sich der von einer solchen Einheit beanspruchte Raum erheblich. .Die Brat pfanne 2 ist von allen Seiten gut zugänglich, und die Wandpartie hinter ihr kann ohne Mühe gerei nigt werden.
Die in Fig. 3 und 4 dargestellte Ausführungs form unterscheidet sich von der Ausführungsform nach Fig. 1 und 2 lediglich dadurch, dass an Stelle einer Wandkonsole 1 ein frei stehender Ständer 1' vorgesehen ist.
An Stelle einer hydraulischen Hubvorrichtung 11 kann auch ein mechanischer Kippmechanismus vor gesehen sein.