CH340519A - Verfahren zur Korrosionsverhütung in einer Dampfkraftanlage - Google Patents

Verfahren zur Korrosionsverhütung in einer Dampfkraftanlage

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CH340519A
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    • C23COATING METALLIC MATERIAL; COATING MATERIAL WITH METALLIC MATERIAL; CHEMICAL SURFACE TREATMENT; DIFFUSION TREATMENT OF METALLIC MATERIAL; COATING BY VACUUM EVAPORATION, BY SPUTTERING, BY ION IMPLANTATION OR BY CHEMICAL VAPOUR DEPOSITION, IN GENERAL; INHIBITING CORROSION OF METALLIC MATERIAL OR INCRUSTATION IN GENERAL
    • C23FNON-MECHANICAL REMOVAL OF METALLIC MATERIAL FROM SURFACE; INHIBITING CORROSION OF METALLIC MATERIAL OR INCRUSTATION IN GENERAL; MULTI-STEP PROCESSES FOR SURFACE TREATMENT OF METALLIC MATERIAL INVOLVING AT LEAST ONE PROCESS PROVIDED FOR IN CLASS C23 AND AT LEAST ONE PROCESS COVERED BY SUBCLASS C21D OR C22F OR CLASS C25
    • C23F11/00Inhibiting corrosion of metallic material by applying inhibitors to the surface in danger of corrosion or adding them to the corrosive agent
    • C23F11/02Inhibiting corrosion of metallic material by applying inhibitors to the surface in danger of corrosion or adding them to the corrosive agent in air or gases by adding vapour phase inhibitors

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Description


  Verfahren zur Korrosionsverhütung in einer Dampfkraftanlage    Die korrosionsverhütende Wirkung des Zusatzes  von flüchtigen,     alkalisierend    wirkenden Stoffen zum  Arbeitsmittel von Dampfkraftanlagen, in denen für  unterkritische Drücke und für diese Drücke     üblichen     niederen     Nutzdampftemperaturen    bis etwa 550  C  ausgelegte Dampferzeuger verwendet werden, ist be  kannt. Dagegen hat sich bei Versuchen der Patent  inhaberin in bei überkritischen Drücken und Tempe  raturen bis etwa 650  C betriebenen Dampferzeugern  herausgestellt, dass hier die nach den üblichen Metho  den zwecks     Alkalisierung    zugesetzten Stoffe, wie zum  Beispiel Amine, nicht mehr genügend wirksam sind.  



  Man hat auch schon anstelle dieser Amine unter  anderem Ammoniak (NH40H) dem Arbeitsmittel von  bei unterkritischen Drücken und entsprechend nie  deren Temperaturen betriebenen Dampfkraftanlagen  zugesetzt. Auch hier hat man eine korrosionsver  hütende Wirkung festgestellt. Der günstige Ver  teilungskoeffizient der Amine in der flüssigen  Phase des Wassers hat jedoch die Verwendung  des     Ammoniaks    in den Hintergrund treten las  sen, wozu auch noch nicht zuletzt andere ungünstige  Nebenerscheinungen des Ammoniaks, wie sein An  griff auf kupferhaltige Teile der Dampfkraftanlage  unter gewissen Bedingungen beigetragen haben.  



  Es ist ferner die Eigenschaft der     flüchtigen    Amine  bekannt, dass sie sich bei hohen Drücken und Tem  peraturen zersetzen. Die ebenfalls bekannten Eigen  schaften des flüchtigen     Ammoniaks,    das den Aminen  nahe verwandt ist, können daher auch nicht erwar  ten lassen, dass sich das Ammoniak prinzipiell anders  verhalten wird. So erscheint es von     vornherein    auf  Grund der bisherigen Erfahrungen weder zweckmässig  noch Erfolg versprechend zu     sein,    den bei unterkri  tischen Drücken betriebenen Dampferzeugern be  kannten     Ammoniakzusatz    auch bei Dampferzeugern    vorzunehmen, die bei mindestens kritischem Druck  arbeiten.  



  Bei Dampferzeugern, die bei mindestens kriti  schem Druck sowie entsprechend hohen Tempera  turen, zum Beispiel 650  C, betrieben werden,     sind,     wie bekannt, keine zwei Phasen des Arbeitsmittels  gemeinsam vorhanden, vielmehr geht bei der Dampf  erzeugung bei diesen Bedingungen das Arbeitsmittel  allmählich, aber direkt von der flüssigen in die Phase  überhitzten Dampfes über. Bei der weiteren Über  hitzung kommen die Stähle der Rohrleitungen im       Endüberhitzer    bis auf Rotglut. Es ist aber auch be  kannt, dass das Ammoniak schon bei schwacher Rot  glut (etwa 500  C) zu zerfallen beginnt.

   Diese mit  dem Ammoniak gemachten Erfahrungen werden auch  durch die bekannten Werte für die     Ammoniak-          Gleichgewichtskonzentration    in einem     Stickstoff-Was-          serstoffgemisch    bestätigt. Aus diesen geht     nämlich     hervor, dass bei gleichbleibenden Drücken der Pro  zentgehalt an gebildetem Ammoniak mit steigender  Temperatur rasch abfällt. Zum Beispiel     sind    bei  100     at    und 400  C etwa 25     %    Ammoniak im Gas  gemisch vorhanden. Bei Steigerung der Temperatur  auf 550  C verringert sich der Prozentbetrag auf  etwa 6,7.

   Die entsprechenden Werte bei 200     at     sind ein Prozentgehalt von 36 bzw. 12. Diese Tem  peraturerhöhung von 150  C verringert also den       Ammoniakgehalt    des Gasgemisches auf rund     1/3.    Bei  höheren Drücken, zum Beispiel 300     at,    wird durch  eine Temperaturerhöhung von 150  C (zum Beispiel  von 450 auf 600  C) der     Ammoniakgehalt    des Gas  gemisches von rund 36 auf     11,5114    verringert, was  eine Reduktion in der Menge des Ammoniaks auf  ebenfalls fast 1/3 ergibt.

   Demnach ist es naheliegend  anzunehmen, dass das zum Arbeitsmittel von bei  mindestens kritischem Druck sowie Temperaturen  von mindestens 600  C betriebenen Dampferzeugern      etwa zugesetzte Ammoniak im Verlauf des Arbeits  prozesses, ebenso wie es mit den Aminen geschieht,  zerfällt und damit unwirksam wird.  



  Entgegen diesen auf Vorurteilen beruhenden Fol  gerungen wurde nun ein Verhalten des Ammoniaks  festgestellt, das von den durch die bisherigen Er  fahrungen begründeten     Erwartungen    abweicht. Unter  Zugrundelegung dieser neuen Feststellungen, wo  durch eine bisher unbekannte Eigenschaft des Am  moniaks aufgedeckt wurde, die diesen Stoff erst über  raschenderweise zur praktischen Lösung der ge  stellten Aufgabe der Korrosionsverhütung in bei  mindestens kritischen Drücken betriebenen Dampf  kraftanlagen geeignet macht und für welche die neue  erkannte Eigenschaft des Ammoniaks von erheb  licher wirtschaftlicher Bedeutung ist, beruht das  Verfahren nach der Erfindung darauf, dass dem  Arbeitsmittel, das in einer Dampfkraftanlage um  läuft,

   deren Dampferzeuger bei mindestens kritischem  Druck und einer Temperatur von mindestens 600  C  betrieben wird, Ammoniak zugesetzt wird.  



  Das     erfindungsgemässe    Verfahren wird anschlie  ssend anhand der Zeichnung beispielsweise erläutert.  Die Zeichnung zeigt schematisch eine Dampf  kraftanlage in ihren Hauptteilen. Das ein Rohr  system 1     eines    mit 2 bezeichneten und bei kritischem  oder überkritischem Druck betriebenen Dampferzeu  gers durchlaufende Arbeitsmittel gelangt zu einem  ersten, gegebenenfalls aus     Vorschalt-    und Haupt  turbine bestehenden Turbinensatz 3, der einen Gene  rator 4 antreibt.

   Das in dem Turbinensatz 3 ent  spannte Arbeitsmittel wird in einem     Zwischenüber-          hitzer    5 wieder überhitzt und anschliessend einer       Mitteldruckturbine    6 und einer     Niederdruckturbine    7  eines zweiten, einen Generator 8 antreibenden Tur  binensatzes     zugeführt.    Eine Zwischenüberhitzung in  dem gegebenenfalls abschaltbaren     Zwischenüberhit-          zer    9 zwischen diesen beiden Turbinen 6 und 7 kann  vorgesehen sein.

   Das die     Niederdruckturbine    7 ver  lassende Arbeitsmittel wird im Kondensator 10 nie  dergeschlagen und mittels einer Pumpe 11 über zwei       Vorwärmer    12 und einen     Entgaser    13 in ein     Anfahr-          gefäss    oder einen Speisewasserbehälter 14 geführt;  von dem aus es wieder mittels einer Speisewasser  pumpe 15 in den Dampferzeuger 2 gepumpt wird.  



  Dem die ganze Anlage durchlaufenden Arbeits  mittel wird zu deren Korrosionsverhütung an ge  eigneten Stellen so viel Ammoniak in flüssiger oder  gasförmiger Form zugesetzt,     dass    sich ein Ammoniak-         gehalt    von vorzugsweise etwa 1-2 mg je Liter  Speisewasser ergibt. Eine geeignete-Stelle für den  Zusatz des Ammoniaks     liegt    zum Beispiel zwischen  der     Kondensatpumpe    11 und dem ersten     Vorwärmer     12. Sie ist mit 16 angedeutet. Eine andere mit 17  bezeichnete Stelle befindet sich zwischen dem Speise  wasserbehälter 14 und der Speisewasserpumpe 15.  Einen bevorzugten Ort für den mit 18 angedeuteten  Zusatz des Ammoniaks stellt auch der Speisewasser  Behälter 14 selbst dar.

   Der Zusatz des Ammoniaks  ist nicht auf die vorstehend angegebenen Mengen  bzw. Orte beschränkt. Diese können vielmehr ver  ändert bzw. an andern Stellen der Kraftanlage vor  gesehen werden, zum Beispiel in einer der Turbinen.  



  Die korrosionsverhütende Wirkung des in ein  fachster Weise dem flüssigen Arbeitsmittel zugesetz  ten Ammoniaks macht sich besonders in den nach  dem     Zwischenüberhitzer    angeordneten Turbinen so  wie in der     Kondensatrücklaufleitung    bemerkbar.

   Die  Verluste des in der Dampfkraftanlage umlaufenden  Ammoniaks sind sehr gering, da sie sich in der Regel  nur auf die üblichen     Leckageverluste    erstrecken und  da ein Zerfall des Ammoniaks auch in den möglicher  weise     rotglühenden    Rohren des in der Zeichnung  nicht näher dargestellten     überhitzers    nicht erfolgt,  wie es     im    Gegensatz hierzu bei den andern flüchtigen  Aminen der Fall ist, die daher laufend erneut dem  Arbeitsmittel zugesetzt werden müssen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Korrosionsverhütung in einer Dampfkraftanlage mittels Zusatz von flüchtigen, alkalisierend wirkenden Stoffen zum Arbeitsmittel, dadurch gekennzeichnet, dass dem in der Dampf kraftanlage umlaufenden Arbeitsmittel, deren Dampf erzeuger bei mindestens kritischem Druck und einer Temperatur von mindestens 600 C betrieben wird, Ammoniak zugesetzt wird. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass das Ammoniak dem flüssigen Arbeitsmittel zwischen der Kondensatpumpe und der Speisewasserpumpe zugesetzt wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass das Ammoniak dem in einem Tur binensatz auf unterkritischen Druck entspannten Ar beitsmittel unmittelbar vor seinem Eintritt in einen nachgeschalteten Turbinensatz zugesetzt wird.
CH340519D 1956-06-14 1956-06-14 Verfahren zur Korrosionsverhütung in einer Dampfkraftanlage CH340519A (de)

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