CH339633A - Verfahren zur Verhütung von Korrosionen in Dampfkraftanlagen - Google Patents
Verfahren zur Verhütung von Korrosionen in DampfkraftanlagenInfo
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Description
Verfahren zur Verhütung von Korrosionen in Dampfkraftanlagen Eine der Ursachen für die in Dampfkraftanlagen beobachteten Korrosionen ist der Gehalt des Arbeits mittels an Kohlensäure und Sauerstoff. Eine Methode zur Verhütung der durch Kohlensäure bedingten Kor rosion ist die Zugabe von Aminen zu dem in die Kesselanlage eintretenden Speisewasser. Hierdurch soll die im Arbeitsmittel vorhandene Kohlensäure neutralisiert werden und darüber hinaus das in der Dampfkraftanlage umlaufende Arbeitsmittel noch alkalisch gemacht werden.
Bevorzugte Mittel zur Korrosionsverhütung sind organische, stickstoffhaltige Substanzen und unter diesen insbesondere Morpholin und Cyclohexylamin. Während die Wirkung dieser Substanzen bei mit unterkritischem Druck betriebenen Dampfkraftanlagen in der Regel den Erwartungen entsprochen hat, wurde überraschend festgestellt, dass sich bei mit sehr hohen, insbesondere kritischen oder überkritischen Drücken und entsprechenden Tempe raturen betriebenen Dampfkraftanlagen mit der bisher üblichen Anwendungstechnik die erhofften korro sionsverhütenden Wirkungen nicht erzielen lassen.
Die Erfindung weist einen Weg, um diese Schwie rigkeiten zu vermeiden und erfolgreich Korrosionen auch in bei sehr hohen, insbesondere überkritischen Drücken und entsprechenden Temperaturen betriebe nen Dampfkraftanlagen zu verhüten. Dies wird erfin dungsgemäss dadurch erreicht, dass stickstoffhaltige organische Substanzen dem in mindestens einer Tur binenstufe bereits entspannten Dampf zugesetzt wer den. Es kann sich auch empfehlen, die Substanzen dem Dampf nach Durchströmen des Zwischenüber- hitzers zuzusetzen. Es kann aber auch vorteilhaft sein, die Substanzen dem vom Mitteldruckteil zum Nieder druckteil der Turbine strömenden Dampf zuzusetzen.
Unter den korrosionsverhütenden Aminen zeichnen sich durch besonders gute Wirkungen Morpholin und Cyclohexylamin aus. Diese Substanzen besitzen einen niederen Verteilungskoeffizienten, das heisst in der Wasserphase zum Beispiel eines Nassdampfgemisches ist ein relativ grosser Anteil dieser Substanzen vor handen, und so werden z.
B. die Niederdruckschau- feln von Turbinen wirkungsvoll gegen Korrosion ge schützt, weil sich bereits in dem ersten ausgeschie denen Wassertropfen des Dampfes diese Amine zu einem grossen Anteil befinden.
In der Zeichnung ist als Beispiel für eine Anwen dungsmöglichkeit des erfindungsgemässen Verfahrens eine nur in den Hauptteilen gezeigte Dampfkraft anlage schematisch dargestellt.
In der Zeichnung ist der Zwangsdurchlaufdampf- erzeuger mit 1, die Vorschaltturbine mit 2, der Hoch druckturbinenteil mit 3, der Zwischenüberhitzer mit 4, der Mitteldruckturbinenteil mit 5, der Nieder druckturbinenteil mit 6, der Kondensator mit 7, die Kondensatpumpe mit 8, die Vorwärmer mit 9, das Anfahrgefäss mit 10 und die Speisewasserpumpe mit 11 bezeichnet.
In der Dampfkraftanlage sind drei Vorrats- und Dosiergefässe 12, 15, 18 für die dem Arbeitsmittel zuzusetzenden Amine vorgesehen. Von dem Gefäss 12 führt die mit einem Absperrorgan versehene Leitung 13 zu der die Vorschaltturbine 2 mit der Hochdruckturbine 3 verbindenden Leitung 14. Das Vorratsgefäss 15 ist mit der vom Zwischen- überhitzer 4 zu der Mitteldruckturbine 5 führenden Leitung 16 über die absperrbare Leitung 17 verbun den. Ferner ist das Vorratsgefäss 18 mittels der ab sperrbaren Leitung 19 an die den Mitteldruckteil 5 mit dem Niederdruckteil 6 der Turbine verbindenden Leitung 20 angeschlossen.
Anstelle der hier gezeigten Vielzahl von Vorratsgefässen kann auch nur ein ein ziges Vorratsgefäss verwendet werden, von dem aus dann die Verteilleitungen zu den für den Zusatz ge eigneten Stellen der Dampfkraftanlage führen. Der Zusatz der Amine kann je nach Bedarf an allen oder nur an einzelnen hierfür vorgesehenen Stellen erfolgen, immer jedoch erfolgt er zweckmässig an der Stelle des Arbeitsmittelkreislaufes, wo das Arbeitsmittel höchstens noch eine Temperatur be sitzt, die im Falle eines Zusatzes von Diäthylen- oximid zwischen etwa 500 und 550 C liegt.
Ist z. B. der im Dampferzeuger erzeugte Dampf in der Vorschaltturbine 2 so weit entspannt, dass seine Temperatur die für den Zusatz der Amine zulässige Höchstgrenze nicht mehr überschreitet, so können die Amine in der erforderlichen Menge bereits dem zur Hochdruckturbine 3 strömenden Dampf zugesetzt werden. Muss der nach Durchströmen einer vorge schalteten Turbinenstufe abgekühlte Dampf vor sei nem Eintritt in die nächstfolgende Turbinenstufe wie der überhitzt werden, so kann die korrosionsverhü tende Substanz in der erforderlichen Menge dem z. B.
zur Mitteldruckstufe 5 der Turbine strömenden überhitzten Dampf zugesetzt werden, vorausge- setzt, dass dessen überhitzung die für die korro sionsverhütende Substanz zulässige Höchsttemperatur nicht überschreitet. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dem zum Niederdruckturbinenteil 6 strömen den Dampf, der in der Regel bereits Nassdampf ist, die erforderliche Menge an korrosionsverhütenden Aminen zuzusetzen.
Der Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens liegt darin, dass durch den Zusatz der korrosionsver hütenden Substanzen zu dem erzeugten Dampf an stelle wie bisher zu dem in die Kesselanlage eintre tenden Speisewasser im ganzen Bereich der Dampf kraftanlage, wo prinzipiell durch diese Substanzen eine Schutzwirkung erzielbar ist, diese auch prak tisch erreicht wird und erhalten bleibt. Insbesondere können die durch Feuchtigkeitsausscheidungen korro sionsgefährdeten ersten Niederdruckturbinenstufen und die Kondensatrücklaufpartien wirksam geschützt werden.
Das erfindungsgemässe Verfahren erweist sich als besonders wertvoll bei Dampfkraftanlagen, deren Dampferzeuger bei knapp unterkritischen oder kri tischen und überkritischen Drücken und entsprechend hohen Temperaturen betrieben werden. Auch hier gelingt es durch die erfindungsgemässe Art und Weise des Zusatzes der vorerwähnten Amine zum Arbeits mittel z. B. die nach dem überhitzer bzw. Zwischen- überhitzer angeordneten Teile der Anlage wirksam vor Korrosionen zu schützen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Verhütung von Korrosionen in bei sehr hohen, insbesondere überkritischen Drücken und entsprechenden Temperaturen betriebenen Dampf kraftanlagen, dadurch gekennzeichnet, dass stickstoff haltige organische Substanzen dem in mindestens einer Turbinenstufe bereits entspannten Dampf zu gesetzt werden. UNTERANSPRCCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Substanzen dem Dampf nach Durchströmen des Zwischenüberhitzers zugesetzt wer den. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Substanzen dem vom Mittel druckteil zum Niederdruckteil der Turbine strömen den Dampf zugesetzt werden. 3.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass als stickstoffhaltige organische Substanzen Amine verwendet werden. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass als stickstoffhaltige organische Substanz Morpholin verwendet wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass als stickstoffhaltige organische Substanz Cyclohexylamin verwendet wird.
Applications Claiming Priority (1)
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