CH342293A - Selbstausheilender Kondensator - Google Patents
Selbstausheilender KondensatorInfo
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Description
Selbstausheilender Kondensator Die Erfindung bezweckt, einen elektrischen Kon densator zu schaffen, der nicht nur bei Durchschlä gen an den Durchschlagstellen selbst ausheilt, son dern auch an Stellen, an denen beispielsweise infolge erhöhter elektrischer Verluste bei Betrieb mit Wech selstrom eine unzulässige örtliche Erwärmung ein tritt. Es hat sich nämlich gezeigt, dass gerade in Wechselstromkondensatoren die Temperatur an ein zelnen Stellen derart anwachsen kann, dass das Di- elektrikum verkohlt und die Kondensatoren unter dem Druck von in ihrem Innern entwickelten Gasen zerstört werden.
Dies kann vermieden werden, wenn ein Kondensator nicht nur eine Belegung enthält, die bei einem Durchschlag um die Durchschlagstelle herum wegbrennt, sondern auch mindestens eine Be legung, die bei Erwärmung thermisch aufreisst, ehe eine schädliche Zersetzung oder sonstige Zerstörung des Dielektrikums eintritt.
Als Metalle, die thermisch aufreissen, ehe eine schädliche Zerstörung des Dielektrikums eintritt, eignen sich. am besten Legierungen mit niedrigem Schmelzpunkt. Reisst eine solche Belegung an einer lokalen Überwärmungsstelle so auf, dass hier eine Stelle ohne elektrische Leitfähigkeit entsteht, so ver schwindet hier das elektrische Feld, und die weitere Erwärmung an dieser Stelle wird vermieden.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass ein volles Verschwinden des elektrischen Feldes an Stellen starker lokaler Erwärmung nur dann eintritt, wenn der nach dem thermischen Aufreissen an diesen Stellen vorhandene spezifische Flächenwiderstand des Metallbelages genügend gross ist (Erklärung des Begriffes spezifischer Flächenwiderstand vor den Ansprüchen). Es ist erforderlich, hierzu spezifische Flächenwiderstände von mehr als 106 Ohm zu er reichen.
Eine solche Erhöhung des Schichtwiderstan- des erhält man nicht mit Sicherheit, wenn man nur darauf achtet, dass der Schmelzpunkt des Belagmetal- les unter der Zerstörungstemperatur des verwendeten Dielektrikums liegt. Eine einwandfreie Abschaltung des Feldes an den Fehlerstellen ist nur zu erreichen, wenn nicht nur zwischen den beim Aufreissen sich bildenden Metallinseln keine Brücken erhalten blei ben, sondern wenn auch die auf dem Belagmetall stets vorhandene Korrosionsschicht einen entspre chend hohen Widerstand hat.
Diese Bedingungen werden erfüllt, wenn gemäss der Erfindung die für die thermisch aufreissende Belegung verwendete niedrigschmelzende Legierung eine Komponente enthält, welche die Entstehung einer solchen Korrosionsschicht an der Oberfläche des Metallbelages zur Folge hat, dass die aufgerissene Belegung einen höheren spezifischen Flächenwider stand als 10s Ohm besitzt.
Eine derartige Legierung kann z. B. aus Kad mium, Wismut und Zink mit einer Zusammensetzung von mehr als 5 /o Kadmium, 2 bis 80 @/o Wismut und 2 bis 80 % Zink bestehen, bei der die gefor derte Eigenschaft der entstehenden Korrosionsschicht durch ihren Zinkgehalt bedingt ist. Da aber die An wesenheit von Kadmium in einer Legierung aus Kad mium und Wismut allein zu Korrosionsschichten führen würde, die verhältnismässig niederohmig sind, würden aufgerissene Kadmium - Wismut - Schichten nicht die obengenannte 106-Ohm-Grenze erreichen.
Enthält eine niederschmelzende Belegung ausser Kad mium und Wismut aber auch noch Zink, so entste hen an der Oberfläche dieser Belegung keine Kad- miumdeekschichten, sondern nur noch solche des unedleren Zinks, welche einen wesentlich höheren Widerstand haben als die Korrosionsschichten des Kadmiums. Darauf ist es zurückzuführen, dass durch aufgerissene Schichten aus Kadmium-Wismut-Zink- Legierungen praktisch kein Stromdurchgang stattfin den kann und so die Schicht an dieser Stelle keine Kondensatorbelegung mehr darstellt.
Gute Verhältnisse ergeben sich unter Verwen- dung von Legierungen, die aus mehr als 30% Kad- mium, 5 bis @30 0,
\o- Wismut und 10 bis 40 % Zink zusammengesetzt sind. Im praktischen Betrieb haben sich Schichten aus einer Legierung von<B>6004</B> Kad mium, 20 0/0 Wismut und 20 0o Zink besonders be währt. Sie reissen bei 143 C auf, das heisst also ehe eine schädliche Zersetzung von Papier eintritt, das vielfach als Kondensatordielektrikum Verwendung findet.
Der spezifische Flächenwiderstand aufgerisse ner Kadmium-Wismut-Zink-Schichten beträgt<B>108</B> bis 1010 Ohm. Natürlich kann auch von Legierungen mit andern die Aufreisstemperatur bestimmenden Komponenten, wie z. B. Zinn-Wismut, Blei-Zinn und Zinn-Kadmium, ausgegangen werden, wenn es sich darum handelt, in dem Bereich von 120 bis 200 C thermisch aufreissende Schichten herzustellen.
Gegebenenfalls hat dann nur noch die Auswahl einer dritten Legierungskomponente zu erfolgen, die in jedem Fall unedler sein muss als die die Aufreisstem- peratur bestimmenden Legierungskomponenten und die Bildung einer Korrosionsschicht mit höherem Widerstand an der Oberfläche des Metallbelages zur Folge hat als demjenigen einer Korrosionsschicht, die sich beim alleinigen Vorhandensein der übrigen Le gierungskomponenten bilden würde. Als dritte Legie rungskomponente kommen in Verbindung mit den genannten, die Aufreisstemperatur bestimmenden Metallen mit niedrigem Schmelzpunkt, z. B. Alumi nium, Mangan und Indium, in Betracht.
Bei selbstheilenden Kondensatoren, die eine bei Erwärmung aufreissende Metallbelegung besitzen, wird man normalerweise für die andere Belegung eine Metallschicht wählen, die sich möglichst gut eignet für die Ausheilung von Durchschlagstellen, also z. B. eine Schicht, die aus Zink, Kadmium, Aluminium oder Nickel besteht und eine Schicht dicke zwischen 0,01 und 0,2 ,li besitzt. Man ist in diesem Fall in der Wahl der Schichtdicke für die bei unzulässiger Erwärmung aufreissende Belegung frei.
Man kann aber auch die aufreissende Belegung durch entsprechende Wahl der Schichtdicke so aus bilden, dass sie sowohl bei einem Durchschlag um die Durchschlagstelle herum verschwindet und den Durchschlagstrom unterbricht als auch bei lokal unzulässiger Erwärmung ihre Leitfähigkeit so weit ver liert, dass das elektrische Feld an dieser Stelle zu sammenbricht. In einem solchen Fall kann für die beiden Kondensatorbelegungen die gleiche Metall schicht, oder es kann für die zweite Kondensatorbele- gung eine nicht ausheilende andere Metallbelegung, z. B. eine Metallfolie, verwendet werden.
In den Fig. 1 und 2 ist eine aufgerissene Metall schicht im Schnitt und in der Draufsicht in gegen über der Wirklichkeit verzerrten Grössenverhältnissen schematisch dargestellt. In den Figuren ist mit 10 eine Unterlage be zeichnet, beispielsweise aus 8 starkem Kondensa- torpapier, auf welche eine etwa 0,05 /r starke Metall schicht 11 aus einer Kadmium-Wismut-Zink-Legie- rung aufmetallisiert ist. Auf der Metallschicht 11 hat sich nach der Metallisierung eine Korrosionsschicht gebildet, die beispielsweise 0,01<B>11</B> stark sein und aus einem Oxyd bestehen kann.
In Fig. 2 ist die Deck schicht der Deutlichkeit halber nicht aufgezeichnet. An der Stelle 13 ist die Metallschicht 12 thermisch aufgerissen, das heisst das Belagmetall hat sich hier unter dem Einfluss von örtlicher Erwärmung auf die Schmelztemperatur der Kadmium-Wismut-Zink-Le- gierung (143 C) in zahlreiche kleine, nicht mitein ander in Verbindung stehende Inselchen 14 aus dem Belagmetall aufgespalten. Grössenordnungsgemäss handelt es sich um<B>106</B> Inselchen, die sich pro mm' beim Aufreissen der Metallschicht bilden.
Elektronen mikroskopische Untersuchungen haben ergeben, dass sich die Inselbildung dabei in der Regel nur auf den unter der Deckschicht liegenden Metallbelag er streckt, während die Deckschicht selbst nicht auf gerissen wird, sondern je nach dem Metall, aus dem sie gebildet wurde, als eine noch mehr oder weniger leitfähige Haut über den Metallinseln 14 erhalten bleibt. Bei Verwendung einer Kadmium-Wismut- Zink-Legierung besteht diese Haut vornehmlich aus Zinkoxyd, das einen ausreichend grossen Widerstand besitzt, um auf der Aufreissfläche einen spezifischen Flächenwiderstand der verbleibenden Schicht von mehr als 106 Ohm zu ergeben.
Als spezifischer Flächenwiderstand ist dabei der jenige Widerstand zu verstehen, der zwischen zwei geraden Schneiden messbar ist, wenn diese auf einen aus der zu messenden Schicht herausgeschnittenen Streifen konstanter Breite senkrecht zum Streifenrand so aufgesetzt werden, dass sowohl die Länge der Be rührungslinie jeder Schneide mit der Schicht als auch der Abstand der Schneiden in Streifenlängsrichtung gleich der Streifenbreite ist. Die Messflächenlänge ist in diesem Fall gleich ihrer Breite und die Messfläche ein Quadrat. Das Messergebnis ist eine Grösse, die unabhängig von der Seitenlänge des Quadrates ist. In der Dimension der Messgrösse erscheint keine Länge mehr.
Sie lautet lediglich: Ohm.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Selbstausheilender elektrischer Kondensator, der mindestens eine Belegung enthält, die bei einem Durchschlag um die Durchschlagstelle herum weg brennt, und mindestens eine Belegung aus einer niedrigschmelzenden Legierung, die bei Erwärmung thermisch aufreisst, ehe eine schädliche Zerstörung des Dielektrikums eintritt, dadurch gekennzeichnet, dass die für die thermisch aufreissende Belegung ver wendete niedrigschmelzende Legierung eine Kompo nente enthält, welche die Entstehung einer solchen Korrosionsschicht an der Oberfläche des Metallbela ges zur Folge hat, dass die aufgerissene Belegung einen höheren spezifischen Flächenwiderstand als 106 Ohm besitzt. UNTERANSPRÜCHE 1.Selbstausheilender Kondensator nach Patent anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass in der niedrigschmelzenden Legierung, aus welcher die ther misch aufreissende Belegung besteht, Kadmium und Wismut als Komponenten enthalten sind. 2. Selbstausheilender Kondensator nach Patent anspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekenn zeichnet, dass für die aufreissende Belegung Zink als zusätzliche Legierungskomponente beigemengt ist. 3.Selbstausheilender Kondensator nach Patent anspruch und Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die thermisch aufreissende Be- legung aus einer Legierung von mehr als 5 % Kad- mium,2 bis 80 % Wismut und 2 bis 80 % Zink be- steht. 4.Selbstausheilender Kondensator nach Patent anspruch und Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die thermisch aufreissende Bele- gung aus einer Legierung von mehr als 30 % Kad- mium, 5 bis 30 oio Wismut und 10 bis 40 % Zink besteht. 5.Selbstausheilender Kondensator nach Patent anspruch und Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die thermisch aufreissende Be- legung aus einer Legierung von 60 % Kadmium, 20 % Wismut und 20 % Zink besteht. 6.Selbstausheilender Kondensator nach Patent anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die thermisch aufreissende Belegung aus einer Legierung besteht, welcher Aluminium beigemengt ist. 7. Selbstausheilender Kondensator nach Patent anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die thermisch aufreissende Belegung aus einer Legierung besteht, welcher Magnesium beigemengt ist. B. Selbstausheilender Kondensator nach Patent anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die thermisch aufreissende Belegung aus einer Legierung besteht, welcher Mangan beigemengt ist. 9. Selbstausheilender Kondensator nach Patent anspruch, dadurch gekennzeichnet, da.ss die thermisch aufreissende Belegung aus einer Legierung besteht, welcher Indium beigemengt ist.
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