Vorrichtung zum willkürlichen Vor- und Rückstellen von Antriebsmechanismen einer Webmaschine Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum will kürlichen Vor- und Rückstellen eines oder mehrerer, während des normalen Webbetriebes mit der Haupt welle einer Webmaschine verbundener Mechanismen zum Antrieb von Webmaschinenteilen.
Die Vorrichtung nach der Erfindung ist gekenn zeichnet durch eine Kupplung zwischen dem zu schal tenden Mechanismus und dem Webmaschinenantrieb, ferner durch ein von Hand zu betätigendes Schalt organ, welches mit einem die Kupplung steuernden Organ und mit einem Organ zum Betätigen der Abstellvorrichtung der Webmaschine in der Weise getrieblich verbunden ist, dass bei Betätigen des Schaltorgans über das genannte Steuerorgan die Kupplung gelöst und gleichzeitig die Webmaschine über das Abstellvorrichtungs - Betätigungsorgan ab gestellt wird.
Auf der Zeichnung ist in Fig. 1 und 2 je ein Aus führungsbeispiel der Erfindung schematisch dar gestellt In Fig.l sind der Teil der Webkette 17, der durch die Schäfte 18 und durch das Riet 29 hin durchgezogen ist, sowie das anschliessende Gewebe 21 dargestellt.
Zur Betätigung der einzelnen Teile der Web- maschine, wie der Schäfte 18, des Kettenbaumes, des Warenbaumes, des Schussfadenwechsels und derglei chen sind verschiedene Antriebsmechanismen not wendig.
Die Schäfte 18, von denen üblicherweise mehr als die beiden gezeichneten vorhanden sind, werden über das Zwischengestänge 41 vom Nockengetriebe (den Nockenscheiben 42) und den Rollenhebeln 43 kraft schlüssig betätigt, um innerhalb bestimmter Winkel stellungen der Hauptwelle 15 den Fachwechsel zu bewirken. Dazu wird die Nockenwelle 44 über den Kettenantrieb 45 und das Schraubenradgetriebe 46 von der Hauptwelle 15 über die Einzahnkupplung 47 angetrieben. Mittels des Zahnradgetriebes 48 werden der nicht gezeichnete Schaltbaum zum Abziehen des Gewebes 21 und der ebenfalls nicht dargestellte Kettenbaum angetrieben.
Die Lade 28 schwenkt sich um die Welle 49, auf welcher der zweiarmige Rollenhebel 50 befestigt ist, dessen Arme mit den Nockenscheiben 51 zusammen arbeiten und die Lade 28 zwangläufig von der Ruhe stellung in die Anschlagstellung und zurück bewegen.
Zwischen den Nockenscheiben 51 und der Kupp lung 47 ist das Zahnradgetriebe 52 mit einer über setzung von 1:1 zum Antrieb der Welle 53 und der Nockenscheibe 54 vorgesehen. Auf der mit der Vor richtung zum Abstellen der Webmaschine verbunde nen Welle 55 ist ein Hebel 56 fest aufgekeilt und der doppelarmige, eine Rolle 58 aufweisende Hebel 57 frei drehbar und axial verschiebbar angeordnet. Die Rolle 58 liegt in der Ebene der Anschlagrolle 62. Der Hebel 57 wird unter der Wirkung. der Feder 63 in der in Fig. 1 gezeichneten Stellung auf der Welle 55 gehalten, in der die Rolle 58 unter der Wirkung der Feder 59 an die Anschlagrolle 62 gedrückt wird.
Die Nockenscheibe 54 liegt in einer von der Ebene der Rolle 62 verschiedenen, vor dieser Ebene liegenden Ebene. Bei Drehung der Nockenscheibe 54 kommt deren Nocken daher normalerweise nicht mit der Rolle 58 in Wirkung.
Der Schalthebel 69 ist das von Hand zu betäti- gende Schaltorgan, welches mit dem die Kupplung 47 steuernden Organ, nämlich der Kupplungsgabel 74, und mit dem Organ zum Betätigen der Abstellvorrich- tung, nämlich der Schaltscheibe 66, in der Weise mechanisch verbunden ist, dass mit dem Betätigen des Schalthebels 69 durch die Gabel 74 die Kupplung 47 ausgekuppelt und gleichzeitig durch die Schalt scheibe 66 die Maschine abgestellt wird.
Dazu hat die Schaltscheibe 66 einen V-förmigen Einschnitt 67 für das V-förmig ausgebildete Ende 68 des Hebels 56. Der Schalthebel 69 ist mittels des Hebels 71 und des Lenkers 72 mit dem obern Arm 73 der Kupplungsgabel 74 verbunden, welche um die am Gestellteil 61 vorgesehene Drehachse 75 drehbar ist.
Die Wirkungsweise ist die folgende: Wird die Ab stellwelle 55 im Sinne des Drehpfeils 76 gedreht, so wird eine nicht gezeichnete Hauptkupplung und eine ebenfalls nicht dargestellte Bremse betätigt und damit die Hauptwelle 15 vom Motor abgekuppelt und gleichzeitig sofort gebremst, so dass sie innerhalb eines bestimmten Hauptwellenwinkels zum Stillstand kommt, dessen Grösse in erster Linie von der ein gestellten Schusszahl der Webmaschine abhängt. Die Drehung der Abstellwelle 55 kann durch irgendein Wächterorgan der Webmaschine oder durch Betäti gung des Hebels 69 im Sinne des Pfeils 77 hervor gerufen werden.
Im letzteren Falle wird zugleich die Scheibe 66 gedreht, so dass ihre Erhebung 83 gegen den Arm 64 läuft und den Hebel 57 entgegen der Wirkung der Feder 63 axial nach vorn schiebt. Die Rolle 58 wird dabei vom Umfang der Anschlag rolle 62 heruntergezogen, so dass der Hebel 57 unter der Wirkung der Feder 59 in Fig. 1 etwas nach rechts verschwenkt wird. Die Rolle 58 steht nunmehr vor der Anschlagrolle 62 und liegt in der Ebene der Nockenscheibe 54.
Die Bedienungsperson wird die Webmaschine zum Beispiel abstellen, wenn sie am Gewebe 21 einen Fehler im Schusseintrag bemerkt. Um diesen Fehler zu beheben, kann es nötig sein, dass mehrere Schuss- fäden herausgenommen werden, so dass der Schalt baum zum Abwickeln des Gewebes 21 vom Waren baum zurückgedreht werden muss. Dabei sind auch die Schäfte 18 in umgekehrter Folge zu betätigen, damit die eingebundenen Schussfäden freigelegt und herausgezogen werden können, und zwar so weit, bis der fehlerhafte Schusseintrag frei ist.
Um die dafür notwendigen Hilfsbewegungen durchzuführen, ist die Kupplung 47 eingebaut, die einen Teil der beim Weben betätigten Mechanismen von der Hauptwelle 15 bzw. von andern Mechanis men getrieblich trennt.
Da mittels des Hebels 69 die Kupplung 47 gelöst, d. h. die Nockenrollen 42 von der Hauptwelle 15 getrieblich getrennt werden, kann mittels der Kur bel 79 die Welle 78 im Uhrzeigersinn gedreht und können damit die Antriebsmechanismen 41 bis 46 bzw. 46, 48 willkürlich rückgestellt werden, um die Schäfte, den Kettenbaum und den Schaltbaum bei stillstehendem Schuss- und Fangwerk zu betätigen. Dazu wird die Kurbel 79 auf der Welle 78 gegen den Mitnehmerstift 81 hin verschoben, bis der Ein schnitt 82 den Stift 81 umfasst. Durch Drehen der Kurbel 79 in der umgekehrten Richtung können die genannten Antriebsmechanismen wieder willkürlich vorgestellt werden.
Wird nach Behebung des Schadens der Hebel 69 wieder in die gezeichnete Stellung zurückverschwenkt und dabei die Kupplung 47 geschlossen und die Scheibe 66 wieder so weit verdreht, dass der Hebel 56 mit seinem V-förmigen Ende 68 in den Einschnitt 67 einfällt und die Fläche 65 wieder gegenüber dem Arm 64 steht, so verbleibt der zweiarmige Hebel 57, 64 zunächst in seiner vordern Axialstellung, in der die Rollen 58 in der Ebene der Nockenscheibe 54 liegt. Nockenscheibe 54 und Rolle 58 vermögen also zusammen zu wirken.
Wird die Maschine darauf durch Einschalten des Motors und durch Schliessen der Hauptkupplung wieder in Betrieb gesetzt, so dreht sich die Hauptwelle 15 und damit auch die Nockenscheibe 54, letztere in Richtung des Pfeils 86. Nach einer Drehung um etwa den Winkel a läuft der Nocken auf die Rolle 58 auf und verschwenkt den Hebel 57, 64 gegen die Kraft der Feder 59 so weit nach links, dass die Feder 63 die Teile 57, 64, 58 in die gezeichnete Axialstellung zurückzuverschieben vermag, in der die Rolle 58 wieder in einer hinter der Ebene der Nockenscheibe 54 liegenden Ebene liegt.
Während der Verschwenkung des Hebels 57, 64 nach links schlägt der Arm 64 gegen den am Hebel 56 angebrachten Stift 81. Dadurch wird der Hebel 56 erneut aus dem Einschnitt 67 gehoben, die Welle 55 entsprechend Pfeil 76 nach links verschwenkt und die Maschine abgestellt. Die Anordnung ist so getroffen, dass die Maschine erneut abgestellt wird, bevor die Hauptwelle 15 eine vollständige Umdrehung gemacht hat und das Riet 29 in der Anschlagstellung F ist. Damit ist dafür gesorgt, dass während der kurzen Inbetriebsetzung der Maschine gerade ein Schuss faden in das Fach eingetragen wurde.
Dies hat den Zweck, der Bedienung die Möglichkeit zu geben, zu prüfen, ob anstelle des gebrochenen Schussfadens nun mehr ein Schussfaden eingetragen ist, der dem gebro chenen zum Beispiel in bezug auf Farbe und Art und hinsichtlich seiner Stellung innerhalb der Sehussbin- dung entspricht. Auf diese Weise wird die Bedie nungsperson vor dem Weiterweben dazu veranlasst, sich zu überzeugen, dass kein Fehler im Gewebe 21 entsteht. Der mit einem solchen Fehler verknüpfte Zeit- und Materialverlust wird dadurch vermieden.
Bei dem Beispiel nach Fig.2 treibt die Haupt welle 15 der Webmaschine über das Winkelrad getriebe 111 die Zwischenwelle 112. Auf der Welle, 112 ist der in der Figur linke Kupplungsteil 113 einer Klauenkupplung mittels des Längskeils 114 ver schiebbar gelagert und wird durch die Druckfeder 115 gegen den rechten Kupplungsteil 116 gepresst, wobei die Klaue 117 des linken Teils mit der Klaue 118 des rechten Teils zusammenarbeitet. Ein beim Aus kuppeln zwischen die Klauen einfallendes Sperr organ 119 verhindert ein Wiedereinkuppeln, solange der Teil 113 nicht um 360 relativ zum Kupplungs teil 116 vor- oder rückwärtsgedreht worden ist.
Mit dem Teil 116 ist das Kettenrad 121 fest ver bunden und treibt mittels der Kette 122 und des Kettenrades 123 die Hilfswelle 124 und über das Kettenrad 125 die Fachbildungsvorrichtung 126, die das Heben und Senken der hier nicht gezeichneten Schäfte beim Fachwechsel bewirkt.
Die Hilfswelle 124 treibt über das Kettenrad 127 mittels der Kette 128 die Kettenschaltvorrichtung und mittels des Schraubenradgetriebes 129 und der Welle 131 die Vorrichtung zur Warenschaltung.
Auf dem rechten Ende der Hilfswelle 124 ist ein Zahnrad 132 angeordnet, welches in das Zahnrad 133 eingreift. Oberhalb des letzteren ist die Welle 134 vorgesehen.
Auf der Welle 134 sind die Handkurbel 135, die Schaltscheibe 136, welche das Abstellen der Web- maschine durch Verdrehung der Wächterwelle 55 mittels des Hebels<B>138</B> auslöst, und das Zahnrad 139, als Verbindungsglied zwischen der Handkurbel 135 und den zu schaltenden Antriebsmechanismen der Fachbildungs-, Kettenschalt- und Warenschaltvorrich- tung angeordnet. Der Hebel 141 ist mittels des Len kers 142 mit der Gabel 143, welche in die Rille 144 der Welle 134 eingreift, verbunden. Der Hebel 141 ist um die Achse 145 drehbar und hat eine Gabel 146, die in die Nut 147 des Kupplungsteils 113 eingreift.
Oberhalb des Kupplungsteils 113 ist der von Hand zu betätigende Schalthebel 148 angeordnet, der um die Achse 149 drehbar ist und mit dem Ansatz 150 am untern Arm in die Nut 147 eingreift. Der He bel 148 ist also durch seinen Ansatz 150, den He bel 141, den Lenker 142, die Gabel 143 und die Welle 134 mit .der Schaltscheibe 136, dem Zahn rad 139 und auch der Kurbel<B>135</B> mechanisch ver bunden.
Wenn daher der Schalthebel 148 in der Zeichnung nach rechts verschwenkt wird, wird durch seinen die Kupplung 113, 116 steuernden Ansatz 150 die Kupplung gelöst und gleichzeitig durch das Ab stellvorrichtungs-Betätigungsorgan, das ist die Schalt scheibe 136, das Abstellen der Maschine bewirkt und schliesslich durch das Verbindungsglied (das Zahn rad 139) die getriebliche Verbindung zwischen der Handkurbel 135 und den Antriebsmechanismen der Fachbildungsvorrichtung, des Kettenbaumes und des Warenbaumes hergestellt. Gleichzeitig ist die Hand kurbel 135 nach rechts verschoben und aus dem sie beidseitig umfassenden Schlitz 151 herausgeschoben worden.
Der Schlitz 151 dient als Anschlag für die Handkurbel 135 in deren ausgezogen gezeichneter Ruhestellung. In der strichpunktiert gezeichneten Arbeitsstellung der Kurbel 135 können nun durch Drehen der Kurbel die Schäfte, der Kettenbaum und der Warenbaum willkürlich vor- und nachgestellt wer den. Es können aber auch noch andere Mechanismen von der Welle 124 angetrieben sein, die eine Einzel funktion oder eine Gruppe von Funktionen haben, wie zum Beispiel die Vorrichtung zum Wechseln von Schussfäden, wenn gemäss einem vorgeschriebenen Schussrapport nach Art, nach Material oder nach Farbe verschiedene Schussfäden eingetragen werden sollen.