CH343977A - Verfahren zur Herstellung von nicht hauptsächlich zur Ernährung von Menschen oder Tieren bestimmtem Zucker durch stufenweise Hydrolyse von cellulose- und hemicellulosehaltigem pflanzlichem Material - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von nicht hauptsächlich zur Ernährung von Menschen oder Tieren bestimmtem Zucker durch stufenweise Hydrolyse von cellulose- und hemicellulosehaltigem pflanzlichem Material

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CH343977A
CH343977A CH343977DA CH343977A CH 343977 A CH343977 A CH 343977A CH 343977D A CH343977D A CH 343977DA CH 343977 A CH343977 A CH 343977A
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hydrolysis
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Theodor Dr Riehm
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Udic Societe Anonyme
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13KSACCHARIDES OBTAINED FROM NATURAL SOURCES OR BY HYDROLYSIS OF NATURALLY OCCURRING DISACCHARIDES, OLIGOSACCHARIDES OR POLYSACCHARIDES
    • C13K1/00Glucose; Glucose-containing syrups
    • C13K1/02Glucose; Glucose-containing syrups obtained by saccharification of cellulosic materials

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Description


  Verfahren zur Herstellung von nicht     hauptsächlich    zur Ernährung von Menschen oder Tieren  bestimmtem Zucker durch stufenweise Hydrolyse  von     cellulose-    und     hemicellulosehaltigem        pflanzlichem    Material    Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur  Herstellung von nicht hauptsächlich zur Ernährung  von Menschen oder Tieren bestimmtem Zucker  durch Verzuckerung von     cellulose-    und     hemicellulose-          haltigem,    pflanzlichem Material durch stufenweise  Hydrolyse.

   Es sind bereits zweistufige Verfahren be  kannt, bei welchen die Hydrolyse zunächst in einer  ersten Stufe     (Vorhydrolyse)    mit stark     verdünnter,          etwa        l%iger        Salzsäure        bei        hoher        Temperatur        (bei     etwa 130  C)

   vorgenommen wird und der Rückstand       alsdann        mit        mehr        als        40%iger        Salzsäure        hydrolysiert     und das     Hydrolysat    weiterverarbeitet wird. Diese  Verfahren haben sich praktisch gut bewährt; sie sind  aber nicht geeignet für die Verarbeitung von zer  kleinerten Stoffen, wie z. B. Sägemehl und derglei  chen. Gerade der Verzuckerung     derartiger    schlecht  oder nicht     verwertbarer    Abfallstoffe kommt aber eine  erhöhte     wirtschaftliche    Bedeutung zu.  



  Nach dem     erfindungsgemässen    Verfahren ist es  nun möglich, Zucker aus zerkleinerten     cellulose-          und        hemicellulosehaltigen    Ausgangsstoffen, wie z. B.  feinkörnigem Sägemehl und dergleichen, zu gewin  nen, was bisher     technisch    und     wirtschaftlich    nicht  möglich war.  



  Eingehende Versuche haben ergeben, dass man       cellulose-    und     hemicellulosehaltige    Ausgangsstoffe in       zerkleinertem,    körnigem Zustand, z. B. in Form von  Sägemehl, unter Erzielung guter Ausbeuten auf  Zucker verarbeiten kann, wenn man das Ausgangs  material einer     Vorhydrolyse    mit Salzsäure, deren       Konzentration        unter        40%        HCl        liegt,        bei        gewöhn-          licher    Temperatur unterwirft,

   sie hierdurch von       Hemicellulosen    praktisch befreit und dann erst die  Haupthydrolyse mit hochkonzentrierter, z. B. 40 bis       41%iger,        HCl        durchführt.       Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch  gekennzeichnet, dass das     cellulose-    und     hemicellu-          losehaltige    Ausgangsmaterial in zerkleinertem, körni  gem Zustand zunächst in einer ersten Stufe der Hy  drolyse mit konzentrierter     Salzsäure,

      deren     Konzen-          tration        weniger        als        40%        HCl        beträgt,        bei        Raum-          temperatur    unterworfen wird, wobei die Konzentra  tion der Salzsäure so bemessen wird, dass das Gut  unter Vermeidung von störendem Zerfall der Körner  von     Hemicellulosen    praktisch befreit wird, und in  einer zweiten Stufe der Hydrolyse mit     Salzsäure,

            deren        Konzentration        mindestens        40        %        HCl        beträgt,     unterworfen wird.  



  Zur     Durchführung    der ersten Stufe kann man  eine     Salzsäure    verwenden, deren Konzentration an       HCl    etwa 29     bis   <B>370/9</B>     beträgt.    Es empfiehlt sich  aber, die Konzentration der zur     Durchführung    der  ersten Stufe dienenden     Salzsäure    der Art und Be  schaffenheit des zu verzuckernden,     cellulosehaltigen          Materials    anzupassen. Hierdurch ist man in der Lage,  einen störenden Zerfall der feinen Körner bei Durch  führung der ersten Stufe der Hydrolyse     auszu-          schliessen.     



  Bei Verarbeitung von     Nadelholz    hat sich z. B.  die     Durchführung    der ersten Stufe mit einer Salz  säure von 34 bis     371/o        HCl    als besonders     vorteilhaft     erwiesen. Bei     Einhaltung    dieser Bedingungen bleibt  der störende Kornzerfall völlig aus.     Infolgedessen     kann die nachfolgende     zweite    Stufe der Hydrolyse  mit     hochkonzentrierter    Salzsäure störungsfrei und  unter Erzielung guter Ergebnisse durchgeführt wer  den.

   Dieses Ergebnis war nach den bisher herrschen  den Anschauungen nicht zu erwarten, da bisher die       Hemicellulosen    als     Bindemittel    für die Holzbestand  teile     (Lignin    und     Cellulose)    angesehen worden sind.      Die     Hemicellulosen    werden aber bei der ersten Stufe  eines     feinkörnigen    Materials, wie z. B. Sägemehl, mit  geeignet konzentrierter Salzsäure bei Raumtempera  tur praktisch völlig herausgelöst.  



  Bei der ersten Stufe der Hydrolyse von     Nadel-          hölzern    werden gewöhnlich etwa 22-26 0/0 der ur  sprünglichen     Holztrockensubstanz    herausgelöst.  



  <I>Beispiel</I>       Nadelholzsägemehl    wurde in einen Turm gefüllt       und        mit        35        %iger        Salzsäure        bei        Raumtemperatur        hy-          drolysiert,        indem        ein        Strom        von        35        %iger        Salzsäure     von unten nach oben durchgeleitet wurde und die  hierbei gebildete Zuckerlösung oben abgeführt wurde.

    Nach     Durchführung    der ersten Stufe, die nach zwei  Stunden beendet war, wurde die noch in der     Be-          schickung        befindliche        restliche        35%ige        Salzsäure     durch 40,5     0/0ige    Salzsäure, die von unten her in den  Turm eingefüllt wurde, verdrängt und die hierbei  gebildete Zuckerlösung aus dem obern Turmende  abgeführt und aufgefangen.

   Die so gewonnene  Zuckerlösung wurde alsdann in üblicher Weise auf  Traubenzucker aufgearbeitet, wobei sich keinerlei  Schwierigkeiten ergaben und     gut        kristallisierender     Traubenzucker von einwandfreier Beschaffenheit in  guter Ausbeute erhalten wurde. Die durch die erste       Stufe        der        Hydrolyse        mit        35%iger        Salzsäure        gewon-          nene    Zuckerlösung ergab nach Eindampfen im  Vakuum,     Entsäuerung    und Reinigung einen süss  schmeckenden, hell zitronengelben, klaren Zucker  sirup.  



       Bezüglich    der     Korngrösse    wies das Holzmaterial  vor (Sägemehl) und nach     (zurückgebliebenes        Lignin)     der Durchführung des Verfahrens folgende Zusam  mensetzung auf:  
EMI0002.0046     
  
    Sägemehl <SEP> Zurückgebliebenes
<tb>  Lignin
<tb>  Korngrössen:
<tb>  über <SEP> 3 <SEP> mm <SEP> 0,6% <SEP> <B>01/0</B>
<tb>  3-1,2 <SEP> mm <SEP> 12,3 /o <SEP> 12,00/a
<tb>  1,2-0,6 <SEP> mm <SEP> 49,8% <SEP> 56,00/0
<tb>  0,6-0,3 <SEP> mm <SEP> 24,6% <SEP> 21,0%
<tb>  unter <SEP> 0,3 <SEP> mm <SEP> <U>12</U>,<U>7% <SEP> 11,00/0</U>
<tb>  <B>100,01/0 <SEP> 100,00/0</B>       Die Verzuckerung von     Laubholz    kann in der vor  stehend für Nadelholz beschriebenen Weise durch  geführt werden.

   Es empfiehlt sich aber, bei Verar  beitung von     Laubholz,    z. B. Buchenholz, die Kon  zentration der für die erste Stufe der Hydrolyse an  zuwendenden Salzsäure zwischen 29 und     371/o,        vor-          zugsweise        30        und        34%        HCl        zu        halten.        Das        gleiche     gilt mit Bezug auf     Bagasse,    die nach ihrer chemi  schen Zusammensetzung ebenfalls     Laubholzcharakter     hat.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von nicht hauptsäch lich zur Ernährung von Menschen oder Tieren be stimmtem Zucker durch stufenweise Hydrolyse von pflanzlichem, cellulose- und hemicellulosehaltigem Material, dadurch gekennzeichnet, dass das cellulose- und hemicellulosehaltige Ausgangsmaterial in zer kleinertem, körnigem Zustand zunächst in einer ersten Stufe der Hydrolyse mit konzentrierter Salz- säure,
    deren Konzentration weniger als 40% HCl beträgt, bei Raumtemperatur unterworfen wird, wo bei die Konzentration der Salzsäure so bemessen wird, dass das Gut unter Vermeidung von störendem Zerfall der Körner von Hemicellulosen praktisch be freit wird, und in einer zweiten Stufe der Hydrolyse mit Salzsäure, deren Konzentration mindestens 400./o HCl beträgt, unterworfen wird. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch zum Ver zuckern von Nadelholz, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Stufe der Hydrolyse mit einer Salzsäure durchgeführt wird, deren Konzentration 34 bis 370/0 HCl beträgt. 2. Verfahren nach Patentanspruch zur Ver zuckerung von Laubholz oder Bagasse, dadurch ge kennzeichnet, dass die erste Stufe der Hydrolyse mit einer Salzsäure durchgeführt wird, deren Konzentra tion zwischen 29 und 3714, vorzugsweise zwischen 30 und 340/0, HCl liegt. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass das Ausgangsmaterial in Form von Sägemehl verwendet wird.
CH343977D 1954-10-16 1955-09-22 Verfahren zur Herstellung von nicht hauptsächlich zur Ernährung von Menschen oder Tieren bestimmtem Zucker durch stufenweise Hydrolyse von cellulose- und hemicellulosehaltigem pflanzlichem Material CH343977A (de)

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