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Vorrichtung zum Kühlen und Trocknen von Schüttgut mittels Luft Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Kühlen und Trocknen von Schüttgut, z. B. zum Kühlen und Trocknen von frisch gepressten Pillen oder Tabletten aus pulverförmigem Material, wie Tierfutter und dergleichen, mittels Luft.
Bei der Fabrikation von stranggepressten oder gepressten Pillen oder Tabletten aus verschiedenen, pulverförmigen Materialien wird das zu formende Material als feuchte oder nasse Masse oder Mischung einer Tablettenmaschine zugeführt, welche das Material zu einer harten Masse zusammenpresst. Häufig befindet sich die Masse auf erhöhter Temperatur und ist infolge Beimischung von Dampf vor dem Pressen feucht. Entsprechend kann es erwünscht sein, die Pillen nach dem Formen und vor dem Verpacken, Versenden, Lagern oder andern Vorgängen zu kühlen und zu trocknen.
Wenn es erwünscht ist, das Kühlen und Trocknen der neu geformten Tabletten oder Pillen beispielsweise in einem Kühl- und Trockenturm mit geschlitzten Seitenwänden, durch welche Luft gesaugt wird, vorzunehmen, hat es sich gezeigt, dass ungleichmässige Ergebnisse erhalten werden, weil die Luft während des Füllens und Entleerens dazu neigt, durch Luftschlitze oberhalb des Niveaus des Schüttgutes im Turm zu strömen und so das Schüttgut- umgeht. Es ist klar, dass die Luft den Weg des geringsten Widerstandes wählt und durch die Luftschlitze oberhalb des vorgenannten Niveaus strömt, ohne das Schüttgut zu berühren.
Die Erfindung bezweckt die Schaffung einer Vorrichtung zum Kühlen und Trocknen von Schüttgut, welche die erwähnten Nachteile vermeidet.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist gekennzeichnet durch Lufteintrittsjalousien in den Seitenwänden der Vorrichtung, durch Schliessmittel zum Regeln des Lufteintrittes durch die Durchgänge zwi- sehen je zwei benachbarten Jalousienteilen, durch Kippmittel, um die Schliessmittel in einer normalerweise geschlossenen Stellung zu halten, und durch auf den Pegelstand des Schüttgutes in der Vorrichtung ansprechende, an jedem Schliessmittel vorgesehene Hebelmechanismen zum Öffnen der Schliessmittel.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt.
Fig. 1 ist eine Ansicht eines Kühl- und Trockenturms.
Fig. 2 ist eine Draufsicht des Kühl- und Trockenturmes der Fig.1 und der mit ihm verbundenen Saugluftgebläseanordnung in kleinerem Massstab.
Fig. 3 ist eine Detailansicht eines Teils der Seite des Kühl- und Trockenturmes in grösserem Massstab. Fig. 4 ist ein Schnitt längs der Linie 4-4 in Fig. 3. In der Zeichnung ist 10 ein Kühl- und Trockenturm, welcher besonders zum Kühlen und Trocknen von Tierfutterpillen ausgebildet ist, die er unmittelbar von einer strangpressenähnlichen Tablettiermaschine empfängt. Die Pillen, die in der nicht gezeigten Tablettiermaschine aus einer feuchten Masse oder Mischung pulverförmigen Materials gebildet werden, werden dem Turm 10 zugeführt und treten an der Einlassöffnung 11 oben in denselben ein.
Nach Eintreten in den Einlass 11 fallen die Pillen durch den Turm 10 und werden von dem dachfirstförmigen Teil 12 zu zwei Haufen 15 im Turm 10 geteilt. Die beiden Haufen 15 bleiben in dem Turm 10 durch zwei gelochte Scheidewände 16 und 17 getrennt, die unter dem Teil 12 im wesentlichen von einem Ende des Turmes 10 zum andern gehen.
Zwischen den Scheidewänden 16 und 17 befindet sich eine Luftauslassöffnung 18, die in eine Luftleitung 19 führt, durch welche Luft zirkuliert und durch ein von einem Motor 21 angetriebenes Gebläse 20 aus dem Turm 10 gesaugt wird.
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Die Basis des Turmes 10 wird durch eine Auffangvorrichtung 32 gebildet, welche obere geneigte Gleitbahnteile 25 aufweist und unter den beiden sich unten im Turm 10 bildenden Pillenhaufen 15 so befestigt ist, dass sie Schwingungsbewegungen ausführen kann. Das untere Ende 26 jeder Gleitbahn 25 endet in- der Nähe der Seiten 27 der Pfanne 32 im untern Teil des Turmes 10, so dass ein freier Durchgang zwischen jedem der genannten Enden 26 und den aufwärtsgehenden Seiten 27 der Pfanne 32 vorhanden ist.
Die gebogenen Klappen 30 sind bei 31 drehbar befestigt, zwecks wahlweisen Öffnens oder Schliessens des Durchgangs zwischen den Enden 26 der Gleitbahnen 25 und den Seitenteilen 27.
Wenn die Klappen 30 gehoben werden, um den Durchgang zwischen den Teilen 26 und 27 zu öffnen, können die Pillen von den Haufen 15 im Turm 10 auf den geneigten Gleitbahnen 25 herab an den Klappen 30 vorbeigleiten und auf die untern geneigten Teile der Pfanne 32 fallen, welche in die Auslassöffnung 33 am Boden des Turms 10 führt. Um eine solche Entnahme von Pillen von den Haufen 15 zu erleichtern, werden die Pfanne 32 und die Gleitbahnen 25 durch eine Exzenterantriebsvorrichtung 35, welche von dem Motor 36 angetrieben wird und mit der Pfanne 32 beispielsweise durch den Riemen 37 verbunden ist, kontinuierlich beim Betrieb der Vorrichtung in Vibra- tionen oder Schwingungen versetzt.
Das Öffnen und Schliessen der Klappen 30 wird selbsttätig zur Ermöglichung des Herauslassens von Pillen durch die Auslassöffnung 33 durch eine bei 41 im obern Teil des Turms 10 drehbar gelagerte Stauscheibe 40 gesteuert. Diese wird durch Gegengewichte 42 normalerweise in einem Winkel von ungefähr 35 gegen die Vertikale gehalten. Die schwenkbare Stauscheibe 40 ist mit den Verbindungsgliedern 45, 46 an einen obern bei 44 drehbar gelagerten Winkelhebel 43 angelenkt, während der untere Arm 47 des Winkelhebels 43 durch Stäbe 48 mit den drehbar gelagerten Klappen 30 verbunden ist.
Da die Klappen 30 sich normalerweise in geschlossenem Zustand befinden, werden am Einlass 11 des Turms 10 eintretende Pillen, wie vorerwähnt, durch den dachfirstförmigen Teil 12 in den zwei Haufen 15 geteilt und fallen auf den Boden des Turms 10, um auf den Gleitbahnen 25 liegen zu bleiben. Bei fortgesetzter Einführung zusätzlicher Pillen in den Einlass 11 steigt das Niveau der Pillen der beiden Haufen 15 im Turm 10 nach dem obern Ende desselben hin.
Wenn der Turm 10 sich füllt, drückt das Gewicht der in den Turm 10 eintretenden und gegen die Stauscheibe 40 stossenden Pillen die Stauscheibe 40 gegen die Wirkung der Gegengewichte 42 in eine vertikale Stellung. Wenn die Stauscheibe 40 durch das Gewicht der in den Einlass 11 eintretenden Pillen in eine vertikale Stellung gedrückt wird, wird diese Bewegung der Stauscheibe 40 durch die Verbindungsglieder 45-46, den Winkelhebel 43, 47 und die Stäbe 48 übertragen, um die Klappen 30 in die offene Stellung zu heben, wodurch die Pillen nach unten und an den Endteilen 26 der schwingenden Gleitbahnen 25 nach aussen und aus dem Turm 10 durch die Auslassöffnung 33 am Boden desselben herausfliessen können.
Es ist zu bemerken, dass diese eben beschriebene Arbeits- und Wirkungsweise zur Steuerung des Öffnens der Klappen 30 eine derartige selbsttätige Regelung schafft, dass, nachdem der Turm 10 gefüllt worden ist, das Herausfliessen der Pillen aus der Auslassöffnung 33 am Boden des Turms 10 selbsttätig in Wechselbeziehung mit dem Hineinfliessen von neu geformten Pillen in die Einlassöffnung 11 des Turms 10 und mit ihrem Auftreffen auf die Stauscheibe 40 steht, wodurch eine automatische Regelung der Pillenströmung derart gehalten wird, dass neu zugeführte Pillen lange genug im Kühl- und Trockenturm 10 bleiben, bevor sie aus demselben herausgelassen werden.
Eine Zugkette oder ähnliche Vorrichtung 49, welche an den mit den Gegengewichten 42 belasteten Gelenk- und Hebelteilen 41, 43 usw. angreift, ist auch zum Öffnen der Klappen 30 von Hand vorgesehen.
Die Seitenwände 50 des Turms 10 sind in einem wesentlichen Teil ihrer Höhe je mit einer Lufteinlass- jalousie versehen, durch welche Luft mittels des Gebläses 20 in und durch den Turm 10 gesaugt werden kann. Wie in Fig. 3 und 4 eingehender gezeigt ist, sind die Salousieteile 51 mit einstellbaren Verschlüssen versehen, welche je eine Platte 55 aufweisen, die der Länge nach umgebogen und an einem hohlen, rohr- förmigen Teil 56 befestigt ist.
Jede Platte 55 (mit Ausnahme der obersten) ist zwischen zwei Jalousieteilen 51 angeordnet und mittels eines Stabes 57 in dem betreffenden Rohr 56 befestigt, so dass sie um die Achse ihres Stabes 57 aus einer geschlossenen Stellung, wie bei dem obern Jalousieteil in Fig. 4 gezeigt, in eine offene Stellung, wie bei dem untern Jalousieteil in Fig. 4 gezeigt, schwenkbar beweglich ist.
Der im Turm 10 nach innen gerichtete Teil der Platte 55 ist, wie bei 58 gezeigt, perforiert, um Luft hindurchzulassen, wenn die Platte 55 in der in Fig. 4 bei dem untern Jalousieteil gezeigten Stellung ist. Der obere Teil 60 der Platte 55 bildet einen Klappenverschluss für den darunterliegenden Jalousieteil 51 und ist mit den Seitenwänden 50 des Turms 10 mittels eines Flachgummistückes 65 oder eines Stückes aus anderem biegsamem, luftdichtem Material verbunden. Das Flachgummistück 65 ist seinerseits an der Wand 50 durch eine Gurtauflage 66 und an dem Teil 60 durch einen ähnlichen Gurt 67 befestigt, welcher auch als Gegengewicht wirkt, um das Teil 60 in die geschlossene Stellung zu bewegen.
Zwei begrenzende Anschläge 68 und 69 sind in den Jalousien für die geschlossene bzw. offene Stellung der schwenkbar gelagerten Platte 55 befestigt, und der äussere Randteil 70 des Flachgummistückes 65 geht genügend über den äussern Rand des Teils 60 des Platte 55 hinaus, um eine Dichtung mit dem Rand 71 des Jalousieteils 51 zu bilden, wenn die Platte 55 in die geschlossene Stellung geschwenkt ist, wie in Fig. 4 bei dem obern Jalousieteil gezeigt ist.
Auch ist, wie Fig. 4 zeigt, der Innendurchmesser des Rohres 56 etwas grösser als der
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Durchmesser des Stabes 57, um eine Konstruktionstoleranz zu kompensieren und ein einwandfreies Drehen der Platte 55 um den Stab 57 in die beiden Stellungen zu ermöglichen.
Aus Obigem ist ersichtlich, dass bei der Stellung der in Fig. 4 obern Platte 55 Luft durch die elastische Wirkung des Flachgummistückes 65 wirksam abgedichtet und am Eintritt in den Turm 10 gehindert wird. Während die Pillen den Haufen 15 aufbauen, dreht das Gewicht der auf den im Turm 10 nach innen gerichteten perforierten Teil der Platte 55 wirkenden Pillen diesen Teil nach der vertikalen Stellung hin und somit die Platte 55 mit dem Flachgummistück 65 in deren offene Stellung, wie in Fig. 4 bei dem untern Jalousieteil gezeigt ist.
Es ist verständlich, dass die Abmessungen des Hebelarmes der Platte 55 im Turm 10 in Wechselbeziehung zu' dem Teil 60 und der richtenden Wirkung des flachen Teils des Flachgurnmi- stückes 65, des Gurtes 67 usw. stehen, so dass die durch die Pillen im Turm 10 ausgeübte Kraft genügt, um gewünschtenfalls das Teil 60 zu heben.
In einer solchen Stellung kann Luft durch den Durchgang zwischen den beiden betreffenden Jalousieteilen 51 und durch die Perforationen 58 in der Platte 55 infolge der Saugwirkung des Gebläses 20 eingesaugt werden. Weil die Platten 55 erst dann selbsttätig zum Öffnen der Durchgänge gedreht werden, wenn eine genügende Menge Pillen aufgebaut worden ist, um sie in die bei dem untern Jalousieteil der Fig. 4 gezeigte Stellung zu drücken, sind die einzigen für den Einlass von Luft offenen Durchgänge zwischen den Jalousieteilen 51 diejenigen unterhalb des Niveaus der Pillen im Turm 10, so dass alle vom Gebläse 20 durch den Turm 10 gesaugte Luft durch und zwischen den Pillen in den Haufen 15 geleitet wird;
alle Durchgänge zwischen den Jalousieteilen 51 oberhalb des Niveaus der Pillen im Turm 10 werden in geschlossener Stellung gehalten.
Es ist zu bemerken, dass ohne einen solchen auswählenden Einzelverschluss der Durchgänge zwischen den Jalousieteilen, z. B. wenn alle die genannten Durchgänge immer offen sind, die von dem Gebläse 20 durch den Turm 10 gesaugte Luft die Neigung hat, bei den obern Jalousieteilen einzutreten und den Weg des geringsten Widerstandes zu nehmen, welcher tatsächlich an den Pillen im untern Teil des Turms 10 vorbeigeht und eine ungleichmässige Kühlung und Trocknung derselben bewirkt.
Demgemäss wird eine einfache und wirtschaftliche Vorrichtung geschaffen, durch welche die Durchgänge zwischen den Jalousieteilen 51 an den Seiten des Kühl- und Trockenturms selbsttätig durch die Wirkung der Pillen im Turm 10 auf das Niveau der Pillen in letzterem ansprechend geöffnet oder geschlossen werden, um alle vom Gebläse 20 durch den Turm 10 gesaugte Luft zu zwingen, durch die Pillen im Turm 10 zur gleichmässigen Kühlung und Trocknung derselben hindurch zu strömen. Wie aus der vorstehenden Beschreibung hervorgeht, werden die Durchgänge zwischen den Jalousieteilen 51 einer nach dem andern geöffnet, wenn das Niveau der Pillen im Turm 10 beim Füllen desselben steigt, und schliessen sich einer nach dem andern, wenn der Pegel der Pillen in dem Turm 10 fällt.