CH345657A - Verfahren zur Racemisierung von optisch aktivem, gegebenenfalls p-nitro-substituiertem 1-Phenyl-2-amino-propan-1,3-diol - Google Patents

Verfahren zur Racemisierung von optisch aktivem, gegebenenfalls p-nitro-substituiertem 1-Phenyl-2-amino-propan-1,3-diol

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CH345657A
CH345657A CH345657DA CH345657A CH 345657 A CH345657 A CH 345657A CH 345657D A CH345657D A CH 345657DA CH 345657 A CH345657 A CH 345657A
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phenyl
nitro
dependent
propiophenone
propanediol
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Giuseppe Alberti Carlo
Bernardi Luigi
Larini Giovanni
Vercellone Alberto
Original Assignee
Farmaceutici Italia
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07BGENERAL METHODS OF ORGANIC CHEMISTRY; APPARATUS THEREFOR
    • C07B2200/00Indexing scheme relating to specific properties of organic compounds
    • C07B2200/07Optical isomers

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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description


  Verfahren zur     Racemisierung    von optisch aktivem, gegebenenfalls       p-nitro-substituiertem        1-Phenyl-2-amino-propan-1,3-diol       Es ist bekannt, dass     Chloramphenikol        D-threo-l-          p-Nitro-phenyl-2-dichloracetamido-1,3-propandiol    ist.  Da synthetische Methoden stets     racemische    Verbin  dungen ergeben, so ist es in irgendeinem Stadium  der     Chloramphenikolsynthese    erforderlich, eine Spal  tung in optische     Isomere    vorzunehmen, um zum  Derivat der     D-threo-Reihe    zu gelangen.

   Wird die  Spaltung in optische     Isomere    an     threo-Phenylamino-          diolen    vorgenommen, so wird das     D-Isomer    zur Fort  führung der Synthese verwendet, während dabei bis  lang das     L-Isomer    ungenutzt blieb; bei Spaltung von       erythro-Phenyl-aminodiolen    hingegen kommt das       L-Isomer    zur Verwendung und das     D-Isomer    nicht.    Es liegt für den Chemiker auf der Hand, dass die  Verwendung der bislang unbenutzt gebliebenen For  men möglich wird, sobald. es gelingt, dieselben zu       racemisieren.     



  Nun ist aber bisher jeglicher Versuch zu deren       Racemisierung    fruchtlos geblieben. Die thermischen  Methoden versagten, weil sich die Substanz zersetzt,  bevor die     Racemisierungstemperatur    erreicht wird;       mit    andern, weniger energischen Methoden bleibt  die     Racemisierung    aus.  



  Vorliegende Erfindung geht von folgenden über  legungen aus: Die der Formel  
EMI0001.0024     
    entsprechenden     Phenylaminopropandiole    besitzen die  zwei asymmetrischen     Kohlenstoffatome    1 und 2, und  dies ist mit ein Grund für deren Widerstand gegen  die unmittelbare     Racemisierung.    Durch Ausmerzen  des einen oder beider     Asymmetriezentren,    beispiels  weise indem man Doppelbindungen     einführt,    könnte  es aber möglich sein, zu einem Stoff ohne asymme  trische     Kohlenstoffatome    zu gelangen, an dem die       Aminodiolkette    wieder aufzubauen wäre, oder aber  zu einem Stoff mit nur einem     Asymmetriezentrum,

       dessen     Racemisierung    infolgedessen erleichtert wäre.  



  Beispielsweise wird durch Umwandlung der  sekundären alkoholischen Gruppe der     Phenylamino-          diole    in eine     ketonische    Gruppe die Asymmetrie  des     Kohlenstoffatoms    in Stellung 1 aufgehoben und  ein Stoff erhalten, der nur mehr ein einziges asymme  trisches     Kohlenstoffatom,    und zwar in     a-Stellung    zu    einer     Ketogruppe,    aufweist und daher wahrscheinlich  leichter     racemisierbar    ist.

   Es ist in der Tat bekannt,  dass Stoffe, die ein     Asymmetriezentrum    in Nachbar  schaft einer Gruppe besitzen, die ein Wasserstoff  atom am asymmetrischen     Kohlenstoff    zu     mobilisieren          vermag    (z. B.     a-Aminosäuren),    in ihrer Mehrheit       racemisierbar    sind.  



  Es hat sich z. B. gezeigt, dass die durch Oxydie  ren der     a-Acylamino-ss-acyloxyderivate    der     Phenyl-          amino-propandiole    erhaltenen     Ketone    kein Drehver  mögen zeigen, dass aber dieses Verschwinden des  Drehvermögens im wesentlichen auf der Bildung  einer neuen Verbindung beruht, bei der die     Asymme-          triezentren    verschwunden sind,

   weil die     Acyloxy-          gruppe    in 6 -Stellung durch Vereinigung mit dem  Wasserstoffatom in     a-Stellung    unter Bildung einer  ungesättigten Verbindung     mit    Doppelbindung zwi-           schen    den     Kohlenstoffatomen    in a- und in     ss-Stellung     verschwunden ist.  



  Eine solche Umwandlung wurde auch in jüngerer  Zeit an     racemischen    Derivaten festgestellt [C. G.       Huebner    et     a1.,    J.     Org.        Chem.    18, 21 (1953);     Kunizo          Osugi,        Chem.    Ab. 47, 2749 (1953)].

   Ferner bildete  der Reaktionsmechanismus Gegenstand einer gründ  lichen Untersuchung, wobei die     Erfinder    mittels  quantitativer Messungen der Reaktionsgeschwindig  keit nachweisen konnten, dass verschiedene Faktoren  die Reaktion beeinflussen, insbesondere die Anwe-         senheit    einer Nitrogruppe in     para-Stellung,    die       Acylaminogruppe    in     a-Stellung    und die     Acyloxy-          Gruppe    in     ss-Stellung.     



  In nachstehender Tabelle werden die Geschwin  digkeitskonstanten der in     Pyridin    bei Raumtempe  ratur mit verschiedenen, verschiedentlich im Kern  substituierten     a-Acylamino        ss-acyloxy-propiophenonen     durchgeführten Reaktionen wiedergegeben.  



  Die auf Grund der Abnahme des Drehvermögens  gemessenen Reaktionsgeschwindigkeiten entsprechen  alle mit guter Näherung einer Reaktion 1. Ordnung.  
EMI0002.0023     
  
    Verbindung <SEP> K <SEP> I. <SEP> Ordnung <SEP> in <SEP> Minuten
<tb>  D-p-Nitro-a-dichloracetamino-ss-benzoxy-propiophenon <SEP> 34,5 <SEP> 10-3
<tb>  D-p-Nitro-a-benzamino-ss-benzoxy-propiophenon <SEP> 10,8 <SEP> 10-3
<tb>  D-p-Nitro-a-acetamino-ss-benzoxy-propiophenon <SEP> 8,5 <SEP> 10-3
<tb>  D-p-Nitro-a-acetamino-ss-acetoxy-propiophenon <SEP> 3,91 <SEP> 10-3
<tb>  L-m-Nitro-a-acetamino-fl-acetoxy-propiophenon <SEP> <B>2,31</B> <SEP> 10-3
<tb>  D-a-acetamino-ss-acetoxy-propiophenon <SEP> 0,27 <SEP> 10-3
<tb>  D-p-acetamino-a-acetamino-,B-acetoxy-propiophenon <SEP> 0       Es ist leicht festzustellen,

   dass gerade diejenigen       Substituenten    die     Eliminierungsreaktion    begünstigen,  von denen theoretisch im     vornhinein    anzunehmen ist,  dass sie günstig wirken,     nämlich    die     elektroaffinen          (Substituenten    2. Klasse)     in        para-Stellung    eher als  in     meta-Stellung    sowie die     Acylradikale    der stärkeren  Säuren, sowohl in a- als auch in     ss-Stellung    zur     Keto-          gruppe.     



  Die Reaktion erfolgt auch spontan bei gewöhn  licher Temperatur, aber äusserst langsam; eine Erhö  hung der Temperatur beschleunigt die Reaktion, aber  das erhaltene     Acrylphenon    enthält als Verunreini  gungen Produkte einer weiteren Kondensation der       Acrylphenone,    wahrscheinlich die     Dimeren    der  Formel:  
EMI0002.0040     
    Es gibt aber Stoffe, welche die     Geschwindigkeit     der vorgenannten     Eliminierungsreaktion    so stark  erhöhen, dass sie bei Raumtemperatur in wenigen  Stunden vor sich geht.

   Diese Eigenschaft haben alle  Stoffe basischen Charakters, seien es anorganische  Verbindungen, wie     Natriumhydroxyd,    Kalium  hydroxyd usw., oder organische Verbindungen, wie  primäre, sekundäre, tertiäre,     cyclische,        hetero-          cyclische    und     aliphatische    Amine     (Pyridin,        Diäthyl-          amin    usw.), alkalische     Alkoholate    und     Enolate,    alka  lische Salze organischer Säuren,

   metallorganische  Derivate der     Alkalimetalle    und eine Menge verschie-         dener    anderer basischer Agenzien, die hier nicht  namentlich aufgezählt werden.  



  Verwendet man     Ätzalkalien    in     stöchiometrischem     Verhältnis zu den     (evtl.        phenylsubstituierten,    z. B.       p-Nitro)-a-Acylamino-ss-acyloxy-propiophenonen,    so  ist die     Eliminierungsreaktion    so gut wie augenblick  lich, das heisst die Verbindungen (1) verhalten sich  wie schwache Säuren; es ist aber vorzuziehen, mit  milderen Katalysatoren zu arbeiten, etwa mit orga  nischen Basen oder Spuren von alkalischen     Alkoho-          laten;    ebenso ist vorzuziehen, wasserfrei zu arbeiten.  



  Die von uns ermittelten Reaktionsgeschwindig  keiten sowie die Untersuchung über den Einfluss der  Gruppierung in     ss-Stellung    legten wohl die Vermutung  nahe, dass mit einer Minderung der Elektroaffinität  der Gruppierung eine Abnahme der Geschwindigkeit  der     Eliminierungsreaktion    einhergehen würde, jedoch  nicht in einem solchen Ausmasse, dass zu hoffen  stünde, es würde die     Racemisierungsreaktion    über die       Eliminierungsreaktion    das     übergewicht    bekommen.

    Es wurde nun überraschenderweise gefunden, dass  beim Behandeln der     a-Acylamino-ss-oxy-propio-          phenone    (die im Kern substituierten bzw. die     p-Nitro-          propiophenone    einbegriffen) unter den oben erwähn  ten Bedingungen, die     Racemisierungsreaktion    bei  weitem überwiegt, was darauf schliessen lässt, dass die  Geschwindigkeit     @    der     Eliminierungsreaktion    derart  abgenommen hat, dass sie ein Eintreten der     Racemi-          sierung    zulässt.  



  Gegenstand der Erfindung ist nun ein Verfahren  zur Umwandlung von optisch aktivem, gegebenenfalls       p-nitro-substituiertem        1-Phenyl-2-amino-1,3-propan-          diol    in     D,L-1-Phenyl-2-amino-1,3-propandiol    bzw.

         D,L-1-p-Nitro-phenyl-2-amino-1,3-propandiol,    wel  ches dadurch gekennzeichnet ist, dass man die Aus  gangsverbindung durch     Acylierung    und Oxydation in      das entsprechende     a-Acylamino-ss-oxy-propiophenon     überführt, dieses durch Behandeln mit einer basischen  Substanz bei Temperaturen zwischen 0 und + 60  C       racemisiert    und das     Racemisierungsprodukt    durch  Reduktion und     Verseifung    wieder in     1-Phenyl-2-          amino-1,3-propandiol    bzw.

   dessen     p-Nitroderivat     umwandelt, wobei das     Diol    in     D,L-Form    anfällt.  



  Die Oxydation erfolgt vorzugsweise in Anwesen  heit     aktinischen    Lichtes. Das für die Oxydation zu  verwendende Halogen kann in     situ    gebildet werden.  Zweckmässig wird eine Verbindung verwendet,  welche Halogen freisetzt, insbesondere ein     Alkali-          bromat.    So kann man vorteilhaft mit     Natriumbromat     in Anwesenheit von wenig Bromwasserstoff arbeiten.  



  Die     Racemisierung    der so dargestellten D- bzw.       L-a-Acylamino-P-oxy-propiophenone    erfolgt vorzugs-    weise, indem man unter den gleichen Bedingungen  und mit denselben Katalysatoren arbeitet, wie sie für  die     Eliminierungsreaktion    angegeben wurden. Für  diese     Racemisierung    eignen sich als Stoffe basischen  Charakters, wie gefunden wurde, besonders die     Alkali-          bicarbonate,    insbesondere     Natriumbicarbonat,    in  wässriger Lösung.  



  Die Reduktion und     Verseifung    der so erhaltenen       racemischen        a-Acylamino,ss-oxy-propiophenone    kann  nach bekannten Methoden erfolgen. Vorteilhaft  erfolgt die Reduktion im Fall der     a-Acylamino-ss-oxy-          propiophenone    katalytisch mit     Raney-Nickel    und  Wasserstoff und im Fall der betreffenden     p-Nitro-          derivate    mit     Bor-Kalium-Hydrid.     



  Die genannten Reaktionen kommen in folgendem  Schema zum Ausdruck:    
EMI0004.0001     
      <I>Beispiel 1</I>  20,0 g     L-threo-l-Phenyl-2-amino-1,3-propandiol     (I) werden in 30     cm3    Eisessig gelöst; man fügt  100     cm'3    gesättigte Lösung von Chlorwasserstoff in  Eisessig hinzu und darauf 100     cm3        Acetylchlorid,     und lässt eine Nacht über stehen.

   Dann verdünnt  man mit 500     cm3    Äther, um     L-threo-l-Phenyl-1,3-          diacetoxy-2-amino-propanchlorhydrat    (Il) auskristal  lisieren zu lassen, welches     abfiltriert    wird; Schmelz  punkt 153,5-154,5 ;     (a)D    = - 13,8    3  (c = 4;  Methanol). 10,5 g     L-threo-l-Phenyl-1,3-diacetoxy-2-          amino-propanchlorhydrat        (II)    werden in 21     cm3    Was  ser gelöst, und es werden 3,6g     NaHC03,    gelöst in  300     cm3    Wasser, bei Raumtemperatur zugegeben.

    Man filtriert das auskristallisierte     L-threo-l-Phenyl-          2-acetamino-3-acetoxy-propan-l-ol        (III),    Schmelz  punkt 121-122  (aus Wasser); WD = + 6,7    1   (c - 4; Methanol). - 11,0 g     L-threo-l-Phenyl-2-          acetamino-3-acetoxy-propan-l-ol    (111) werden in  69     cm3    Chloroform gelöst, und es werden 12     cm3     Eisessig zugegeben.

   Die Lösung wird auf + 5  C  gekühlt, und es wird unter Rühren das     Oxydier-          gemisch    zugegeben, bestehend aus 13g     Natriumbi-          chromat,    56     cm3    Wasser, 9,5     cm3    Eisessig und 17     cm3          konz.    Schwefelsäure. Man lässt unter Rühren weitere  drei Stunden bei Raumtemperatur, dann trennt man  die     Chloroformschicht    ab, die nachfolgend mit Bi  sulfitlösung, verdünnter Schwefelsäure und     Natrium-          bicarbonat    und Wasser gewaschen wird.

   Schliesslich  dampft man im Vakuum bis zur Trockne ein und  kristallisiert den Rückstand aus Äthanol. Man erhält       D-a-Acetamino-ss'-acetoxy-propiophenon    (IV), Schmelz  punkt 106-108  C (aus Äthanol); WD = - 36,5   (c = 4; Methanol). 25,5g     D-a-Acetamino-ss        acetoxy-          propiophenon    (IV) mit 40     cm3        konz.        HCl    verdünnt  mit 32     cm3    Wasser werden auf dem Wasserbad  erhitzt, bis alles in Lösung gegangen ist.

   Man destil  liert im Vakuum und nimmt den Rückstand mit  Methanol auf; es kristallisiert das Chlorhydrat des  D - a -     Amino    -     fl    -     hydroxy    -     propiophenons    (V) aus,  Schmelzpunkt 179-180 ;<B>WD</B> = - 42,5    0,5   (c = 2; Methanol). 8 g des so erhaltenen     Chlor-          hydrates    werden in 70 g einer Mischung von ge  stossenem Eis und Wasser gelöst und es werden  6,5     cm3        Benzoylchlorid    zugegeben.

   Bei einer Tempe  ratur zwischen 0 und 5  werden 10,5g Natrium  acetat,     gelöst    in 15 cm-' Wasser, zugegeben, und es  wird drei Stunden lang gerührt, dann filtriert man  das auskristallisierte     D-a-Benzoylamino-ss-oxy-propio-          phenon        (VII)    ab; Schmelzpunkt 138-140  (aus  Äthanol); WD = + 32,5    1,5  (c = 2; Methanol).  10 g     D-a-Benzoylamino-ss-oxy-propiophenon    werden  in einem Gemisch von     Pyridin    und     Triäthylamin    ge  löst.

   Nach 3 Stunden giesst man in Eis und     konz.     Salzsäure und filtriert das     D,L-a-Benzoylamino-ss-oxy-          propiophenon        (VIII),    Schmelzpunkt 141-142   (Äthanol). 10g     D,L-a-Benzoylamino-ss-oxy-propio-          phenon        (VIII)    werden nach Zugabe einer kleinen  Menge     Raney-Nickel,    in 100     cm3    Methanol, bei  10     atm.    bis zur vollständigen Wasserstoffaufnahme    hydriert.

   Nach     Abfiltrieren    des Katalysators     wird    die       äthanolische    Lösung eingeengt und aus dem aus einem  Gemisch von     D,L-threo-    und     erythro-l-Phenyl-2-          benzoylamino-1,3-propandiol    (IX) bestehenden Rück  stand durch     Umkristallisieren    aus     Äthanol-Wasser     das     D,L-threo-l-Phenyl-2-benzoylamino-1,3-propan-          diol    abgetrennt, Schmelzpunkt 165-167 , das durch  Kochen mit     201/oiger    Salzsäure verseift, das     D,L-          threo-l-Phenyl-2-amino-1,

  3-propandiol    (X) liefert,  Schmelzpunkt 82-84 .    <I>Beispiel 2</I>    10 g     L-(+)-1-p-Nitro-phenyl-2-amino-1,3-propan-          diol    (I) werden in 24     cm3    gesättigter Lösung von     HCl     in Essigsäure (etwa 11      /aig)    suspendiert, und es wer  den 16     cm3        Acetylchlorid    zugegeben.

   Nach einer  Nacht wird vom     L-(+)-1-p-Nitro-phenyl-1,3-diacet-          oxy-2-amino-propanchlorhydrat        (II)        abfiltriert,    wel  ches aus     Methanol/Äther    gereinigt, Schmelzpunkt  l70-172  und WD = + 6,3  (Methanol, c = 4,18)  aufweist. 13g     L-threo-l-p-nitrophenyl-1,3-diacetoxy-          2-amino-propanchlorhydrat    (11) werden in 100     cm3     Wasser aufgelöst; man fügt 120     cm3    Aceton hinzu;

    dann bei 0  25     cm3    N/2     NaOH.    Nach 2 Stunden  bei 0  neutralisiert man mit     HCI    Nil und destilliert  das Aceton im Vakuum ab. Durch Ausziehen mit       Äthylacetat    und nachfolgendes Eindampfen erhält  man     L-threo-l-p-Nitro-phenyl-2-acetamino-1,3-pro-          pandiol        (V1),    Schmelzpunkt 134-136 ;     (a)D=        --7,65      (c = 5,22;

   Äthanol). 25,0 g     L-threo-l-p-Nitro-phenyl-          2-acetamino-1,3-propandiol        (VI),    gelöst in 200     cm3     Wasser, werden unter Rühren 5     cm3    Brom im Son  nenlicht bei 30  zugegeben. Man zieht mit     Äthylacetat     aus und aus der Lösung in     Äthylacetat    erhält man  durch Eindampfen das     D-p-Nitro-a-acetamino-f        oxy-          propiophenon        (VII),    Schmelzpunkt 142-144  und  WD = + 32  (c = 13;     Pyridin)    bzw. + 22,5  (c = 2,0;  Äthanol).

   Zu diesem     Ketol    gelangt man auch, indem  man auf dem Wasserbad ein Gemisch von 30g     D-p-          Nitro-a-acetamino-ss-acetoxy-propiophenon    (IV) und  40     cm3        konz.        HCI,    verdünnt mit 32     cm3    Wasser,  erwärmt. Sobald alles in Lösung gegangen ist, kühlt  man ab, damit das Chlorhydrat des     D-p-Nitro-a-          acetamino-fl-oxy-propiophenon    (V) auskristallisiert,  Schmelzpunkt 192  und     (a)D    = - 55  (c = H; H20).

    17 g dieses Chlorhydrats werden mit 50     cm3    Wasser,  100 g Eis und 8     cm3        Essigsäureanhydrid    vermischt  und es werden der Lösung 22g     Natriumacetat        in     Kristallen in 30     cm3    Wasser zugegeben. Es kristalli  siert     D-p-Nitro-a-acetamino        fl-oxy-propiophenon        (VII)     aus, Schmelzpunkt 142-144 .  



  5 g     D-a-Acetylamino-ss-oxy-nitropropiophenon          (VII)    Schmelzpunkt 142-144 ;     (a)D=+32     (c =13;       Pyridin)    werden in 40     cm3    wasserfreiem     Pyridin    ge  löst und 140 Stunden lang bei Zimmertemperatur  (ungefähr 20 ) belassen. Von Anfang an kann durch  Probenahme und Kontrolle festgestellt werden, dass  das Drehvermögen nach einer logarithmischen Kurve  abnimmt.

   Bei weit fortgeschrittener     Racemisierung         beginnt sich     D,L-a-Acetylamino-ss        oxy-p-nitro-propio-          phenon        (VIII)    in Gestalt winziger gelblicher Kristalle  abzuscheiden, die man am Ende des     Arbeitsganges     sammelt, mit wenig Äther wäscht und an der Luft  trocknet.

   25,2 g     D,L-p-Nitro-a-acetamino-,6-oxy-          propiophenon        (VIII)    suspendiert man in 80     cm3    ent  säuertem Methanol und unter Rühren gibt man 2 g       91        %        iges        Kaliumborhydrid,        aufgelöst        in        10        cms        ge-          kochten    Wassers, zu, wobei die Temperatur     zwischen     25  und 30  C gehalten wird.

   Nach 20 Minuten gibt  man 4     cm3        konz.        HCl    zu und lässt das     erythro-l-p-          Nitro-phenyl-2-acetamino-1,3-propandiol    (IX) aus  kristallisieren, Schmelzpunkt 184-185 , das nach  dem Reinigen bei 195  schmilzt. Die     Kristallisations-          mutterlauge    wird zur Trockne eingedampft und der  Rückstand wird mit     Äthylacetat    ausgezogen.

   Durch  Einengen der Lösung in     Äthylacetat    erhält man das       threo-I-p-Nitro-phenyl-2-acetamidd-1,3        -propandiol     (IX), Schmelzpunkt 157-162 , das nach     Umkristalli-          sieren    bei l66  schmilzt.  



  <I>Beispiel 3</I>  Geht man wie im Beispiel 2 vor, aber ausgehend  von     L-erythro-l-p-Nitro-phenyl-2-an-ino-1,3-propan-          diol,    so erhält man über     L-erythro-p-Nitro-phenyl-2-          acetamino-1,3-propandiol        (VI),        (a)D=-32     (c=13;       Pyridin)        Schmelzpunkt    142-144 , wiederum     D,Lra-          Acetylamino-ss-oxy-p-nitro-propiophenon        (VIII),     Schmelzpunkt 162-164 , welches gemäss Beispiel 1  in das gewünschte Produkt übergeführt wird.

      <I>Beispiel 4</I>  In einem Kolben löst man 10 g     L-threo-1-p-Nitro-          phenyl-2-acetanüno-1,3-propandiol        (VI),    das gemäss  Beispiel 2 erhalten wurde, und 2,2g     Natriumbromat          in        120        cm3        Wasser        und        man        gibt        0,6        g        48        %        ige          Bromwasserstoffsäure    zu.

   Man lässt einen Tag lang  im Sonnenlicht stehen; dann filtriert man das aus  kristallisierte     D-p-Nitro    - a -     acetamino        ",6-oxy-propio-          phenon        (VII),    Schmelzpunkt 140-142  C. 10 g     D-p-          Nitro-a-acetamino-ss        oxy-propiophenon        (VII)    werden  in 150     cm3    5     o/oiger        Natriumbicarbonatlösung    suspen  diert und von Zeit zu Zeit geschüttelt.

   Nach einer  Nacht filtriert man das     D,L-p-Nitro-a-acetamino-ss-          oxy-propiophenon        (VIII),    Schmelzpunkt 158-159 ,  und führt dieses gemäss Beispiel 1 in das gewünschte  Produkt über.  



  <I>Beispiel 5</I>  2,5 g gemäss Beispiel 2 erhaltenes     D-p-          Nitro-phenyl-a-acetamino        ,6-oxy-propiophenon        (VII),     Schmelzpunkt 142-144 ,     (a)D    = + 22,5  (c = 2;  Äthanol) werden in 20     em3    Äthanol und 75     cm3          N-Äthylpiperidin    gelöst. Nach wenigen Minuten setzt  als Zeichen für die erfolgte     Racemisierung    die Ab  scheidung des     D,L-p-Nitrophenyl-a-acetamino-f        oxy-          propiophenons        (VIII)    in Gestalt winziger gelber Kri  stalle ein.

   Nach 3 Stunden sammelt man das Produkt  und wäscht es mit wenig Äther, Schmelzpunkt<B>160</B>  bis 163  C. Daraus lässt sich das gewünschte Produkt  gemäss Beispiel 1 bilden.    <I>Beispiel 6</I>  2,5 g gemäss Beispiel 2 erhaltenes     D-p-          Nitro-phenyl-a-acetamino-ss-oxy-propiophenon        (VII),     (Schmelzpunkt 142-144 ,     (a)D    = + 22,5  (c = 2;       Athanol)    werden in 25     cm3        Piperidin    gelöst. Es ent  steht eine intensiv rote Färbung. Nach 5 Minuten  giesst man in 100 g Eis und 100     cm3        konz.    Salz  säure.

   Es scheiden sich winzige gelbliche Kristalle  von     D,L-p-Nitro-phenyl-a-acetamino-ss-oxy-propio-          phenon        (VIII)    (Schmelzpunkt     164-1660C)    ab, die  man sammelt und trocknet, um daraus wie in Bei  spiel 1 das gewünschte Produkt zu gewinnen.    <I>Beispiel 7</I>    2,5 g gemäss Beispiel 2 erhaltenes     D-p-          Nitro-phenyl-a-acetamino-ss-oxy-propiophenon        (VII),          Schmelzpunkt    142-144 , WD = + 22,5  (c = 2;  Äthanol) werden in 140     cm3    absolutem Äthanol ge  löst.

   Hernach werden in der Kälte 10     cm3    einer       äthanolischen    Lösung von     Natriumäthylat    zugegeben  (die durch Auflösen von 0,25g Natrium in 100     em3     Äthanol hergestellt wurde). Es erscheint alsbald eine  intensiv rote Färbung. Nach 5 Minuten wird mit  Essigsäure neutralisiert, das Äthanol wird im Vakuum  verdampft und der Rückstand wird durch Auskristalli  sieren aus     Dioxan    gereinigt. Man erhält so das     D,L-p-          Nitro-phenyl-a-acetamino-ss-oxy-propiophenon        (VIII),     Schmelzpunkt 162-l63 , aus welchem man gemäss  Beispiel 1 das gewünschte Produkt gewinnt.

      <I>Beispiel 8</I>    5 g     D-p-Nitro-phenyl-a-propionamino-ss-oxy-pro-          piophenon        (VII),    welches nach dem Verfahren von  Beispiel 2 (zweite Methode), jedoch unter Verwen  dung von     Propionsäureanhydrid    erhalten wurde,  Schmelzpunkt 135-136 ,     (a)D    = 26,5  (c = 4;     Ätha-          nol),    werden in 30     cm3        Piperidin    bei Raumtemperatur  gelöst. Nach 5 Minuten giesst man in 100 g Eis und  100     em3        konz.    Salzsäure.

   Es scheidet sich in Gestalt  einer alsbald kristallisierenden Leimmasse das     D,L-          p-Nitro-phenyl-,ar-propionamin-ss-        oxy-        propiophenon          (VIII)    ab. Dieses wird gesammelt, getrocknet (Schmelz  punkt 115-116 ) und dann gemäss Beispiel 1 weiter  behandelt.    <I>Beispiel 9</I>    4 g     D-p-Nitro-phenyl-a-chloracetamino-ss-oxy-          propiophenon        (VII),    welches nach der 2.

   Methode  von Beispiel 2, jedoch unter Verwendung von Chlor  essigsäurechlorid erhalten wurde, Schmelzpunkt 101  bis 102  WD = + 6,4  (c = 4; Aceton), werden in  25     cms        Pyridin    bei Raumtemperatur gelöst. Wenn  das Drehvermögen verschwunden ist, giesst man in  100 g Eis und 75     cm3        konz.    Salzsäure. Es scheidet  sich so das     D,L-p-Nitro-phenyl-a-chloracetamino-ss-          oxy-propiophenon        (VIII)    (Schmelzpunkt l28-130 )  ab, aus welchem gemäss Beispiel 1 das gewünschte  Produkt entsteht.

        <I>Beispiel 10</I>  3 g     D-p-Nitro-phenyl-a-benzamino-fl'-oxy-propio-          phenon        (VII),    welches nach der 2. Methode von Bei  spiel 2, jedoch unter Verwendung von     Benzoyl-          chlorid    erhalten wurde, Schmelzpunkt 149-150 ,  WD = + 60  (c = 2; Aceton), werden in 30     emg          Piperidin    bei Raumtemperatur gelöst.

   Nach 10 Minu  ten giesst man in Eis und     konz.        Salzsäure.    Es scheidet  sich in Gestalt winziger Kristalle das     D,L-p-Nitro-          phenyl    - a -     benzamino-fl-oxy-propiophenon        (VIII)     (Schmelzpunkt 157-159 ) ab, welches sich gemäss  Beispiel 1 in das gewünschte Produkt überführen lässt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Umwandlung von optisch aktivem, gegebenenfalls p-nitro-substituiertem 1-Phenyl-2- amino-1,3-propandiol in D,L-1-Phenyl-2-amino-1,3- propandiol bzw.
    D,L-1-p-Nitro-phenyl-2-amino-1,3- propandiol, dadurch gekennzeichnet, dass man die Ausgangsverbindung durch Acylierung und Oxyda tion in das entsprechende a-Acylamino-,l'-oxy-propio- phenon überführt, dieses durch Behandeln mit einer basischen Substanz bei Temperaturen zwischen 0 und 60 C racemisiert und das Racemisierungsprodukt durch Reduktion und Verseifung wieder in 1-Phenyl- 2-amino-1,3-propandiol bzw.
    dessen p-Nitroderivat umwandelt, wobei das Diol in D,L-Form anfällt. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Oxydation selektiv mit Halogen in wässriger Lösung bei Temperaturen zwischen 0 und + 50 C erfolgt. 2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Halogen Brom verwendet wird. 3. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei der selektiven Oxydation in Anwesenheit aktinischen Lichtes gearbeitet wird. 4.
    Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zur selektiven Oxydation zu verwendende Halogen in situ gebildet wird. 5. Verfahren nach den Unteransprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das zu verwendende Halogen in situ aus Alkalibromat gebildet wird. 6. Verfahren nach Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Alkalibromat Natriumbromat verwendet wird. 7. Verfahren nach Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in Anwesenheit von Bromwasser stoff gearbeitet wird. B.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man als basische Substanz Pyridin in wasserfreiem Milieu, N-Äthyl-piperidin in wasser freiem Milieu oder Piperidin in wasserfreiem Milieu verwendet. 9. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man als basische Substanz ein Alkalibicarbonat in wässriger Lösung verwendet. 10. Verfahren nach Unteranspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass man als Alkalibicarbonat Na- triumbicarbonat verwendet.
CH345657D 1953-05-30 1954-05-29 Verfahren zur Racemisierung von optisch aktivem, gegebenenfalls p-nitro-substituiertem 1-Phenyl-2-amino-propan-1,3-diol CH345657A (de)

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