Impulsschaltung für Achszählanlagen Bei Achszählanlagen an Eisenbahnen bewirkt jede Fahrzeugachse, wenn sie an bestimmten Stellen der Strecke, den sog. Zählstellen, vorbeiläuft, in den an geschlossenen Zählwerken je nach ihrer Fahrrichtung eine Einzählung oder Auszählung. Es kommt also nicht nur darauf an, das Vorbeilaufen einer Achse zu melden, sondern es muss auch die Fahrrichtung der Achse gekennzeichnet werden. Hierzu erzeugt jede Achse an einer Zählstelle eine Impulsfolge, aus deren Ablauf auf die Fahrrichtung geschlossen werden kann. Es werden z. B. an einer Zählstelle zwei Impulsgeber so angeordnet, dass eine vorbeirollende Achse zuerst nur den einen Impulsgeber, danach beide Impulsgeber gleichzeitig und sodann nur den andern Impulsgeber betätigt.
In vielen Fällen verwendet man Zählwerke, wel che die von einer Achse an einer Zählstelle erzeugte Impulsfolge nicht unmittelbar verarbeiten können. Man ordnet dann zwischen der Zählstelle und dem Zählwerk eine sog. Impulsschaltung an, welche die von der Achse erzeugte Impulsfolge je nach der Fahr richtung in einen Einzähl- oder Auszählimpuls um wandelt. Eine wichtige Forderung, welche an die Impulsschaltungen gestellt wird, tritt auf, wenn eine Achse in den Bereich der Zählstelle, in dem die Im pulsfolge erzeugt wird, hineinfährt und dann ihre Fahrrichtung innerhalb dieses Bereiches umkehrt. Es darf dann entweder kein Zählimpuls erzeugt wer den, oder aber es muss, falls schon ein Zählimpuls abgegeben sein sollte, nach Umkehr der Fahrrichtung ein Zählimpuls entgegengesetzter Wirkung an das Zählwerk weitergeleitet werden.
Impulsschaltungen, welche diese Forderung erfüllen, hat man bisher mit Hilfe von Relais aufgebaut. Da die mechanisch be wegten Teile von Relais infolge ihrer Trägheit sehr schnellen Vorgängen nicht zu folgen vermögen, ist die Anwendung von Relaisimpulsschaltungen bei sehr hohen Fahrgeschwindigkeiten nicht möglich. Ausserdem hat sich in der Praxis gezeigt, dass Kon taktstörungen, die sich bei Relais nie gänzlich ver meiden lassen, die Betriebssicherheit der Achszähl anlagen zuweilen in unerwünschter Weise herabsetzen können. Man muss hierzu bedenken, dass in den mei sten Eisenbahnsicherungsanlagen jedes Relais bei jeder Zugfahrt nur einmal arbeitet. Bei Impulsschal tungen von Achszählanlagen hingegen muss jedes Re lais bei der Vorbeifahrt jeder Achse einmal arbeiten.
Nimmt man nun an, dass ein Zug durchschnittlich hundert Achsen hat, so muss die Betriebssicherheit der Relais in Achszählimpulsschaltungen um zwei Zehnerpotenzen grösser sein als die der übrigen Relais in Eisenbahnsicherungsanlagen, wenn man nicht eine erhöhte Störungsanfälligkeit der Achszählanlagen in Kauf nehmen will.
Die Erfindung bringt ein einfaches Mittel, um Re lais in Achszählimpulsschaltungen weitgehend zu vermeiden und die Arbeitsgeschwindigkeit gegenüber den bekannten Einrichtungen beträchtlich zu erhöhen. Gemäss der Erfindung wird in der Impulsschaltung eine Drossel vorgesehen, deren Kern eine annähernd rechteckige Magnetisierungsschleife hat. Die Drossel hat Wicklungen, denen die von den Achsen erzeugten Impulsfolgen zugeführt werden. Die Spannungen, die hierbei an den Wicklungen auftreten, rühren zum Teil vom Spannungsabfall im Ohmschen Widerstand der Wicklungen her, zum Teil werden sie durch die Induk tionsänderungen im Kern der Drossel hervorgerufen.
Es ist leicht möglich, durch entsprechende Schaltungs anordnung der Drosselwicklungen zu erreichen, dass die daran auftretenden Spannungen ein eindeutiges Kennzeichen dafür sind, in welcher Stellung sich die Achse innerhalb des Wirkungsbereiches der Zähl stelle befindet und in welcher Richtung sie sich durch die Zählstelle hindurch bewegt. Durch die \Spannungen an den Drosselwicklungen wird die Ab gabe der Einzähl- und Auszählimpulse an das Zähl werk gesteuert.
In den meisten Achszählanlagen werden an jeder Zählstelle zwei Impulsgeber a und b angebracht, die bei der Durchfahrt eine Achse zwei sich teilweise überlappende Impulse erzeugen. Eine einfahrende Achse beeinflusst z. B. zunächst nur den Impulsgeber a, danach zusätzlich auch den Impulsgeber b und so dann nur den Impulsgeber b allein. In den nachfol gend anhand der Zeichnung beschriebenen beispiels weisen Ausführungsformen des Erfindungsgegenstan des ist diese Art der Impulserzeugung vorausgesetzt. Die Erfindung ist jedoch nicht darauf beschränkt.
In der Zeichnung bedeuten: Fig. 1 Schaltbild einer Impulsschaltung gemäss einer ersten Ausführungsform des Erfindungsgegen standes, wobei die Achsen Arbeitsstromimpulse er zeugen, Fig. 2 Impulsplan zum Schaltbild nach Fig. 1, Fig. 3 Schaltbild einer Impulsschaltung gemäss einer zweiten Ausführungsform des Erfindungsgegen standes, wobei die Achsen Ruhestromimpulse er zeugen, Fig. 4 Impulsplan zum Schaltbild nach Fig. 3. Die Impulspläne stellen den zeitlichen Verlauf der Spannungen an bestimmten Stellen der Schaltung dar, wenn sich z. B. eine einfahrende Achse durch die Zählstelle hindurchbewegt. Die Ziffern links neben den Fig. 2 und 4 geben die Punkte des Schaltbildes in Fig. 1 bzw. 3 an, deren Spannungen dargestellt sind.
Von den beiden am Gleis angebrachten Impuls gebern sind in Fig. 1 nur die Kontakte 1 und 2 dar gestellt. Statt dieser Kontakte können auch entspre chend wirkende Einrichtungen, z. B. Schalttransi storen, in den Impulsgebern vorhanden sein. Es kommt nur darauf an, dass während des Impulses die Span nung niederohmig an die Wicklung der Drossel an gelegt wird und nach Aufhören des Impulses der Stromkreis an der Stelle der Kontakte 1 und 2 unter brochen bzw. genügend hochohmig gemacht wird. Die Drossel ist in Fig. 1 mit 5 bezeichnet; sie hat die Wicklungen 6 und 7. Der Kern der Drossel kann z. B. aus einer 50%igen Eisen-Nickel-Legierung mit magn. Vorzugsrichtung bestehen; er wird zweck mässig als Ringkern ausgebildet.
Die Wicklungen 6 und 7 sind so bemessen, dass sie den Kern bis in die Sättigung magnetisieren, und dass sie einander ent gegenwirken, so dass keine Wirkung auf den Kern eintritt, wenn sie beide gleichzeitig eingeschaltet sind. Die an den Wicklungen auftretenden Spannungen werden zweckmässigerweise Einrichtungen zugeführt, die nur ansprechen, wenn die Spannung eine be stimmte Amplitude überschreitet, oder wenn sie ausserdem eine bestimmte Richtung hat. Die Einrich tungen, die diese Aufgabe übernehmen, sind in Fig. 1 die Transistoren 14 und 15. Die an den Drosselwick lungen auftretenden Spannungen werden ihnen über die Kondensatoren 8 und 11 zugeführt.
Hierdurch wird erreicht, dass sich nicht die an den Wicklungen auftretende Spannung direkt, sondern immer nur ihre Änderung auswirkt, und dass sich eine bestimmte Zeit nach Auftreten der Spannungsänderung wieder das Potential Null an der Basis der Transistoren 14 und 15 einstellt. Ausserdem sind Spannungsteiler 9, 10 und 12, 13 vorgesehen, um der den Transistoren zu geführten Spannung einen zweckmässigen Wert zu geben.
Es soll nun die Wirkung der Einrichtung bei Ein fahrt einer Achse beschrieben werden. Im Ruhezu stand sind die Kontakte 1 und 2 geöffnet, an den Punkten 3, 4, 18 und 19 der Schaltung herrscht das Potential Null. Die Transistoren vom Leitfähigkeits typus pnp, deren Emitterpotential -U1 sein möge, sind daher gesperrt. Das Kollektorpotential der bei den Transistoren, das auch die Ausgangsklemmen 20 und 21 der Schaltung führen, ist daher annähernd gleich -U2. Zum Zeitpunkt t1 möge nun eine Achse den einen der beiden Impulsgeber befahren und dabei den Kontakt 1 schliessen. Es tritt dann an der Klemme 3 das Potential -U2 auf, wenn man die Leitungen zu den Klemmen 3 und 4 als widerstandslos ansieht. Hierdurch fliesst ein Ladestrom über den Konden sator 8 und die Widerstände 9 und 10.
Die Span nung + U2 wird im Verhältnis des Spannungsteilers 9, 10 auf den Wert U3 herabgesetzt, der an der Basis des Transistors 14 auftritt. An dem Zustand des Tran sistors ändert sich hierbei nichts, da sein Basispoten tial ja weiterhin positiv gegen den Emitter ist. Es sei nun angenommen, dass die Induktion im Kern der Drossel 5 im Zeitpunkt t1 gleich der negativen Sätti gung ist, dann wird die an die Klemme 3 angelegte Spannung U2 zunächst dadurch kompensiert, dass sich die Induktion im Drosselkern von der negativen zur positiven Sättigung ändert. Der hierbei fliessende Magnetisierungsstrom möge so klein sein, dass sein Spannungsabfall an der Wicklung 6 vernachlässigbar ist.
Dann hat die Induktionsänderung im Drossel kern die Wirkung, dass an der Klemme 4 ebenfalls die Spannung U2 aber mit entgegengesetztem Vor zeichen auftritt, da die Wicklungen 6 und 7 gegen einander gepolt sind. In entsprechender Weise tritt nun an der Klemme 19, das heisst an der Basis des Transistors 15, die Spannung -U3 auf, wenn man vor aussetzt, dass die Wicklungen 6 und 7 niederohmig gegen die Spannungsteiler 9, 10 und 12, 13 sind. Die Spannung -U3 kann aber den Transistor 15 nicht leitend machen, da das Emitterpotential -U1 so ge wählt ist, dass der Emitter in diesem Fall stärker negativ als die Basis des Transistors ist. Demnach ändert sich also an dem Spannungszustand der Klem men 20 und 21 zur Zeit t1 nichts.
Bei vollkommen rechteckiger Magnetisierungsschleife der Drossel 5 bleibt der zur Zeit t1 eingetretene Zustand so lange be stehen, bis zur Zeit t2 die positive Sättigung des Dros selkernes erreicht ist. Dann beginnt über Kontakt 1 und Wicklung 6 ein Strom zu fliessen, der nur durch den Ohmschen Widerstand des Kreises bestimmt ist. Die Spannung des Punktes 3 ändert sich hierbei nicht. Die Spannung am Punkt 4 wird beim Erreichen der positiven Sättigung Null. Die hierbei auftretende positive Spannungsspitze am Punkt 19 wirkt sich auf den Zustand der Schaltung nicht weiter aus. Zum Zeitpunkt t3 möge nun die Achse zusätzlich den Kontakt 2 an der Zählstelle schliessen.
Es fliesst dadurch Strom über diesen Kontakt und die Wick lung 7 der Drossel 5. Da sich die Wirkungen der Wicklungen 6 und 7 aufheben, ändert sich hierbei die Induktion im Drosselkern nicht. Lediglich die Span nung am Punkt 4 steigt von Null auf den Wert +U2. Dies hat eine positive Spannungsspitze von der Grösse U3 an der Basis des Transistors 15 zur Folge, die ebenfalls wirkungslos bleibt. Im Zeitpunkt t4 möge nun die Achse den ersten Impulsgeber verlassen und dabei den Kontakt 1 öffnen. Hierdurch wird der Strom in der Wicklung 6 unterbrochen, und die Spannung am Punkt 3 würde, wenn keine weitere Wirkung einträte, von +U2 auf Null zurückgehen. Es wird aber nun die Wicklung 17 allein vom Strom durchflossen. Dies hat zur Folge, dass sich die Induk tion in der Drossel vom positiven zum negativen Sättigungswert hin ändert.
Hierdurch wird in der Wicklung 6 eine Spannung von der Grösse -U2 indu ziert. Das Potential des Punktes 3 ändert sich mithin im Zeitpunkt t4 von +U2 auf -U2, daher tritt am Punkt 18 eine Spannungsspitze von der Grösse -2U3 auf. Da das Emitterpotential -U1 so gewählt ist, dass U3 < U1 < 2U3 ist, wird jetzt die Basis des Tran sistors 14 negativ gegen den Emitter. Der Transistor wird dadurch leitend, und es fliesst Strom über seinen Kollektorwiderstand 16. Der hieran auftretende Span nungsabfall bewirkt, dass die Klemme 20 ein Po tential annimmt, das dem Emitterpotential ange nähert gleich ist. Die Klemme 20 bildet den Ein zählausgang der Schaltung. Es tritt also zur Zeit t4 daran ein positiver Einzählimpuls auf, der einem Zählwerk zugeleitet werden kann. Im Zeitpunkt t5 ist die negative Sättigung im Drosselkern erreicht.
Die Spannung am Punkt 18 springt um den Betrag U3 ins Positive. Der Einzählimpuls wird hierdurch beendet, wenn nicht schon vorher durch das Abklingen des Ausgleichvorganges im Kreis des Kondensators 8 das Basispotential von 14 den Wert -Ui erreicht hat. Endlich wird beim Verlassen der Zählstelle im Zeit punkt t6 der Kontakt 2 geöffnet, wodurch das Po tential am Punkt 4 von +U2 auf Null sinkt. Die negative Spannungsspitze von der Grösse U3 an der Basis von 15 bleibt, wie oben erläutert, ohne Wir kung.
Durchfährt eine ausfahrende Achse die Zähl stelle, so spielen sich entsprechende Vorgänge ab, die man aus dem oben Beschriebenen leicht ableiten kann, wenn man die symmetrisch angeordneten Glieder der Schaltung miteinander vertauscht. Es wird in diesem Fall der Transistor 15 leitend, wenn sich der Kontakt 2 öffnet. Der am Kollektorwiderstand 17 auftretende Spannungsabfall erzeugt hierbei einen Impuls an dem Auszählausgang 21 der Schaltung.
Aus dem oben Gesagten geht hervor, dass an den Schaltungsausgängen nur dann ein Impuls entsteht, wenn vorher beide Wicklungen 6 und 7 Strom er hielten und beim Unterbrechen des Stromes in einer der beiden Wicklungen der Drosselkern ummagneti siert wird. Man erkennt ohne weiteres, dass sich die ser Vorgang nicht abspielen kann, wenn eine einfah rende Achse entweder nur den Kontakt 1 oder beide Kontakte 1 und 2 geschlossen hat und danach ihre Fahrrichtung umkehrt, ohne den Kontakt 1 vor dem Kontakt 2 zu öffnen. Entsprechendes gilt für eine ausfahrende Achse, die nur so weit in die Zählstelle einfährt, dass sie den Kontakt 2 nicht vor dem Kon takt 1 öffnet. Sollte jedoch z.
B. eine einfahrende Achse so weit in die Zählstelle einfahren, dass sie den Kontakt 1 öffnet, während 2 noch geschlossen bleibt, und danach ihre Fahrrichtung umkehren, so hat sie bereits einen Einzählimpuls abgegeben. Die Vorgänge, die sich dann nach Umkehr der Fahrrichtung abspielen, sind aber vollkommen denen gleich, die eine ausfahrende Achse hervorruft, das heisst es wird ein Auszählimpuls beim Öffnen des Kontaktes 2 erzeugt. Die Einzählung, die vor Umkehr der Fahrrichtung hervorgerufen wurde, wird durch den Auszählimpuls in ihrer Wirkung wie der aufgehoben. Es ist also somit die Forderung er füllt, dass bei Umkehr einer Achse innerhalb der Zähl stelle entweder kein Impuls abgegeben werden darf oder aber, falls schon ein Zählimpuls abgegeben sein sollte, nach Umkehr der Fahrrichtung ein Zählimpuls entgegengesetzter Wirkung erzeugt werden muss.
Im folgenden soll ein Anwendungsbeispiel der Erfindung gezeigt werden, bei welchem die Impuls geber an der Zählstelle mit Ruhestrom arbeiten. Fig. 3 zeigt das Schaltbild, Fig. 4 den zugehörigen Impuls plan.
Den Ruhestromkontakten 22 und 23, die sich in den Impulsgebern am Gleis befinden, wird die Span nung -U2 zugeführt. Sie wirkt auf die Drossel 5 mit den Wicklungen 6 und 7, die ebenso gestaltet sein möge wie in Fig. 1. Die Einrichtungen, welche in Fig.3 die an den Drosselwicklungen auftretenden Spannungen auswerten, sind ebenfalls Transistoren und mit 38 und 39 bezeichnet. Um zu erreichen, dass an den Transistoren nicht die an den Drosselwick lungen auftretenden Spannungen direkt, sondern nur die Änderungen dieser Spannungen wirksam wer den, sind in Fig. 3 die beiden Übertrager 24 und 28 vorgesehen. Jeder der beiden Übertrager hat drei Wicklungen; 25 und 29 sind die Primärwicklungen, 26, 27 bzw. 30, 31 sind die Sekundärwicklungen.
Die Sekundärwicklungen ein und desselben übertra- gers sind entgegengesetzt gepolt. Die Spannungen der Sekundärwicklungen werden den Transistoren nicht direkt, sondern über je ein Koinzidenzgatter zugeführt. Das Gatter vor .der Basis des Transistors 38 besteht aus den Sperrzellen 32, 33 und dem Widerstand 34. Das entsprechende Gatter für den Transistor 39 wird durch die Sperrzellen 35, 36 und dem Widerstand 37 gebildet.
Der Impulsplan Fig.4 gilt ebenfalls, wie der Impulsplan Fig. 2, für eine einfahrende Achse. Ver gleicht man das Kontaktdiagramm der Kontakte 1 und 2 in Fig. 2 mit dem der Kontakte 22 und 23 in Fig.4, so erkennt man, dass die Schaltvorgänge in beiden Diagrammen in der gleichen Reihenfolge ab laufen, wenn mehrere einfahrende Achsen nacheinan der die Zählstellen passieren. Es ist lediglich der Zustand zum Zeitpunkt t4 in Fig. 2 an den Anfang des Vorganges in Fig. 4, nämlich an den Zeitpunkt t1 verschoben.
Aus dem gleichen Grunde folgen auch die Spannungsänderungen an den Punkten 3 und 4 in beiden Diagrammen in der gleichen Reihenfolge aufeinander, nur mit dem Unterschied, dass auch hier der Zeitpunkt t4 in Fig. 2 an die Stelle t1 in Fig. 4 verschoben ist, und dass die Spannungen umgekehrtes Vorzeichen haben. Es erübrigt sich daher, das Zu standekommen des Spannungsdiagrammes für die Punkte 3 und 4 in Fig.4 zu erläutern. Aus dem Spannungsdiagramm dieser beiden Punkte kann man nun die entsprechenden Diagramme für die Punkte 42 bis 45 ableiten. So springt z. B. die Spannung am Punkt 42 zur Zeit t1 um den Betrag 2 U3 ins Positive, weil sich die Spannung am Punkt 3 von -U2 auf +U2 geändert hat. Zur Zeit t2 ändert sich die Span nung am Punkt 42 plötzlich um den Betrag -U3, da sich die Spannung am Punkt 3 um den Betrag U2 ins Negative geändert hat.
Das gleiche gilt für den Zeitpunkt t4. Die Spannung am Punkt 45 hat den gleichen Verlauf wie am Punkt 42, nur mit dem Un terschied, dass das Vorzeichen umgekehrt ist, weil die Wicklung 27 umgekehrt gepolt ist wie die Wick lung 26. In entsprechender Weise kann man den Spannungsverlauf für die Punkte 43 und 44 aus dem Spannungsverlauf am Punkt 4 ableiten. Will man nun erreichen, dass zur Zeit t4 ein Einzählimpuls ab gegeben wird, so kann man aus dem Impulsdiagramm für die Punkte 42 bis 45 ablesen, dass zu dieser Zeit die Spannungen an den Punkten 42 und 43 gleich zeitig den Wert -U3 annehmen. Dies ist zu keiner anderen Zeit in dem Spannungsdiagramm der Fall, daher kann das gleichzeitige Auftreten eines nega tiven Spannungswertes an den Punkten 42 und 43 als Kennzeichen für die Abgabe eines Einzählimpulses an das Zählwerk dienen.
Die Klemmen 42 und 43 dienen daher als Eingang für das Koinzidenzgatter, das aus den Sperrzellen 35, 36 und dem Wider stand 37 besteht. Der Ausgang dieses Koinzidenz gatters ist mit der Basis des Transistors 39 verbun den. Solange in den Sekundärwicklungen der Über trager 24 und 28 keine Spannung induziert wird, fliesst Strom von der Klemme mit dem Potential Null über Wicklung 31 und Sperrzelle 36 einerseits, sowie über Wicklung 26 und Sperrzelle 35 anderseits zum Wider stand 37 und von dort zur Spannungsklemme -U2. Da die Widerstände der Wicklungen 26 und 31 klein gegen den Widerstand 37 sind, herrscht an der Basis von 39 ein Potential zwischen Null und -U1. Der Transistor ist gesperrt und an dem Einzählausgang 46, der mit seinem Kollektor verbunden ist, herrscht das Potential -U2.
Tritt nur an einer der beiden Klemmen 42 und 43 ein negatives Potential auf, was z. B. im Zeitpunkt t3 für die Klemme 43 zutrifft, so ändert sich an der Basisspannung des Transistors nichts. Es wird lediglich durch die an der Klemme 43 auftretende negative Spannung die Sperrzelle 36 in Sperrichtung beansprucht. Ist aber an beiden Klem men 42 und 43 negatives Potential vorhanden, was für den Zeitpunkt t4 zutrifft, so tritt dieses auch an der Basis des Transistors 39 auf. Der Transistor wird dadurch leitend und der Spannungsabfall am Kollek torwiderstand 41 bewirkt, dass sich das Potential des Einzählausganges 46 von -U2 nahezu auf den näher an Null liegenden Wert -U1 ändert. Es entsteht also im Zeitpunkt t4 ein positiver Einzählimpuls an der Klemme 46.
Befährt eine Achse die Zählstelle in Auszähl richtung, so spielen sich entsprechende Vorgänge ab, nur werden die Rollen der symmetrisch angeordneten Schaltungselemente hierbei vertauscht, so dass der Auszählimpuls an Klemme 47 erscheint, wenn Strom über den Transistor 38 und seinen Kollektorwider stand 40 fliesst.
Ein Einzählimpuls wird an das Zählwerk nur abgegeben, wenn sich die Induktion in der Drossel in ihrer Richtung ändert, und wenn ausserdem vorher beide Wicklungen der Drossel stromlos waren. Dieser Vorgang kann nicht eintreten, wenn eine einfahrende oder eine ausfahrende Achse nur bis zu einer Stelle zwi schen t3 und t4 im Diagramm Fig. 4 vorrückt und da nach ihre Richtung umkehrt. Es wird daher in die sem Fall überhaupt kein Impuls an das Zählwerk ab gegeben. Kehrt die Achse jedoch ihre Fahrrichtung um, nachdem sie in Einfahrrichtung den Punkt t4, in Ausfahrrichtung den Punkt t3 überschritten hat, so wird wohl ein Einzahl- als auch ein Auszählimpuls erzeugt, so dass sich die beiden Wirkungen der Im pulse aufheben.
Es sind zahlreiche Abwandlungen der in Fig. 1 und 3 gezeigten Schaltungen möglich. So könnte es z. B. Vorteile bringen, den einen der beiden Im pulsgeber einer Zählstelle mit Arbeitsstrom und den anderen mit Ruhestrom zu betreiben. Man kann an hand des Impulsdiagrammes, Fig.4, und nach den oben gegebenen Erklärungen leicht ableiten, dass dann die Änderung der Spannung an einer der beiden Klem men 3 und 4 von Null auf -U2 als. Kennzeichen für die Abgabe eines Einzahl- oder Auszählimpulses die nen kann. Das Kennzeichen darf nur ausgewertet wer den, wenn sich gleichzeitig die Spannung an der an deren Wicklung der Drossel nicht ändert. Diese Aus wertung ist mit Hilfe von bekannten elektronischen Schaltungsmitteln oder auch mit Hilfe von Relais ohne weiteres möglich.
Ein Beispiel für eine andere Abwandlung ergibt sich, wenn man in Fig. 1 als Kennzeichen für die Abgabe des Zählimpulses die Induktionsänderung in der Drossel 5 nimmt und sich dieses Kennzeichen nur auswirken lässt, wenn ausserdem vorher beide Wicklungen erregt waren. Dies kann z. B. dadurch geschehen, dass man auf der Drossel eine dritte Wick lung anbringt, die das Kennzeichen für die Änderung der Induktion gibt, und wenn man ausserdem den beiden Drosselwicklungen z. B. Verzögerungsrelais parallel schaltet, deren angezogener Zustand dafür kennzeichnend ist, dass vor dem Umkippen der Induk tion in der Drossel beide Wicklungen erregt waren.
Die in den Fig. 1 und 3 gezeigten Transistoren können auch durch andere geeignete Einrichtungen, z. B. polarisierte Relais, ersetzt werden. In manchen Fällen können auch die Einrichtungen, welche die an den Drosselwicklungen auftretenden Spannungen aus werten, ganz fortfallen. So ist z. B. möglich, in Fig. 1 die Klemmen 18 und 19 als Ausgangsklemmen zu benutzen und die Transistoren 14 und 15 mit ihren Kollektorwiderständen 16 und 17 ganz fortzulassen, wenn ein Zählwert benutzt wird, das nur auf nega tive Spannungsimpulse einer Amplitude < U3 an spricht.