Dreilinsiges photographisches Objektiv Es sind bereits dreilinsige photographische Ob jektive des Triplettyps mit einem Mindestbildwinkel von 43 bekannt, bei denen die beiden positiven Lin sen aus Gläsern bestehen, deren Brechungsindizes, bezogen auf die d-Linie (587,6 mit), dem Wert nach grösser als 1,72 sind, und bei dem der axiale Luft abstand zwischen der Negativlinse und dem objekt- seitigen Positivglied grösser als der axiale Luftabstand zwischen der Negativlinse und der bildseitigen posi tiven Linse ist.
Bei Objektiven dieser Gattung wurde bisher die Fehlerbeseitigung durch Verwendung hoch brechender Gläser angestrebt. Es ist weiter bekannt, zur Erzielung eines möglichst grossen Bildfeldes die erforderliche Bildebnung dadurch zu erreichen, dass für die Positivlinsen ein möglichst hoher, für die Negativlinse dagegen ein möglichst niedriger Bre chungsindex vorgesehen wurde.
Diese Massnahmen, durch die eine niedrige Petzvalsumme erreicht wer den soll, bilden die Grundlage der bekannten Kon struktionen des Triplettyps. Um aber zugleich die Farbkorrektion durchführen und den Brechungs index der Negativlinse nennenswert niedriger halten zu können als denjenigen der Positivlinsen, ist es bei den zur Verfügung stehenden Gläsern erforderlich, zumindest für eine positive Linse ein Glas zu wählen, dessen Abbesche Zahl v grösser als 47 ist.
Nach dem heutigen Stand der Technik sind aber für Massen fertigung verfügbare Gläser, deren v-Wert grösser als 47 ist, nur mit maximalem Brechungsindex, bezogen auf die d-Linie des Spektrums (587 mu), von etwa 1,72 ausgestattet.
Da die Negativlinse beim Triplett- typ eine sehr hohe Brechkraft besitzt, hat die Ver wendung eines niedrigen Brechungsindexes auch ver hältnismässig kleine Krümmungsradien der Lins.en- begrenzungsflächen und damit eine Verteuerung der Herstellung zur Folge.
Es zeigt sich weiter, dass bei den bekanntgewordenen Objektiven mit der Licht- stärke 1:2,8 die sagittal,e und insbesondere die meridionale Bildschale bei einem halbseitigen Bild winkel von etwa 23 sehr schnell aus der Bildebene auswandern und ein grösserer Bildwinkel durch Ver grösserung der astigmatischen Zonendifferenz erkauft werden muss.
Es wurde nunmehr gefunden, dass die Leistung von Objektiven der eingangs genannten Gattung ge steigert werden kann, wenn der Brechungsindex, be zogen auf die d-Linie des Spektrums (587,6) für die Negativlinse grösser als 1,72 ist.
Die dadurch ermög lichten bedeutend grösseren Flächenradien gegenüber den erwähnten, bekannten Bauarten gestalten die Herstellung wesentlich billiger und bewirken nicht nur einen flacheren Verlauf der astigmatischen Bild schalen, insbesondere der meridionalen, welcher ge rade für Objektive mit Frontlinsenverstellung von ausserordentlicher Bedeutung ist, sondern ergeben zu dem eine gute sphärische und vor allem komatische Korrektion. Wie aus vorstehendem hervorgeht, wird also hierbei, im Gegensatz zu denbekanntgewordenen,
erwähnten Objektiven des Triplettyps angestrebt, die Dsfferenzen der Brechungsindizes zwischen Positiv- und Negativlinsen möglichst klein zu wählen. Gerade hierdurch wird es erst möglich, auf Grund der zur Verfügung stehenden Gläser auch den Positivlinsen verhältnismässig hohe Brechungsindizes zuzuordnen.
Es wurde gefunden, dass die geringfügige Vergrösse rung der Petzvalsumme um etwa 0,010 bis 0,030 gegenüber den besterzielbaren Petzvalsummen nach der bekannten Glasabstufung bei Triplettypen bedeu tungslos ist im Vergleich zu den gewonnenen ausser ordentlichen Vorteilen einer wesentlichen Abflachung der astigmatischen und insbesondere der komatischen und sphärischen Korrektionskurven.
Es wurde ferner gefunden, dass eine gute chroma tische Korrektur erreichbar ist, wenn ausserdem die Abbeschen Zahlen der Gläser so gewählt werden, dass ihr arithmetisches Mittel grösser als 36 und klei ner als 41 ist. Es wurde zudem gefunden, dass ausser dem eine Leistungssteigerung der geometrischen Ab bildungsqualität erreichbar ist, wenn der Radius der bildseitigen Fläche der Negativlinse zwischen dem 0,7fachen und dem l,Ofachen des absoluten Betrages des Radius der objektseitigen Fläche liegt.
Dem entsprechend betrifft die vorliegende Erfindung ein dreilinsiges photographisches Objektiv der eingangs erwähnten Gattung, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass auch der Brechungsindex, bezogen auf die d-Linie des Spektrums (587,6 mu) für die Negativ linse grösser als 1,72 ist und die Abbeschen Zahlen der Gläser so gewählt sind, dass ihr arithmetisches Mittel zwischen 36 und 41 liegt, wobei der Radius der bildseitigen Fläche der Negativlinse zwischen dem 0,7fachen und dem 1,
Ofachen des absoluten Betrages des Radius der objektseitigen Fläche liegt.
Die gekennzeichneten Merkmale lauten in der üblichen formelmässigen Darstellung folgendermassen:
EMI0002.0020
Hierin und für alles Nachfolgende bezeichnen: rzi, n2, n3 den auf die Wellenlänge 587,6 my bezoge nen Brechungsindex der Gläser in der durch den Strahlengang bei der photo graphischen Aufnahme gegebenen Reihen folge;
f die Objektivbrennweite; r1 <I>. . .</I> r6 den Krümmungsradius, der quer zur opti schen Achse stehenden Begrenzungsflä chen der Gläser in der durch den Strahlen gang bei der photographischen Aufnahme gegebenen Reihenfolge; 1i, l2 den Luftabstand der einander zugekehr ten Begrenzungsflächen benachbarter Glä ser in der optischen Achse gemessen, be zogen auf die durch den Strahlengang bei der photographischen Aufnahme gegebe nen Reihenfolge;
d1, d2, d3 die Einzeldicke der Gläser in der optischen Achse gemessen, bezogen auf die durch denStrahlengang bei derphotographischen Aufnahme gegebenen Reihenfolge; v i, v2, <I>v3</I> die Abbeschen Zahlen für die verwende ten Gläser in der durch den Strahlengang bei der photographischen Aufnahme gege benen Reihenfolge.
Vorteilhaft liegt zugleich die Summe der axialen Luftabstände zwischen dem 1,1- und dem 1,35fachen der Summe der axialen Glasdicken, wobei aus Kor rektionsgründen sowohl der Radius der in Richtung des Strahlenganges bei der photoraphischen Auf nahme an .erster Stelle stehenden' Linsenfläche als auch der Radius der stärker gekrümmten Fläche der Negativlinse zur Baulänge des Objektives in einem Verhältnis steht, das zwischen 1,25 und 1,50 liegt.
Diese Kennzeichen lassen sich in der üblichen formelmässigenDarstellung wie folgt zusammenfassen:
EMI0002.0047
Dadurch lassen sich die Flächenanteile der ein zelnen Bildfehler so weit reduzieren, dass bei einem Objektiv des Öffnungsverhältnisses 1 : 2,8 bei gleich zeitiger Verbesserung der astigmatischen Korrektion eine gute sphärische und vor allem gute komatische wie auch chromatische Korrektur bei starker Herab setzung der Verzeichnung für ein Bildfeld von 52 mit guter Helligkeit in den Bildecken erreicht wer den kann.
Ausser der Erzielung einer Leistungssteigerung des Objektives gestatten die Ermöglichung verhältnis mässig grosser Krümmungsradien der Linsen und die durch die Kleinhaltung der Summe aller Gläserdicken bedingte niedrige Glasmenge eine nennenswert gün stigere und vor allem wirtschaftlichere Herstellung.
Die Zeichnung zeigt zusammen mit den in der nachstehenden Zahlentafel angeführten konstruktiven Zahlenwerten Ausführungsbeispiele des Erfindungs gegenstandes für eine Brennweite von f = 1,0, ein Öffnungsverhältnis von 1 : 2,8 und ein Bildfeld von 52 .
EMI0002.0056
<I>Zahlentafel</I>
<tb> <I>Beispiel <SEP> 1</I>
<tb> r1 <SEP> = <SEP> + <SEP> 0,47350 <SEP> dl <SEP> = <SEP> 0,06372 <SEP> n1 <SEP> = <SEP> 1,74400 <SEP> )11, <SEP> = <SEP> 44,9
<tb> <I>r2 <SEP> =</I> <SEP> -E- <SEP> 14,88351 <SEP> <B>11</B> <SEP> = <SEP> 0,10015
<tb> r3 <SEP> = <SEP> - <SEP> 0,58459 <SEP> d2 <SEP> = <SEP> 0,02705 <SEP> n2 <SEP> = <SEP> 1,74000 <SEP> v2 <SEP> = <SEP> 28,2
<tb> r4 <SEP> = <SEP> + <SEP> 0,51414 <SEP> 12 <SEP> = <SEP> 0,09253
<tb> r5 <SEP> = <SEP> + <SEP> 3,31041 <SEP> d3 <SEP> = <SEP> 0,06979 <SEP> n3 <SEP> = <SEP> 1,
74400 <SEP> v3 <SEP> = <SEP> 44,9
<tb> r6 <SEP> = <SEP> - <SEP> 0,44969
EMI0003.0001
<I>Beispiel <SEP> 2</I>
<tb> r1 <SEP> = <SEP> -j- <SEP> 0,46314 <SEP> d1 <SEP> = <SEP> 0,06233 <SEP> n1 <SEP> = <SEP> 1,74400 <SEP> v1 <SEP> = <SEP> 44,9
<tb> r2 <SEP> = <SEP> -j- <SEP> 14,55789 <SEP> <B>11</B> <SEP> = <SEP> 0,11174
<tb> r3 <SEP> = <SEP> - <SEP> 0,57180 <SEP> d2 <SEP> = <SEP> 0,01494 <SEP> n2 <SEP> = <SEP> 1,74077 <SEP> v2 <SEP> = <SEP> 27,7
<tb> r4 <SEP> = <SEP> -j- <SEP> 0,50289 <SEP> 12 <SEP> = <SEP> 0,09388
<tb> r5 <SEP> = <SEP> -i- <SEP> 3,23799 <SEP> d3 <SEP> = <SEP> 0,08630 <SEP> n3 <SEP> = <SEP> 1,74400 <SEP> v3 <SEP> = <SEP> 44,9
<tb> r. <SEP> = <SEP> - <SEP> 0,45193