CH349370A - Verfahren zur Herstellung eines Materials für steife Stützverbände - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Materials für steife Stützverbände

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CH349370A
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Ekenstam Bo Dr Phil Thuress Af
Fredrik Von Fieandt Bro Holger
Benjamin Furendal Alla Rickard
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Bofors Ab
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61LMETHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
    • A61L15/00Chemical aspects of, or use of materials for, bandages, dressings or absorbent pads
    • A61L15/07Stiffening bandages
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61FFILTERS IMPLANTABLE INTO BLOOD VESSELS; PROSTHESES; DEVICES PROVIDING PATENCY TO, OR PREVENTING COLLAPSING OF, TUBULAR STRUCTURES OF THE BODY, e.g. STENTS; ORTHOPAEDIC, NURSING OR CONTRACEPTIVE DEVICES; FOMENTATION; TREATMENT OR PROTECTION OF EYES OR EARS; BANDAGES, DRESSINGS OR ABSORBENT PADS; FIRST-AID KITS
    • A61F13/00Bandages or dressings; Absorbent pads
    • A61F13/04Plaster of Paris bandages; Other stiffening bandages

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Description


  
 



  Verfahren zur Herstellung eines Materials für steife Stützverbände
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines Materials für steife Stützverbände. Ein derartiges Verfahren wurde schon früher beschrieben und war dadurch gekennzeichnet, dass ein locker gewobenes Gewebe in eine Kunstharzdispersion von hartem Kunststoffmaterial und in eine Kunstharzdispersion von weichem Kunstharz eingetaucht wurde. Die beiden Dispersionen bildeten zusammen einen Belag um jeden einzelnen Faden im Gewebe. Im genannten Belag fungiert das weiche Kunstharz als Bindemittel. Wurde einem so behandelten Gewebe ein Lösungsmittel zugeführt, so wurde der Belag nach dem Verdunsten des Lösungsmittels in einen Film verwandelt. Der Film um jeden Faden bekam die Form eines Rohres.

   Wenn das Gewebe beispielsweise am Arm eines Menschen angebracht worden war, bekam das Gewebe, nachdem das zugeführte Lösungsmittel vollständig verdunstet war, den Charakter eines   Gipsverbandes.    Das Gewebe fungierte also als Stützverband.



   Obschon sich das bekannte Gewebe vollkommen zufriedenstellend anwenden lässt, sind doch gewisse Wünsche in bezug auf dasselbe unerfüllt. Einer davon ist die Vermeidung der Klebrigkeit des Gewebes.



  Das Gewebe hat nämlich, bevor ihm das   Lösung    mittel zugeführt worden ist, eine gewisse Klebrigkeit, die von dem weichen Kunstharz, das als Bindemittel wirkt, hervorgerufen wird. Ein anderer Wunsch ist, die Härte des Verbandes noch weiter steigern zu können, nachdem das Lösungsmittel verdunstet ist.



  Die Menge weichen Kunstharzes, die als Bindemittel zugesetzt wird, bewirkt, dass der gebildete Kunstharzfilm eine geringere Härte bekommt, als wenn nur das harte Kunstharz den Film gebildet haben würde.



   Die vorliegende Erfindung bezweckt den obengenannten Wünschen gerecht zu werden und erreicht dies dadurch, dass das weiche Kunstharz durch ein Bindemittel ersetzt ist, das wasserlöslich, aber im Lösungsmittel für das harte Kunstharz nicht löslich ist.



   Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung eines Materials für steife Stützverbände ist dadurch   gekennzeichnet,    dass man ein locker gewobenes Gewebe mit einer wässrigen Dispersion eines harten Kunstharzes, in der ein wasserlösliches, aber in einem Lösungsmittel für das Kunstharz unlösliches Bindemittel gelöst ist, imprägniert und trocknet.



   Dieses Material kann an einer zu behandelnden Stelle angebracht werden, wobei man dasselbe nach oder vor dem Anbringen mit einem Lösungsmittel bespritzt oder in ein Lösungsmittel eintaucht. Nach dem Verdunsten des Lösungsmittels bildet sich um jeden Faden ein Kunststoffilm.



   Das erfindungsgemässe Stützverbandmaterial bietet über die genannten Vorteile hinaus auch den Vorteil, dass der aufgelöste Kunststoff bei der Behandlung des Materials mit einem   Lösungsmiittel    nicht zerläuft, so dass die Poren des Gewebes nicht ganz oder teilweise verstopft werden. Hierdurch wird es möglich, ein Gewebe zu verwenden, das weniger locker ist, als es bisher benutzt wurde.



   Bindemittel, welche die obgenannten Bedingungen erfüllen, sind z. B. Polyvinylalkohol; Casein; wasserlösliche Zellulosederivate, beispielsweise ein Natriumsalz von Carboxymethylcellulose; wasserlösliche, polymere Acrylprodukte, beispielsweise Polyacrylamid und   Polymethacrylsäuresalze;    Polyvinylpyrrolidon; Natriumwasserglas und andere organische und anorganische Kolloide.  



   Durch Anwendung eines   Kolloids    als Bindemittel erzielt man den Vorteil, dass das Kolloid gleichzeitig als sog. Schutzkolloid für die Dispersion dient, wodurch die Dispersion eine erhöhte Stabilität gegen mechanische Einflüsse erhält. Das ist beim Imprägnieren von grösster Bedeutung, da das mit Dispersion behandelte Gewebe gegebenenfalls auch zwischen zwei Gummiwalzen gequetscht wird. Wenn die Dispersion keine ausreichend hohe mechanische Stabilität hat, kann sie nämlich in dieser Stufe des Verfahrens koagulieren, wobei das Kunstharz einen Belag auf den Walzen bildet und ein weiteres Abquetschen unmöglich macht.



   Geeignete Kunstharze für das vorliegende Verfahren sind Polymethylmethacrylat, Polyisobutylmethacrylat, Polystyrol und andere harte Kunstharze.



   Als Lösungsmittel beim Anbringen von Stützverbänden sollen eine oder mehrere chemische Verbindungen gewählt werden, die den Charakter haben, dass sie sowohl relativ tiefsiedend als auch weitgehend nicht giftig sind. Beispiele für derartige Verbindungen sind Ketone, beispielsweise Azeton und Methyl äthylketon, Ester, beispielsweise Äthylacetat und Methylacetat, Acetale, beispielsweise Dimethylformal, Diäthylformal und Dimethylacetal, chlorierte Kohlenwasserstoffe, beispielsweise Methylenchlorid,   Äthyl-    chlorid, Propylchlorid, Butylchlorid und Dichlor äthylen.



   Es ist zweckmässig, einem oder mehreren der obengenannten Verbindungen eine oder mehrere Verbindungen zuzusetzen, die an und für sich kein Lösungsmittel für das in Frage kommende Kunstharz darstellen, um die Verdunstungsgeschwindigkeit   undíoder    Feuergefährlichkeit zu regulieren. Beispiele für Verbindungen letztgenannter Art sind tiefsiedende Äther, Paraffinkohlenwasserstoffe und Fluor  chlorkohlenwasserstoffverbindungen.   



   Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung anhand einer Reihe von Beispielen beschrieben. In sämtlichen Beispielen wird ein Gewebe aus Zellwolle mit drei Fäden pro Zentimeter im Schuss und vier Fäden pro Zentimeter in der Kette verwendet. Das Gewebe hat ein Gewicht von 87 g pro Quadratmeter.



  Weiter wird in sämtlichen Beispielen eine Dispersion von Polymethylmethacrylat verwendet. Die genannte Dispersion ist   43 O/oig.    Es dürfte offensichtlich sein, dass die Beispiele auch mit Geweben anderer Art und mit Kunstharzdispersionen anderer Kunststoffe durchgeführt werden können, z. B. mit denjenigen, die früher beschrieben worden sind. Alle Mengenprozente sind Gewichtsprozente.



   Beispiel I
Einer   100/obigen    wässrigen Lösung von Polyvinylalkohol   (I4ydrolysegrad      86-89 0/o)    wird eine   43 obige    Dispersion von Polymethacrylat in solcher Menge zugeführt, dass die Dispersion 5   O/o    Polyvinylalkohol, berechnet auf das Polymethacrylat, enthält. Eine Textilbinde der oben beschriebenen Art wird in diese Mischung eingetaucht. Nach dem Eintauchen lässt man die Binde durch ein paar Gummiwalzen in einem Walzwerk hindurchlaufen, die so eingestellt sind, dass die getrocknete Binde 60   O/o    Kunstharz enthält.



   Die so erhaltene Binde kann wie folgt verwendet werden:
Die Binde wird in trockenem Zustand während zwei Minuten in Azeton getaucht. Nach dem Eintauchen wird die Binde leicht ausgewrungen, so dass der Überschuss an Azeton von der Binde entfernt wird.



  Die so behandelte Binde wird um eine schadhafte Steile gewickelt, beispielsweise den Arm eines Menschen, der eine Fraktur erlitten hat. Die Binde wird um den beschädigten Arm gewickelt, so dass der fertige Verband eine Dicke von 6-8 Wicklungen bekommt. Nach 30 Minuten hat der Verband eine relativ gute Härte bekommen und nach 2 Stunden besitzt er seine maximale Härte. Der fertige Verband ist ausserordentlich kräftig und einem Gipsverband in bezug auf Stärke weit überlegen. Dadurch, dass der Verband porös ist, vermag er ausserdem Luft an die darunterliegende Haut durchzulassen. Ausserdem, und das ist bei Gipsverbänden nicht der Fall, gestattet der Verband das Röntgenphotographieren von unter einem derartigen Verband befindlichen Körperteilen.



   Beispiel 2
Einer   100/0 gen    wässrigen Lösung von Casein, die durch Auflösung von 10 g sog. Säurecasein in 90 g   20/obigem    Ammoniak hergestellt worden ist, wird eine Dispersion gleicher Art wie in Beispiel 1 in einer solchen Menge zugeführt, dass die Dispersion   3 ovo    Casein, berechnet auf das Kunstharz, enthält.



   Das Applizieren der Dispersion auf eine Textilbinde gleicher Art, wie im vorangegangenen Beispiel, geschieht auf genau die gleiche Weise wie diejenige, die im genannten Beispiel beschrieben worden ist, so dass die Textilbinde in trockenem Zustand   600/0    Kunstharz enthält.



   Die so erhaltene Binde kann wie folgt verwendet werden:
Die Textilbinde wird während 30 Sekunden in ein Lösungsmittel für den Kunststoff eingetaucht, das aus Methylenchlorid besteht. Nach diesem Eintauchen wird die Textilbinde auf die gleiche Weise wie die im vorangegangenen Beispiel beschriebene angebracht und das Ergebnis ist genau dasselbe.



   Beispiel 3
Das folgende Beispiel weicht von den vorangegangenen Beispielen nur dadurch ab, dass das Bindemittel in Form einer   320/obigen    Lösung von Natriumwasserglas vorliegt, und dass dieses der Kunstharzdispersion in einer solchen Menge zugeführt wird, dass die Dispersion   5 ovo    Natriumwasserglas, berechnet auf das Kunstharz, enthält.



   Diese Binde kann wie folgt verwendet werden:
Die Textilbinde wird in trockenem Zustand in ein Lösungsmittel getaucht, das aus 500/0   Äthylchlo-    rid und 500/0 Trichlorfluormethan besteht. Danach  wird die eingetauchte Textilbinde auf genau die gleiche Weise angebracht wie diejenigen in den vorangegangenen Beispielen.



   Dadurch, dass man die genannten tiefsiedenden Lösungsmittel verwendet, erreicht man den Vorteil, dass der Verband schnell trocknet. Somit erhält ein 6-8 Wicklungen dicker Verband bereits nach 30 Minuten Trockenzeit seine maximale Stärke.   

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH 1 Verfahren zur Herstellung eines Materials für steife Stützverbände, dadurch gekennzeichnet, dass man ein locker gewobenes Gewebe mit einer wässrigen Dispersion eines harten Kunstharzes, in der ein wasserlösliches, aber in einem Lösungsmittel für das Kunstharz unlösliches Bindemittel gelöst ist, imprägniert und trocknet.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man als Bindemittel organische Kolloide verwendet.
    2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als organisches Kolloid Polyvinylalkohol verwendet.
    3. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als organisches Kolloid Casein verwendet.
    4. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als organisches Kolloid wasserlösliche Cellulosederivate verwendet.
    5. Verfahren nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als wasserlösliches Cellulosederivat Natriumcarboxymethylcellulose verwendet.
    6. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als organisches Kolloid wasserlösliche polymere Acrylderivate verwendet.
    7. Verfahren nach Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass man als wasserlösliches Acrylderivat Polyacrylamid verwendet.
    8. Verfahren nach Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass man als wasserlösliches Acrylderivat Polymethacrylsäuresalze verwendet.
    9. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als organisches Kolloid Polyvinylpyrrolidon verwendet.
    10. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man als Bindemittel anorganische Kolloide verwendet.
    11. Verfahren nach Unteranspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass man als anorganisches Kolloid Natriumwassergl as verwendet.
    PATENTANSPRUCH II Material zur Herstellung steifer Stützverbände, hergestellt nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I.
CH349370D 1956-04-30 1957-04-18 Verfahren zur Herstellung eines Materials für steife Stützverbände CH349370A (de)

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