Aktenmappe, insbesondere Hängemappe Die vorliegende Erfindung betrifft eine Akten mappe, insbesondere Hängemappe, mit mindestens einem aus U-förmig gebogenem Flachmaterial gebil deten Beschriftungsreiter, dessen Schenkel bei aufge setztem Reiter den Rand des einen Mappendeckels beidseitig umfassen.
Derartige Reiter sind bereits bekannt, wobei in den Schenkeln Löcher vorgesehen sind, in welche eine am Mappendeckel befestigte Öse oder eine Niete eingeführt werden konnte, um den Reiter an der Mappe zu befestigen. Es wurde dabei auch bereits vorgeschlagen, die Öse oder Niete in gleicher Distanz von zwei senkrecht zueinander stehenden Kanten in einer Ecke des Mappendeckels anzuordnen, so dass der Reiter in zwei um 90 verschobenen Stellungen auf die eine oder andere Kante des Mappendeckels aufgesetzt werden konnte, um den Beschriftungsreiter entsprechend dem Platz der Mappe in einer Registra tur möglichst genau in die Sichtrichtung zu stellen.
Diese Konstruktion hat den Nachteil, dass am Map pendeckel ein besonderes Befestigungsorgan, näm lich eine Öse oder ein Niet, angebracht werden muss und dass das Befestigen und Auswechseln des Be schriftungsreiters verhältnismässig kompliziert ist. Sollte der Reiter in mehr als zwei verschiedenen Stel lungen am Rande des Mappendeckels angebracht werden, so müssten mehrere Ösen oder Nieten vor gesehen sein, was eine verhältnismässig teure und un praktische Mappenkonstruktion zur Folge hätte.
Diese Nachteile bekannter Aktenmappen können nun bei der Aktenmappe gemäss vorliegender Erfin dung dadurch vermieden werden, dass mindestens längs eines Teils des Randes eines oder beider Map pendeckel Perforationen, z. B. Schlitze, vorgesehen sind, in welche an mindestens einem Reiterschenkel vorgesehene Halteorgane, z. B. Haken oder Lappen, bei aufgesetztem Reiter eingreifen können. Der bzw. die Deckel der Aktenmappe sind daher nicht mit besonderen Befestigungsmitteln wie z. B. Nieten zu versehen, die in der Mappendicke auftragen, sondern die Mappendeckel werden z.
B. in einfachster Weise mittels eines Stanzwerkzeuges mit Perforationen ver sehen, die den Reiter in verschiedensten Lagen zu befestigen gestattet.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Aktenmappe sowie verschiedene Ausführungen des Beschriftungsreiters dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 eine Aktenmappe in Ansicht, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-Il in Fig. 1, Fig. 3 und 4 zwei weitere Ausführungen des Be schriftungsreiters, Fig. 5 einen Schnitt nach der Linie V-V in FiQ. 6, vFig. 6 eine Ansicht des Reiters von rechts in Fig. 5,
Fig. 7 und 8 Ansichten von zwei weiteren Reitern. Die in Fig. 1 dargestellte Aktenmappe weist zwei am unteren Ende miteinander verbundene Deckel 1 auf und kann mittels an den Deckeln 1 vorgesehener Einschnitte 2 in eine Lateral-Hängeregistratur einge hängt werden. Die in Fig. 1 rechts oben liegende Ecke der Deckel 1 ist schräg, z. B. unter 45 , abge schnitten und längs des dadurch gebildeten, gebro chenen Teils des Mappenrandes ist eine Perforation vorgesehen, die aus zwei Reihen von Schlitzen 3 be steht.
Das Abschneiden der oberen rechten Ecke der beiden Mappendeckel 1 erfolgt bei zusammengelegter Mappe, wobei zugleich mittels einer durch die bei den Mappendeckel durchgehenden Stanzung die Per forationen 3 erzeugt werden. Es könnte auch nur der eine der beiden Mappendeckel mit Perforationen versehen sein. Die Schlitze 3 dienen dem Einhängen eines in Fig.2 im Schnitt vergrössert dargestellten Beschrif tungsreiters 4. Dieser Beschriftungsreiter weist einen Träger 5 aus durchsichtigem, U-förmig gebogenem Flachmaterial, z. B.
Zelluloid, Kunststoff oder der gleichen, auf, wobei an den Enden der ungleich lan gen Schenkel dieses Trägers je zwei seitliche, lappen- artige Haken 6 bzw. 7 vorgesehen sind, die bei auf gesetztem Reiter durch vier der Perforationsschlitze 3 durchtreten und somit den Reiter auf dem einen Deckel der Hängemappe festhalten. In den Träger 5 ist ein ebenfalls U-förmig gefalteter Beschriftungszet tel 8 eingesetzt, wobei die auf dem Zettel 8 stehenden Angaben durch den durchsichtigen Träger 5 sichtbar sind.
Die Haken 6 und 7 des Trägers 5 verhindern auch bei von der Mappe entferntem Reiter ein Her ausfallen des Beschriftungszettels 8 in Richtung der seitlichen Schenkel des Beschriftungsreiters, was für das Manipulieren mit dem Beschriftungsreiter sehr angenehm und wichtig ist.
Zum Aufsetzen des Beschriftungsreiters auf einem der Mappendeckel 1 wird derselbe, nachdem der Be schriftungszettel 8 beschriftet und eingeschoben ist, mit seinen beiden Schenkeln über den Rand des Map pendeckels geschoben, bis die Haken 6 in zwei Schlitze 3 der inneren Perforationsreihe und die Ha ken 7 von der anderen Seite in zwei Schlitze 3 der äusseren Perforationsreihe einschnappen. Dabei kann es erforderlich sein, gegen die oberen Ecken 9 des Beschriftungsreiters einen leichten Druck in Richtung gegen den Deckelrand und gleichzeitig auf die An satzstellen der Haken 6 und 7 einen leichten Druck quer zum Mappendeckel auszuüben.
Der Reiter kann also auf sehr einfache Weise auf die Mappe aufgesetzt werden und haftet an der Mappe dank seiner Ver ankerung an vier Stellen ausserordentlich gut.
Aus Fig. 1 ist leicht ersichtlich, dass der Reiter 4 längs des rechten Randes des Mappendeckels 1 in sechs verschiedenen Positionen angebracht werden kann, so dass also die Möglichkeit besteht, den Reiter 4 ganz am unteren Ende der Mappe anzubringen, wenn die Mappe im Registraturgestell ziemlich hoch hängt oder aber den Reiter am oberen Mappenende anzubringen, wenn die Mappe im Gestell in einer tiefer liegenden Reihe hängt. Liegt die Mappe sehr tief, so kann der Reiter an die obere abgeschrägte Steile des Mappenrandes unter einer Neigung von etwa 45 aufgesetzt werden.
Es wäre an sich möglich, auch die untere rechte Ecke der Mappendeckel schräg abzuschneiden und eine entsprechend geneigte Perforation vorzusehen, damit der Beschriftungsreiter 4 auch am unteren Ende der Mappe nach unten geneigt angebracht wer den könnte, um die Sicht desselben bei sehr hohen Registraturgestellen zu verbessern. Werden die Be festigungsschienen 2 der Hängemappe etwas kürzer ausgebildet, so könnte auch am oberen Teil des Ran des der Hängemappe noch eine Perforation vorge sehen werden, die es gestattet, den Beschriftungsreiter am oberen Teil des Mappenrandes in horizontaler Lage anzubringen.
Es wäre dabei natürlich auch denkbar, die obere rechte Ecke der Mappendeckel stehen zu lassen, so dass der Beschriftungsreiter ledig lieh in vertikaler oder in horizontaler Lage ange bracht werden könnte.
Fig. 3 zeigt im Schnitt eine weitere Ausführung des Beschriftungsreiters, welcher sich von dem in Fig.2 dargestellten lediglich dadurch unterscheidet, dass er zwei gleich lange Schenkel aufweist. Die an den freien Schenkelenden vorgesehenen Haken 6 und 7 greifen dann in ein und denselben Schlitz der Per foration ein, so dass also zur Befestigung dieses Rei ters nur eine einreihige Perforation erforderlich ist.
Fig. 4 zeigt eine weitere Ausführungsform des Be schriftungsreiters bzw. des Trägers desselben, welcher ebenfalls zwei ungleich lange Schenkel aufweist, von welchen jedoch nur der eine mit Befestigungshaken 6 versehen ist, welche in Perforationsschlitze 3 ein greifen. Dieser Besehriftungsreiter besteht aus ela stisch nachgiebigem Material und ist so bemessen, dass seine Schenkel stets federnd zusammengedrückt werden und daher im aufgesetzten Zustand seitlich gegen den Mappendeckel gedrückt werden, so dass die Haken 6 nicht ohne äussere Kraftwirkung aus den Perforationsschlitzen 3 austreten können.
Die Fig. 5 und 6 zeigen im Schnitt nach Linie V-V in Fig. 6 bzw. in Ansicht von rechts in Fig. 5 den Träger eines weiteren Beschriftungsreiters, dessen einer Schenkel mit zwei verhältnismässig langen Befestigungslappen 10 versehen ist, die bei aufgesetztem Reiter durch die Schlitze 3 einer einzigen Perforationsreihe durch treten und auf der anderen Seite des Deckels 1 den unteren Rand 11 des anderen Schenkels des Trägers 5 überlappen.
Fig.7 zeigt einen ähnlichen Beschriftungsreiter wie die Fig. 5 und 6 in Ansicht. Die beiden Schen kel des in Fig. 7 dargestellten Beschriftungsreiters sind aber gleich lang und ausser den beiden Lappen 10 des einen Schenkels ist ein weiterer gleichartiger Lappen 12 in der Mitte des andern Schenkels vorge sehen. Bei aufgesetztem Beschriftungsreiter ragen die Lappen 10 und 12 von entgegengesetzten Seiten des Mappendeckels durch drei nebeneinanderliegende Schlitze 3 einer einreihigen Perforation desselben durch und überlappen auf der andern Seite je den anderen Schenkel des Beschriftungsreiters.
Fig. 8 zeigt den Träger 5 eines Beschriftungsrei ters mit gleich langen Schenkeln, von welchen der eine in der Mitte mit einem verhältnismässig langen Lappen 13 versehen ist, welcher Lappen bei aufge- setztem Beschriftungsreiter durch einen Perforations schlitz 3 durchragt und mit dem anderen Schenkel des Reiters, welcher zwei Schlitze 14 aufweist, ver schränkt ist.
Die dargestellte Aktenmappe ist sehr einfach in der Herstellung und Bedienung und kann nach Belie ben mit oder ohne Beschriftungsreiter verwendet wer den. Die Beschriftungsreiter 4 können verschieden farbig ausgeführt sein, um verschiedene Gruppen von in einem Registraturgestell hängenden Aktenmappen zu kennzeichnen. Die Perforationen 3 lassen von der Seite feststellen, ob sich in der Mappe irgendwelche. Akten befinden, was in vielen Fällen auch als Vorteil betrachtet wird.
Die in Fig. 1 dargestellte zweireihige Perforation hat ausserdem den Vorteil, dass kleine Klassierungsreiter 15 mit Befestigungslappen 16 ohne weiteres in zwei übereinanderliegenden Schlitzen 3 der Perforation befestigt werden können.
Die Halteklauen oder -lappen des Trägers 5 des Beschriftungsreiters könnten auch an den senkrecht zum :Mappenrand stehenden Seitenkanten der beiden oder eines Schenkels dieses Trägers angeordnet sein und könnten in geeignete, z. B. senkrecht zum Map penrand stehende, schlitzartige Perforationen des Mappendeckels eingreifen, um den Reiter am Map pendeckel festzuhalten. Solche Lappen oder Klauen 17 sind in Fig. 8 in punktierten Linien angedeutet.
Diese Art der Befestigung hat den wesentlichen Vor teil, dass der Beschriftungszettel 8 bei auf den Map penrand aufgesetztem Reiter in keiner Richtung aus demselben herausfallen kann.