Einrichtung zum Entfernen von Fremdkörpern aus dem Magen von Tieren, insbesondere Wiederkäuern
Die vorliegende Erfindung betrifft eine weitere Ausbildung derjenigen nach dem Hauptpatent, dessen Patentanspruch folgendermassen lautet: Einrichtung zum Entfernen von Fremdkörpern aus dem Magen von Tieren, insbesondere Wiederkäuern, die aus einem torsionsfesten, biegsamen, am vorderen Ende eine Manschette, am hinteren Ende dagegen ein starres Handstück aufweisenden Einführungsrohr und einem in diesem Einführungsrohr angeordneten Fanggerät sowie vom Handstück aus betätigbaren Mitteln zum seitlichen Abbiegen des vorderen Teiles des Fanggerätes besteht, welch letzteres einen am vorderen Ende eines biegsamen Trägers sitzenden Fangkopf besitzt, der beim Herausziehen der Einrichtung aus der Speiseröhre von der Manschette umhüllbar ist, dadurch gekennzeichnet,
dass der vordere Endteil des Trägers des Fanggerätes aus einem nur in einer Axialebene biegsamen Glied besteht und dass am vorderen Trägerende ein exzentrisch zur neutralen Faser dieses Endgliedes angeordnetes Zugglied angreift, an dessen hinterem Ende ein im Handstück des Einführungsrohres gelagertes Steuerorgan angreift. Es ist bereits eine Ausführungsform nach dem Hauptpatent bekanntgeworden, bei welcher der vordere Endteil des Fanggerätträgers gegenseitig mittels Zylinderflächen gelenkig aneinandergereihte Schwenkglieder mit win keil recht zur Biegungs ebene liegenden Zylindergelenkachsen besitzt. Hierbei wurde das ganze Schwenkgliedaggregat durch eine es umschliessende Schraubenfeder zusammengehalten, welche die Schwenkglieder in axialer Richtung kraftschlüssig in steter Anlage aneinander hielt.
Da diese Feder jedoch anderseits verhältnismässig geschmeidig sein muss, um die Biegsamkeit des Fanggerätträgerendteiles nicht zu beeinträchtigen, könnte durch diese Feder nicht unter allen Betriebsbedingungen eine Biegung des Fanggerätträgerendteiles in einer axialen Ebene gewährleistet werden.
Die vorliegende Erfindung behebt nun diese Unzulänglichkeit dadurch, dass zum einwandfreien Zusammenhalten und zur Gewährleistung einer rein ebenen Biegung sämtliche Schwenkglieder samt den Gelenkteilen je eine axiale Durchbrechung aufweisen, durch welche ein die neutrale Faser enthaltendes Verankerungskabel hindurchgeführt ist, welches in den beiden Endgliedern des vordern Fanggerätträgerendteiles verankert ist, wobei benachbarte Schwenkglieder auf der einander zugekehrten Seite derart gestaltet sind, dass sie relativ zueinander in vorbestimmtem Ausmass um die betreffende Gelenkachse schwenkbar sind.
Die zusammenarbeitenden Zylinderflächen können sich sämtliche an den Schwenkgliedern und den Endgliedern selbst befinden, indem benachbarte Glieder auf den einander zugekehrten Seiten eine zylindersegmentartige Ausbuchtung und eine diese teilweise umfassende zylindersegmentartige Einbuchtung aufweisen. Statt dessen kann jedoch auch, wie es an und für sich bei der erwähnten Ausführungsform des Hauptpatentes der Fall ist, je ein Gelenkzapfen zwischen zwei benachbarte Glieder lose zwischengeschaltet werden.
Das Verankerungskabel kann bei entsprechender Anordnung mit vorbestimmter Vorspannung eingesetzt werden, so dass die Glieder mit entsprechendem Leibungsdruck kraftschlüssig aneinanderliegen und allen im praktischen Betrieb vorkommenden, vom Fangkopf her seitlich auf den Fanggerätträgerendteil einwirkenden Querkräften gewachsen sind, insbesondere auch solchen Kräften, die den Fanggerätträgerendteil auf Torsion beanspruchen mit der Tendenz des Herauspressens der Gelenkzapfen zwischen seinen
Lagerflächen.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes.
Fig. 1 zeigt schematisch eine Gesamtansicht.
Fig. 2 zeigt in grösserem Massstab den vorderen
Fanggerätträgerendteil im Mittellängsschnitt bei ge streckter Lage.
Fig. 3 zeigt in derselben Darstellung wie Fig. 2 die Biegungsendstellung.
Die Fig. 4 und 5 zeigen je einen Schnitt nach den
Linien IV-IV und V-V in Fig. 2.
Wie in der speziellen Beschreibung des Haupt patentes anhand der dortigen Zeichnung näher er läutert, weist die in der vorliegenden Zeichnung dar gestellte Einrichtung wieder ein Einführungsrohr 1 und ein in diesem angeordnetes Fanggerät 2 auf.
Das Einführungsrohr 1 besteht wieder aus torsions festem, biegsamem Material und ist am vorderen
Ende wieder mit einer Manschette 3, am hinteren
Ende dagegen mit einem starren Rohrstück 4 ver sehen, welches wieder ein Steuerorgan 9 aufweist, durch dessen Betätigung durch noch näher zu erläu ternde Mittel der den Fangkopf 23 tragende vordere
Endteil 41 des Fanggerätträgers in einer Axialebene bei aus dem Einführungsrohr 1 herausragender Lage, von der gestreckten Ausgangslage in die in Fig. 1 dar gestellte Lage gebogen werden kann.
Gemäss den Fig. 2-5 weist der vordere Endteil des Fanggerätträgers zwei Endglieder 42 bzw. 43 und eine Reihe von als Schwenkglieder ausgebildeten Zwi schengliedem auf. Sämtliche Glieder sind unter Zwi schenschaltung je eines Gelenkzapfens 44 in axialer
Richtung aneinandergereiht. Von den Zwischenglie dem sind nur vier dargestellt bzw. angedeutet und mit den Bezugszeichen 45, 46, 47, 48 bezeichnet.
Sämtliche Zwischenglieder sind, wie aus Fig. 5 für das Glied 47 hervorgeht, in ihrer Grundform zylin drisch gestaltet. Die Endglieder 42, 43 weisen je einen mit Schraubenwindungen 49 versehenen Teil, dessen
Kerndurchmesser mit dem Durchmesser der Zwi schenglieder übereinstimmt, sowie an den einander abgekehrten Seiten einen zylindrischen Teil 50 mit einem dem Aussendurchmesser der Windungen 49 entsprechenden Durchmesser, auf. Zwischen den Zwi schengliedern 46 und 47 können sich eine grössere oder kleinere Anzahl weiterer Zwischenglieder be finden, welche in axialer Richtung unterschiedliche
Längen haben können.
Sämtliche Glieder weisen an den einander zuge kehrten Seiten je eine durchgehende Zylindersegment fläche als Lager für den gemeinsamen Gelenkzapfen
44 auf und sind beiderseits dieser Lagerfläche mit je einer Anschlagfläche zur Begrenzung der gegen seitigen Schwenkbewegung versehen. Die Anschlag flächen 51 der Endglieder liegen winkelrecht zur
Achse. Die Anschlagflächen der Zwischenglieder sind lediglich auf der einen Seite winkelrecht zur Längs achse angeordnet, so dass diese Anschlagflächen 52 benachbarter Zwischenglieder in der gestreckten Lage des Fangträgerendteiles (Fig. 2) satt aneinanderliegen.
Auf der gegenüberliegenden Seite sind die Anschlagflächen 53 benachbarter Zwischenglieder radial-axial zum Gelenkzapfen 44 angeordnet, und zwar nach entgegengesetzter Seite um den gleichen spitzen Winkel schräg zu den Anschlagflächen 52 geneigt. Sämtliche Gelenkzapfen 44 sind winkelrecht zur Biegungsebene des Fangträgerendteiles angeordnet, welche bezüglich der Figuren 2 und 3 parallel zur Zeichenebene liegt.
Sämtliche Zwischenglieder weisen eine axiale Durchbrechung und die Gelenkzapfen 44 eine entsprechende Querdurchbrechung auf. Durch diese Durchbrechungen ist ein die neutrale Faser enthaltendes Verankerungskabel 54 hindurchgeführt, welches in den Endgliedern 42, 43 verankert ist. Zu diesem Zwecke weisen die beiden Endglieder 42, 43 je einen Längsschlitz 55 auf, welcher winkelrecht zur Biegungsebene liegt und an den einander abgekehrten Seiten der Endglieder in eine zu den Gelenkzapfen 44 parallele Querbohrung 56 des Zylinderteiles 50 mündet. In dieser durchgehenden Querbohrung 56 ist ein Riegel 57 gelagert, welcher eine Querbohrung aufweist, durch welche das betreffende Ende des Ver ankerungskabels 54 hindurchgeführt ist. Auf den einander abgekehrten Seiten der Riegel ist die Querbohrung durch Versenken erweitert.
Das aufgespleisste Ende des Kabels ist in dieser Versenkung durch Löten starr verankert. Das Verankerungskabel 54 ist in vorgespanntem Zustande eingesetzt, so dass sämtliche Glieder kraftschlüssig gegen die Gelenkzapfen 44 gepresst sind und daher mit ihren Lagerflächen stramm an den Drehzapfen 44 anliegen, derart, dass unter den im Betrieb vorkommenden, quer zur vorbestimmten Biegungsebene gerichteten Kräften das ganze Aggregat sich praktisch starr verhält.
Sämtliche Schwenkglieder weisen ferner zwei nach der einander abgekehrten Seite zu offene Längsschlitze 58 bzw. 59 (Fig. 5) auf, deren Achsen in der Biegungsebene und parallel zum Verankerungskabel 54 liegen und durch welche je ein Zugglied in Form eines Kabels 60 bzw. 61 hindurchgeführt sind. Diese Zugglieder 60, 61 sind am vorderen Ende mit dem in den Fig. 2-5 nicht dargestellten, starr an das Endglied 43 angeschlossenen Fangkopf bzw. mit dem Endglied 43 selbst verbunden und anderseits an das Steuerorgan 9 (Fig. 1) angeschlossen.
Das Steuerorgan 9 ist mit einem Handbetätigungshebel 62 versehen, welcher schwenkbar ist und zweckmässig ein auf seiner Schwenkachse sitzendes Kettenrad antreibt, welches als Antriebs- und Umlenkrad für eine Antriebskette dient, an deren Enden je eines der Zugkabel 60 bzw. 61 befestigt ist, dergestalt, dass durch Hin- und Herschwenken des Steuerhebels 62 die Zugkabel 60, 61 gegenläufig zueinander in der Längsrichtung verschoben werden. Da die Zugkabel 60, 61 exzentrisch zu dem die neutrale Faser des Fangträgerendgliedes aufweisenden Verankerungskabel 54 liegen, bewirkt die Schwenkung des Steuerhebels 62 in der einen Richtung ein Verschieben des Zugkabels 61 in der in Fig. 3 durch den Pfeil 63 angegebenen Richtung. Infolgedessen erfährt das Endglied 43 eine Schwenkbewegung um den zwischen ihm und dem Zwischenglied 48 befindlichen Gelenkzapfen 44.
Seine Anschlagfläche 51 gelangt zur Anlage auf der Anschlagfläche 53. Das weitere Anziehen des Zugkabels 63 bringt in analoger Weise nacheinander die Zwischenglieder 48 und 47 zur Anlage an ihren Anschlagflächen 53 usw., bis das ganze Schwenkgliedaggregat die in Fig. 3 angedeutete, gebogene Lage einnimmt. Hierbei wird das auf der gegenüberliegenden Seite der neutralen Faser befindliche Zugkabel 60 vom Fangkopf 23 her in der in Fig. 3 mit dem Pfeil 65 bezeichneten Richtung nachgezogen.
Um ein Herausschieben des Zwischengliedaggregates mitsamt dem Verankerungskabel 54 und den Riegeln 57 aus den Endgliedern 42, 43 seitlich aus den Schlitzen 55 zu unterbinden, ist zwischen den durch den zylindrischen Teil 50 grösseren Durchmessers gebildeten Schultern 64 der Endteile 42, 43 eine Schraubenfeder 66 angeordnet, welche die Zwischenglieder und den die Windungen 49 enthaltenden Teil der Endglieder 43 umschliesst und durch Einschrauben in die Windungen 49 in den Endgliedern 42 und 43 verankert ist. Die Feder 66 umgibt die Zwischenglieder mit nur geringem Spiel und sichert dadurch auch die Gelenkzapfen 44 gegen Längsverschiebung.
Die Feder ist zweckmässig in auf Druck vorgespanntem Zustande eingesetzt, wobei ihre Windungen bei gestreckter Lage des Schwenkgliedaggregates mindestens angenähert aneinanderliegen. Das Montieren der Feder 66 muss zusammen mit dem Montieren des Zwischengliedaggregates erfolgen. Zu diesem Zwecke wird vorerst das Zwischengliedaggregat mit dem Riegel 57 in den Schlitz 55 und die Führung 56 des einen Endgliedes, z. B. 42, eingeschoben, bis in die normale Lage. Alsdann wird die Feder 66 auf das betreffende Endglied 42 aufgeschraubt und umgibt hierbei das ganze Zwischengliedaggregat. Durch weiteres Tordieren der Feder in der Aufschrauberichtung erfährt diese eine Verkürzung und Aufweitung, so dass das Endglied 43 an das Zwischengliedaggregat unter Zwischenschalten des betreffenden Gelenkzapfens 44 heranschiebbar ist.
Alsdann wird die Feder durch Zurücktordieren und gleichzeitiges Einschrauben in die Windungen 49 in die endgültige Lage gemäss Fig. 2 gebracht. Der ganze vordere Fangträgerendteil kann noch mit einer Schutzhülle in Form eines Gummischlauches überzogen werden.
Eventuell können auch die beiden Zugkabel 60, 61 von je einer Schraubenfeder umhüllt sein, welche Federn jede Knicktendenz und Reibung der Zugkabel an den Übergangsstellen zwischen benachbarten Schwenkgliedern unterbinden und allein mit letzteren in Berührung kommen.