<Desc/Clms Page number 1>
Bauteilsatz zum Zusammenbau von Installationskasten für elektrische Anlagen Aus der schweiz. Patentschrift Nr. 279744 ist eine elektrische Anlage bekannt, welche durch Deckel verschliessbare, aus Gips bestehende Installationskasten umfasst, in denen Befestigungsorgane für einzubauende Installationselemente und aufsetzbare Zusatzteile eingegossen sind.
Derartige Installationskasten haben sich in der Praxis ausserordentlich gut bewährt, weil solche Gipskasten, die verhältnismässig billig herstellbar sind, in hohem Grad masshaltig und formbeständig und dementsprechend leicht mit gleichartigen Kasten gleicher oder anderer Grösse zu einem Tableau zusammen- montierbar sind.
Ausserdem kann gegossenes Gipsmaterial leicht zum Durchführen von Kabelrohren durchbohrt werden, und die nach dem Einsetzen der Durchführungsrohre freibleibenden Lücken können mit Hilfe von Gipsmasse wieder leicht ausgefüllt werden, so dass nach dem Montieren und Verbinden der Installationselemente und dem Aufsetzen eines Deckels geschlossene feuerfeste Kasten entstehen, die wegen der dem Gipsmaterial eigenen hohen Wärmeisolationsfähigkeit auch beim Auftreten eines Kurzschlusses innerhalb des Kastens den Brandherd im Kasteninnern mit Sicherheit lokalisieren.
Es hat sich gezeigt, dass es wünschenswert wäre, wenn diejenigen Installationskasten eines Tableaus, auf welchen äusserlich grössere Geräte, wie z. B. Zähler, montiert werden, weniger tief sind als die andern Kasten, weil so erreicht werden kann, dass kein Bauteil des Tableaus wesentlich über die Ta- bleaufront vorsteht. Ausserdem ist es wenig sinnvoll, Installationskasten, in denen lediglich Leitungsverzweigungen zu bilden sind, so tief auszubilden wie die Installationskasten, in denen grössere Bauelemente, wie Schraubsicherungsfassungen usw. eingebaut werden müssen.
Um in dieser Hinsicht eine Verbesserung zu schaffen, ist gemäss vorliegender Erfindung ein Bauteilsatz zum Zusammenbau von durch Deckel verschliessbaren Installationskasten für elektrische Anlagen, welcher Bauteilsatz gegossene Gipsbauteile mit eingegossenen Befestigungsorganen für einzubauende Installationsbauelemente und aufsetzbare Zusatzteile umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass gegossene Gipsgrundplatten rechteckiger Grundrissform Seitenwandteile aufweisen, und dass wahlweise durch direktes Aufsetzen eines Deckels auf die Grundplatte ein niedriger geschlossener Kasten oder durch Aufschrauben eines zugeordneten, gegossenen Gipsrahmens und Aufsetzen eines Deckels auf denselben ein tieferer geschlossener Kasten hergestellt werden kann.
Ein Ausführungsbeispiel eines Tableaus einer elektrischen Anlage mit einer Mehrzahl verschiedenartig aus einem Bauteilsatz zusammengebauten Installationskasten sowie verschiedene Ausführungsformen von Bauteilen des Bauteilsatzes sind in der Zeichnung dargestellt.
Es zeigen: Fig. 1 ein Tableau, zum Teil nicht fertig montiert, Fig. 2 den Grundriss einer Grundplatte, Fig.3 eine Seitenansicht, teilweise geschnitten, einer Grundplatte mit aufgesetztem Rahmen und Deckel, Fig. 4, 5, 6 die Ausbildung der lösbaren Verbindung zwischen Deckel und Rahmen, Fig. 7 den Grundriss eines Rahmens, Fig. 8 die Seitenansicht des Rahmens, teilweise geschnitten, Fig. 9 den Grundriss eines Deckels, Fig. 10 die Seitenansicht eines Deckels, Fig. 11 die Verbindung einer Grundplatte mit einem darauf montierbaren Träger für einzubauende Installationselemente,
<Desc/Clms Page number 2>
Fig. 12 die Verbindung einer Grundplatte mit einer Gebäudewand, Fig. 13 die Verbindung einer Grundplatte mit dem Rahmen.
Zu dem in Fig. 1 dargestellten, aus mehreren einzelnen Installationskasten zusammengefügten Tableau sei vorerst nur ganz allgemein bemerkt, dass es lückenlos aneinandergeheftete Bodenplatten 10 grund- sätzlich gleicher Ausbildung, aber verschiedener Länge und Breite umfasst. Damit das Zusammenstellen von grösseren Tableaus vereinfacht wird, ist vorgesehen, dass die Längen- und Breitendimensionen der Bodenplatten 10 ganzzahlige Vielfache einer bestimmten Fundamentallängeneinheit darstellen.
Ein Ausführungsbeispiel einer derartigen Bodenplatte 10 ist in den Fig. 2 und 3 in grösserem Massstab dargestellt.
Eine Bodenplatte 10, wie sie in den Fig. 2 und 3 dargestellt ist, wird einstückig in einer Form aus flüssiger Gipsmasse gegossen, welcher Gipsmasse zur Erzielung einer besseren Bruchfestigkeit wirr verteilte Glasfaserfäden von 5 bis 20 mm Länge beigemischt sind, und wobei zur Vermeidung des Aufsaugens von Feuchtigkeit die erhärteten Bodenplatten 10 mit Silikonölen imprägniert sind.
Man geht dabei zweckmässigerweise wie folgt vor: Dem Wasser, welchem die notwendige Menge von Gipspulver zugemischt worden ist, werden lose Bündel von entfetteten Glasfasern einer Länge von 5 bis 20 mm zugesetzt, wobei durch Rühren der Masse die Einzelfasern der Glasfaserbündel wirr verteilt werden. Diese Masse wird dann in entsprechende Formen gegossen, und die erhärteten, aus den Formen herausgenommenen Gipsbauteile werden zum Imprägnieren in Silikonöle eingetaucht.
Auf diese Weise entstehen Gipsbauteile, welche alle Vorteile von Gipsgussmasse, nämlich leichte Nachbearbei- tungs-Durchbohrarbeit, kleines Gewicht, Form- und Grössengenauigkeit, hohes Wärmeisolationsvermögen vereinigen, mit dem Vorteil relativ hoher Bruchfestigkeit ohne Verwendung besonderer Kantenschutzorgane, und wasserabstossend sind.
Die Bodenplatten 10 sind mit vorstehenden Randpartien 11, 12, 13, 14 ausgebildet, welche bereits einen Kastenraum geringer Tiefe umfassen. Mit 11 sind Eckstreben und mit 12 Mittelstreben bezeichnet, welche dickeren Randteile voneinander durch dünnere, leicht ausbrechbare durchsäg- oder durchbohrbare Randpartien 13 und 14 miteinander verbunden sind. Bei den dünneren Randpartien 13, 14 sind zu demselben Zweck auch Bodenfelder 15, 16 geringerer Stärke vorgesehen.
Diese dünneren Rand- und Bodenpartien 13, 14, 15, 16 sind als Durchführungsstellen für die in den Kastenraum einzuführenden Rohre, Drähte und Kabel vorgesehen, wobei beispielsweise mit Hilfe von Zapfenbohrern Löcher gebohrt werden können oder durch Einsägen entsprechende Ausbrüche zu erzielen sind.
Nach dem Durchziehen der Drähte, Kabel und Rohre können mit Gipsmasse die verbleibenden. Lücken wieder geschlossen werden. Bei den Schwächungspartien sowohl der Bodenplatten als auch der zugehörigen Rahmen sind noch Querrinnen, wie z. B. in den Fig. 1, 2 und 3, 7 und 8, mit 415, 416, 417 bezeichnet, innen und aussen vorgesehen, welche das saubere Ausbrechen der Schwächungspartien erleichtern. In den Oberseiten und Unterseiten der Eckstreben 11 und in den Mittelstreben 12 sind je recht- eckförmige Vertiefungen 111, die durch Löcher 110 verbunden sind, vorgesehen, damit an diesen Stellen die Grundplatte 10 mit Hilfe von Klammerlaschen 71, 71' und Schraubenbolzen 72 lückenlos aneinandergefügt werden können.
Eine Anordnung von mehreren, auf diese Weise aneinandergefügten und miteinander verbundenen Bodenplatten 10 bildet eine Tableauplatte, die ein stabiles Ganzes darstellt und bereits in der Werkstatt des Installateurs zusammengestellt werden kann. Damit ist es möglich, in Werkstattarbeit die ganzen Tableaus schon zum voraus zusammenzustellen und sie auf der Baustelle nur noch an der Wand zu befestigen und an die dort verlegten Drahtleitungen anzuschliessen.
Weiterhin sind in den Eck- und Mittelstreben 11 bzw. 12 Gewindeplättchen 112 eingegossen. welche das Aufschrauben eines Rahmens 20 ermöglichen (siehe Fig.3 und 13). Derartige Gewindeplättchen 112' sind auch in der innern Bodenfläche der Grundplatte 10 eingegossen, um als Befestigungsorgane von einzubauenden Trägerteilen für Installationselemente zu dienen. Ebenso sind in den Aussenseiten der Eck- und Mittelstreben 11 bzw. 12 Vertiefungen 113 und eingegossene und verankerte Halteplatten 114 vorgesehen, welche das Festhalten eines direkt auf die Bodenplatte aufgesetzten Deckels ermöglichen. Dies geschieht in gleicher Weise, wie das für die Befestigung einer Deckelplatte auf einem besonderen Rahmenteil später beschrieben wird.
In der Bodenplatte 10 sind Sacklöcher 17 vorhanden, welche durch eine mit Flansch versehene eingegossene Metallhülse 170 ausgekleidet sind, wobei auf der Unterseite dieser Sacklöcher je eine Vertiefung 171 vorhanden ist, so dass die verbleibenden Bodenstücke 172 dieser Sacklöcher leicht durchbrechbar sind (Fig.1l). Anhand der Fig.ll, 12 wird später noch eingehend beschrieben, wie diese Sacklöcher verwendet werden können. Die Rahmen 20 bestehen aus demselben imprägnierten Gips- Glasfasergussgemisch wie die Bodenplatten 10, wobei auch die Rahmenwandungen an einzelnen Stellen 21, 22 als leichter ausbrechbare oder durchbohrbare Schwächungspartien geformt sind.
In den innern Ecken der Rahmen sind Tra- winkel 23 (Fig. 13), bei denen die vorstehenden Laschen mit Löchern 230 (Fig. 7 und 13) versehen sind, eingegossen, so dass mit Hilfe von Schraubenbolzen 73 ein solcher Rahmen 20 gemäss Fig. 3 und, 13 auf eine Bodenplatte 10 aufgeschraubt werden kann, wodurch die Tiefe des Kastenraumes entsprechend vergrössert wird.
<Desc/Clms Page number 3>
In den Aussenseiten des Rahmens 20 sind Vertiefungen 24 (Fig.3) und eingegossene Halteplättchen 25 (Fig. 5) vorgesehen, die das Aufsetzen eines Deckels 30 ermöglichen.
Es kann sowohl beim Rahmen 20 als auch bei der Bodenplatte vorgesehen sein, die in den Wandteilen eingegossenen Halteplättchen 25 bzw. 114, Winkelstücke usw., durch einen durch Löcher dieser Teile durchgeführten Draht, z. B. 250, 250' in Fig. 8, gegen jedes Ausreissen zu sichern.
Als Deckel können entweder flache Platten 30' (Fig. 1) vorgesehen werden, die mit Hilfe von Schrauben 74 auf die Grundplatten selbst aufgeschraubt werden können oder Blechdeckel 30 mit umgebördelten Rändern (s. Fig. 9, 10), in denen Riegel 31 eingesetzt sind, die in der aus den Fig. 4, 5, 6 ersichtlichen Weise ausgebildet und wirksam sind. Diese Riegel 31 sind mit Hilfe von Lagerbolzen 310 in den Rändern des Deckels 30 drehbar gelagert und weisen einen vorstehenden, durchbohrten Griffteil 311 auf, sowie eine Nase 312, welche eine entsprechende Nase 251 des zugeordneten, im Rahmen 20 eingegossenen Halteplättchens 25 zu untergreifen bestimmt ist.
In den Deckelrändern sind Einbuchtungen 303 vorgesehen, welche in der Verriegelungs- stellung des Riegels 31 in ein entsprechendes Loch 313 der Riegelplatte einrasten.
Diese genannten Riegel 31 bilden im Zusammenwirken mit den Halteplatten 25 des Rahmens 20 bzw. 114 der Bodenplatte und den zusammenwirkenden Rastorganen 303 und 313 eine leicht lösbare und doch sichere Verbindung des Deckels mit dem Rahmen 20 oder einer Bodenplatte 10. Es kann durch die Öffnung im Riegelgriff 311 und eine zugeordnete Öse 302 in der Deckelfläche je eine plombierte Schnur durchgeführt werden, um das Abheben der Deckel durch Unbefugte zu verhindern.
Die Deckel 30 oder 30' können gemäss Fig. 1 verschieden ausgebildet sein. Beispielsweise können sie eingesetzte Fensterplatten 305 für Schraubsiche- rungsköpfe enthalten, oder sie können Befestigungslaschen 306 für Zähler und dergleichen Geräte aufweisen. Ausserdem können sie aus zwei Teilen 32', 33' mit einem gelochten Isolierzwischenstück 34' bestehen, durch dessen Löcher die Drähte zum Zähler geführt werden können.
Besonders vorteilhaft sind die Organe zum Befestigen von Montageplatten, Klemmenleisten, Tragschienen usw. in den Sacklöchern 17 sowie zum Befestigen der Bodenplatten an einer Gebäudewand, ebenfalls unter Verwendung der Sacklöcher 17, ausgebildet.
Gemäss Fig. 11 kann eine Schiene 75 in folgender Weise im Kastenraum montiert werden: Auf einen Mutterbolzen 81, der einen konisch angedrehten Kopf 82 aufweist, werden hintereinander ein erster offener Federring 83, ein kürzeres Hülsenstück 84 mit konisch angedrehten Rändern, ein zweiter offener Federring 85 und ein längeres Hülsenstück 86 mit konisch angedrehtem Rand aufgeschoben. Diese An- ordrlung wird mit dem Kopf 82 voraus in die Auskleidungshülse 170 des Sackloches 17 eingeführt. Dann wird die Schiene 75 mit Hilfe einer Schraube 76 vorerst lose auf den Mutterbolzen 81 aufgeschraubt.
Wenn die Lage der Schiene 75 wunschgemäss eingestellt ist, werden durch Festziehen der Schraube 76 die Hülsenteile 86 und 84 gegen den Kopf 82 gedrückt, wodurch die Federringe gegen die Innenwandung der Hülse 170 aufgespreizt und darin festgeklemmt werden.
Zum Befestigen einer Bodenplatte oder eines ganzen Tableaus 10 an der Gebäudewand 90 (Fig. 12) werden drei oder mehr Bodenstücke 172 von Sacklöchern 17 ausgebrochen, und auf den Hals 91' einer Befestigungsschraube 91 werden hintereinander ein Hülsenstück 92 mit konisch angedrehtem Hals, ein offener Federring 93 und ein Hülsenstück 94 mit konisch angedrehtem Rand aufgeschoben. Das Ganze wird durch das Loch 17 durchgeführt, und beim Festdrehen der Schraube 91 wird der Federring gegen die Innenwandung der Hülse 170 aufgespreizt, so dass er sich darin verklemmt.